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Pädagogik allgemein B1a b1b (Subject) / Pädagogik allgemein B1a b1b (Lesson)

Pädagogik allgemein B1a b1b

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  • In der Lehrerbildung unterscheiden wir heute verschiedene Dimensionen von Didaktik:   als Kunstlehre (Praxis des Unterrichts)   als Wissenschaft (Wissenschaft des Lehrens und Lernens)   Allgemeine Didaktik (z. B. Modell der kritisch-konstruktiven Didaktik)   Spezielle Didaktik (z. B. Fachdidaktiken, Hochschuldidaktik)
  • Was sind die Ziele des Lehrens und Lernens Leitzielebene : Bildung, Qualifizierung Grobzielebene: Koordinationsfähigkeit, Dialogfähigkeit Feinzielebene: einen bestimmten Text verstehen, einen bestimmten Fehler in einem bestimmten technischen System finden
  • Lernziele didaktik Wissen Verstehen Anwendung Analyse Synthese Bewertung
  • Wolfgang Brezink - Erziehung Zitat „Als Erziehung werden Handlungen bezeichnet, durch die Menschen versuchen, die Persönlichkeit anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht zu fördern“.
  • Wolfgang Berzinka - Das Dispositionsgefüge Man will vorhandene (...) Dispositionen ausbauen, verstärken, stabilisieren oder differenzieren Man will noch nicht vorhandene Dispositionen (...) schaffen, hervorbringen oder erzeugen. Man will vorhandene Dispositionen beseitigen, abbauen, auflösen, ausschalten, schwächen oder in ihrer Wirkung einschränken.
  • Erziehung Beispiele (Technizismus/ Naturalismus) Das Bild des Bildhauers bzw. Handwerkers, nach dem Erziehung ein herstellendes Handeln, analog zur handwerklichen Produktion ist. Der Erzieher agiert zu einem angestrebten Zweck mit Hilfe bestimmter Mittel und Methoden (Technizismus) Das Bild des Gärtners bzw. Bauers, nach dem analog zum Gießen der Pflanze Erziehung ein begleitendes Wachsen lassen ist. Der Erzieher unterstützt pflegend und schützend den natürlichen Entwicklungsprozess (Naturalismus)
  • Dimension des Erziehendenhandelns Tausch/Tausch Lenkungsdimension (max. vs. min. Lenkung) Emotionale Dimension (Wert- vs. Geringschätzung)
  • Berzinka Antipädagogische Reformulierung Das unmündige unselbständige Kind wird durch mehr oder weniger drastische Methoden und Überredungsversuche und -vorhaben gezielt dazu gebracht, die Regeln "der Gesellschaft" zu akzeptieren. Im Laufe von Erziehung werden dem Kind dann immer mehr "Freiheiten" gegeben, bis es dann schließlich von den ErzieherInnen als mündiger und selbständiger Mensch in das Leben entlassen wird. Als Erwachsener hat es die Spielregeln gelernt und internalisiert
  • Wolfgang Hinte personenbezogene Pädagogik das konstante Bemühen, dem Lernpartner die Verantwortung und die (möglichst) volle Entscheidungsfreiheit zu belassen, wie, wo, mit wem, was und wodurch er lernen will
  • Ekkehard von Braunmühl (Antipädagogik) Erziehung behindert das Kind daran, sein wahres Selbst auszudrücken. •  Erziehung verändert seine Persönlichkeit zu seinem Nachteil. •  Erziehung respektiert nicht Würde, Freiheit und Autonomie eines Kindes.
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  • Das Kausalitäts-Argument (erziehung) Erziehung übersieht fälschlicherweise die zweifache Kontingenz des Erziehungsprozesses: Die Wahl der Erziehungsmethode ist weder technologisch noch naturgesetzlich begründbar (1) & •  die Konsequenzen des Erziehendenhandelns sind nicht prognostizierbar (2)
  • Sozialisation Allgemein Es geht um die grundlegenden Selbstorientierungen eines Menschen bzw. um den Begriff der Identität. (Identität:= Selbsterleben eines Menschen, das kontinuierlich und kohärent ist)  Es geht um Routinen und Regeln, die das Alltagshandeln in sozialen Kontexten orientieren. In diesem Zusammenhang sind Vorgänge des Rollenhandelns von großer Bedeutung. Rollen sind Bündel von Handlungserwartungen.
