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verhaltensmedizin (Subject) / VL2 (Lesson)

Psychologische Grundkonzepte der VM - Stress, Coping und ausgewählte Einflussfaktoren

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  • Löschung: Ausbleiben der erwarteten positiven Konsequenz
  • Nenne weitere Sozialisationsaspekte ausser Konditionierung und Modelllernen, die die Entw. einer Störung beeinflussen können: - "Broken-home"-Bedingung (jmd. kommt aus einem zerrütteten Zuhause) - (sexuelle) Gewalterfahrung - Deprivationsbedingungen in Kindheit/Jugend - (irrationale) Einstellungen ("Mythen") (zb "ich muss auch mit schlimmen Schmerzen zur Schule gehen)
  • Persönlichkeitstypologisierung und der mögliche Zus.hang mit körperlichen Erkrankungen: - Typ A - Typ B - Typ C - Typ D
  • Typ A: angespannt, wettbewerbsorientiert, hohe Ärgerneigung und Feindseligkeit, exzessives Artbeitsengagement, dauernder Zeitdruck, Irritierbarkeit, Tendenz zur gesteigerten körperlichen Aktivität, hohes Bedürfnis nach Anerkennung, hohe Kompetitivität. Postulierter Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen. -> heute wird aber davon ausgegangen, dass nur Einzelaspekte des Typ-A-Verhaltens tatsächlich mit Koronaren Herz-Kreislauferkrankungen in Zushang stehen.
  • Typ B: Gegenteil von Typ A (nicht aggressiv, eher zurückgezogen)
  • Typ C: Sozial angepasst, resignativ; postuliert als "Krebs-Persönlichkeit", jedoch vermutlich eher Reaktion auf Krebserkrankungen.
  • Typ D: Ausgeprägte "negative Affektivität" und soziale Hemmung; angenommener Zushang zu Herzkreislauf Erkrankungen.
  • Alexithymie: Unfähigkeit, Gefühle hinreichend bei sich selbst und bei anderen wahrnehmen und beschreiben zu können. - In 1970er Jahren: Alexithymie als mögliche Ursache für Entstehung psychosomatischer Beschwerden. - Trotz vieler Studien konnte es nie als ätiologischer Faktor bestätigt werden - In jüngerer Zeit erhält A. wieder mehr Aufmerksamkeit, nicht nur als Ätiologiefaktor sondern auch als mögliche Reaktion auf körpel. Beschwerden oder traumat. Lebenserfahrungen
  • Welche Feuerwehrmänner in der Länsschnittstudie von Heinrichs et al. (2005) bekommen eher eine PTSD? Diejenigen mit high level of hostility und low level of self-efficacy (Selbstwirksamkeit). (42% vo dena kriagen PTSD-Symptom!!)
  • Negative Affektivität: Negative Affektivität bezieht sich auf das Ausmass einer Person, negative Affekte wie Nervosität, Ärger, Abscheu, Schuld bevorzugt zu erleben und auszudrücken. - NA korreliert positiv mit Gesundheitsbeschwerden - NA korreliert negativ mit der subj. Einschätzung des Gesundheitszustandes - NA ist Prädiktor für erniedrigte subj Einsch. des Gesundheitszustandes
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  • Hedonistische Emotionsregulation: Die Fähigkeit einer Person zur Intensivierung oder Aufrechterhaltung positiver Affekte und die Fähigkeit zur Stimmungsverbesserung bei vorliegender negativer Affektivität.
  • Studie von Wirtz et al. (2006) zum Einfluss der hedonistischen Emotionsregulation auf die biologische Stressverarbeitung: Leute mit Hypertonie (hoher Blutdruck) und niedriger hed. Emot.regulation haben am gestresstesten auf Stresstest reagiert (höchste Cortisolausschüttung). Leute mit Normotonie (normaler Blutdruck) und hoher hed. Emot.regulation haben am besten reagiert.
  • PRÜAFIGSFROG: Wichtige Informationsverarbeitungs- und Gedächtnisprozesse in der Verhaltensmedizin: - Selektive Aufmerksamkeit (zb Fixierung auf Esswaren bei Essstörungen) - Selektive Memorierung (bevorzugt werden Konzepte, die mit eigenen Schemata übereinstimmen) - Selektiver Gedächtnisabruf (mehrfaches Erleben kann zu Erwartungshaltung führen, die wiederum Bahnung zu Sensibilisierung gleichkommen kann) - Kortikale Reorganisation durch Schmerzgedächtnis (plastische Veränderungen; Chronifizierung)
  • Was ist die Annahme subjektiver Krankheitsmodelle? Krankheitsverlauf und subjektive Beeinträchtigung ist meistens nicht nur von medizinischen Faktoren abhängig, sondern auch von subjektiven Annahmen über die Erkrankung der betroffenen Person.
  • (krankheitsbezogene) Kausalattributionen: Erfassen die Vermutungen der Patienten zu den Ursachen der Erkrankung. -> Je nach vermuteter Kausalität der Beschwerden verhalten sich Patienten sehr unterschiedlich.
