13
Pädiatrie (Subject) / Gastroenterologische und hepatologische Erkrankungen (Lesson)
Advertisement
- Bauchschmerzen Akute Bauchschmerzen (geordnet nach Häufigkeit)- Obstipation- Gastroenteritis- Appendizitis- Invagination- Gastritis- Harnwegsinfekt- Pneumonie- Scharlach Chronische Bauchschmerzen:- Obstipation- Gastritis- Zöliakie- chronisch entzündliche Darmerkrankung- chronische Appendizitis
- Obstipation Ätiologie:- Anatomie: Morbus Hirschsprung, Strikturen, Stenosen- Malabsorption: Zöliakie, CF- Neuropathie: Cerebralparese, Querschnittssyndrom- Endokrinologisch: Hypothyreose- Elektrolytstörung: Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hypophosphatämie, Hyperkalziämie Diagnostik:- Rektumstufenbiopsie- Manometrie- Kontrastmitteleinlauf
- Akuter Durchfall - Viren: Adeno-, Noro-, Rotaviren- Bakterien: Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Yersinien, EPEC- Invagination Klinik:- Fieber, Abgeschlagenheit, Inappetenz- dünne Stühle >3 mal pro Tag- Dehydratation Diagnostik:- Serumelektrolyte (zB Chlorid-Diarrhö oder Natrium-Diarrhö)- Stuhltest auf Cryptosporidien, Clostridium difficile, Cyclospora, Entamoebia histolytica, Clostridium perfringens- Sonografie des Abdomens (Dicke im terminalem Ileum) Therapie: - hypotone Rehydratationslösungen
- Erkrankungen assoziiert mit Zöliakie - Dermatitis herpetiformis - Diabetes Typ 1 - Trisomie 21 - IgA-Mangel - Turner-Syndrom - Epilepsie
- Kuhmilchproteinintoleranz Transitorische immunologische Reaktion auf Kuhmilchproteine im Säuglingsalter - Gelegentlich im Anschluss an virale Gastroenteritis (Rotaviren) Einteilung:- Nicht-IgE-vermittelt: häufig, oft mit Enteropathie- IgE-vermittelt: selten, Basophilie, Mastozyten, oft mit Exanthem Klinik:- Blut im Stuhl- Kolikartige Bauchschmerzen- Erbrechen- Dystrophie- Exanthem (IgE-vermittelt) Diagnose:- Provokationstest- Gesamt IgE, spezifische IgE gegen Kuhmilchproteine- Dünndarmbiopsie (Enteropathie)- Kolonschleimhautbiopsie (Kolitis, eosinophile Granulozyten) - meistens ab 2. Lebensjahr wieder toleriert
- Ösophagusatresie Entwicklungsstörung des Septum ösophagotracheale, bei der die Kontinuität des Ösophagus unterbrochen ist. In den meisten Fällen endet dabei der obere Anteil des Ösophagus blind, während der untere in der Trachea endet. Klinik:- Zyanoseanfälle- schäumiges Sekret vor dem Mund- Hustenanfälle (Überlaufen von Speichel aus dem Ösophagus in die Trachea) Diagnostik:- Anlegen einer Magensonde- Röntgen-Thorax/Abdomen Therapie:- Fistelverschluss- End-zu-End-Anastomose des Ösophagus
- Duodenalatresie Ätiologie:- Extrinische Ursache: Pankreas anulare, Ladd'sche Bänder- Intrinsiche: fehlende Rekanalisation - 50% der Patienten mit assoziierten Anomalien (Gallengänge, anorektal, kardial, urologisch) Klinik:- Ileussymptomatik- Erbrechen (auch gallig, wenn die Stenose hinter der Papilla Vateri liegt)- Häufig geblähter Oberbauch bei gleichzeitig eingefallenem Unterbauch- Mekoniumileus kann verzögert sein Diagnostik:- Sonographie während SS: Polyhydramnion- Röntgen-Abdomen (im Hängen): Double-Bubble-Phänomen
- Analatresie Missbildung des Enddarms mit blind endendem Rektum Klinik:- Anstelle von einem Anus: Hautgrübchen, durch die Mekonium durchschimmert- Entweder Ileus oder Stuhlentleerung über Fisteln (z.B. rektourethral, rektovaginal) Häufige männliche Form: rektourethrale FistelHäufige weibliche Form: vestibuläre Fistel Therapie: PSARP (postsagittale Anorektoplastik)
- Zwerchfellhernie Ätiologie:- Zwerchfelldefekt: Kein Bruchsack; Bauchorgane können sich in den Thorax verlagern; In 80-90% der Fälle linksseitig- Hiatushernie (häufigste Zwerchfellhernie) - Hernia diaphragmatica sternocostalis/parasternalis: Morgagni-Hernie (rechts) und Larrey-Hernie (links)- Hernia diaphragmatica lumbocostalis: Bochdalek-Hernie - Traumatische Zwerchfellruptur: Meistens linksseitig im Centrum tendineum Klinik:- Reflux, Erbrechen, retrosternale Schmerzen, Ileussymptomatik- Atemnot bis hin zur Ateminsuffizienz Diagnostik:- Darmgeräusche im Thorax, Abgeschwächtes Atemgeräusch- Pränatal (US, fetales MRI): Polyhydramnion- Prognostischer Faktor: Liver up/down, lung-to-head-ratio- Endoskopie (ÖGD)- Ösophagusbreischluck Komplikation: Bei angeborenen Zwerchfellhernien: Pulmonale Hypoplasie und Gefahr der Ateminsuffizienz (auch postoperativ) Therapie:- EXIT-Procedure (ex utero intrapartum): Kind wird durch Nabelschnur weiter versorgt - Vor erster Atemzug: sofortige Intubation (keine Maskenbeatmung --> zu hohe Drücke)- Kreislaufstabilisation (Dopamin)- Magensonde am Sog- Zwerchfellverschluss
