Retrograde Amnesie
Verlust von Erinnerungen, die vor der Schädigung gebildet wurden. Frühe Erinnerungen (z.B an Kindheit) sind meist nicht betroffen.
Anterograde Amnesie
Unvermögen nach einer Schädigung neue Gedächtnisinhalte zu bilden.
Priming
Bezeichnet die veränderte Verarbeitung von Stimuli in Folge einer vorherigen Erfahrung (unbewusst). Grundsätzlich in positives (schnellere/bessere Verarbeitung) und negatives Priming (langsamere/schlechtere Verarbeitung) unterteilbar. Während bei direktem Priming Prime und Target identisch sind, unterscheiden diese sich beim indirekten Priming. Beruht vermutlich auf Hebbs Theorie (Repräsentation von Informationen in Zellverbänden, "Neurons that fire together wire together"). Perzeptuelles Priming Semantisches Priming Konzept-Priming
Perzeptuelles Priming
Priming, das unabhängig von der Bedeutung von Stimuli geschieht. (Beispiel: Wortergänzung)
Konzept Priming
Form des direkten Primings. Beruht auf konzeptuellen Hinweisreizen. → Beispiel: Freie Assoziation, Kategorisierung, Allgemeinwissen
Semantisches Priming
Form des indirekten Primings, bei der Prime und Target zwar nicht identisch aber bedeutungsverwandt sind.
Habituation
Eine Form des Nicht-Assoziativen Lernens. Abschwächung der Reaktion auf einen Stimulus nach dessen mehrmaliger Präsentation. → Beispiel: Aplysias verringerte Reaktion beruht auf einer präsynaptischen Lernreaktion (Ca-Einstrom ↓)
Sensitivierung
Eine Form des Nicht-Assoziativen Lernens. Reaktion auf Reiz wird nach wiederholter Darbietung stärker, wenn er einmal mit einem noxischen Reiz präsentiert wurde. → Beispiel: Aplysias verstärkte Reaktion beruht auf auf dem second-messenger-vermittelten Schließen von Ka-Kanälen → Ca-Einstrom ↑
LTP (Langzeitpotenzierung + Hippocampales Beispiel)
Dauerhaft stärkere Übertragung von Signalen durch neuronale Vorgänge. Sorgt auch für das Herstellen von Assoziationen zwischen verschiedenen Informationen. → Bedingungen: Synapse aktiv, Postsynapse stark depolarisiert → Gleichzeitlich zeitliche und räumliche Summation Beispiel (Hippocampale LTP): Glutamaterge Synapse (AMPA und NMDA) Aktivierung Präsynapse → Ausschüttung Glutamat (Frequenz hoch genug für zeitliche Summmation) Einstrom Na durch AMPA-Kanal → EPSP Andere Synapsen gleichzeitig → Postsynaptische Membran über -30mV NMDA-Rezeptor reagiert → Ca-Einstrom Intrazelluläre Signalkaskade → Mehr AMPA, Rückwirkung auf Präsynapse und weitere Prozesse
LTD (Langzeitdepression)
Bezeichnet eine lang anhaltende Schwächung der synaptischen Übertragungsstärke. Kann zur Schwächung irrelevanter Verbindungen, dem Aufrechterhalten eines normalen Aktivitätsniveaus und unter Umständen auch zu Verstärkung (Schwächung inhibitorischer Synapsen) führen. Mechanismen: Aktivierung metabotroper Glutamatrezeptoren, Schwache Aktivierung NMDA | Wirkung: Weniger (Wirksame) AMPA-Rezeptoren
Motivation (+Funktionen)
Grundlage zielgerichteter/flexibler Handlung, die die Richtung, Intensität und Dauer von Verhaltensweisen beeinflusst. Unterteilbar in homoöstatisch, nicht-homoöstatisch und Erkundungsverhalten. Desweiteren sind positive (appetetive) und negative (aversive) Motivation zu unterscheiden. → Funktion: Steuerung, Aktivierung, Organisation
Klassische Konditionierung (+Verlauf)
Lernen des Ereignisvorhersagewerts von Stimuli. Extinktion (Neu Lernen des Nicht-Zusammenhangs) und spontane Erholung möglich. Wichtige Hirnareale sind Cerebellum bei Delay Conditioning und Hippocampus bei Trace Conditioning (Desweiteren bspw. Amygdala, wenn Furcht beteiligt). Verlauf: Neutraler Reiz + Unbedingter Reiz → Unbedingte Reaktion Neutraler Reiz + Bedingter Reiz → Bedingte Reaktion
Delay Conditioning
UCS erfolgt während Präsentation des CS.
Trace Conditioning
UCS erfolgt nach Ende der Präsentation des CS.
Operante Konditionierung
Lernen des Vorhersagewerts eines bestimmten (zufälligen) Verhaltens auf einen wichtigen, motivationalen Stimulus. Vermittlung durch cholinerges und dopaminerges System.
Motivationsnetzwerk
Dopaminerge Projektionen aus Substantia nigra / Area tegmentalis ventralis in Striatum, medial präfrontalen Kortex, Globus pallidus, Amygdala, Hippocampus etc. Dieses System repräsentiert den Prozess des Wollens, allerdings NICHT das Mögen. → Dopaminerge Neurone feuern bei Unerwarteter Belohnung, Belohnungsvorhersage, Ausbleiben erwarteter Belohnung und neuen Stimuli
Rescorla-Wagner-Modell
Sagt aus, dass Lernen nur stattfindet, wenn Ereignis nicht vorhergesehen wurde. → Wneu(CSi) = Walt(CSi) + η(CSi,UCS) ∙ (λ(UCS) – ΣWalt(CSi))η = Lernrate | λ(UCS) = tatsächliches Ereignis | ΣWalt(CSi) = Erwartetes Ereignis