Innere Medizin (Subject) / Gastro (Lesson)

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Gastro

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  • Morbus Crohn - Allgeime Maßnahmen zur Besserung Nikotinkarenz Bei sekundärer Laktoseintoleranz (ca. 30%): Laktosefreie Diät Bei Malabsorptionssyndrom: Entsprechende Substitution von Vitaminen, Kalorien, Eiweiß, Zink, Kalzium Bei chologener Diarrhö: Gabe von Austauscherharzen zur Gallensäurebindung (z.B. Cholestyramin) Im akuten Schub: Verzicht auf Ballaststoffe, evtl. parenterale Ernährung
  • Morbus Crohn - Medikamentöse Therapie distaler Befall Lokaltherapie (Klysma)
  • Morbus Crohn - Therapie leichter Schub Leichte Entzündungsaktivität 1.Wahl: Topische Glucocorticoidgabe (z.B. Budesonid) Bei Kontraindikationen gegen topische Glucocorticoide oder auf Patientenwunsch: Symptomatische Therapie oder Mesalazin
  • Morbus Crohn - Therapie bei mäßiger bis hoher Entzündungsaktivität Mäßige bis hohe Entzündungsaktivität, kein Ansprechen auf Budesonid und/oder extraintestinale Manifestationen                                                                                                                              → Systemische Glucocorticoidgabe (z.B. Prednisolon)
  • Morbus Crohn - Therapie bei Steroid-refraktärem Verlauf Therapieeskalation → Gabe von Immunsuppressiva nach Erwägung chirurgischer Optionen 1. Wahl: TNF-α-Antikörper Ggf. + Azathioprin (oder 6-Mercaptopurin) Alternativ: Methotrexat
  • Morbus Crohn - Remissionserhaltung Remissionserhaltung (und Steroid-abhängiger Verlauf ): Gabe von Immunsuppressiva Dauertherapie mit Azathioprin (bzw. 6-Mercaptopurin) oder TNF-α-Antikörper (wie Infliximab) Reservemittel: Methotrexat
  • Morbus Crohn - Therapie infektiöser Komplikationen Antibiotikatherapie bei infektiösen Komplikationen (auch bei Fisteln) Metronidazol in Monotherapie oder in Kombination mit Ciprofloxacin oder einem Cephalosporin Ziel: Abdecken der Anaerobier
  • Morbus Crohn - Chirurg. Intervention Indikationen: Schwere Komplikationen (z.B. Abszess, Perforation, Ileus):                            Möglichst darmerhaltende, minimal-invasive ChirurgieIntestinale Stenosen: Ggf. Ballondilatation oder sparsame End-zu-End-AnastomoseFisteln: Ggf. Fadendrainage (verhindert Sekretverhalt und Abszedierung) Die Therapie des M. Crohn erfolgt primär medikamentös. Die Chirurgie sollte zurückhaltend und nur in speziellen Situationen (z.B. Perforation) zum Einsatz kommen. Eine Heilung durch OP ist nicht möglich!
  • Colitis Ulcerosa - Extraintestinale Manifestation: Leber/Galle Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) Die primär sklerosierende Cholangitis tritt in starker Assoziation mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf. Ca. 75% der Erkrankten leiden an einer Colitis ulcerosa, ca. 10% an M. Crohn!
