46

Einführung in die Grundlagenfächer (Subject) / Entwicklungspsychologie Teil 2 (Lesson)

Sirsch

This lesson was created by Juls96.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • Moderne Entwicklungspsychologie: Entwicklungspsychologie befasst sich mit Veränderungen bzw.Stabilität im Erleben und Verhalten über die gesamte Lebensspanne
  • Transaktionales Prinzip [Anlage-Umwelt-aktive Selbstgestaltung] -Veränderungskonzepte: Entwicklungsaufgaben, KritischeLebensereignisse, Übergänge 
  • Traditionelle Entwicklungsauffassung: Entwicklungspsychologie = Kinder/Jugendpsychologie
  • reifungstheoretische Ansätze: Entwicklung genetisch vorprogrammiert … im Erwachsenenalter abgeschlossenEntwicklung erfolgt durch: Wachstum, Reifung; universellgültig; altersabhängig; in Phasen/Stufen
  • Entwicklungstheorien ØPsychoanalytische Entwicklungstheorie – Sigmund FreudØPsychosoziale Entwicklungstheorie – Erik H. EriksonØEntwicklungsaufgaben – Robert J. HavighurstØEmerging Adulthood – Jeffrey J. Arnett
  • Sigmund Freud (1856-1939) – zur Person • Freud entstammt einer bürgerl.Kaufmannsfamilie (Freiberg in Mähren)• Medizinstudium in Wien• Assistent am Wr. Physiolog. Institut (bei Ernst Brücke)• Arzt AKH Wien (Dozentur für Neuropathologie)• Aufenthalt in Paris Nervenklinik Salpêtrière Jean Charcot – Hypnose• Freundschaft mit Josef Breuer (Internist –> Kartharsis – vonFreud zur Methode der freien Assoziation ausgebaut)• 1938 → London
  • Katharsis bezeichnet in der Psychologie die Hypothese, dass das Ausleben innerer Konflikte und verdrängter Emotionen zu einer Reduktion dieser Konflikte und Gefühle führt. Vornehmlich wird von Katharsis gesprochen, wenn durch das Ausleben von Aggressionen, wie das Schlagen auf einen Sandsack, eine Reduktion von negativen Emotionen (Ärger, Wut) erzielt werden soll.
  • Freuds psychoanalyt. Persönlichkeitstheorie -3 Aspekte Ø dynamischer Aspekt (Triebdynamik)Ø struktureller Aspekt (Es, Ich, Über-Ich)Ø topographischer Aspekt (Bewusstsein, Unbewusstsein, Vorbewusstsein)
  • Nach Freud Die Psychische Ausstattung einer Person besteht aus... ...3 Instanzen:EsIchÜber Ich 
  • ES • = grundlegende biologische Bedürfnisse, Wünsche• produziert Libido (= Spannung = Lustansprüche = Trieb), ist an erogene Zonen(Mund, After, Genitalien) gebunden• Lustprinzip (= Entladung der LIBIDO - Verhaltensmuster, die zur Trieb- befriedigung führen), 2 Grundtriebe (EROS = Lebenstrieb, THANATOS = Destruktionstrieb)• Lustansprüche sind unbewusst
  • Advertisement
  • ICH • = bewusste Denk- und Planungsprozesse• bezieht aus dem ES Energie →Konflikte (Widerstand bei unangepasstenTriebansprüchen durch z.B. Verdrängung)• Realitätsprinzip
  • Über ICH • = soziale Normen (Gewissen), ist Produkt der Entwicklung• Moralitätsprinzip
  • Freuds Phasentheorie der Entwicklung • Libido ist an erogene Zonen gebunden (Mund, AfterGenitalien)• Erogene Zonen werden im Laufe der Entwicklung zuunterschiedlichen Zeiten aktuell• Sexuelle Triebe verlagern sich vom Oralen zum Analen unddann zu den Genitalien
  • Freuds Phasentheorie der Entwicklung -Psychosexuelle Phase Psychosexuelle Phase                                    EntwicklungszeitraumOrale Phase                                                     (Geburt -1 Jahr)Anale Phase                                                     (1-3 Jahre)Phallische Phase                                              (3-6 Jahre)Latenzzeit                                                         (6-11Jahre)Genitale Phase                                                (Adoleszenz)
