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Allgemeine Psychologie 1 (Subject) / Das Gedächtnis (Lesson)
Lernen und Verhalten
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- Gedächtnisexperiment Ebbinghaus war das erste Experiment zum Gedächtnis Er lernte Ketten von sinnlosen Silben auswendig, überprüfte nach bestimmter Zeitspanne, wie viele Silben er noch wusste Entwickelte daraus eine Vergessenskurveim Wesentlichen zwei Erkenntnisse:- Je größer Zeitabstand zw. Lernen und Abruf, desto weniger wird erinnert- Vergessen schnell: schon nach 20 Minuten ist fast die Hälfte (etwa 55%) des Gelernten nicht mehr abrufbar
- Gedächtnis Definition Gedächtnis umfasst die Fähigkeit, Informationen zu speichern und abzurufen
- Das Einspeichermodell (Craig und Lockhart, 1972) eines der ersten Gedächtnismodelledas Gedächtnis ist ein einziger SpeicherInformationsverarbeitung schwankt zwischen:- sensorischen (oberflächlichen) Verarbeitungsprozessen- semantischen (tiefen) ElaborationenGrad des Behaltens von Informationen ist abhängig von der Verarbeitungstiefe. Diese ist abhängig von:- der Aufmerksamkeitszuwendung- der Verträglichkeit der Information mit der kognitiven Struktur des LernendenJe tiefer die Verarbeitung, desto besser wird sie behalten.Ebenen auf denen die Verarbeitung stattfinden kann:Physikalische VerarbeitungWir merken und sie Größe und Erscheinung der Buchstaben eines WortesAkustische VerarbeitungWir merken uns die Kombination der Laute eines WortesSemantische (bedeutungsbezogene) VerarbeitungWir merken uns die Einordnung des Konzepts -> Bedeutun Dieses einfache Gedächtnismodell beschreibt die Komplexität noch sehr unzureichend!
- Das Mehrspeichermodell (Atkinson und Shiffrin, 1968) schon etwas komplexer als Einspeichermodell Geht von fester Folge der Informationsverarbeitung aus:bestimmter Reiz tritt zunächst im sensorischen Gedächtnis auf, wird dann erst ins Kur-dann ins Langzeitgedächtnis weitergeleitet (sofern er relevant genug ist, um alle Selektionsprozesse zu überstehen Die Informationsverarbeitung startet hier mit dem sensorischen Input, der dann im KZG unter Nutzung der Informationen aus dem LZG analysiert und gespeichert wird
- Das sensorische Gedächtnis /Ultrakurzzeitgedächtnis Funktion:erste Stufe des menschlichen GedächtnissesTeil in dem die Reize aus der Umwelt ankommen, die Relevanten werden ausgewählt und weitergeleitetIst nach dem Sinneseindruck, aber vor dem Wiedererkennen (=Abgleich von vorhandenem Wissen/Kategorien) wirksam. -> Präkategorialer Speicher Eigenschaften:Gedächtnisform mit kürzester SpeicherdauerIst modalitätsspezifisch, d.h. für jeden der Sinneskanäle ein eigenes sensorisches Gedächtnis Hohe Speicherkapazität (um möglichst viele Sinneseindrücke zu speichern und dann zu selektieren)Einteilung:2 der Einteilungen (nach Sinneskanälen) mit eigenem Namen:- Ikonisches Gedächtnis: visuellen Bereich- Echoiches Gedächtnis: auditiven Bereich
- Kurzzeitgedächtnis Funktion:einzige Stufe des Erinnerns, auf der Informationen bewusst verarbeitet werdenKZG ist selbst begrenzt, kann aber auf LZG zurückgreifenZum Übergang der Informationen in LZG sind Konsolidierungsprozesse notwendig -> Memorisierung2 grundlegende Prozesse:Bottom-Up-VerarbeitungMan nimmt Reize wahr und kategorisiert sie. Sie werden vom sensorischen Gedächtnis ins Langzeitgedächtnis transportiertBottom-Down-VerarbeitungMan erwartet etw. und beeinflusst so die Wahrnehmung, d.h. das LZG beeinflusst das sensorische GedächtnisEigenschaften:kurze Speicherdauer (10-20s)Aufnahmekapazität beschränkt auf ca. 7 chunks (bedeutungsvolle Informationseinheit)Informationseinheiten können unterschiedlich komplex sein (1,2,3,4, = 4 Einheiten; 23, 637 = 2 Einheiten)