  • (krankheitsbezogene) Kontrollüberzeugungen: Korrelieren nur zum Teil mit Kausalattributionen. - Internale Kontrollüberzeugung (Erfasst das Ausmass an Überzeugung, selbst den Krankheitsverlauf beeinflussen zu können) - Sozial-externale Kontrollüberzeugung (..., dass durch die Hilfe anderer wie zb Ärzte der Krankheitsverlauf beeinflusst werden kann) - Fatalistische Kontrollüberzeugung (..., dass der Krankheitsverlauf nicht gezielt beeinflusst werden kann, sondern zb Zufällen oder dem Schicksal unterliegt)
  • Krankheitsverhalten: Subj. Erleben von Symptomen und Erkrankungen löst individuelle kognitive, emotionale und handlungsbezogene Prozesse aus. Die Reaktion steht in Verbindung mit der individuellen Lerngeschichte, konkreten Vorerfahrungen mit Krankheiten und den spezifischen Persönlichkeitscharakteristika.
  • Symptomwahrnehmung: Introzeption Introzeption ist der Prozess der Aufnahme, Weiterleitung und zentralen Verarbeitung von Infos über Zustände und Zustandsänderungen des Körpers. 3 Teilprozesse: Signalbildung (encoding), Bewusstwerdung (awareness) durch kortikale Verarbeitung, Berichtsverhalten (reporting) -> Symptomwahrnehmung basiert auf vorhandenen Reizcharakteristika (bottom-up-Prozess). Zur Bewertung der eingetroffenen Signale / wahrgenommenen Symptome werden kognitive Schemata und Erwartungshaltungen aktiviert (top-down-Prozess)
  • Symptomwahrnehmung: Somatosensorische Verstärkung Somat.sens. Verstärkung bezeichnet die Tendenz, die Aufmerksamkeit verstärkt auf körperl. Vorgänge zu lenken und die wahrgenommenen Körperempfindungen katastrophisierend zu bewerten, so dass die Symptomwahrnehmung intensiviert wird. Die wahrgenommene Intensität eines Symptoms wird durch psychologische Prozesse beeinflusst (top-down-Prozesse): - Krankheitskonzepte (verbunden mit Lernerfahrungen) - Kontextbedingte Erwartungen (wo befinde ich mich gerade?) - Aufmerksamkeitsfokus - Dysphorische Gefühlszustände (Angst und Depressivität)
  • Claude Bernhard (1813-1878) (Pionier der Stressforschung): Prinzip der Homöostase; "milieu intérieur"
  • Walter B. Cannon: Fight-or-flight-Reaktion (1915)-> Aktivierung des autonomen Nervensystems (Adrenalin, Anspannung in den Muskeln, Bluthochdruck usw.) Hat auch den Begriff Homeostasis geprägt: köperinnere Stabilität, die der Organismus bei veränderten Umgebungsbedingungen versucht aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen.
  • Hans Selye: - Hat den Begriff "Stress" geprägt - Generelles Adaptationssyndrom (alarm, resistance, exhaustion (=Erschöpfung)) - Immunosuppressive Effekte aufgrund von Glucocorticoiden (HHNA= Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse)
  • John W. Mason: Kritisierte das Konzept der Unspezifität (->nicht jeder Stressor führt zur gleichen Reaktion) - Er postulierte, dass für die Aktivierung der HHNA die emotionale Reaktion auf den Stressor zentral sei und nicht der Stressor selbst. Stress-Faktoren, die für psychosoziale Stressreaktion relevant sind: - Neuartigkeit, Unvorhersehbarkeit, Unkontrollierbarkeit, Antizipation (zb wir sind schon VOR der Prüfung aufgeregt, nicht erst während), Ego involvement (es ist für mich relevant)
  • Aaron Antonovsky: Salutogenese: Ansatz zu beforschen, was den Menschen trotz widriger Umstände gesund hält Sense of coherence: Gefühl von Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Bewältigbarkeit -> wichtiges Merkmal für Gesundheit sowie Krankheitsbewältigung
  • Richard Lazarus: Transaktionales Modell bzgl. Stress und Coping: Situation-> Primärbewertung (Bedrohungsausmass) + Sekundärbewertung (Ressourcen)-> Kognitionen-> Emotionale Reaktion-> Somatische Reaktion-> (Neubewertung)-> Verhaltensreaktion-> Kognitionen Es gibt auch dysfunktionale Coping-Strategien, wie zb gegen Stress jeden Abend eine Flasche Wein trinken
  • Wie definierten Lazarus und Folkman Coping? Die sich verändernden kognitiven und verhaltensbezogenen Bemühungen einer Person in Umgang mit spezifischen externalen und/oder internalen Bedingungen, welche die Person als Anforderung oder die eigenen Ressourcen übersteigend bewertet.
