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Rhetorik Vorlesung (Subject) / Kommunikation (Lesson)

Kommunikationsmodelle

This lesson was created by DrJacobson.

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  • Benennen Sie wichtige Kommunikationsmodelle (Name des Modells + Name(n) des/der Autors/en + Veröffentlichungsjahr/-Zeitraum) Mathematische Theorie der Kommunikation (Shannon, 1948)Mathematisch-soziologische Theorie der Kommunikation (Shannon/ Weaver, 1949)Informationstheoretisches Kommunikationsmodell nach Meyer-Eppler (1959)Axiome der Kommunikation nach Watzlawik (1967)Kommunikationsmodell nach McKay (1972)Kommunikation als Problem der Linguistik nach Jörg Henning/ Lutz Huth
  • Erläutern Sie anhand eines Kommunikationsmodells, wie sich Aspekte zwischenmenschlicher Kommunikation darin abbilden. Mathematische Theorie der Kommunikation (Shannon, 1948)GrafikInformationsquelle (information source), hier: Gehirn des sendenden Gesprächspartners- Auswahl der erwünschten Botschaft (erwünschte Aussagen, Inhalte)- Botschaft kann aus geschriebenen oder gesprochenen Wörtern bestehenSender (transmitter), hier: Sprechapparatur- Verwandlung der Botschaft in Signal (Schallwellen oder Schriftzeichen) - Signal gelangt über Kommunikationskanal (z. B. Schallwellen über Luft)  vom Sender zum EmpfängerStörquellen: - Geräusche bzw. Lärm können Signal beeinträchtigenEmpfänger, hier: Hörorgane des empfangenden Gesprächspartners- umgekehrter Sender -> Übersetzung der übermittleten Signale zurück in Botschaften und Leitung dieser Botschaften zum zum Bestimmungsort weiter (Hirn des Empfängers)Ziel: Übermittlung der Botschaft an Empfänger und dessen Hirn (Bestimmungsort der Botschaft)
  • Erläutern Sie anhand eines Kommunikationsmodells, wie sich Aspekte zwischenmenschlicher Kommunikation darin abbilden. Axiome von Paul Watzlowick:1. In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.– Jede Form des Verhaltens in der Gegenwart eines anderen ist Kommunikation, auch wenn es dem Sprecher nicht bewusst ist. – Jedes Verhalten ist Ausdruck von im Unterbewusstsein Verankertem 2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt- Inhaltsaspekt: Aufgabe Informationen zu vermitteln. - Beziehungsaspekt: Aufschluss darüber, wie die Beziehung vom Empfänger aufgefasst wird3. Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt. - Interpunktion: Struktur eines solchen Kommunikationsprozesses. Beispiel: A sagt etwas zu B, B nimmt es auf und stellt A eine Frage. A antwortet auf diese Frage, usw.–> Kommunikation besteht aus ihrer Ursache (Reiz) und einer entsprechenden Wirkung (Reaktion)  4. Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.Analog:– übermittelt Beziehungsaspekt einer Nachricht – mehrdeutig und kann unterschiedlich entschlüsselt werden – Fehlinterpretationen möglich → kann zu Konflikten führen Digital:– gesprochenes Wort – Inhaltsaspekt einer Nachricht – wichtig für Übermittlung von Wissen– es fehlt auf dem Gebiet der Beziehungen eine Semantik (Zeichenbedeutung)5. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder asymmetrisch/komplementärsymmetrisch: 2 "gleichstarke" Partner, die nach Gleichheit und Verminderung von Unterschieden streben -> "spiegelhaftes Verhalten" der Partnerkomplementär: "superioren" und "inferioren" Partner, welche sich in ihrem Verhalten ergänzen (z. B. Mutter-Tocher)
  • Welches Prinzip beschreibt nach Karl Bühler ein grundlegendes Verstehensmuster des Menschen, wenn der materielle Zeichenträger Defizite aufweist, z. B. wenn bei einer Sprachäußerung einzelne Laute für den Empfänger nicht hörbar sind, er aber doch in der Lage ist, das Gesagte zu verstehen? Prinzip der apperzeptiven Ergänzung. Die Erfahrung/das Wissen des Empfängers ergänzt fehlende Informationen.