- Omphalozele Angeborene Nabelschnurhernie, die mit Amnion und Peritoneum bedeckt ist (mit Bruchsack) Pathophysiologie: Fehlende Rückbildung der Nabelschleife zwischen der 6.-10. SSW - Geschlecht: ♂>♀- 1:3000-6000- Häufig assoziiert mit Fehlbildungen (50-60%) Diagnostik Blickdiagnose!- Pränatale Sonographie, ggf. Ausschluss weiterer Fehlbildungen- Nabelschnur befindet sich meist an der Kuppe der Omphalozele- Bruchsack ist intakt Komplikationen:- Ruptur des Bruchsacks, dadurch bedingt Infektionsrisiko↑ → Peritonitis- Sekundäre Darmwandatresie durch Verletzung Therapie:- Lagerung der Baucheingeweide durch feuchte, warme, sterile Tücher, meist umschlossen von einem Plastikbeutel- Nasogastrale Sonde, Flüssigkeitssubstitution via Infusion- Operation (innerhalb der ersten 24h)- Überlebensrate 10-20%
- Advertisement
- Gastroschisis Mediane Bauchspalte, meist rechts lateral der Nabelschnur, mit offenem Vorfall von Darmanteilen (ohne Bruchsack) Ursache:- fehlende Ausbildung der Zölomhöhle- Intrauterin geplatzte Omphalocele- Durch späteres Auftreten der Fehlbildung seltenere Assoziation mit weiteren Fehlbildungen als bei der Omphalozele; jedoch als Ursache von Darmatresien angesehen Diagnostik Blickdiagnose!- Nabelschnur inseriert meist normal- Defekt meist rechts paraumbilikal Therapie- Ward reduction- Spring loaded silo- Postoperativ oft verzögerte Darmfunktion- Überlebensrate >90%, oft ohne Komplikationen
- Zöliakie Unverträglichkeit gegen Gliadinfraktion des Glutens (Getreideprotein) Typisch sind folgende Zeitpunkte:- Ende des Säuglingsalters (2–3 Monate nach Beginn getreidehaltiger Ernährung, also Ende 1. Lebensjahr/Anfang 2. Lebensjahr)- Schulalter- 4. Lebensdekade Ätiologie:- Genetische Prädisposition: HLA-DQ2 (> 90%), HLA-DQ8- Assoziierte Erkrankungen: Turner-Syndrom, Down-Syndrom, Diabetes mellitus Typ 1, Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunhepatitis, Vitiligo, Dermatitis herpetiformis, IgA-Mangel, Epilepsie Klinik:- Antriebslosigkeit- Vorgewölbtes Abomen- Stuhlveränderungen: Diarrhö, Steatorrhö, Flatulenz, Selten auch Obstipation- Appetitlosigkeit und Malabsorption- Gedeihstörung- Eiweissmangelödeme, Infektanfälligkeit, Zahnschmelzdefekte/Aphthen- Eisenmangelanämie (Blässe)- Vitamin-B12- und Folsäuremangel (megaloblastäre Anämie)- Vit-K-Mangel → Ekchymosen- Calciummangel → Hypocalcämie Diagnostik:- IgA-Antikörpern gegen Transglutaminase (tTG-AK), Endomysium (EmA-AK), Gliadin (Antigliadin-Antikörper, AGA)- Histologie: Zottenatrophie, Kryptenhyperplasie, Intraepitheliale Lymphozyteninfiltration Therapie: Lebenslange glutenfreie Diät (Verzicht auf Weizen, Roggen, Gerste)
- Gastroösophageale Refluxkrankheit Ätiologie: Transientes Erschlaffen (Insuffizienz) des unteren Ösophagussphinkters ausserhalb des SchluckaktesBegünstigende Faktoren- Ernährung: Kaffee, Nikotin, Alkohol - Stress- Übergewicht- Chronischer Husten (Bronchitis, Asthma bronchiale, CF)- Zunahme des His-Winkels auf >60° - Unzureichende Schutzmechanismen der Speiseröhre (Speichel, Peristaltik)- Koinzidenz: Oft liegt gleichzeitig eine axiale Hiatushernie vor (90%) Klinik:- Leitsymptom: Sodbrennen- Vor allem im Liegen (z.B. nachts) und postprandial- Druckgefühl- Luftaufstossen, Regurgitation- Dysphagie- Chronischer Reizhusten und nächtlicher Hustenreiz - Übelkeit, Erbrechen- Mundgeruch- Respiratorische Komplikationen: Apnoe, Zyanose, Stridor, Bronchitis, Asthma bronchiale, Aspirationspneumonie- Weitere Komplikationen: Sinusitis, Zahnschmelzschädigungen, Sandier-Syndrom (Torticollis, dystonische Nackenbewegungen) Therapie: - Eindicken der Säuglingsnahrung, Hochlagerung, Gewichtsreduktion- H2-Inhibitor (Ranitidin)- PPI