  • Sozialisation Hurrelmann Ulrich -definition- „Der Prozess der Entstehung und Bildung der Persönlichkeit aufgrund ihrer Interaktion mit einer spezifischen materiellen, kulturellen und sozialen Umwelt“ -->Es geht um die Identität einer Person Identität = stabiles und dauerhaftes Selbsterleben 
  • produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts“ nach Klaus Hurrelmann (Bild) Innere/äußere Realität Innere: Interessen,Neigungen, Erfahrungsmuster,emotionale Struckturen Äußere:Institutionen, face to face beziehungen,Arbeitsmarkt
  • Autonomie (Sozialisation) Erst die Teilhabe an verschiedenen sozialen Welten – die mir insbesondere medial zugänglich sind - eröffnet Chancen darauf, dass ich als Individuum in der Lage bin, vielfältige Anregungen zu sammeln,  Krisen und Konflikte zu verstehen und zu bearbeiten,  eine Persönlichkeit zu entwickeln
  • Heteronomie (Sozialisation) Institutionen versuchen stets, die Motive und Handlungsweisen ihrer Mitglieder auf übergeordnete institutionelle Aufgabenstellungen und Prioritäten auszurichten  Curricula und Bildungsauftrag der Schulen  Schulpflicht  Homogenisierung des Unterrichtsgeschehens (Klassenraum, Klassenverband, Gleichaltrigkeit etc.)
  • Emile Durkheim (Sozialisation) Es gibt keine determinierte ‚innere Natur’ des Menschen.   Alles Verhalten des Menschen ist ein Resultat sozialer Vorgänge. Der Mensch ist ein Produkt der Gesellschaft.   Persönlichkeit entsteht im Prozess der Verinnerlichung gesellschaftlicher Regeln, Ideen, Gewohnheiten etc.   Aufgabe der Erziehung ist die Bildung des sozialen Wesens (d. i. der zweite Teil der Persönlichkeit neben dem individuellen Wesen)
  • Durkheim (Sozialisation) Zitat „Im allgemeinen sind wir nicht durch unsere intellektuelle oder soziale Veranlagung für eine bestimmte Funktion prädestiniert. Der Durchschnittsmensch ist außerordentlich plastisch. Er kann in sehr verschiedenen Berufen eingesetzt werden. […] Der Mensch, den die Erziehung in uns verwirklichen muss, ist nicht der Mensch, den die Natur gemacht hat, sondern der Mensch, wie ihn die Gesellschaft haben will; und sie will ihn so haben, wie ihn ihre innere Ökonomie braucht.
  • Identität (Sozialisation) Was ist Identität Identität ist die „unmittelbare Wahrnehmung der eigenen Gleichheit und Kontinuität in der Zeit, und die damit verbundene Wahrnehmung, daß auch andere diese Gleichheit und Kontinuität erkennen (Erikson 1980, S.18). Identitätsentwicklung verläuft in der Form einer psychosozialen Entwicklung, d. h., im Lebenslauf jedes Menschen sind bestimmte Thematiken im Verhältnis zwischen Individuum – Gesellschaft festgelegt. Konflikte und Krisen sind ein wesentlicher Bestandteil der Identitätsentwicklung (positives Bild der personalen Krise)
  • Erikson (Soz.) Identitätskonfusion Diffusion... Diffusion der Beziehungsfähigkeit (Problem der Intimität)  Diffusion der Zeitperspektive (Gefühle der Zeitbedrängnis vs. des Zeitverlustes)  Diffusion des Werksinns (Mangel an Leistungsbereitschaft und -fähigkeit)
  • Marcia (Soz.) 4 Formen der Diffusion  Entwicklungsbezogene Diffusion (leichte persönlich erlebte Unsicherheiten und Reflexionen; keine Verpflichtung, um Optionen offen zu halten!)  Sorglose Diffusion (oberflächliche, kurzlebige Beziehungen ohne zeitliche Kontinuität)  Gestörte Diffusion (biografische Verletzungen führen zu sozialer Isolation, Dominanz von Scheiternserfahrungen, kompensatorischen Größenwahnphantasien)  Selbstfragmentierte Diffusion (Verdichtung zu pathologischen Ausmaßen, tritt offen und sichtbar zu Tage)
  • Identity status Approach Marcia 3 Verläufe Progressive Verläufe: erreicht über das Moratorium die erarbeitete Identität Regressive Verläufe: enden bei einer diffusen Identität(Achievment) Stagnierende Verläufe: verweilen bei der übernommenen oder diffusen Identität.(Foreclosure)
  • These der Individualisierung (Ulrich Beck 1984) – 3 Dimensionen Freisetzungsdimension (Herauslösung aus historisch tradierten Sozialformen und -bindungen)  2. Entzauberungsdimension (Verlust von traditionalen Sicherheiten in Hinblick auf Handlungswissen, Glauben, leitende Normen)  3. Kontroll- bzw. Reintegrationsdimension (neue Art der sozialen Einbindung, Institutionalisierung von Biographiemustern)
