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GDU (Subject) / Normative Unternehmensführung (Lesson)

Lerneinheit 2

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  • Definition und Elemente der normativen Unternehmensführung Bestimmt die Identität eines Unternehmens in Werten, Zielen und Verhaltensweisen, sowie organisatorischen Normen und fasst diese Elemente in einer Mission zusammen. Sicher die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens. Legitimität und Identität sind die Ziele (Existenzberechtigung/einzigartige Persönlichkeit durch individuelle Merkmale) Unternehmenskultur: Ist die Gesamtheit historisch gewachsener und gemeinsam gelebter Normen und Denkhaltungen die im Verhalten, Kommunikation, Entscheidungen und anderen Formen sichtbar werden.  Unternehmensverfassung: beinhaltet grundlegende Regelungen über die Organe eines Unternehmens sowie deren Rechte und Pflichten. Unternehmensmission: Fasst die Ziele, Verhaltensnormen und organisatorische Regelungen des Unternehmens zusammen. Beantwortet warum ein Unternehmen existiert und wonach es strebt.  Unternehmenswerte: Werthaltung und den ethischen Anspruch des Unternehmens (legitimiert das Unternehmen). Bestimmt die Normen als Maßstab für das Handeln der Unternehmensführung (Unternehmensphilosophie).
  • Humanismus als Wertebasis Unternehmen verfügen über zahlreiche Beziehungen zu verschiedenen Interessensgruppen (Stakeholdergruppen) Je größer das Vertrauen zwischen Unternehmen und Stakeholdern ist, desto leichter können Vereinbarungen getroffen werden (gleiche Normen und Werte vorausgesetzt)
  • Werte-Management Beantwortet die Frage, nach welchen Maßstäben Unternehmen geführt, organisiert, gesteuert und kontrolliert werden sollen.Kodifizierung = verbindliche Festlegung auf UnternehmenswertePrägende Personen (Gründer zB) oder Wertekataloge können dazu beitragen. Verletzung von Normen und Werten kann das Vertrauen in die Unternehmensführung nachhaltig erschüttern. Innerhalb des Unternehmens kann es zu einer Senkung der Motivation kommen, Vertrauensverlust bei Stakeholdern. Compliance: Soll sicherstellen, dass Unternehmen sowohl Gesetze und Richtlinien als auch freilwillige Kodizes im Sinne der Unternehmenswerte einhalten. Ist Teil der ordnungsgemäßen Unternehmungsführung Ethikkodex: Beinhaltet explizite Richtlinien die alle Mitarbeiter zu befolgen haben. Zuwiderhandlungen führen zu personellen (Abmahnung, Kündigung) und ggf. strafrechtlichen Konsequenzen. Ist die Aktion legal? Falls nein, sofort abbrechen. Entspricht sie unseren Werten? Falls nein, abbrechen. Wirst Du Dich schlecht fühlen, wenn Du so handelst? Frage Dein eigenes Gewissen, ob Du damit leben kannst. Wie würde das in der Zeitung aussehen? Frage Dich, ob Du so handeln würdest, wenn es morgen öffentlich würde. Wenn Du weißt, dass es falsch ist … Tu es nicht. Wenn Du nicht sicher bist … Frage nach. Und frage so lange, bist Du eine Antwort bekommst. Werte: Vorstellungen, Normen, Ideen oder Verhalten das in einer Gemeinschaft als Wünschenswert anerkannt wird und den Menschen orientierung verleiht.  Ethik: Kritisches Hinterfragen und gegebenenfalls eine Revision von tradierten Normen Wirtschaftsethik: Reflektiert über ökonomisches Denken und Handeln und untersucht die Beziehung zwischen ökonomischen Grundlagen und gesellschaftlichen Werten, Sitten und Normen  Unternehmensethik: Moralische grundlegende Einstellungen, Überzeugungen und Werthaltungen, die das Denken und Handeln der Unternehmensführung beeinflussen. Legitimieren ein Unternehmen und bestimmen die moralische und gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens
  • Unternehmenswerte Stellen Verhaltensgrundsätze für Mitarbeiter und Führung dar Schaffen Klarheit, Integration und Sinn, geben Orientierung und bilden Basis des Handelns Prägen das Verhalten und beeinflussen alle weiteren Elemente der normativen Unternehmensführung  Ethisch fragwürdig ist nicht die Verfolgung des Gewinnmaximierungsprinzips, sondern mit welchen Mitteln die Gewinne maximiert werden Die Unternehmensphilosophie umfasst die grundlegenden Einstellungen und Überzeugungen des Unternehmens. -> Nur glaubhaft wenn danach gehandelt wird und Verstöße Konsequenzen nach sich ziehen.
