8
Corporate Finance (Subject) / Lektion 01 (Portfolio- und Kapitalmarkttheorie) (Lesson)
- Kapitalmärkte und Informationseffizienz (Grundlegende Begriffe) - Kapital = U. zur Verfügung stehendes Finanzpotenzial in Form von EK und FK - Kapitalmarkt = Kapitalgeber (Gläubiger oder Firmenanteilseigner) stellt mittel- bis langfristig Finanzmittel zur Verfügung - Geldmarkt = kurzfristige (bis zu einem Jahr Laufzeit) Zurverfügungstellung von Finanzmittel
- Kapitalmärkte und Informationseffizienz (Vollkommender Kapitalmarkt) - friktionslos = keine Transaktionskosten oder Steuern, Wertpapiere perfekt handel- und teilbar - vollständige Konkurrenz = alle Markteilnehmer sind Preisnehmer, ihr Verhalten hat keine Auswirkungen auf den Preis, beliebige Höhe Aufnahme/Anlage von Kapital zum Einheitszinssatz - rationale Akteure = Wirtschaftssubjekte sind Nutzenmaximierer, haben homogene Erwartungen - Informationseffizienz = zentraler Aspekt eines vollkommenden Kapitalmarktes -- Marktteilnehmer muss Marktpreise der Aktien in Investitionsentscheidung einbeziehen, Großteil zukünftiger Rendite wird in Form von Kursänderungen realisiert -- Aktienwert hängt maßgeblich von Managemententscheidungen des U. ab -- Informationsgrundlagen z.B. Emissionsprospekte, Branchenanalysen, Konjunkturberichte -- Anlegersuche nach unterbewerteten Aktien oder Erzielen von Überrendite (h. R. als andere MT) -- Informationsverarbeitung führt zu ggf. sofortiger Anpassung der Kurse -- Liquider Markt (große Anzahl von nach Überrendite suchender Anleger, Chancen auf Erzielung Überrendite gering, Aktienmarkt ist dann informationseffizient, verhält sich so als würde jeder über Wissen verfügen, Aktienpreise entsprechen dem Stand, Preise stellen sich ohne zeitliche Verzögerung ein, somit nicht möglich Überrendite zu erzielen (da kein Informationsvorsprung)) -- Schwache IE = Infos bzgl. vergangene Kursentwicklungen im aktuellen MP berücksichtigt, technische Aktienanalyse nicht sinnvoll, da zugrundeliegenden Infos für Prognose zukünftiger Kurse schon in den Kursen enthalten sind -- Halbstrenge IE = Infos bzgl. vergangener Kursentwicklungen und sämtliche öffentlich verfügbare Infos im MP berücksichtigt, Jahresabschlussanalyse mit Zweck über- oder unterbewertete Aktien zu erkennen nicht lohnenswert -- Strenge IE = vergangene, öffentliche und nicht öffentliche Infos (Insiderinformationen) im MP berücksichtigt, i.d.P. unwahrscheinlich dass Märkte für EK streng IE sind, dennoch Gefahr dass einige MT Informationsvorsprung haben
- Portfoliotheorie - Rendite und Risiko sind voneinander abhängig, schwierige Bewertung aufgrund großer Volumina, Anzahl untersch. Produkte, gesetzl. Vorschriften - Einsatz geeigneter Techniken und Kennzahlen zur Bewertung/Analyse des Risikos, Risikomanagem.
- Portfoliotheorie (Portfeuillebildung) - Frage nach Risikominimierung mit möglichst hoher Rendite - Grundlage für risikomindernde Portfoliobildung -> Markowitz-Diversifikation - Diversifikation = Risikostreuung durch Investition in untersch. Finanzinstrumente oder Projekte - Idee aus Wertpapierbereich -> Konzept der Portfolioselektion als Zusammenstellung von Wertpapierbündeln (Portefeuilles) unter Risiko- und Ertragsgesichtspunkten - Volatilität (Renditestreuung) einer Finanzanlage ergibt sich aus ihrem Anteil an diversifizierbarer Streuung (unsystematisches Risiko) und nicht-divers. Streuung (system. bzw. Marktrisiko) - unsystematisches Risiko kann durch Beimischung von Anlagen abgeschwächt werden, deren Performance-Schwankungen nicht vollständig mit den des Portfolios korreliert, dadurch Minimierung von Renditeschwankungen, Marktrisiko ist nicht zu eliminieren - Harry Markowitz, amerikanischer Ökonom, Frage wie sich beobachtetes Verhalten der Risikostreuung von Anlegern durch Aufnahme von versch. Wertpapieren erklären lässt und wie Diversifikation eines Portfolios rational gestaltet werden soll (welche/wie viele WP aufnehmen), Theorie des Individualentscheidens - Zwei-Anlagen-Fall (Annahme zwei Wertpapiere mit untersch. Renditeerwartungswerten sowie Standardabweichungen) - Grad der Diversifikation abhängig von Korrelation der FI - Korrelation ermittelt den Grad der Stärke der Abhängigkeit zwischen zwei Merkmalen - Korrelationskoeffizient als Quotient aus Kovarianz und Standardabweichungen der beiden Anlagen - Zusammenhang zwischen Korrelation und Diversifikation: -- unkorreliert (k=0) = durch Mischung von A und B setigende Rendite bei sinkender Standardabweichung bis Punkt Q -- vollständig negativ korreliert (k=-1) = durch Mischung positiv erwartete Rendite bei einer in Punkt Q bis auf Null sinkender Standardabweichung -- vollständig positiv korreliert (k=1) = kein Diversifikationseffekt möglich
- Portfoliotheorie (Zentrale Fragen Portfeuillebildung) - Wie sollte ein Investor ein nutzenoptimales Portfolio konstruieren? - Welche Entscheidungskriterien sind dafür relevant? - Wie werden Investitionen in Bezug darauf beurteilt? - Wie sieht unter gegebenen Erwartungen die optimale Kapitalallokation aus?