  • Durch welche Aspekte erweitert Friedmann Schulz von Thun das Beschreibungsmodell sozialer Kommunikationsprozesse von Paul Watzlawick? Watzlawick geht von Inhalts- und Beziehungsebene aus, Schulz von Thun erweitert dies durch durch die Selbstoffenbarungs und die Appellebene
  • Differenzieren Sie soziale Interaktion in präkommunikative, kommunikative und postkommunikative Phasen. Präkommunikativ: Vorbereitung z.B. Recherche, Ausarbeitung der ArgumentationsstrukturKommunikativ: Gespräch/Rede (eigentliche Kommunikation)Postkommunikativ: Das, was der Dialogpartner/Zuhörer einer Rede/dem Gespräch aus dem Gesprochenen für sich mitnimmt, Nachbereitung (z. B. Lehre für späteres Verhalten, sich Gedanken machen, verarbeiten) -präkommunikativ: Vorbereitung z.B. Recherche-kommunikativ: eigentliche Kommunikation-postkommunikativ: Nachbereitung z.B. sich Gedanken machen,verarbeiten
  • Welchen Aspekt der Humankommunikation stellt Werner Meyer-Eppler in den Mittelpunkt seiner kommunikationstheoretischen Betrachtungen? Aufnahme und Verarbeitung von physisch-chemischen oder biologisch nachweisbaren Signalen durch Lebewesen -> Datenselektion -> Umwandlung in körpereigene Signale -> Reizwahrnehmung und –reaktion auf verschiedenen Ebenen: Verarbeitungsketten
  • Welcher Kategorie sind Geschwindgkeitsfluktuationen und Zögerungspausen im Sprechfluss nach Klaus Scherer zuzuordnen? Geschwindigkeitsfluktuation und Zögerungspausen im Sprechfluss lassen sich beide der dialogischen Zeichendimension (Verteidigung der Sprecherrolle) von Klaus Scherer zuordnen
  • Welche Ebenen beschreibt Paul Watzlawick als kommunikativ relevant? Inhaltsebene und Beziehungsebene
  • Wie definiert Paul Watzlawick das Verhältnis seiner Kommunikationsebenen? Beziehungsaspekt der Kommunikation bestimmt den Inhaltsaspekt. Abhängig von der Beziehung der Kommunikationspartner wird der Inhaltsaspekt gebildet
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  • Die Bewusstheit des kommunikativen Handelns wurde wissenschaftlich vielfach diskutiert. Erläutern Sie diesen Aspekt anhand mind. eines theoretischen Modells näher. Kommunikation als Problem der Linguistik nach Jörg Hennig/Lutz HuthIntentionalität entscheidend für Kommunikation und ihre BeurteilungIntentionalität: wenn Verhalten als kommunikativ-sinnvoll wahrgenommen -> wird bestimmt durch SteuerungsimpulseSteuerungsimpulse –bewusste –nichtbewusste •angeborene Reaktionsweisen => limbysches System (phylogenetisch geformte, affektive Verarbeitung von Zeichen) •unterhalb der Bewusstseinsschwelle- existiert kognitiv überformt auch bei Menschen - Einschätzung eigenen Verhaltens ggü. anderen durch zum großen Teil affektive Triebe
  • Erläutern Sie anhand von drei Merkmalen den Einfluss der sozialen Beziehung zwischen Kommunikationspartnern auf den Interaktionsprozess. Alter:Ältere Person aus Sicht eines Kindes eher Respektsperson, ältere Person geht mehr auf das Kind ein (z. B. Verwendung weniger komplexerer Sprache und Themen)Räumlichen und körperlichen Beziehung zwischen Kommunikationspartnern z. B. enge körperliche und räumliche Beziehung in Liebesbeziehungen -> Kommunikation vertrauter, offenerSoziale Rang-und Statusfragez. B. Chef - Mitarbeiter: Kassiererin im Supermarkt kommuniziert mit ihren Kolleginnen/Kollegen anders als mit dem Filialleiter. Kommunikation mit Filialleiter so, um auch guten Eindruck zu hinterlassen/ schlechten Eindruck zu vermeiden.