  • Globale Umweltanalyse Normative Vorstellungen über einen zukünftigen Zustand, der durch Handlungen zu erreichen gilt Unternehmen sind teil eines übergeordneten Umweltsystems, dessen Interessenverstreter Forderungen an Unternehmen stellen (Politik, Umweltverbände etc) Unternehmen sollten deren Anforderungen mitberücksichtigen Analyse der globalen Umwelt ist unverzichtbarPESTEL-Analyse P - olitical (Staatliche Unterstützung für heimische Fluglinien /Sicherheitschecks)E - conomical (Nationale Wachstumsraten /Treibstoffpreise)S - ocial (Mehr Reiseaktivität älterer Menschen / Internat. Studentenaustauschprogramme)T - echnological(Effizientere Motoren & Flugzeuge/Technologien zur Sicherheitsüberwachung)E - cological (Lärmbelästigung und -eindämmung / Landbedarf für wachsende Flughäfen)L - egal (Beschränkungen bei Fusionen / Vorzugsrechte auf Flughäfen für mache Fluglinien)Umweltveränderungen unterliegen dynamischen Prozessen. Globale Umweltanalyse sollte daher bestenfalls kontinuierlich, zumindest allerdings periodisch durchgeführt werden-> erlaubt im Rahmen einer proaktiven Unternehmensführung eine rechtzeitige Anpassung an Umweltveränderungen
  • Prozess der globalen Umweltanalyse Umweltdefinition (Bestimmung der globalen Umwelt und ihrer relevanten Segmente / Bestimmung der Kriterien pro Segment (z.B. BIP, Inflation als Kriterien des Segments „Ökonomie“) --> Analyse der Segmente (Analyse jedes Segments und Bewertung anhand der ausgewählten Kriterien, z.B. durch Scoring-Verfahren) --> Trendüberwachung (Interpretation der Daten / Identifikation und Bewertung möglicher Trends) -->Prognose der Umweltentwicklung (Entwicklung von Prognosen auf Basis der Trendanalyse / Beurteilung von Richtung, Ausmaß und Geschwindigkeit der Trends / Entwicklung von Szenarien pro Trend) --> Beurteilung der Bedeutung (Bewertung und Priorisierung der Szenarien / Ableitung von Handlungsempfehlungen)
  • Unternehmensvision Generelle Leitidee!Visionen sind eine treibende Kraft für Veränderungen. Übereinstimmung, Zusammenhalt und Sinngebung des unternehmerischen Handels ist das Ziel.-> Kann Menschen zu Höchstleistungen motivieren, keine Phantastereien sondern klare, anspruchsvolle, langfristige und emotional ansprechende ZieleErfolgskriterien: Richtungsweisend (zukunftsorientiert / verbindlich) Anspornend (herausfordernd / begeisternd) Plausibel (einleuchtend und glaubwürdig / ambitioniert, aber realistisch) Prägnant (verständlich / kommunizierbar) Unternehmensvisionen müssen von den Mitarbeitern verinnerlicht werden:A:  Allgemeine Bekanntmachung. Auf allen Ebenen (Kunden, Aktionären, generell im Unternehmen) müssen die Visionen kommuniziert werdenB:  Vermittlung der Individuellen Bedeutung. Gruppendiskussionen, Workshops, Gespräche um die Vision für den Einzelnen zu verdeutlichenFunktion: Fokussierung (Ausrichtung des gesamten Unternehmens auf gemeinsame Ziele, die das Überleben des Unternehmens sichern sollen) Legitimation (Verdeutlichung von Sinn und Zweck der Unternehmensexistenz) Identifitkation und Motive (Steigerung von Identifikation und Motivation der Mitarbeiter durch sinnstiftende Wirkung der Vision)
  • Unternehmenspolitik Legt die grundsätzlichen Ziele des Unternehmens im Rahmen eines Prozesses des Interessensausgleichs fest.Verschiedene Arten wie die Unterteilung und Bewertung von Stakeholdergruppen angewendet werden kann: Einflussgruppen und Anspruchsgruppen: Konkurrenz, Lieferanten Staat, Gesellschaft, Kunden, Kapitalgeber, Geschäftspartner Eigentümer, Mitarbeiter, Führungskräfte Macht und Interessengruppen: Wie stark will diese Gruppe ihre Interessen auf die Ziele und Strategien übertragen? Haben sie die Macht dazu Stakeholder und Shareholderorientierung: Stakeholderorientierung = Interessen aller Anspruchs- und Einflussgruppen sollen bei der Zielfindung möglichst gleichberechtigt berücksichtigt werden Shareholderorientierung = Prioritäten der Eigentümer (Shareholder) genießen bei der Zielfindung Priorität da diese das unternehmerische Risiko tragen. Die Unternehmenspolitik dient dazu, eine Übereinstimmung zwischen betriebswirtschaftlichen Zielen sowie den Zielen und Ansprüchen von internen und externen Stakeholdern zu gewährleisten.