  • Freuds Phasentheorie der Entwicklung -Kernpunkte • Sexualität hat zentrale Bedeutung in der Persönlichkeits- und Entwicklungsdynamik Freuds.• Kritik: Überbetonung des Einflusses sexueller Gefühle• Kritik: Theorie basiert auf Freuds Erfahrungen mit denProblemen sexuell unterdrückter Erwachsener (gut situiert)→ nicht universell gültig, nicht übertragbar auf andereKulturen bzw. Gesellschaftsschichten• Hohe Bedeutung der Beziehung innerhalb der Familie fürdie Entwicklung – Freuds Phasentheorie war die ersteTheorie, die früher Entwicklung eine wichtige Rolleeinräumte (negative Erfahrungen in der Kindheit ->Entwicklung von Störungen).• Gemäß Freud prägen kindliche Erfahrungen das ganzeLeben (Kritik: fatalistische Einstellung in Bezug auf spätereErfahrungen)• Kritik: Freud beschäftigte sich nicht primär mit derUntersuchung von Kindern• Entwicklung nach Freud ist mit der Pubertät abgeschlossen• Spätere Psychoanalytiker decken in ihren Theorien dieganze Lebensspanne ab è PsychosozialeEntwicklungstheorie (Erikson)
  • Psychosoziale Entwicklung - Erik H. Erikson (1902-1994) – zur Person • dänische Eltern• dt. Stiefvater (Kinderarzt Dr. Homburger)• Zeichenlehrer, Künstler• unterrichtet Kinder von Schülern Freuds• Lehranalyse bei Anna Freud• 1933: USA, zuerst Boston (Praxis fürKinderanalyse), später wissenschaftlich tätigu.a. in Berkeley, Harvard• Zentrales Thema: Identität
  • Erikson und Freud • Erikson übernimmt und erweitert die GrundannahmenFreuds• erweitert die Vorstellungen der Entwicklung zu jeder Stufe• ergänzt drei weitere Stufen (im Erwachsenenalter)
  • Psychosoziale Entwicklung (Erikson) und psychosexuelle Phasen (Freud) Psychosozial (8)                            – psychosexuell (5)                                Entwicklungszeitraum1. Urvertrauen vs. Misstrauen              (1. oral)                                             Geburt - 1 Jahr2. Autonomie vs. Scham u. Zweifel      (2. anal)                                              1-3 Jahre3. Initiative vs. Schuldgefühl                 (3. phallisch)                                        3-6 Jahre4. Fleiß vs. Minderwertigkeitsgefühl     (4. Latenz)                                           6-11 Jahre5. Identität vs. Identitätskonfusion        (5. genital)                                          Adoleszenz6. Intimität vs. Isolierung                                                                        Frühes Erwachsenenalter7. Generativität vs. Stagnation                                                             Mittleres Erwachsenenalter8. Integrität vs. Verzweiflung                                                                              Alter
  • Psychosoziale Entwicklungstheorie -Kernpunkte • Entwicklungstheorie über den Lebenslauf (Lebenszyklusals Stadien psychosozialer Krisen)• Entwicklung ist im Kontext der Kultur/Umwelt zu sehen – Gesellschaft und Kultur hat Bedeutung für die Entwicklung• Epigenetisches Prinzip (Grundplan)• Invariante Stufentheorie (Reihenfolge der Krisen festgelegt, nicht aber die Reihenfolge der gelungenen Lösungen)• Universale Stufentheorie lt. Erikson (in allen Kulturen, zu allen historischen Zeiten)
  • Entwicklungsaufgaben – Robert J.Havighurst -zur Person • Studium der Physik und Chemie an Ohio Wesleyan, Ohio State University und Harvard University• 1937 Direktor des General Education Boards (GEB) der Rockefeller Foundation• 1941 University of Chicago: Professor für Erziehungswissenschaften• Vorstand des University Committees on Human Development• viele Auszeichnungen und Preise• zahlreiche Publikationen (über 50 Bücher)• Bürgerrechtler• gestorben mit 90 an Alzheimer
  • Psychosoziale Entwicklungstheorie – Erik H. Erikson
  • Psychoanalytische Entwicklungstheorie Sigmund Freud
  • Entwicklungsaufgaben Robert J. Havighurst
  • Emerging Adulthood Jeffrey J. Arnett
  • Klassifikation der Entwicklungsaufgaben nach Altersabschnitten 6 Altersabschnitte werden betrachtet:1. Frühe Kindheit (bis 6 Jahre)2. Mittlere Kindheit (6 – 12 Jahre)3. Adoleszenz (12 – 18 Jahre)4. Frühes Erwachsenenalter (18 – 30 Jahre)5. Mittleres Erwachsenenalter (30 – 60 Jahre)6. Höheres Alter (über 60 Jahre)Für jeden Lebensabschnitt werden 6-10 Entwicklungsaufgabenbeschrieben.