  • Colitis Ulcerosa - Extraintestinale Manifestation: Auge Iritis, Episkleritis, Uveitis
  • Colitis Ulcerosa - Extraintestinale Manifestation: Haut Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum, Pyostomatitis vegetans (Aphthen der Mundschleimhaut)
  • Colitis Ulcerosa - Extraintestinale Manifestation: Gelenke Arthritis, Spondylitis ankylosans, Sakroiliitis
  • Morbus Crohn - Extraintestinale Manifestationen: Haut Erythema nodosumAcrodermatitis enteropathica Pyostomatitis vegetans (Aphthen der Mundschleimhaut) Pyoderma gangraenosum (bei C.U. in ca. 5%, bei M.Crohn ca. 1%, bei rheumatoider Arthritis sowie im Rahmen von Verletzungen) - Prädilektionsort: Streckseiten der unteren Extremität - Klinik: Sehr schmerzhafte rote Flecken, die sich im Verlauf zu eitrigen Pusteln bis hin zu tiefen Ulcera mit zentraler Nekrose entwickeln können - Therapie: Immunsuppressiva (Glucocorticoide, Ciclosporin A)
  • Morbus Crohn - Extraintestinale Manifestationen: Auge Uveitis, Iritis, Episkleritis
  • Morbus Crohn - Extraintestinale Manifestationen: Leber/Gallengänge  Primär sklerosierende Cholangitis (seltener als bei Colitis ulcerosa)
  • Colitis Ulcerosa - Patho Makroskopisch Frühstadium Ödematöse Schleimhautschwellung Fleckige Einblutungen, Kontaktblutungen Verlust der normalen Gefäßzeichnung Kleine Schleimhautulzerationen Chronisches Stadium Verlust des Faltenreliefs der Schleimhaut Verlust der Haustrierung ("Fahrradschlauch"-Aspekt) Pseudopolypen
  • Colitis Ulcerosa - Patho Histologie Frühstadium Granulozyteninfiltration (beschränkt auf Mukosa und Submukosa) Kryptenabszesse Chronisches Stadium Lymphozyteninfiltration Schleimhautatrophie Epitheldysplasien
  • Colitis Ulcerosa - Therapie Leichter Schub: 5-ASA-Präparate topisch (Mesalazin, Sulfasalazin, Osalazin) Mäßiger Schub: 5-ASA-Präparate topisch und oral oder 5-ASA-Präparate und Glucocorticoide topisch (z.B. Budesonid) Schwerer Schub: Systemische Gabe von Glucocorticoiden (Prednisolon) Schwerer Schub mit unzureichendem Ansprechen auf Glucocorticoide: Immunsuppressiva - Ciclosporin A, Tacrolimus - Infliximab - Azathioprin
  • Colitis Ulcerosa - Remissionserhaltung 5-ASA oral oder rektal - Senkt auch das Risiko für Kolonkarzinome Bei 5-ASA-Unverträglichkeit: E. coli Nissle-Präparat (Probiotikum, das aus dem lebenden, apathogenen Escherichia coli besteht) Azathioprin oder Infliximab Tritt unter dieser Remissionstherapie erneut ein akuter Schub auf, ist unabhängig vom Schweregrad immer eine systemische Steroidtherapie indiziert.
  • Colitis Ulcerosa - Interventionelle Therapie - Prävention Proktokolektomie mit ileoanaler Pouch-AnastomoseIndikation bei akuten Komplikationen (toxisches Megakolon, Perforation, Sepsis etc. )Elektiv bei Epitheldysplasie, schweren Rezidiven, Verschlechterung des allgemeinen Befindens Im Gegensatz zum Morbus Crohn ist die Colitis ulcerosa operativ heilbar (Proktokolektomie)! Aufgrund eines erhöhten kolorektalen Karzinomrisikos regelmäßige Koloskopiekontrollen!
  • Divertikulitis - Klassifikation Hansen und Stock
  • Divertikulitis - Therapie Kühlung des Unterbauchs ("Eisblase")Evtl. Nahrungskarenz, parenterale Ernährung und FlüssigkeitssubstitutionBedarfsgerechte Analgesie:                                                                                                Metamizol (Novaminsulfon) Opioide: Bei starken Schmerzen zur Akuttherapie (vorzugsweise aufgrund geringerer Spasmogenität Pethidin oder Buprenorphin ) Spasmolytika (aufgrund der Gefahr eines paralytischen Ileus umstritten): Butylscopolamin
  • Divertikulitis - Operation Nach erfolgreicher konservativer Behandlung: Elektive Resektion des betroffenen Darmabschnitts (meist Sigmoid) mit primärer Anastomosierung im entzündungsfreien IntervallNotfalloperation Verfahren der Wahl: Resektion des betroffenen Darmabschnitts (meist Sigmoid) mit primärer Anastomosierung (kontinuitätserhaltend) → Anlage eines protektiven (doppelläufigen) Ileostomas → Rückverlagerung im Verlauf Alternativ : Diskontinuitätsresektion nach Hartmann
  • Divertikulitis - Antibiotika-Therapie Die antibiotische Therapie sollte gramnegative und anaerobe Erreger erfassen, wie z.B. Bacteroides fragilis. Cefuroxim oder Ciprofloxacin, jeweils + Metronidazol (Anaerobier) Piperacillin/Tazobactam oder Ampicillin/Sulbactam Moxifloxacin
