5

Corporate Governance (Subject) / Lektion 08 (CG-Systeme im Wettbewerb) (Lesson)

CG

This lesson was created by Dennis1602.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

  • Grundsätzliches zum Phänomen des Systemwettbewerbs - Heterogenität von CG-Systemen bildet Ausgangspunkt - Ursachen: Zusammenspiel von systembildenden, interdependenten und komplementären Faktoren - kulturell-historische Gründe - Heterogenität von Rechtssystemen / Unterschiede im politischen System -> prägen jeweilige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung - CG-Systeme sind hinsichtlich Effektivität und Effizienz immer kontextbezogen -> verkörpern ein Konstrukt -> reflektiert Weiterentwicklung von sozialen Normen, politischen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen - wirtschaftliche und finanzielle Interdependenz wirtschaftlicher Akteure durch Globalisierung -> CG-Systeme = Bestandteil - zwei gegensätzliche Positionen mit Konvergenz-Ansatz und Divergenz-Ansatz - weitere Argumentationsstränge mit Hybridiesierungstheorie und Varieties of Capital Ansatz
  • Konvergenzthese - Ausgangspunkt = Schwachstellen von CG-Systemen - Folge der Wettbewerbsmechanismen = schnelle und graduelle Konvergenz hin zur effizientesten Form des CG-Systems -> Überlegenheit des anglo-amerikanischen Modells - Institutionelle Konvergenz in Richtung des Shareholder-Value-Ansatzes = effizient - Unterscheidung zwischen formaler und funktionaler Konvergenz: - Formale Konvergenz -- Konvergenz der rechtlichen Rahmenbedingungen - Funktionale Konvergenz -- Effekte internationaler CG-Mechanismen -> int. Rechnungslegung
  • Divergenzthese und das Konzept der Pfadabhängigkeit - institutionelle Ausgestaltung einer Nation = Wettbewerbsvorteile - Systeme nähern sich nicht zwangsläufig aneinander an -> besondere spezifische Vorteile einer Nation können weiterhin genutzt werden - Konzept der Pfadabhängigkeit = Entscheidungsroutinen und Lösungsmechanismen von überindividueller Beschaffenheit (z.B. in Unternehmen oder ganzen Branchen) -> dreistufiger Prozess -- 1. Entscheidungsproblem mit Vielzahl von Wahlmöglichkeiten (z.B. Festlegung auf CG-System) -- 2. Small Event lenkt Auswahlprozess durch positive Rückkopplungseffekte den Auswahlprozess in eine bestimmte Richtung -- 3. Verengung des Auswahlspektrums -> Lock In Effekt in einem bestimmten Pfad -- 4. Wechselkosten ab diesem Zeitpunkt zu hoch um zu einer Alternative zu wechseln -> Pfad wird nicht mehr verlassen - Erklärung warum auf Dauer an CG-Systemen festgehalten wird, obwohl sie zu suboptimalen Ergebnissen führen: -- Entwicklung von Institutionen aufgrund von Lock In = Zeitpfadabhängig, kostenintensiv -- Nur effizienteres System sorgt für Abweichung vom Pfad - Unterstützung durch Konzept der Komplementarität -> Elemente und Beziehungen von CG-Systemen im Mittelpunkt -- Ausprägungen der CG-Elemente ergänzen sich gegenseitig positiv und schwächen negative Effekte gegenseitig ab -- Ausprägungen kompatibel zueinander und pareto-effizient = Konsistenz -- Positive ökonomische Effekte nur von konsistenten Systemen - Nationale Institutionen besitzen Stärke gegenüber externem Anpassungsdruck - Ausdruck in hohem Trägheitsmoment der formalen / informalen Institutionen - Einzelne Elemente können nicht ohne ökonomische Nachteile aus dem  - gesamten Institutionenkatalog herausgelöst werden -> sind historisch gewachsen sind oder einen kulturellen Hintergrund haben -> Inkonsistenzen und temporären Effizienzverlusten -> Kulminationspunkt Destabilisierung des Systems / im Extremfall = Systemkrise
  • Varieties-of-Capitalism-Ansatz - weiterer Erklärungsansatz für die Divergenz von CG-Systemen - Ausgangspunkt ist das in spezifischen, nationalen Institutionen eingebettete Unternehmen, dessen wirtschaftlicher Erfolg auch von entwickelten Koordinationslösungen abhängig ist - aus Blickwinkel solcher Koordinationsaufgaben Unterscheidung zweier Systeme: -- koordinierten Marktwirtschaft (coordinated market economy), als deren Vertreter beispielsweise die Niederlande und Deutschland gelten -- liberalen Marktwirtschaft (liberal market economy), beispielhaft vertreten durch die USA und Großbritannien - spezifische Formen von komplementären Beziehungen -> führen zu stabilem institutionellen Gleichgewicht -> Theorem der institutionellen Komplementarität - Für die in diesen Systemen agierenden Unternehmen resultieren aus ihrer Einbettung in das institutionelle Gefüge Vorteile, die durch eine Konvergenz der CG-Systeme zweifellos aufgehoben oder neutralisiert werden würden
  • Hybridisierungstheorie - vermittelnde Position zwischen Konvergenz und Divergenz zur Erklärung der Entwicklung von CG-Systemen - prozessorientiertes Verständnis von Wettbewerb -> Schaffung und Aufrechterhaltung von optimalen Rahmenbedingungen - Dichotomie zwischen Pfadabhängigkeit und Konvergenz = unzureichend - Systemwettbewerb = Entwicklungspfade eines institutionellen Wandels -> langsam und von parallelen und überlagernden Prozessen -> über nationale Corporate Governance-Systeme hinausgehend - Ergebnis = Hybride CG-Systeme = Kombination exogener Einflüsse und pfadabhängige Prozesse - neue Gesamtkonfiguration des CG-Systems -> individuell aber anderen CG-Systemen angenähert = parallele Existenz von Elementen aus beiden Systemen - SE-Verordnung -> mit statuarischen Wahlrecht zwischen monistischem und dualistischem System -> faktische Vielfalt dieser CG-Komponente belegt sowohl die Anpassungsfähigkeit als auch das Beharrungsvermögen von Institutionen - ob solche hybriden Modelle stabil im Sinne der Komplementarität und Konsistenz sind, kann nicht bewertet werden - nur kurzfristig von Nachteil -> Übergangs- und Anpassungsprozess -> also Veränderung einer institutionellen Ausgestaltung mit dem Ziel einer pareto-optimalen Ergebnisstruktur - Prozess abhängig von Stärke der verändernden Rahmenbedingungen, Verlauf und Dauer des Prozesses
Advertisement