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Einführung in die Grundlagenfächer (Subject) / Vom Lernen (Lesson)
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- Behaviorismus spielt besonders in den USA lang eine dominierende Rolle. Kernpunkt bilde die Beschreibung und Steuerung des Lernens durch Hinweisreize und Verstärkung des erwünschten Verhaltens. Lernen wird v.a. durch Belohnung und Bestrafung gesteuert. Radikale Version des Behaviorismus nimmt an, dass Denken das Verhalten nicht verursacht. Denken wird gesehen als Verhalten, welches durch Stimuli in der Umwelt verursacht wird.
- Was verstehen Behaviouristen unter Verhalten? Fortbewegung, produktive und instrumentelle Tätigkeiten, Sozialund Gesundheitsverhalten, sprachliche – und nichtsprachlicheKommunikation
- Zeit des Behaviourismus? Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert...
- Skinner 1904-1990 Einflussreichster Vertreter behavioristischer Position Operante Konditionierung, d.h. Untersuchung von Reaktionen und Verhaltenskonsequenten Mitte der 50iger Jahre – Reinforcement Theory – gewünschte Verhaltensweisen werden am ehesten dann erreicht, wenn sie belohnt werden und die Belohnung ist am effektivsten, wenn sie zeitlich unmittelbar auf das erwünschte Verhalten folgt. Verhalten, das nicht belohnt oder bestraft wird, wird wahrscheinlich nicht wiederholt Skinner-Box – im Zuge seiner (Tier-)Experimente entwickelt, ermöglicht die gezielte Herstellung von Reiz-Reaktionsverbindungen Nach Freud an 2. Stelle der einflussreichsten Psychologen des 20. Jhdt Befasst sich auch mit praktischen Maßnahmen zur Gestaltung der Lernumgebung
- Lerntheorie: Historie und wichtigste Vertreter Pawlow (1903)– klassische Konditionierung Watson (1913)– Behavioristische Schule des Psychologie – klassische Konditionierung Watson & Rayner (1920)– Little Albert, Angstkonditionierung, Pawlow´sche Konditionierung Thorndike (1905) – „Law of Effect“ Skinner (1938) – operante Konditionierung & Shaping Clark Hull (1943) – Principles of Behavior Skinner (1948) – Walden 2 Bandura (1963) – „Social Learning Theory“ kombiniert kognitive und behavioristische Zugänge. Buch stellt den Übergang der Lerntheorien behavioristischen Zuschnitts an die moderne Kognitionstheorien dar.
- Pawlow Ideales Modell, für den Zugang zum Lernen, versteht er die biologische Ebene, also das Lernen im Bereich der Physiologie. 1904 Nobelpreis Physiologie und Medizin für die Arbeit über die Verdauungsdrüsen Klassische Konditionierung – aufbauend auf der Annahmen, dass Verhalten auf Reflexen beruht. Grundlegendste Form des Lernens. Konditionierter Reiz (zB Ton) kündigt das Auftreten eines unkonditionierten Reizes (zB Verabreichung von Futter) an, auf das das Lebewesen automatisch mit einer Reaktion, unkonditionierte Reaktion (zB Speichelfluss) antwortet. Unterscheidung zwischen unkonditionierten (natürlichen) und konditionierten Reflexen.
- John, B. Watson Vertrat ein rein naturwissenschaftliches Vorgehen, das sich allein am sichtbaren Verhalten von Tier und Menschen orientiert. zB gegen Introspektion. Stellt 1919 im Lehrbuch „Psychology from the standpoint of a Behaviorist“ Grundlage seiner Lehre vor. Damit gilt er historisch als der Begründer des Behaviorismus. Forderte in der Erziehung handwerkliche Tätigkeit, warnte vor zu viel Zärtlichkeit und Entstehung von engen Bindungen. Vertrat eine radikale und höchst umstrittene Einstellung. Behauptung, er würde auf einer Anzahl Kinder alles machen können, sei es Genies oder Kriminelle. Radikale Milieutheorie stand in krassem Gegensatz zur früher vertretenen Theorie
- Edward Lee Thorndike (1874-1949) Durch Tierexperimente zur Theorie vom Lernen durch Versuch und Irrtum (trial and error). Effektgesetz (law of effect) besagt, dass eine befriedigende Reaktion (Erfolg) den Lernerfolg verstärkt. Triebkraft ist hier das Luststreben. Bei Pawlow lösen die Reflexe das Verhalten aus. Köhler kritisiert Versuche, da intelligentes Verhalten gar nicht möglich gewesen sei und es unwahrscheinlich erscheint, auf diese Weise zu erfahren, wie Tiere lernen.