  • Nennen Sie drei Faktoren des Umweltkonzepts eines Menschen. Beschreiben Sie dessen Einfluss auf den Kommunikationsprozess anhand eines Beispiels Faktoren: Einstellung zur Natur, Gesellschaft, einzelnen Personen und SozialverständnisBeispiel: liberale Einstellung zum Besitz und Sozialverständnis -> Forderung einer Steuersenkung für mittelständische Unternehmen, da diese den Sozialstaat tragen und nicht zusätzlich "bestraft" werden sollten.
  • Durch welche Kategorie ergänzt Klaus Scherer das semiotische Modell von Morris, um nonverbale Kommunikationssignale zu beschreiben? dialogische Zeichendimension:- Funktion der Dialogsteuerung - Regulation der Sprech-und Hörerrolle - Wechsel im Gespräch (turn-taking)-> Freiwilliges Überlassen der Rederollen durch..- Abbrechen der Gesten, evtl. Zeigegesten zum Dialogpartner, sinkende Sprechspannung - Blickzuwendung- Deutliches Absinken der Melodie- Langsamer werdendes Sprechtempo, zunehmend längere Pausen-> Verteidigung der Sprecherrolle- Steigerung der Lautstärke, der Sprechspannung- Blickabwendung- Gesteigerte Gestikulation- Steigendes Sprechtempo; geringere PausendichteBestimmt auch die Relation zwischen den Partnern•sozialer Status •Sympathie •Responsivität
  • Was meint Meyer-Eppler mit seiner Unterscheidung einer semantischen und ektosemantischen Ebene des Sprechens? Simultane Kommunikation in verschiedenen Sphären•semantische Sphäre –stützt sich weitgehend auf gemeinsames Zeicheninventar –diskrete Signalmerkmale als Zeichenträger•nicht-oder ektosemantischeSphäre –identifikatorisch-diagnostisch –Aufschluss über Person des Sprechers –verwendet kontinuierliche Signalmerkmale »die graduell-variable Eigenschaft abbildet (z.B. Emotionen) z. Bsp. Stimmklang, Nasalität, Atemführung
  • Erläutern Sie anhand eines Kommunikationsmodells, wie sich Aspekte zwischenmenschlicher Kommunikation darin abbilden. Schulz von Thun (1977) Vier-Seiten-Modell einer BotschaftSachebene: Aussage des Senders / Feststellung einer Tatsache Beziehungsebene: abhängig von der Beziehung der Kommunikationspartner, also was man von jemandem hält und wie man zueinander steht Selbstoffenbarung / Selbstkundgabe: Jeder der kommuniziert, gibt unbewusst etwas über sich selbst, also seine Persönlichkeit preis Appellebene: Sender fordert Empfänger auf, hat eine Absicht In dem Modell wird die äußere und innere Situation berücksichtigt. Auch das Selbstkonzept. Nicht berücksichtigt wird die Zeitperspektive.z.B. "Die Ampel ist grün,fahr schon endlich" 1. grüne Ampel 2. angespannt 3.genervt 4.weiterfahren
  • Friedemann Schulz von Thun beschreibt Kommunikation als „Simultangeschehen auf vier Feldern“. Erläutern Sie diesen Betrachtungsansatz. Friedemann Schulz von Thun geht davon aus, dass Kommunikation auf vier verschiedenen Ebenen geschieht. (Vier Seiten einer Botschaft)