  • Phasenübergreifende Zuordnung der Entwicklungsaufgaben 1. Erwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen in spezifischenFunktionsbereichen einschließlich der Kulturtechniken2. Auseinandersetzung mit der eigenen Person (Körperkonzept,Selbstkonzept und Identität, Komponenten der Selbstregulation),3. Gestaltung von Beziehungen und Rollen (Familie, Peergruppe,Freundschaften und Partnerschaft, Nachbarschaft, soziales Engagement),4. Konkretisierung von Lebensentwürfen (private, berufliche,gesellschaftliche Funktionen, Wertorientierungen,Verantwortungsübernahme, Zeit- und Planungsperspektiven,Komponenten des Lebensstils).
  • Entwicklungsaufgaben -Säuglingsalter und frühe Kindheit (bis 6 Jahre) • Gehen lernen• Lernen, feste Nahrung aufzunehmen• Sprechen lernen• Lernen, Körperausscheidungen zu kontrollieren• Geschlechtsunterschiede und sexuelles Schamgefühl erlernen• Begriffsbildung und Spracherwerb zur Beschreibung sozialer und physikalischer Realität• Bereit werden für das Lesen lernen• Zwischen „richtig“ und „falsch“ unterscheiden lernen und Beginn der Gewissensentwicklung
  • Entwicklungsaufgaben -Mittlere Kindheit (6 bis 12 Jahre) • Erlernen körperlicher Geschicklichkeit, die für gewöhnliche Spiele notwendig ist• Aufbau einer positiven Einstellung zu sich als einem wachsenden Organismus• Lernen, mit Altersgenossen zurechtzukommen• Erlernen eines angemessenen männlichen oder weiblichen sozialen Rollenverhaltens• Entwicklung grundlegender Fertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen• Entwicklung von Konzepten und Denkschemata, die für das Alltagsleben notwendig sind• Entwicklung von Gewissen, Moral und einer Wertskala• Erreichen persönlicher Unabhängigkeit• Entwicklung von Einstellungen gegenüber sozialen Gruppen und Institutionen
  • Entwicklungsaufgaben -Adoleszenz (12 bis 18 Jahre) • Neue und reifere Beziehungen zu Altersgenossen beiderlei Geschlechts aufbauen• Übernahme der männlichen oder weiblichen Geschlechtsrolle• Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung und effektive Nutzung des Körpers• Emotionale Unabhängigkeit von den Eltern und von anderen Erwachsenen erreichen• Vorbereitung auf Ehe und Familienleben• Vorbereitung auf eine berufliche Karriere• Werte und ein ethisches System erlangen, das als Leitfaden für das Verhalten dient – Entwicklung einer Ideologie• Sozial verantwortliches Verhalten erstreben und erreichen
  • Entwicklungsaufgaben -Frühes Erwachsenenalter (18 bis 30 Jahre) • Auswahl eines Partners• Mit dem Partner leben lernen• Gründung einer Familie• Versorgung und Betreuung der Kinder• Ein Heim herstellen; Haushalt organisieren• Berufseinstieg• Verantwortung als Staatsbürger ausüben• Eine angemessene soziale Gruppe finden
  • Advertisement
  • Entwicklungsaufgaben -Mittleres Erwachsenenalter (30 bis 60 Jahre) •Heranwachsenden / jugendlichen Kindern beistehen und verantwortungsvolle, glückliche Erwachsene werden• Soziale und öffentliche Verantwortung eines Erwachsenen erlernen• Erreichen und Aufrechterhalten einer befriedigenden Berufsausübung• Entwicklung einer dem Erwachsenen angemessenen Freizeitbeschäftigung• Sich auf den/die Ehepartner/in als Person beziehen• physische Veränderungen des mittleren Lebensalters akzeptieren und sich darauf einstellen• Sich auf alternde Eltern einstellen
  • Entwicklungsaufgaben -Höheres Alter (ab 60 Jahre) • Anpassung an die Abnahme der physischen Kraft und Gesundheit• Anpassung an Ruhestand und reduziertes Einkommen• Anpassung an den Tod des Ehepartners• Erlangen bewusster Zugehörigkeit zu seiner Altersgruppe• Flexible Übernahme und Anpassung sozialer Rollen• Einrichten äußerer Lebensbedingungen, die zufrieden stellen
