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Einführung in die Grundlagenfächer (Subject) / Fechner und die Psychophysik (Lesson)

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  • Allgemeine Psychologie Teildisziplin der Psychologie.  Allgemein, da universalistischer Ansatz, dh. Sie fragt, welche sind die grundlegenden und allgemein gültigen Aussagen hinsichtlich menschlichen Verhaltens und Erlebens.  Damit steht sie im Gegensatz zu anderen Teilgebieten.  Erforscht allgemeinen Gesetzmäßigkeiten, indem Theorien und Hypothesen über bestimmte Prozesse, Mechanismen und Prinzipien aufgestellt und überwiegend mit empirischen, bevorzugt experimentellen Methoden überprüft werden.  Wird häufig neben der wichtigen Funktion als Grundlagenforschung auch als Teilgebet der Kognitionswissenschaften behandelt.
  • Allgemeine Psychologie -Definition Die Allgemeine Psychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie. DieBezeichnung „allgemein“ geht auf ihren universalistischen Ansatzzurück: Sie befasst sich mit den psychischen Funktionen, die allenMenschen gemein sind – im Gegensatz zu anderen Teilbereichen derPsychologie (wie z. B. zur Persönlichkeitspsychologie). Einenbedeutsamen Teilbereich bildet die Kognitionspsychologie.
  • Allgemeine Gesetzmäßigkeiten Prozesse (Informationsverarbeitung)Mechanismen (priming)Prinzipien (Angstbesetztes stark erinnern!)
  • Beispiel für einen Mechanismus psychischen Funktionierens Priming. Bezeichnet den Wirkmechanismus, dass die Verarbeitung eines Reizes zu einer Voraktivierung (priming) führt, die eine spätere Verarbeitung desselben Reizes erleichtert.  Priming bezeichnet auch ein entsprechendes Untersuchungsparadigma.  Prime wird für kurze Zeit, häufig sogar unter der Wahrnehmungsschwelle, dargestellt.  Dann folgt ein Zeitintervall.  Dann wird auf den eigentlichen Zielreiz (target) eine bestimmte Reaktion gemessen, die dann in Abhängigkeit vom Zusammenhang zwischen priming und target systematisch variiert.
  • Psychophysik -Allgemeiner geschichtlicher Hintergrund Allgemeiner geschichtlicher Hintergrund zur Wirkungszeit Fechners Mitte 19. Jhdt. Zeit großer Umbrüche. Naturwissenschaftliche Erklärungen fordern die Modelle der unerschütterlich geglaubten Institutionen heraus. Industrielle Revolution. Beruht auf einer generellen naturwissenschaftlichen Ausrichtung, die mit einem technischen Fortschritt einhergeht. Europa ist gekennzeichnet von Nationenkonflikten, die aus Unabhängigkeitsbestrebungen resultieren. (Man glaubt nicht mehr an Gott, die neue Religion ist der Nationalismus).Kunst entwickelt sich von sehr naturalistischem Stil (Akademismus) zu einer größeren Bandbreite. 
  • Psychophysik -Wichtige Personen Helmholz, Brentano – Gründerväter der empirischen Psychologie. Fechner und Wundt. Freud. 
  • Umwälzungen in den Wissenschaften -Naturwissenschaften-Technologischer Fortschritt (Bsp. Eisen satt Holz im Schiffsbau)-Bürgertum und Bildung-Gründung/Entwicklung neuer Disziplinen
  • Psychophysik -Naturwissenschaftliche Methode Naturwissenschaftliche Methode von Experiment und systematischer Hypothesenprüfung wird akademisch einflussreicher.  Auch für die neue Wissenschaft der Psychologie wird das Experiment wesentlich. 
  • Psychophysik -Helmholtz hat in der physiologischen Optik die Idee des psychologischen Experimentierens zur Erforschung von Wahrnehmungsphänomenen systematisch zur Anwendung gebracht.  
  • Psychophysik -Wer war G.T Fechner? 1801-1887.  Physiker.  Status des ersten wirklich empirisch, systematisch arbeitenden Psychologen.  Nie Professor für Psychologie, sondern 1843 für Naturphilosophie und Anthropologie.  Gilt neben der Psychophysik auch als Begründer der psychologischen Ästhetik.  Psychophysik als Idee und Methode entwickelt sich ab 1850.  Forscherleben gekennzeichnet von Überanstrengung, hoher Leistung und Allgemeingebildetheit und Universalität.  Zusätzlich als Satiriker unter dem Pseudonym Dr. Mises tätig.  Vielseitigkeit. 