- Portfoliotheorie (CAPM-Modell) - klassischer Ansatz der Kapitalmarkttheorie ist das Capital Asset Pricing Model, Kapitalmarktgleichgewichtsmodell, abgeleitet aus Portfoliotheorie von Markowitz - geht jedoch nicht um rationale Individualentscheidungen, sondern um Aggregation zum MG - Anwendungsgebiete bspw. Bewertungstheorie und praktische Unternehmensbewertung - zentrale Annahmen: -- Investoren haben einperiodigen Planungshorizont -- MT sind risikoavers und versuchen ihren Nutzen zu maximieren -- Investoren sind Preisnehmer, d.h. Preise werden nicht durch einzelne Entscheidungen beeinfl. -- MT haben homogene Erwartungen i. B. auf Renditen d. WP, welche Normalverteilung aufweisen -- Existenz einer risikofreien Anlage, Möglichkeit der Erwirtschaftung einer risikofreien Rendite, Existenz risikofreien Zinssatzes zu dem Kapital angelegt und aufgenommen werden kann -- Vorliegen eines vollkommenden Marktes - Beantwortung welcher Teil des Gesamtrisikos eines Investitionsobjektes nicht durch Risikostreuung zu beseitigen ist und Erklärung wie risikobehaftete Anlagemöglichkeiten im KM bewertet werden - Kern des Modells bildet das Beta einer Aktie (Höhe der Risikoprämie im Rahmen der zu erwartenden bzw. zu fordernden Rendite eines Titels angibt) - Investor würde bei risikofreier Investition nur Marktzins verlangen - bei höherem Risiko verlangt er eine Risikoprämie - von Investoren geforderte Rendite, auch als EK-Kosten bezeichnet, durch folgende Gleichung: -- Renditeerwartung der Kapitalanlage = Zinsatz risikolose Kaoitalanlage + Renditevolatilität in Relation zur Kapitalanlage der Marktrendite (ß) * (Marktrenditeerwartungen - Zinsatz risikolose Kaoitalanlage)
- Portfoliotheorie (CAPM-Modell, Beispiel Renditeerwartung der Kapitalanlage) - Ermittlung EK-Kosten, Werte aus Börsenzeitschrift: Gewinn 26€ pro Aktie, Beta 2, erwartete Marktrendite auf Marktportfolio 10%, Zinssatz für risikolose Anlagen 4% - E(Rj) = 4% + 2 (10% - 4%) = 16% - theoretisches Modell, i.d.P. bedingte Anwendung, Erweiterung um Totalverlustrisiko
- Portfoliotheorie (CAPM-Modell, Beta als Risikomaß) - statistisch-mathematisch dimensionslose Größe - kann unendlich im positiven sowie im negativen Sinne sein - relatives Risikomaß, welches Sensitivität der Rendite eines Titels i.B. auf Rendite des Marktportfolios angibt - Gewinnung Beta-Faktor durch Regression (Zusammenhangerstellung) v. Vergangenheitsgrößen - z.B. werden über zwei Jahre die beobachteten 104 Wochen-Renditen einer Aktie mit entsprechenden Renditen eines Marktportfolios (z.B. DAX) regressiert - Koordinatensystem, Abszisse (Marktrendite), Ordinate (Titelrendite), Steigung der Regressionsraten (Beta) - für Aktien wird Beta als standardisiertes Risikomaß genutzt, Schätzung des Betas ist das zentrale Problem
Advertisement