  • Entwicklungsaufgaben nach Havighurst unter einer Life-span Perspektive Mittlere Kindheit                                  Adoleszenz                                Frühes Erwachsenenalter Lernen mit                                      Neue und reifere                         Eine angemessene sozialeAltersgenossen              →           Beziehungen zu                →              Gruppe finden.zurechtzukommen.                     Altersgenossen beiderlei                                                   Geschlechts aufbauen.Erlernen eines                               Übernahme der                        Mit dem Partner leben lernenangemessenen             →             männlichen oder          →männlichen oder                          weiblichenweiblichen                                   Geschlechterrollesozialen Rollenverhaltens Entwicklung von                    Werte und ein ethisches              Verantwortung als Staatsbürger Gewissen, Moral          →   System erlangen, das als        →                 ausübenund einer                                Leitfaden für dasWertskala.                               Verhalten dient –                                                Entwicklung einer                                                    Ideologie.
  • Entwicklungsaufgaben nach Havighurst -Kernpunkte • Entwicklungsaufgabe (EA) = Aufgabe, die in einem bestimmtenLebensabschnitt des Individuums entsteht• Bewältigung führt zu psychischem Wohlbefinden undgesellschaftlicher Akzeptanz• Hierarchisch aufgebautes Stufenmodell• Kulturabhängigkeit der EA• Zeitlich begrenzte EAs (z. B. Gehen lernen) und unbegrenzteAufgaben (z. B. Gleichaltrige und deren Rolle für dieEntwicklung – ist in mehreren EAs vorhanden)• Interdependenz: Erfolg in einer EA verhilft zu Erfolg in eineranderen wiederkehrenden Aufgabe (z. B. Erwerb vonKulturtechniken und Berufsorientierung), erleichtert Erfolg beizusammenhängenden EAs (z. B. Partnerbeziehung undAblösung von den Eltern)• Konzept der EA è dynamischer Interaktionismus (Mensch undUmwelt beeinflussen sich gegenseitig – aktiver Lernender undaktive Umwelt)• Quellen der EA:1. Biologische Anforderungen (z. B. Pubertät)2. gesellschaftliche Erwartungen (z. B. Lesen lernen)3. individuelle Zielsetzung (z. B. eine best. Musikgruppekennenlernen)• „teachable moments“ (lerngünstige Momente) = best. Zeiträume(sensitive Perioden) eignen sich besonders für best. Lernprozesseè dann wenn:1. körperliche Voraussetzungen gegeben2. von Gesellschaft gefordert3. Individuum gewillt, Aufgabe anzugehen• EA erstrecken sich über die gesamte Lebensspanne
  • Entwicklungsaufgabe (EA) = Aufgabe, die in einem bestimmtenLebensabschnitt des Individuums entsteht
  • Interdependenz: Erfolg in einer EA verhilft zu Erfolg in eineranderen wiederkehrenden Aufgabe (z. B. Erwerb vonKulturtechniken und Berufsorientierung), erleichtert Erfolg beizusammenhängenden EAs (z. B. Partnerbeziehung undAblösung von den Eltern
  • Konzept der EA dynamischer Interaktionismus (Mensch undUmwelt beeinflussen sich gegenseitig – aktiver Lernender undaktive Umwelt)
  • Quellen der EA: 1. Biologische Anforderungen (z. B. Pubertät)2. gesellschaftliche Erwartungen (z. B. Lesen lernen)3. individuelle Zielsetzung (z. B. eine best. Musikgruppe kennenlernen)
  • „teachable moments“ (lerngünstige Momente) =best. Zeiträume (sensitive Perioden) eignen sich besonders für best. Lernprozesse→ dann wenn:1. körperliche Voraussetzungen gegeben2. von Gesellschaft gefordert3. Individuum gewillt, Aufgabe anzugehen
  • Emerging Adulthood – J. J. Arnett – zur Person • Ph.D. der University of Virginia• postdoctoral work an der University of Chicago• 1992-1998 Associate Professor im Department ofHuman Development and Family Studies an der University of Missouri• Visiting Scholar an der Stanford University und an der University of Maryland• Fulbright Scholar 2005 (Universität Kopenhagen, Dänemark)• Research Professor in the Department ofPsychology at Clark University in Worcester, Massachusetts.Forschung im Bereich Emerging Adulthood, Editor des Journals ofAdolescent Research.