  • Hepatitis A - Diagnostik Picorna-Virus Anti-HAV-IgM↑: Aktuelle InfektionAnti-HAV-IgG↑"Langzeitmarker" für durchgemachte Infektion (lebenslang positiv)Hinweis auf erfolgreiche Impfung → ImmunitätDeutlicher Anstieg der Transaminasen                                                                                              - De-Ritis-Quotient typischerweise <1 (Werte >1 bei fulminantem Verlauf)Ein positiver IgG-Wert entspricht einer Immunität gegenüber HAV! Hepatitis A chronifiziert nie!                                                                                                               Bei Kindern meist asymptomatisch
  • Hepatitis B - Pathophysiologie Die Schädigung der Leberzellen bei akuter Hepatitis B entsteht durch eine zelluläre Immunantwort Infizierte Hepatozyten, die an ihrer Zelloberfläche Virusantigene präsentieren, werden durch HBV-spezifische CD8+ zytotoxische T-Zellen zerstört
  • Hepatitis B - Extrahepatische Manifestationen Vaskulitische Veränderungen:                                                                                                Panarteriitis nodosaRaynaud-SyndromSicca-SyndromUveitis Membranöse GlomerulonephritisNeuritis und periphere PolyneuropathieHautveränderungen
  • Hepatitis B - Screening-Test HBsAg (nach 2-5 Monaten nachweisbar) und Anti-HBc Wenn HBsAg positiv → Bestimmung von HBeAg und HBV-DNA als Zeichen der Virusreplikation Anti-HBc-IgM akute Virushepatitis Anti-HBs Ausheilungszeichen HBeAg als prognostischer Marker (Menge an HBV-DNA in Hepatozyten)
  • Hepatitis B - Akute Infektion Parameter Verlauf ≤6 Monate HBsAg↑ und Anti-HBc-IgM↑↑ Transaminasen↑↑ (ALT>AST)
  • Hepatitis B - Chron. Infektion Parameter HBsAg↑ >6 Monate Anti-HBe und Anti-HBs steigen nicht an (keine Serokonversion) Zeichen der Leberzellschädigung Transaminasen erhöht (starke Erhöhung - aktiven Verlauf, ungünstige Prognose)Leberbiopsie mit Zeichen der chronischen Hepatitis HBV-DNA initial >2000 IE/ml
  • Hepatitis B - Asymptomatische Trägerschaft Parameter HBsAg↑ >6 Monate Anti-HBs steigt nicht an (keine Serokonversion) Keine Zeichen der Leberzellschädigung - Normale Transaminasen - Leberbiopsie ohne wesentliche Hepatitis Zwei Verlaufsformen Hochvirämisch: Falls HBeAg↑ und HBV-DNA >2000 IE/ml Niedrigvirämisch/inaktiv: Falls HBeAg negativ und HBV-DNA ≤2000 IE/ml
  • Hepatitis B - Parameter nach Impfung Anti-HBs positiv, Anti-HBc jedoch negativ!
  • Akute Hepatitis B und andere akute Virus-Hepatitiden - Pathologie "Eosinophile Einzelzellnekrosen" (sog. "Councilman-Körperchen") Kupffer-Zellproliferation (auch Stern- bzw. Kupffer-Stern-Zelle genannt) Brückennekrosen
  • Chronische Hepatitis B und andere chronische Virus-Hepatitiden - Pathologie Lymphohistiozytäre, periportale Infiltrate Mottenfraßnekrose: Periportale Leberzellnekrose mit lymphozytärer Infiltration - chronisch aktive Hepatitisform, prognostisch ungünstiges Zeichen. Fibröse Septen Nur bei Hepatitis B: Milchglashepatozyten
  • Hepatitis A - Parameter nach Impfung oder ausgeheilter Infektion Anti-HAV-IgM negativ, Anti-HAV-IgG positiv
  • Hepatitis B - AntiviraleTherapie (PEG‑)Interferon α (erhebliche Nebenwirkungen) Chronische Hep. B mit kompensierter Lebererkrankung (max. Child-Pugh A Leberzirrhose) KI: Fortgeschrittene oder dekompensierte Leberzirrhose (Child B/C), Schwangerschaft
  • Hepatitis B - Senkung der Viruslast Virostatika zur Senkung der Viruslast:Bei Versagen/Kontraindikation einer Interferon-α-Therapie oder niedriger EntzündungsaktivitätNukleosidanaloga: Lamivudin, Entecavir, TelbivudinNukleotidanaloga: Tenofovir, AdefovirZiele:Dauerhafte Suppression der HBV-DNA unter die NachweisgrenzeSerokonversion von HBeAg zu Anti-HBe und von HBsAg zu Anti-HBs
  • Hepatitis B - Postexpositionsprophylaxe Sollte innerhalb von 48 Stunden durchgeführt werden Indikation:                                                                                                                                                   Nach ungeschütztem Sexualkontakt mit HBsAg-positiven PartnernNach Nadelstichverletzungen mit HBsAg-positivem Blut Vorgehen:                                                                                                                                     Anti-HBs >100 IE/L (Ergebnis nicht älter als 12 Monate) oder letzte Impfung maximal fünf Jahre zurück: Keine MaßnahmeAnti-HBs <100 IE/L, >10 IE/L oder letzte Impfung mehr als fünf Jahre zurück: Alleinige AktivimpfungKeine Grundimmunisierung, Anti-HBs <10 IE/L oder Titerbestimmung nicht möglich: Simultanimpfung (Totimpfstoff und Immunglobuline)
  • Hepatitis C - Therapie akute Infektion Ziel: Verhinderung der Chronifizierung! Durchführung: Interferon-α oder Peg-IFN-α über 6 Monate Bis zu 95% Heilungserfolg Keine Postexpositionsprophylaxe!