  • Unternehmensziele Selektionsfunktion: Ziele ermöglichen eine bewusste Auswahl von unterschiedlichen Handlungsalternativen. Sie deuten so klar auf die Handlungspräferenzen der Unternehmensleitung hin.  Orientierungsfunktion: Ziele richten sämtliche Aktivitäen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter aus. Sie dienen den Unternehmensmitgliedern somit als Rahmen für Handlungen und Entscheidungen.  Lenkungsfunktion: Ziele ermöglichen die Lenkung durch Vorgabe von Leistungsgrößen, ohne die dafür notwendigen Handlungen und Entscheidungen vorgeben zu müssen. Koordinationsfunktion: Ziele stimmen die Aktivitäten der Unternehmensmitglieder aufeinander ab.  Motivations- und Anreizfunktion: Ziele stellen Anreize dar, die zur Leistungssteigerung führen Bewertungsfunktion: Handlungsalternativen lassen sich im Hinblick auf ihren Beitrag zur Zielerreichung bewerten. Kontrollfunktion: Ziele dienen der Beurteilung der erreichten Ergebnisse. Hierzu werden sie mit den gesetzten Zielen verglichen. (Ist-Soll-Abgleich)  Nachdem die Ziele präzisiert wurden, muss die Realisierbarkeit geprüft werden. Realistisches Zielausmaß oder Anspruchsniveau > Übersetzungsarbeit ist nötig! Ziele dürfen nicht zu leicht und nicht zu schwer sein um motivierend zu sein! Außerdem muss sichergestellt werden das die organisatorische Aussstattung, die Ressourcen und das Leistungsprofil der beauftragten Personen Voraussetzungen: Verständlichkeit / Identifikation des Einzelnen mit dem Ziel / Verfügbarkeit bzw. Erreichbarkeit  SMART Ziele -> Spezifisch Messbar Anspruchsvoll Realistisch Terminlich festgelegt
  • Unternehmenskultur Ist für die Unternehmensführung ein erfolgsbestimmender Faktor Unternehmenskultur entsteht mit der Zeit und ist von den Geschichten des Unternehmens und seiner Umwelt abhängig (Kultur kommt nicht über Nacht) Wird wesentlich von der Unternehmensvision und - mission sowie von der Unterehmensführung beeinflusst. Die Unternehmenskultur ist die Gesamtheit der in einem Unternehmen vorherrschenden Wertvorstellungen, Traditionen, Überlieferungen, Mythen und Denkhaltungen welche das Verhalten der Mitarbeiter prägen. Ebenen der UK: Grundannahmen:- Stellen die Basis der Unternehmenskultur dar. Diese betreffen das Menschenbild sowie die Einstellung des Unternehmens zur Umwelt und Zweck des Unternehmens.- Sind unbewusste und unsichtbare Werte und Überzeugungen, die sich im Zeitablauf bilden und von den Mitgliedern des Unternehmens als selbstverständlich angesehen werden. Normen und Standards:- Sind Auffassungen darüber, was wünschens- oder erstrebenswert ist.- Werden sie von der Mehrheit geteilt, dann werden sie zu Verhaltensmaximen im Sinne einer Ideologie.- Sind teilweise unbewusst und nicht immer sichtbar. Der Sichtbare Teil kommt z.B. in Ge- und Verboten zum Ausdruck.- Verhaltensmaximen können z.B. Pünktlichkeit bei Besprechungen sein. Symbolsysteme / Artefakte:- Sind das sichtbare Element der Unternehmenskultur- Dazu zählen die von den Unternehmensmitgliedern entwickelten und gelebten Verhaltensweisen und Umgangsformen. Diese drücken sich in verschiedenen Symbolen aus, z.B. Kleidungsstil, Büroeinrichtung, Größe des Firmenwagens etc. Merkmale einer starken UK: Prägnanz (klar verständlich, tritt deutlich hervor, so das Mitglieder ihr Verhalten daran ausrichten können) Verbreitung (ist allen bekannt) Verankerung (tief im Bewusstsein der Mitglieder verankert) Die UK ist für die Sinngebung und der Koordination da: Sinngebung: Liefert Maßstäbe an denen das Handeln ausgerichtet werden kann (und damit auch beurteilt werden kann. Entstehung eines Wir-Gefühls. Koordination: Wahrnehmung und Interpretation gleicher Normen, Werte und Grundannahmen, hilft die Handlungen fokussiert auszurichten
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  • Analyse der UK Das Kulturelle Netz: Bezeichnet die physischen, symbolischen und Verhaltensmanisfestationen einer Kultur, die durch unhinterfragte, als gegeben angenommene Annahmen oder Denkmuster geprägt werden und diese prägen. Um die UK zu gestalten müssen sich die Führungskräfte mit den neuen Werten, Normen etc identifizieren können. Außerdem muss der Wert und der Nutzen dieser neuen Werte und Normen für jeden kommuniziert werden und die Führungskräfte müssen im Einklang dieser neuen Werte handeln.