- Clark L. Hull (1884-1952) Formuliert eine Verhaltenstheorie bzw. ein Verhaltensmodell, das auf axiomatischen Grundlagen beruhte. System von Postulaten (primary laws), von denen er ganz konkrete Vorhersagen auf das Verhalten abzuleiten hoffte. Principles of behavior veränderte radikal die Untersuchung des Lernens
- Wolfgang Köhler Köhler kritisierte Thorndikes Versuche, da hier intelligentesVerhalten der Tiere gar nicht möglich gewesen sei, und eskaum möglich sei, auf diese Weise zu erfahren, wie Tierewirklich lernen. Er war bei seinen Versuchen mit Schimpansenzu der Theorie gekommen, dass Tiere durch Einsicht lernen.
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- Albert Bandura Social Learning Theory – kombiniert kognitive und behavioristische Zugänge. 1980iger entwickelte er das Konzept der „Selbstwirksamkeitserwartung“ (perceived self-efficacy) – Lernvorgänge, die durch eine Beobachtung von Vorbildern determiniert sind. Beim sogenannten Modellieren dient die Motivation im 2. Teil der Ausführungsphase nicht mehr zum Erlernen des neuen Verhaltens, sondern unterstützt lediglich das Zeigen des neuen Verhaltens. Lernwirkung wird durch Erwartung auf einen Verstärker bedingt.
- Skinner Skinner (1936) schrieb "The Behavior of Organisms" andintroduced the concepts of operant conditioning and shaping.„Leben in einer geplanten Gesellschaft“1948 entstand, noch unter dem Eindruck hunderttausenderKriegsheimkehrer, sein Roman Walden Two (die erstedeutsche Ausgabe trug den Titel: Futurum Zwei), der dasLeben einer durch operante Konditionierung geformtenGemeinschaft schildert und bis heute weltweite Beachtungfindet. Dieser utopische Roman wurde Skinnersbekanntestes Werk, wegen der in ihm propagierten, vonvielen als manipulativ bewerteten Sozial- undVerhaltenstechniken wird er aber weithin – gegen SkinnersIntentionen – als „negative Utopie“ empfunden:
- Warum ist Skinner für uns so wichtig? Warum haben wir uns mit ihm beschäftigt? Das Problem der Behaviouristen ist es,zu klären woher Verhalten kommt. ImExtrem – nicht angeboren sondernausschliesslich erlernt.
- Operantes/instrumentelles Konditionieren Nicht Reiz, sondern Konsequenz ist essentiell. Die auf ein Verhalten folgende Konsequenz ist dafür entscheidend, ob dieses Verhalten häufiger, seltener oder unwahrscheinlicher wird. Verhalten, welches anhand beobachtbarer Effekte auf Umwelt beschreibbar ist. Verhalten steht in Verbindung mit den Ereignissen, die ihm nachfolgen. Verhalten hat Konsequenzen, und diese entscheiden über zukünftiges Auftreten. Auftretenswahrscheinlichkeit kann also durch die Manipulation der Effekte erhöht oder gesenkt werden.
- Operant Verhalten als spontaner, nicht geplanter Prozess
- Instrumentell Verhalten als Instrument im Mittelpunkt. Verhalten ist Instrument zur Erreichung einer bestimmten Konsequenz
- Pawlow klassisches/respondentes Konditionieren Mithilfe eines Stimulus wird Reaktion ausgelöst. Diese wird dann verstärkt, wenn auf Reaktion eine Belohnung folgt. Verhalten, wird geschwächt, wenn keine Belohnung folgt. Weder der Reiz noch die Reaktion können zb vom Hund, beeinflusst werden.