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  • Psychophysik -Warum ist Fechner wichtig für die Psychologie? Institutionell/Institutionalisierung. Und weil er einen neuen Weg erdacht hat, indem die Wissenschaft des Geistigen, des psychisch Erlebten, mit Hilfe von aus den Naturwissenschaften geborgten, übertragenen Ansätzen erfolgreich sein kann. „warum Niemand Geist und Körper, wie sie unmittelbar zusammengehören, auch unmittelbar zusammen erblicken kann. Niemand kann zugleich äußerlich und innerlich gegen dieselbe Sache stehen“- Institutionell- Programmatisch- Verdeutlichung fundamentaler Probleme- Paradigma der Psychophysik
  • Psychophysik -Definition Erforschung der Zusammenhänge von Psychischem, Physischen, damit Seelischem und Körperlichem.Unterscheidung zwischen äußerer (Beziehung des Geistes zur körperlichen Außenwelt. Heute klassische Psychophysik. Erforschung des Zusammenhangs von Reizeigenschaften bzw. Reizausprägungen und den entsprechenden Empfindungen) und innerer (Beziehungen des Geistes zur körperlichen Innenwelt. Also Bezug zwischen Erleben und den ihn entsprechenden Korrelaten. Heute biopsychologischen oder physiologischen Korrelaten psychischen Erlebens) Psychophysik. 
  • Psychophysik -Weber´sche Konstante – für die Sinnesmodalität spezifische Unterschiedsschwelle. Wasser – 4%. Visuelle Helligkeit – 2-5 %. Druck 3-10 %. 
  • Psychophysik -Schwellenbestimmung Methode zur Untersuchung von psychophysischen Funktionen, also Darstellung des Zusammenhangs zwischen Reizintensitätsunterschieden und Empfindungsunterschieden.  
  • Ziel der Psychophysik Ziel der Psychophysik war es, den Naturwissenschaften nachzufolgen, und exakte Bestimmungen solcher Relationen zwischen Reiz und Empfindung darzustellen. Fechner´sche Gesetz – logarithmische Beziehung zwischen Empfindung und Reiz, Maßformel für den Zusammenhang: y=k ( log⁡ β/b)
  • Psychophysik -Methoden zur Entwicklung von Schwellen Absolutschwelle – Intensität einer bestimmten Reizstärke, bis zu dem Moment wo dieser Reiz bemerkt wird. In Aufsteigenden oder absteigenden Verfahren. Unterschiedsschwelle – Methode, um die Mindestdifferent von Unterschieden zwischen zwei Reizen zu bemerken Eben merklicher Unterschied (just noticable difference) – jene Art von Unterschied, die vorliegen muss, damit ein Unterschied bemerkt werden kann
  • Psychophysik -Kritik an der Methode Schwellenbedingungen sind häufig nicht besonders exakt. Enthalten subjektive Elemente, die zb dazu führen, dass response biases, also subjektive Antwortmöglichkeiten mit einfließen. Formel ist spekulativ und wurde erst später empirisch überprüft. Ragt nicht an die Komplexität/Differenziertheit der von Menschen empfundenen Qualia heran. Fechners Einfluss auf die Neuzeit ist enorm. Psychophysik bildet immer noch konzeptionell den Rahmen der modernen experimentellen Wahrnehmungs- und Kognitionspsychologie
  • Moderne Ansätze Forschungsgebiet der Allgemeinen Psychologie, indem verschiedene Theorien zur Identifikation und Wiedererkennung von Gegenständen behandelt werden. ·         Pandämonium-Modell von Selfridge ·         Compuational-Theory von Marr ·         Recognition by components-Ansatz von Biederman
  • Begründung der Psychophysik: mit Erscheinen „Elemente der Psychophysik“ 1860 datiert„Unter Psychophysik soll hier eine exacte Lehre von denfunctionellen oder Abhängigkeitsbeziehungen zwischenKörper und Seele, allgemeiner zwischen körperlicher undgeistiger, physischer und psychischer Welt verstandenwerden.“ → Großes Problem
  • Was bedeutet Psychophysik? Wortsinn von „Psychophysik“„Psycho“: griech. „psyche“ à „Seele“„Physik“: griech. „physis“ à „Natur“→Zusammenhang von Psychischem und Physischem,Seelischem und Körperlichem
  • äußere Psychophysik • Psychophysik befasst mit Zusammenhängen zwischenphysikalisch klar definierter Reizmodalität und damiteinhergehenden Wahrnehmungen
  • innere Psychophysik Psychophysik untersucht Zusammenhang zwischenErregungszuständen eines neuronalen Systems undentsprechenden Wahrnehmungen
  • Geist und Körper • Geist … subjektive Innenwelt, bewusstes Erleben• Körper ... 2 Bedeutungen:– objektive Innenwelt, eigener Körper– umgebende Außenwelt, der Raum
  • äußere und innere Psychophysik -- äußere: Beziehung des Geistigen zur körperlichen Außenwelt(Klass.Psychophysik)– innere: Beziehung des Geistigen zur körperlichen Innenwelt(Physiologie)
  • Beziehung des Geistigen zur körperlichen Außenwelt (Klass.Psychophysik) -Schwellenbestimmung Beispiel Untersuchung: Gefäße mit Wasser, Temperatur des Wassers unterschiedlich→Eintauchen von Finger in Wasser (zw 15-32°)Je höher Temperatur- umso höher muss Unterschied sein!→Temperatur muss um mind. 4% unterscheiden, damitUnterschied bemerkt
  • Webersche Konstante: 2-5% Helligkeit3-10% Druck1% Linienlänge
  • Maßformel (Fechnersche Gesetz) "Die Grösse der Empfindung γ steht im Verhältnisse nicht zu derabsoluten Grösse β, sondern zu dem Logarithmus der Grösse desReizes, wenn dieser auf seinen Schwellenwerth b ... bezogen wird..., oder kurz, sie ist proportional dem Logarithmus desfundamentalen Reizwerthes."