  • Unternehmensmission Mission und Vision sind eng mit den Werten des Unternehmens verknüpft, allerdings gibt es grundlegende Unterschiede. Unternehmenswerte stellen lediglich das Rahmenwerk und den Hintergrund dar, vor denen Strategien entwickelt werden. Mission und Vision befassen sich genauer mit der Zielsetzung einer Organisation und ihrer strategischen Ausrichtung. Mission: zielt darauf ab, Mitarbeiter und Interessensgruppen klarheit darüber zu verschaffen, was die Zielsetzung einer Organisation ist und worin ihre Daseinsberechtigung besteht. Es geht also darum, Verständnis aufzubauen und Vertrauen zu schaffen bzgl. Der Unternehmensstrategie. Es ist das Zwischenglied zwischen Vision und Strategien. Vision: drückt aus, was eine Organisation zu sein anstrebt. Damit soll ein Ausblick in die Zukunft gewährt werden, um die Mitarbeiter zu begeistern, deren Engagement zu gewinnen und ihre Leistung zu verbessern. Die UM beinhaltet häufig diese Elemente: Werte: Werte und der ethische Anspruch des Unternehmens, werden häufig in der Unternehmensmission aufgegriffen. Ziele: die in der Unternehmenspolitik verdeutlicht werdenm sind integraler Bestandteil fast aller Statements zur Unternehmensmission Kultur: Die Unternehmensmission spiegelt häufig auch die historisch gewachsenen Normen und Denkhaltungen des jeweiligen Unternehmens wieder Unternehmensverfassung - Teilweise verweisen Unternehmensmissionen auf die Rechte und Pflichten der Unternehmensorgane (Vorstand, Aufsichtsrat)  Zweck: fast immer gibt die Unternehmensmission den Zweck des Unternehmens an und beschreibt das Tätigkeitsfeld des Unternehmens Allgemeingültigkeit: UM sollte in vielen Situationen anwendbar sein. Genug Spielraum für die konkretisierung auf untergeordnete Ebenen sollte vorhanden sein Wesentlichkeit - Die UM sollte sich auf wichtige, bedeutende, grundsätzliche und die Zukunft beeinflussende Sachverhalte beziehen. Konsistenz: sie sollte frei von Widersprüchen sein Vollständigkeit: die anzustrebenden Ziele sowie einzusetzende Leistungspotentiale sollten enthalten sein  Wahrheit: Sie sollte die tatsächlichen Auffassungen und Absichten der Unternehmensführung beinhalten, die sich in deren Handlungen niederschlagen Realisierbarkeit - Ziele und Verhaltensweisen der UM sollten herausfordernd, aber realisierbar sein Unmissverständlichkeit: Eindeutig und konkret formuliert Langfristige Gültigkeit: Sie sollte zeitlich relativ stabil sein für die kommenden Jahre Die UM kann auch in Teilmissionen für einzelne Geschäftsfelder/Funktionen konkretisiert werden (Personal, Finanzen). Einzelne Elemente der UM finden sich wieder, manche Elemente wie bspw. Der Zweck beziehen sich spezifisch auf den betreffenden Bereich.
  • Corporate Identity Die UM wird häufig als Leitbild nach außen Kommuniziert, die wahrgenommene Unternehmensidentität (Corporate Identity) kann aber davon abweichen. Fehler können passieren in den Bereichen Verhalten (Corporate Behaviour, tatsächliches Verhalten der Unternehmensführung weicht vom angestrebten Verhalten ab), Erscheinungsbild (Corporate Design, Abweichungen durch Farben, Logos, Briefvorlagen etc) oder der Kommunikation (Corporate Communication, nach außen kommunizierte Botschaften stehen nicht in Einklang mit Unternehmensmission steht