- Skinner-Box Gezielte Herstellung von Reiz-Reaktionsverbindungen. Vorrichtung, die es erlaubt, Konsequenten von Verhalten zu manipulieren. Futter oder Freiheit als Belohnung. Belohnung erhöht Auftrittswahrscheinlichkeit. Art der Verstärkung ist wichtigRatte zeigt Verhalten (=erwünschtes Verhalten) – drückt aufHebel – bekommt FutterTaube zeigt erwartetes Verhalten – pickt auf Scheibe – bekommt Futter→Wahrscheinlichkeit, dass Verhalten gezeigt wird, steigtArt der Verstärkung wichtig
- Operantes Konditionieren verändert Wahrscheinlichkeit vonVerhalten in Abhängigkeit der Umweltkonsequenzen
- Kontingenz zuverlässige Beziehung zw. Reaktion und Veränderung der Umwelt. Umso schneller gelernt, je regelmäßiger eine positive oder negative Konsequenz wahrgenommen wird.
- Verstärker Stimulus, der Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens erhöht, wenn kontingent dargeboten
- Bestrafungsreiz – Stimulus, der Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens senkt, wenn kontingent dargeboten
- Operante Löschung wenn Verhalten keine kontingente Konsequent mehr hat, geht Verhaltenshäufigkeit auf Ausgangsniveau zurück
- Verstärkung Positive Verstärkung – angenehmer Reiz Negative Verstärkung – Entfernung aversiver/unangenehmer Reiz Beide erhöhen Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens
- Bestrafung Positive Bestrafung/Bestrafung 1. Art – Verabreichung aversiver Reiz Negative Bestrafung/Bestrafung 2. Art – Wegfall angenehmer Reiz Beide senken Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens
- Valenz Was wird als angenehm/aversiv/unangenehm empfunden? Variiert individuell
- Diskriminative Reize Hinweisreiz dafür, dass Verhalten zB zu positiver Verstärkung führt. zB nicht Picken bei grünem und rotem Licht werden positiv verstärkt, sondern nur grünes. So lernt das Tier nur auf das grüne Licht zu reagieren.
- Generalisierung Reize, die dem diskriminativen Reiz ähnlich sind, werden ebenfalls Verhalten auslösen. zB hat der Grünton keinen Einfluss auf das Picken
- Verstärkerpläne – Programme · Kontinuierliche Verstärkung – jede Reaktion wird verstärkt · Partielle Verstärkung – nicht jede Reaktion wird verstärkt · Quotenplan – Verstärkung nach bestimmter Anzahl von Reaktionen · Intervallplan – Verstärkung nach bestimmten Zeitintervall · Fixiert – Anzahl von Reaktionen bzw. Zeitintervall fix · Variabel – durchschnittliche Anzahl von Reaktionen bzw. Zeitintervall
- Fixierter Quotenplan (FR) Verstärkung nach einer fixen, festgelegten Anzahl von Reaktionen. FR-50-Plan – Verstärkung jeder 50. Reaktion
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- Variabler Quotenplan (VR) Verstärkung nach durchschnittlicher Anzahl von Reaktionen (ist im Vorhinein festgelegt). VR-10-Plan – Verstärkung im Mittel jeder 10. Reaktion
- Fixierter Intervallplan (FI) Verstärkung auf 1. Reaktion nach bestimmtem, im Vorhinein festgelegtem Zeitintervall. FI-10-Plan – nach Verstärkung müssen 10 Sec gewartet werden, bevor wieder Reaktion verstärkt wird.
- Variabler Intervallplan (VI) Verstärkung auf Reaktion auf im Durchschnitt festgelegtes Zeitintervall. VI-20-Plan – im Durchschnitt ein Verstärker pro 20 Sec
- Verstärkerpläne und Verhalten Welche Effekte haben die unterschiedlichen Verstärkerpläne?Je nach Verstärkerplan verändert sich Verhalten• je geringer die Quote der Verstärkung, desto höher ist die Aktivitätz. B. FR-1 vs FR-100 à wenn jedes Picken zu Futter führt, wird dieTaube sehr oft picken• je kürzer die Zeiten zwischen Verstärkung, desto höher ist dieAktivitätz. B. FI-10 vs FI-100 à wenn Taube nur 10 Sekunden warten musswird 10 Sek picken, wenn 100 Sek warten muss, wird sie lange nurselten picken und dann immer öfter je näher sie den 100 Sek ist• je unregelmäßiger die Verstärkung beim Lernen ist, desto längerwird Verhalten bei Ausbleiben der Verstärkung fortgeführt →Löschungsresistenter
- Kritik an der Methode Behaviorismus in einem strengen Korsett aus Formalisierungsanforderungen gebunden Theoretische Begriffe müssen operationalisiert werden Teil des Verhaltens ist das Produkt einfacher Lernprozesse, aber nicht alles Verhalten ist durch solche Lernprozesse und Reiz-Reaktion-Kontingenzen zufriedenstellend beschreibbar Grenzen der Methode zeigen sich dann, wenn Denken (Vorstellung) involviert ist.