  • Besondere der Psychophysik • ältestes Gebiet wissenschaftlicher Psychologie• neues Prinzip mathematischer Psychologie • Fechner war ein Pionier, der im Bereich des PsychischenMessungen vorgeschlagen und vorgenommen hat
  • Fechners Einfluss Nach Carpintero (1987) Fechner an achter Stelle derZitationshäufigkeit (in ausgew. Zeitschriften zwischen 1890und 1945) nach Freud, Aristoteles, Wundt, James, Watson,Platon und Descartes
  • Psychophysik -Konsequenzen in der Gegenwart • Psychophysik nach wie vor bedeutsam fürWahrnehmungspsychologie und PsychologischeTheoriebildung• äußere und innere Psychophysik auch weiterhin vonBedeutung
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  • Wohin hat sich Psychophysik entwickelt? Die Psychophysik bildet konzeptionell immer noch denRahmen der modernen experimentellen Wahrnehmungs- undKognitionspsychologie
  • Bottom-Up vs Top-Down Bei Objekterkennung müssen wir Gesehenes mit dem im Gedächtnis gespeicherten, bereits vorhandenem Wissen in Verbindung bringen,um einer visuellen Struktur eindeutige Objekte zuordnen zu können Daten aus Umwelt →in Gehirn weitergeleitet (vom visuellen Apparat aufgenommen und es werden aus beschreibbaren Repräsentationen Objekte wiedererkannt)→Bottom UpVerarbeitung (Diese Prozesse sind nicht unabhängig von Top Down Verarbeitung, also von Wissen und Hypothese) (datengesteuert) Ausgangspunkt der Identifikation liegt in Umwelt (erhalten Daten aus ihr) Merkmale = Psychophysik Wahrnehmung durch Erwartung beeinflusst →Top-DownVerarbeitung (konzept- oder hypothesengesteuert) Vorerfahrungen, Wissen, Motive … sind an Wahrnehmung beteiligt
  • Biedermans Theorie zur Objekterkennung geht davon aus, dass sich alle Objekte aus Geons (=geometric icons, geometrische Grundbausteine) zusammenstellen lassen Er postuliert 36 Geons  zur Identifikation von Objekten braucht es eine spezifische Konfiguration von zugrundeliegenden geometrischen Grundbausteinen (36 Geons). Um ein Objekt zu erkennen, muss als die entsprechende Kombination der geometrischen Grundelemente vorliegen. Dies kann man analog wie Buchstaben bei der Worterkennung begreifen. Überprüfung der Theorie, in der Tradition der Psychophysik, dass durch systematische Variation der Stimulus-(Reiz)-Bedingung unterschiedliche Eindrücke produziert werden. Diese dienen zu Belegen für eine Theorie menschlicher Wahrnehmung. 
  • Biedermans Theorie zur Objekterkennung -Fazit um ein Objekt zu erkennen müssen wir erkennen, dass• es sich um angemessene Kombination von Geons handelt• es sich um angemessene Kombination aus anderem Blickwinkel handelt
  • Fragestellungen der modernen Psychologie Auch die gegenwärtige Psychologie beschäftigt sich kontinuierlich mit der Frage, wie unsere Erkennensprozesse -die inneren Zustände des Erkennens, Klassifizierens und Verstehens -auf Merkmale der äußeren Welt beziehen, und wie Variationen in deren Ausprägung unsere Empfindungen determinieren