  • Hepatitis C - Therapie chronischer Infektion Liegen keine Kontraindikationen vor, wird die chronische Hepatitis C mit Sofosbuvir in Kombination mit Ledipasvir und/oder Ribavirin therapiert! Ziele:                                                                                                                                                HCV-RNA lässt sich dauerhaft nicht mehr im Patientenserum nachweisen SVR („sustained virological response“): 6 Monate nach Abschluss der Therapie keine HCV-RNA nachweisbar
  • Gefährdungsgrenze/maximale Verträglichkeitsgrenze zur Alkoholhepatopathie Männer: 20 - 80g reiner Alkohol pro Tag Frauen: 10 - 40g reiner Alkohol pro Tag
  • Alkoholtoxischer Leberschaden - Stadieneinteilung 1. Steatosis hepatis (reversibel) 2. Fettleberhepatitis = Steatohepatitis (irreversibel) 3. Alkoholische Leberzirrhose (irreversibel)
  • Alkoholtoxischer Leberschaden - Patho Steatosis hepatis Läppchenzentrale, tropfenförmige Verfettung der Leberzellen mit allmählicher Einzelzellnekrose Entstehung von Resorptionsknötchen durch Abräumung der zerstörten Fettzellen durch Kupffer-Zellen Lipophagengranulome = Abräumung freien Fettes durch Histiozyten, Granulozyten, Lymphozyten
  • Alkoholtoxischer Leberschaden - Patho Steatohepatitis (alkoholische Hepatitis) Fettleber mit hydropischer Schwellung der läppchenzentralen Hepatozyten Läppchenzentrale Leberzellnekrosen: Degenerierte Leberzellen enthalten typische, intrazelluläre Hyalinablagerung ("Mallory-bodies")Infiltration mit neutrophilen Granulozyten Ausgeprägte bindegewebige Kollagenfaserneubildung mit dem Bild einer perivenösen "Maschendrahtfibrose" → Mechanische Galleabflussbehinderung → Gallengangsproliferate im Bindegewebe
  • Alkoholtoxischer Leberschaden - Patho Alkoholbedingte Leberzirrhose Lymphozytäre Infiltration Regeneratsknoten mit massiver Verfettung der Hepatozyten Portoportale und portovenöse, fibrosierte Septen mit zunehmend zirrhotischem Umbau
  • Zieve-Syndrom - Trias Symptomtrias nach langjährigem Alkoholexzess Alkoholtoxischer Leberschaden Akute hämolytische Anämie Hyperlipidämie
  • Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) - Bildgebung - Antikörper ERCP: Multifokale Strikturen Perlschnurartige Gangunregelmäßigkeiten Alternativ: MRCP pANCA (bei ca. 60-80%)
  • Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) - Therapie Therapie des cholestatischen Pruritus Evtl. Ursodesoxycholsäure (UDCA) Cholestyramin Antibiotische Cholangitis-Prophylaxe (z.B. Ciprofloxacin) Bei Gallengangsstenosen: ERCP mit Gangdilatation, ggf. Stenteinlage Terminalstadium: Lebertransplantation bei fortgeschrittener Leberzirrhose (kurativ!)
  • Morbus Wilson - Klinische Untersuchung Hepato(spleno)megalie Spaltlampenuntersuchung: Kayser-Fleischer-Kornealring Parkinson-Syndrom mit Rigor, Tremor und Akinese
  • Morbus Wilson - Labor Caeruloplasmin im Serum↓, ggf. auch normal oder erhöht (da Akute-Phase-Protein) Gesamt-Kupfer im Serum↓ Freies Kupfer im Serum↑ Kupferausscheidung im 24h-Sammelurin↑ Unspezifisch: Transaminasen↑