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Trainingslehre 4 (Subject) / Trainingsplanung - Propriozeptives Training (Lesson)
Reha
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- Warum Propriozeptives Training in Reha? Verletzungen o. Erkrankungen des Bewegungssystems führen zu Störungen der reizaufnehmenden und reizverarbeitenden Systeme - Verlust der Fähigkeit, zielgerichtete, kontrollierte und effektive Bewegungen durchzuführen (Einschränkung im Alltag) Ziel Reha: Bewegungsqualität wiederherstellen durch Schulung der neuromuskulären Kontrolle und Verbesserung der motorischen und sensorischen Leistungen v.a.koordinative Leistungsfähigkeit (Grundlage: Propriozeption o. Eigenwahrnehmung)
- Def. Propriozeption = Tiefensensibilität oder Eigenwahrnehmung, ist die bewusste, teilbewusste und unbewusste Verarbeitung afferenter Informationen über die Gelenkstellung, -bewegung und -kraft durch das ZNS / die Propriozeption bildet die allg. Grundlage der motorischen Kontrolle des menschlichen Bewegungssystems (Stellungssinn, Bewegungssinn, Kraftsinn)
- Modell der Informationsverarbeitung als Grundlage der Propriozeption Informationsaufnahme vom Rezeptor und Informationsweiterleitung: Reizregistrierung über Propriozeptoren und Weiterleitung über afferente Nervenbahnen zum ZNS ↓(Afferenz) Informationsverarbeitung ZNS: Reiz-/Informationsweiterleitung vom Rückenmark und/oder Gehirn über die efferenten Nervenbahnen an die steuerbaren Strukturen ↓(Efferenz) Aktivierung der gesteuerten Strukturen: Skelettmuskel, Gelenke, Weichteile ↑(Rückkopplung)
- Pacini-Körperchen Vorkommen: Gelenkkapsel, Gelenkbänder Reiz: Druckänderung; schneller Druckewechsel, Deformierung, Entlastung Funktion: dynamische Kontrolle der Gelenkbewegungen bzw. -geschwindigkeit (Beschleunigung und Verzögerung einer Gelenkbewegung)
- Ruffini-Körperchen Vorkommen: Gelenkkapsel, Gelenkbänder Reiz: Druck, Zug Funktion: statische und dynamische Kontrolle der Gelenkwinkelstellung, Winkelgeschwindigkeit
- Golgi-Apparat (Golgi-Sehnen-Organe und Golgi-Organe) Vorkommen: Übergang Sehnen/Muskel; Gelenkkapsel, Gelenkbänder Reiz: mechanische Spannungsentwicklung Funktion: Kontrolle der Muskelspannung bzw. Kontraktionskraft (Spannungssensoren), Gelenkwinkelstellung und Bewegungsrichtung
- Muskelspindeln Vorkommen: innerhalb des Skelettmuskels Reiz: Längenänderung (Dehnung und Kontraktion der Muskulatur) Funktion: Kontrolle bzw. Messung der Muskellänge (Längen- bzw. Dehnungssensoren)
- Freie Nervenendigungen Vorkommen: Gelenkkapsel, Gelenkbänder, Sehnen, in fast alle Geweben des Körpers Reiz: variable Reize (mechanisch, chemisch, thermisch) Funktion: Information über Bewegungsgeschwindigkeit, beschleunigende und abbremsende Kräfte, Bewegungsrichtung, Gelenkposition
- Nozizeptoren (spezifische Schmerz-rezeptoren) Vorkommen: Gelenkkapsel, Gelenkbänder, in fast alle Geweben des Körper Reiz: überschwellig, gewebsbelastend oder gewebsschädigende Reize Funktion: Information über Gewebsschädigungen, Entwicklung physiologischer Adaptionen (Kompensationsstrategien) durch muskuläre Hemmmechanismen
- Überblick Rezeptoren Muskelspindel: Dehnungsmelder; Info über Muskellänge Golgirezeptor: Dehnungsmelder; Info über Muskelspannung Gelenkrezeptoren: Zug- und Druckmelder Ruffini Körper: Info über Gelenkstellung Pacini Körper: Bewegungs- und Beschleunigungsmelder Endbewegungmelder: Dehnungsmelder, Stress- und Alarmfunktion Nozizeptoren: Schadensmeldung; Schmerzauslösung
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- Vorteile des propriozeptiven Trainings für das Rehatraining Verfeinerung in der Erfassung und Verarbeitung von Reizen, Verbesserung des Positionssinnes und des Geschwindigkeitsempfindens, Verbesserung der dynamischen Stabilität, Verbesserung der reaktiven neuromuskulären Kontrolle, Verbesserung der Wiederherstellung und Stabilisierung der Gelenkstellungen
- Methodische Aspekte eines propriozeptiven Trainings -im ausgeruhtem Zustand am Anfang einer Trainingseinheit; Dauer je nach individuellen Leistungszustand, i.d.R. nicht länger als 10-15 Min.; Zielübung sollte zunächst vom Trainer in Idealform demonstriert werden; Progressuin des Schwierigkeitsgrades erfolgt durch den methodischen Aufbau der Körperausgangsstellung; korrekte achsengerechte Körperhaltung; Beginn mit einer statischen Stabilisationsübungen und dann dyn. Übung; Belastungsvorgabe und Belastungskontrolle sollten zu Beginn über das subjektive Empfinden erfolgen; später bei statischen Übungen eine Haltedauer von 5-15s und dynamische Übungen 5-25 Wdh.; Trainingsaufbau nach den allg. Trainingsprinzipien der Trainingslehre; Gewährleistung der Qualität der Bewegungsausführung zu jeder Zeit; Übungsabbruch bei nachlassender Konzentration u. Bewegungsqualität oder Schmerzen; Training mit geschlossenen Augen nicht vernachlässigen