- Das Langzeitgedächtnis Funktion:speichert Informationen aller Art langfristig abZugriff aufs LZG durch Reaktualisierung ins KZGInhalte des LZG, also alte Informationen können das Lernen neuer Infos beeinflussen:- Proaktive Interferenz: Infos, die in der Vergangenheit erworben wurden erschweren den Erwerb neuer Infos- Retroaktive Interferenz: Erwerb neuer Infos, erschwert das behalten älterer Infos.Nach Art der abgespeicherten Informationen wird zw Teilen unterschieden:Prozedurales Wissen- Implizites Gedächtnis: enthält HandlungsabläufeDeklaratives Wissen:- Semantisches Gedächtnis: enthält Bedeutungen von Konzepten- Episodisches Gedächtnis: enthält autobiografische Erfahrungen Eigenschaften:unbegrenzte SpeicherkapazitätTrotz langer Speicherdauer sind Informationen dem Vergessensprozess unterworfen:- Spurenzerfall: Allmähliche Abnahme von Informationen- Versagen der Abrufprozesse- Verdrängung: Aktiver Prozess, Gedanken werden aus dem Bewusstsein entfernt- Motiviertes Vergessen: Wir vergessen Dinge, weil wir sie nicht mehr erinnern wollen
- Enkodierungsprozesse & Methoden der Enkodierung Übergang vom KZG ins LZGEnkodierungsprozesse:Visuelle EnkodierungBildhafte Repräsentation (v.a. bei Kindern)Akustischte EnkodierungPhonetische Repräsentationen (v.a. bei Erwachsenen)Semantische EnkodierungBedeutungshafte Repräsentation (v.a. bei Erwachsenen)Methoden der EnkodierungRehearsaleinfaches WiederholenElaborationBilden von AssoziationenChunking/OrganisationGliederung von Informationsmengen in größere EinheitenSchematische VerarbeitungMemotechnikenKombination von neuen Informationen mit bereits bekanntenPrimingVorteil durch vorherige Darbietung eines Wort/Situation bei Zugriff auf implizites Gedächtnis
- Ikonisches Gedächtnis Gedächtnissystem im visuellen Bereich, das große Informationsmengen für kurze Zeit speichern kannExperiment von Sperling (1960, 1963) zur Kapazität des sensorischen SpeichersGanzheitsberichtDie Vpn musste unmittelbar nach der Präsentation so viele Buchstaben wie möglich wiedergebenTeilberichtEine bestimmte Reihe der Matrix wurde unmittelbar nach der Präsentation durch einen spezifischen Ton kodiert und die Vpn musste so viele Buchstaben wie möglich aus dieser Reihe wiedergebenErgebnisErinnerung bei Teilbericht nahezu fehlerfrei; und auch im Durchschnitt über die verschiedenen Verzögerungszeiten deutlich mehr berichten
- Echoisches Gedächtnis Sensorisches Gedächtnis für auditiven Bereich Der Suffix-EffektBedingung A: C D P S ..."Bäh" Mensch Bedingung B: C D K L ... "Bäh" SchafÜber Hören Ergebnis:Nur in Bedingung A beeinflusste der Suffix-Effekt die Behaltungsleistung negativ, d.h. das Suffix ersetzt Informationen im echoischen GedächtnisZeigt: Sensorische Erinnerungen werden leicht durch neue Infos ersetzt, v.a. wenn sie ihr ähneln in physischer Konstalation oder in der KategorieHeißt entweder sehr wenn nach Bedingung z.b. anderer Buchstabe genannt wird oder Mensch, aber bei Summton oder Schaf ist zu wenig Ähnlichkeit, Zusammenhang
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- Duale Enkodierungstheorie nach Paivio (1971) Modell zur Verarbeitung von Sprache und BildernHypothese, es existieren zwei unabhängige kognitive Systeme:- das verbale System (konzeptionelle Informationen, z.B. Zugehörigkeit zu Kategorien)- das imaginale System (physikalische Attribute, z.B. Form, Farbe...)bidirektionale Verbindung zw. beiden Systemen, da Vorstellungen sprachlich beschreibbar und sprachlich initiierbar sindabstrakte Begriffe werden nur einfach kodiert (verbal), Bilder hingegen doppelt (imaginal,verbal) Präsentation von Bild und dazugehörigem Wort -> duale Kodierung -> bessere Behaltensleistunglängere Zuordnung von Bildern zu Kategorien als die von Worten zu Kategorien -> Weil Zuordnung über das verbale Gedächtnislängere Zuordnung beim Größenvergleich von Objekten (Wörtern) als bei Bildern -> Zuordnung durch das imaginative Gedächtnis+ Verlängerung der Zeit bei inkongruenten Paaren, aufgrund kognitiven Konflikten