  • Emerging Adulthood -Konzept „A theory of development from the late teens through the twenties“ • (neues) Konzept von Entwicklung – fokussiert auf dasAlter zwischen 18 und 25 Jahren (erweitert etwa 29 J.)• geprägt von der Suche nach Identität in den Bereicheno Liebe,o Arbeit undo Weltanschauungen
  • Emerging Adulthood -Merkmale dieser Entwicklungsphase: * Exploration* Erprobung verschiedener Möglichkeiten* Instabilität (sich verändernde Lebensumstände)* Fokus auf die eigene Person* Dazwischenfühlen
  • Erwachsensein - Topkriterien 1. Verantwortung für die Konsequenzen der eigenenHandlungen übernehmen2. Entscheidungen auf der Basis persönlicher Einstellungenund Wertorientierungen treffen, unabhängig vonelterlichen oder anderen Einflüssen3. Finanzielle Unabhängigkeit von den ElternIn Österreich sind ebenfalls 1 und 2 die wichtigsten Kriterien (individuelle Kriterien), um sich erwachsen zu fühlen.
  • Emerging Adulthood -Kernpunkte • Emerging Adulthood („aufkommendes Erwachsenenalter“) =(entwicklungspsychologisch) Periode zw. Adoleszenz u.Erwachsenenalter• Hinauszögern von Heirat und Elternschaft, längere Ausbildungszeiten• Phase der Exploration, intensiver Selbstfokus, weitgehendesVermeiden von Verpflichtungen (in Beziehungen, Lebensstil)• abhängig von Kontextbedingungen und daher nicht universellvorhanden• in Kulturen zu finden, in denen der Eintritt in die Rolle und volleVerantwortung eines Erwachsenen hinausgezögert und ein hoherAusbildungsgrad angestrebt wird.
  • Kritik am Konzept Emerging Adulthood • Emerging Adulthood = kulturabhängig (nicht vorhanden in Entwicklungsländern), aber auch in westlichen Industriestaaten stellt sich die Frage:• Emerging Adulthood = Phänomen der „Mittelklasse“ ?• Unterschiede in sozialen Schichten, es mangelt an derBerücksichtigung struktureller Unterschiede • Hendry & Kloep, 2007a, S. 76:„…the theory of emerging adulthood is merely a descriptionlimited to a certain age cohort in certain societies at a certainhistorical time with particular socioeconomic conditions.“
  • Emerging Adulthood -Reaktion auf Kritik • Bei Emerging Adults in der USA mit geringerer Bildung findenHeirat und Elternschaft früher statt (Arnett & Tanner, 2011,S. 39).• In sozioökonomisch „niedrigen“ Schichten ist Emerging Adulthoodkürzer (1-2 Jahre, Arnett, 2011, S. 263) aber vorhanden. (AchtungZeitspanne von 18-25 - lt. Arnett!)• „… we can state there are likely to be many emergingadulthoods and many forms the experience of this life stage…“ (Arnett & Tanner, 2011, S. 50).• → Emerging Adulthood also zu sehen in Abhängigkeit von Schicht,Kultur, ev. beeinflusst von Geschlecht und Religion (Arnett &Tanner, 2011, S. 50)