- Weiterentwicklung und moderne Ansätze Im Zuge der kognitiven Wende wurden Theorien entwickelt, die die Rolle „innerer Prozesse“ untersuchen. Kognitives Lernen: Es gibt Befunde, die nicht mit einfacher Verstärkung erklärt werden können. Denken, Wahrnehmung, Lernen sind kognitive Prozesse
- Weiterentwicklung und moderne Ansätze -Kognitives Lernen Da es Befunde gibt, die nicht mit einfacher Verstärkung erklärt werden können Ein Teil des Verhaltens – Produkt einfacher Lernprozesse (z. B. wenn ich Hebel drücke, bekomme ich Futter) Nicht alles Verhalten ist durch solche Lernprozesse und ReizReaktions-Kontingenzen zufriedenstellend beschreibbar Lernregeln durch Forschung an Tauben und Rattengelten aber auch für andere Säugetiere: Hunde, Affen, Menschen →Kognitive Landkarten
- Weiterentwicklung und moderne Ansätze -Kognitive Landkarten (mental maps) Etwas Unverstärktes kommt dazu, um das Verhalten zu erklären. Eine innere Repräsentation. Tolman hat als erster in diese Richtung geforscht die innere Repräsentationen annehmen mussErstaunliche Fähigkeiten bezüglich des räumlichen Gedächtnisses zB bei Vögeln, Bienen, Menschen
- Weiterentwicklung und moderne Ansätze -Funktionen räumlicher Landkarte · Merkmale in Umgebung identifizieren und wiedererkennen · Zielobjekt in der Umgebung finden · Weg durch eine Umgebung planen Funktionen werden z. B. bei Vögeln sichtbar, die ihr Futter über weitere Areale hinweg verteilt versteckenz. B. Clark's Nutcracker Kognitive Landkarten sind deswegen so interessant, da sich an ihnen aufzeigen lässt, dass etwas – Unverstärktes - dazu kommen muss, um das Verhalten zu erklären: Eine innereRepräsentation
- Kognitive Landkarten -Beispiel Ratten Ratte in ihr bekanntem Labyrinth wenn direkter Pfad zum Ziel blockiert – Ratten weichen auf Pfad aus, der sie am schnellsten (kürzester Umweg) zum Ziel bringt Das Umgehen der Blockade wurde aber nie verstärkt dennoch dieser kürzeste, mögliche Weg gewählt Ratten verhalten sich so als wüssten sie wie das gesamte Labyrinth aussieht, also so als hätten sie eine innere kognitive Landkarte des Labyrinths →Konditionierung nicht nur Aufbau von Assoziationen zwischen Verhalten und Verstärker beinhaltet auch Lernen anderer Aspekte des Kontextes
- Funktionen räumlicher Landkarten -Beispiel verstecken von Futter bis zu 6000 Verstecke, die nach Winter (~3/4 Jahr nach demVerstecken) wiedergefunden werden - 84% Trefferquoteunterscheiden• Orte, die sie noch nicht geleert haben• Orte, die sie bereits geleert habendas Verhalten des Verstecken von Futter an sich, wird aber nieverstärkt (so wie das Umgehen einer Blockade) →Kognitive Karten sind somit exzellenter Beleg für innere Repräsentationen.
- Behaviorismus selbst Behaviorismus selbst hätte sich als Optimismus gesehen.Die von Watson postulierte Möglichkeit, aus jedem Kind einen reichen und wunderbaren Menschen zu machen, wenn ihm nur eine richtige Ausbildung ermöglicht wird. Behavioristen sehen dies durchaus als Weg, den Menschen zum Guten zu formen.