- Experimente zur Enkodierungstheorie nach Paivio (1971) Bild und dazugehöriges Wort muss besser behalten werden, da zweifach kodiert-> RoseBild werden doppelt kodiert -> dadurch bessere Behaltensleistung, aber weil doppelte Kodierung muss länger dauern zu behalten-> Bild mit vielen Wörtern vs. Bild mit vielen Bildern Längere Zuordnung von Bildern zu Kategorien als Worte zu Kategorien -> Zuordnung durch das verbale GedächtnisLängere Zuordnung beim Größenvergleich von Wörtern, als bei Bildern-> Zuordnung durch das imaginative Gedächtnis-> Verlängerung der Zeit bei inkongruenten Paaren, aufgrund von kognitiven Konflikten
- Das Working-Memory-Modell von Baddeley Erweiterung des Mehrspeichermodellsstatt KZG, Arbeitsgedächtnis, Betonung dass es aus mehreren Subkomponenten bestehtZentrale Exekutivekontrolliert und koordiniert die anderen Subkomponentenhat begrenzte Speicherkapazitätist selektiv aufmerksam für bestimmte StimuliPhonologische Schleifesprachliche Informationen werden in phonologischem Speicher aufgenommen und von dort weiter zur phonologischen Schleife weitergeleitet, die die Informationen aktiv hält durchinneres SprechenInformationen bleiben 2s lang bestehenauch visuelles Material wird in Sprache umgesetzträumlich-visueller Notizblockspeichert räumlich-visuelle InformationenAufnahme von Informationen durch direkte visuelle Wahrnehmung oder indirekt durch die Vorstellung eines BildesUnterstützungssystem für räumliche Orientierung -> benötigt viel Kapazitätbesteht aus zwei Mechanismenvisueller Speicher: enthält Repräsentationen physikalischer Merkmale räumlicher Mechanismus: reaktiviert den Inhalt aus dem visuellen Speicher und plant Bewegungenepisodischer Pufferumfasst episodische Infos, d.h. Zusammenhängende Inhaltedurch ihn kann man sich miteinander zusammenhängende Informationen besser behalten als einzelne, ohne dass auf das LZG zurückgegriffen wird(einzelne Wörter ca. 5, zusammenhängende ca. 16)andere beiden Subkomponenten speichern modalitätsspezifische Informationen (visuell bzw. auditiv)episodischer Puffer speichert modalitätsunspezifische Infos über die Kombinatorik verschiedener Wissensinhalte
- Belege, die für das Arbeitsgedächtnis nach Baddeley sprechen Belege für phonologischen Speicher- Similarity-Effect: Ähnlich klingende Worte werden kurzzeitig schlechter behalten- Wortlängeneffekt: Wörter, die schneller gesprochen werden können (kürzer sind), werden besser behaltenInteressantes Beispiel: walisisch hat sehr viele SilbenBelege für phonologische Schleife- Irrelevanter Spracheffekt: Sprache lenkt am meisten vom Lernen ab- Artikulatorische Suppression: Sprechen beeinflusst das Lernen stärker als nicht-artikulatorische Aufgaben
- Verdienste des Gedächtnismodells von Baddeley Artikulatorische Schleifeträgt der Alltagsbeobachtung Rechnung, dass wir unter einem ständigen Gedankenstrom stehen, und zwar einem verbalen Gedankenstrom. Wir sprechen immer innerlich mit uns selbstDetaillierte Vorstellung über KZG und damit das, was Denken auszeichnetTrägt dem Umstand Rechnung, dass das Arbeitsgedächtnis mehr is als nur aktivierte Inhalte des LZG's
- Verdienste des Gedächtnismodells von Baddeley Artikulatorische Schleifeträgt der Alltagsbeobachtung Rechnung, dass wir unter einem ständigen Gedankenstrom stehen, und zwar einem verbalen Gedankenstrom. Wir sprechen immer innerlich mit uns selbstDetaillierte Vorstellung über KZG und damit das, was Denken auszeichnetTrägt dem Umstand Rechnung, dass das Arbeitsgedächtnis mehr is als nur aktivierte Inhalte des LZG's