  • Drei Faktoren von Coping nach Endler und Parker (1990): Funktion: problemorientiert (Problem anschauen) vs. emotionsorientiert (Emotionen dabei anschauen) Form: aktional vs. intrapsychisch Zuwendung vs. Abkehr
  • Bruce Mc Ewan (Stressforschung heute): Allostasis = stability through change (Konzept der Homöostase weiterentwickelt); Anpassungsleistungen an Belastungen Allostatic load = dauerhafte allostatische Aktivierung als Resultat chronischen Stresses -> Biopsych. Reaktionen, zb hochfahren und wieder runterfahren, wenn das zu oft passiert dann funktionierts irgendwann nicht mehr richtig
  • Diathese-Stress-Modelle: Stress entseht aufgrund des Ungleichgewichts zw. Umweltanforderungen und persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten.
  • Was ist ein Beispiel für die Abweichung von Homöostase? "Burnout"; (Erschöpfungssyndrom) (=Allostatic load) - Das Syndrom ist KEINE Diagnose. Nach ICD-10 ist es ein Problem der Lebensbewältigung (Z 73.0), = Z-Diagnose - Burnout ist ein Zustand, der zu pathologischen Zuständen führen kann wie Depression, Herz-Kreislauferkrankungen, Chronisches Erschöpfungssyndrom
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  • Studie von Pruessner et al. (1999) zu Burnout/Allostatic load: Es wurden den Studienteilnehmern während drei Tagen jeden Morgen Cortisolwerte erhoben (0, 15, 30, 60 min) nach Erwachen. Die Leute mit hohen Burnout-Werten (Lehrer) zeigten an allen Tagen tiefere Cortisolwerte und auch eine stärkere Suppression von Cortisol-Sekretion nach der Gabe von Dexamethason (unterdrückt Cortisol). (unwichtig vllt: nach 30min immer höchster Peak)
  • Studie von Allostatic Load von Wingenfeld et al. (2009): Man mass bei Krankenschwestern um 7, 11.30, 17.30 und 20 Uhr die Cortisolwerte (der circadiane Rhytmus ist von Natur aus immer so, dass am Morgen immer am meisten Cortisol und dann sinkts im Verlauf vom Tag). Sie wurden in 4 Gruppen unterschieden: 1) no burnout 2) 1 burnout criterion 3) 2 burnout criterions 4) 3 burnout criterions.  Ergebnis: Personen mit zwei Burnout-Kriterien hatten eine höhere Cortisolausschütung über den Tag hinweg als diejenigen mit nur einem oder keinem Kriterium.
  • Befunde zum Cortisol bei Leuten mit hohem Allostatic load: Sie haben eine abgeflachte circadiane Kurve des Cortisols und weniger Reagibilität auf Stresstest (-> nicht gut). = Leute mit Burnout haben Hypocortisolismus
  • Definition Resilienz: = Toleranz des Systems gegenüber einer Störung; dynamische Fähigkeit, die es Menschen ermöglicht mit Belastungen und Traumatisierungen so umzugehen, dass sie dabei psychisch stabil bleiben. "Resilience is the process of adapting well in the face of adversity, trauma, tragedy, family relationship problems, serious health problems etc."
  • Durch welche Faktoren kann Resilienz gemäss der American Psychological Association (APA) definiert werden? - Die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen - Probleme nicht als unüberwindbar zu betrachten - Akzeptanz den Veränderungen des Lebens gegenüber aufzubringen - Zielsetzungen zu definieren und Handlungsschritte dahin einzuleiten - Entscheidungen zu treffen - Chancen für Selbsterkenntis zu suchen - Ein positives Selbstbild zu entwickeln - Eine langfristige Perspektive einzunehmen - grundsätzlich auf einen guten Ausgang zu vertrauen - Selbstfürsorge walten lassen (sich selbst gut behandeln und gut behandeln lassen)
  • Was sind Merkmale von Menschen mit hoher Resilienz? 1. Selbstwirksamkeit 2. Selbstkontrollfähigkeit 3. Fähigkeit soziale Unterstützung zu geben und auch bekommen zu können 4. Aus Schwierigkeiten und Fehlern zu lernen 5. An sich selbst und an Dingen und Problemen zu arbeiten 6. Für sich selbst Mitgefühl zu zeigen (ich kann verstehen dass es mir gerade nicht optimal geht und verurteile mich nicht warum ich gerade kein "juhe-Mensch" sein kann) 7. Gelassenheit
  • Studie von Palm & Ehlert (2014) zu Stress, Resilienz und Zyklusunregelmässigkeit: 412 Frauen im Alter von 20-40 Jahren. Ergebnisse: - Je tiefer der chronische Stress, desto höher die Resilienz - Je höher die Resilienz, desto weniger oft unregelmässige Zyklen -----> Das heisst, indirekter Zushang von Chronischem Stress und Unregelmässigen Menstruationszyklen über die Resilienz. (Der direkte Zushang von chron. Stress und unregelmäss. Zyklen war jedoch nicht sign.)