  • Giddens:soziale Einbettung des Menschen Dislozierung/ Rückbettung Dislozierung bedeutet, dass das Entstehen von Vertrautheit, empfundener Nähe und sozialer Einbettung tendenziell immer weniger an die unmittelbare lokale Umwelt gekoppelt sein muss Rückbettung bedeutet, dass Menschen in der Gegenwart zunehmend in solche kollektiv geteilten Erfahrungsräume eingebettet werden, die räumlich variabel, beliebig, austauschbar oder auch weit entfernt vom unmittelbaren Hier und Jetzt der physischen Raumumgebung sein können. Als Beispiele führt Giddens die Zeitung, Fernsehprogramme und Filialläden in einem Einkaufscenter an
  • Hartmut Rosa- Beschleunigung Zitat Wir haben keine Zeit, obwohl wir sie im Überfluss gewinnen
  • These von Otthein Rammstedt (mod. Gesell.) 4 arten Zeitbewusstsein/-erfahrungen 1.  Einfache Gesellschaften 2.  Segmentäre Gesellschaften: substanzielle Identität 3.  Neuzeit: stabile Identität 4.  Moderne Gesellschaften:   situative Identität
  • 3 Dimensionen Beschleunigung nach Rosa Technische Beschleunigung Soziale Beschleunigung Beschleunigung des Lebenstempos
  • 4 Bildungstheorethische Paradigmen (bildung) 1.  Immanuel Kant (und die Aufklärungsbewegung) 2.  Wilhelm von Humboldt (und der Neuhumanismus) 3.  Theodor Wiesengrund-Adorno (und die Kritische Theorie) 4.  Winfried Marotzki (und der Strukturalismus)
  • Immanuel Kant (und die Aufklärungsbewegung) - Zitat „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen
  • Ursachen der Unmündigkeit Kant (Bildung) Bequemlichkeit Gewohnheit Angst
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  • Rene Descartes (Bildung) selber Denken - Exkurs Ein gutes und glückliches Leben beruht auf richtigen Entscheidungen, die jeder irgendwann treffen muss Das Treffen richtiger Entscheidungen setzt ein Handeln auf der Basis sicheren Wissens voraus. Sicheres Wissen muss eine Einsicht in die Zusammenhänge der Naturprozesse eröffnen. Natur muss prognostizierbar und beherrschbar sein. Sicheres Wissen ist wahres Wissen. Als wahr gelten solche Einsichten dann und nur dann, wenn sie auf evidenter Erkenntnis beruhen, d. h. wenn sie unbezweifelbare Vernunfteinsichten sind.
  • 3 Stufen des Zweifelns Descartes (Bildung) Zweifel an der Existenz der Außenwelt Arbeitshypothese des genius malignus Das cogito (cogito = ich denke, also bin ich)
  • Bildung ist - 3 Thesen  Bildung ist das selber denken.  Bildung ist die Entstehung von Bewußtsein.  Bildung ist die Praxis von Kritik.
  • Humboldt Neuhumanismus (Bildung) Universalität (Erfassen des Wesentlichen von Welt)   Totalität (Schaffen einer Einheit des erfassten Wesentlichen im Subjekt)   Individualität (die daraufhin entstehende Einzigartigkeit im Denken und Handeln) --> Bildung geht nicht ohne Individualität. Individualität muss immer den Weg über Universalität gehen.
  • Theodor W. Adorno & die Kritische Theorie Wir benötigen einen revidierten Aufklärungs- bzw. Kritikbegriff, der sich insbesondere der naiven Fortschritts- und Machbarkeitsillusion entledigt! -->Bildung geht nicht ohne die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Widerspruch von zugleich eingeforderter Autonomie und Zwang
  • Heutiges Bildungsdenken 1.Bildung meint „das unabgeschlossene Projekt emanzipativer Selbstfindung“ (Berhard 2001, S. 68). 2.  „Bildung ist die permanente Anstrengung, die Selbstverfügung über die eigenen Lebens- und Sozialisationserfahrungen zu gewinnen. Erst in diesem Vorgang kann rational begründete Widerstandsfähigkeit erworben werden“ (Ders. S. 69) 3.  „Doch während Erziehung sich weitgehend als ein Vorgang der Einpassung der heranwachsenden Generation in einen konkreten gesellschaftlichen Zusammenhang präsentiert, geht Bildung über diese Funktion hinaus. Mit ihr ist die Entstehung von Bewußtsein verknüpft (Ders. S. 65). 4.  Bildung ist immer herrschaftskonform und sie stellt zugleich Herrschaft in Frage (nach Heydorn 1995 in Ders. S. 70)
  • Winfried Marotzki & der Strukturalismus ( Bildung) „Je stärker Gesellschaften sich durch einen Komplexitätsschub auszeichnen, desto mehr sind höherstufige Lernebenen gefordert“ -->Theorie der strukturalen Bildung: Bildung = Reflexion von Selbst- und Weltreferenzen Bildungsprozesse sind "eine Form komplexer, selbstreflexiver Lern- und Orientierungsprozesse