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Wirtschaftsethik_WS16 (Subject) / Klausurvorbereitung (Lesson)

Vorbereitung auf die Klausur

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  • Moralische Güter - Drei Bezugsbereiche Drei Bezugsbereiche lassen sich unterscheiden:- Leistungserstellung und Organisation:Produzierte moralische Güter: Vertrauen, Redlichkeit, Transparenz-  Beschaffung und Absatz:Moralische Güter: Zuverlässigkeit, Fairness oder Ehrlichkeit- Bereich soziale Verantwortung und Gesellschaft:Moralische Güter: Sicherheit, Akzeptanz oder Partnerschaftlichkeit
  • Wertemanagement als Schutz vor dolosen Handlungen Wieland sieht folgende Schwerpunkte der Wirtschaftsethik und des Wertemanagements:•(1) Prävention von dolosen (arglistigen) Handlungen:oJede Form von Wirtschaftskriminalität.Enron und WorldCom haben gezeigt, dass auch große Firmen innerhalb von 10 Minuten geschreddert werden können wegen Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter [Finanzfälschungen!]
  • Wieland und sein wirtschaftsethischer Ansatz Wieland ist bekannt geworden durch seinen Ansatz derGovernance – Ethik•(Governance:„Regierungs-, Amtsführung“„Unternehmensführung“)•Wieland entwickelte diesen Ansatz auf dem Hintergrund des Globalisierungsprozesses•Er zielt auf die Umsetzung im Managementprozess der Unternehmung
  • Einschätzung von Unternehmen heute Wielands Einschätzung und Sichtweise von Unternehmen:•Unternehmen sind nicht „außerhalb“, sondern mitten in der Gesellschaft, sie sind Teil der Gesellschaft•Können verletzt werden von der Gesellschaft•Sie haben - nach amerikanischer Redeweise - von der Gesellschaft erst die „licence to operate“ verliehen bekommen. •„Es kann sein, dass Konsumenten nicht mehr kaufen, dass Staatsanwälte ein Unternehmen zur Kasse bitten, dass Politiker einem Unternehmen das Leben extrem schwer machen usw. Die Gesellschaft kann z.B. auch Banken abstrafen.“(Prof. Wieland in einem Interview: Bayern alpha, 2007)•Unternehmen sind die »backbones« [Rückgrat] moderner Gesellschaften•Von ihren – korrekt ausgeführten - Dienstleistungen hängt die Gesellschaft ab •„Wenn diese Firmen heute also so wichtig sind für die Gesellschaft, dann wollen wir als Gesellschaftsmitglieder einfach wissen: `Wer ist das eigentlich? Was tun die? Sind die zuverlässig? Kann man denen vertrauen? Mit wem arbeiten die zusammen? Wie stellen die ihre Produkte her? Kontrollieren die überhaupt ihre Produktionsstätten irgendwo auf der Welt? … ´•… Jede Firma ist Bestandteil der Gesellschaft, ist sozusagen Kitt der Gesellschaft. Und deshalb müssen sich auch Firmen der Gesellschaft gegenüber erklären.“
  • DAS Instrument des Ethik-Management-Systems Governance-Ethik nach Josef Wieland bedient sich des Instruments derEthik-Management-Systeme•Oder auch: »System des Wertemanagements«•Verleihen einer Organisation durch Selbstbeschreibung / Selbstbindung Identität, geben Erwartungssicherheit an mögl. Kooperationspartner.•Ein Ethik-Management-System besteht aus vier Stufen. Vgl. Sie dazu das Gespräch zwischen Dr. Büssem und Prof. Wieland, in dem die vier Stufen des Wertemanagements vorgestellt werden. [Reader, 28.]
  • Ein Ethik-Management-System besteht aus vier Stufen - Stufe 1 Stufe 1:KODIFIZIERUNG•Festlegung der Werte eines Unternehmens•Das Unternehmen definiert seine Identität (Unterscheidung von anderen.•Klassen von Unternehmenswerten:LeistungswerteInteraktionswerte (Kommunikations- und KooperationswerteMoralische Werte•Fehler: Wertekatalog enthält zu viele wohlklingende Werte
  • Ein Ethik-Management-System besteht aus vier Stufen - Stufe 2 Stufe 2:KOMMUNIKATION•Es geht um »Information« über die Unternehmenswerte•Allerdings: Reden verpflichtet:Die Kommunikation hat performativen, selbstverpflichtenden oder auch zusprechenden Charakter
  • Ein Ethik-Management-System besteht aus vier Stufen - Stufe 3 Stufe 3: IMPLEMENTIERUNG (Umsetzung)Verpflichtung auf Einhaltung gesetzl. Bestimmungen (z.B. Com-pliance – Programm);Werteprogramm mit Verhaltensstandards (Code of Ethics);Ethikschulungen (Ethic-Trainings, Ethic-Audits zur Kontrolle der Umsetzung);Ethic-Hotline (Beschwerde-Instanz);Ein Ethics Committee of the Board of Directors, um ethisch relevante Sachverhalte unternehmensweit zur Geltung bringen zu können.Ein Corporate Ethics and Business Conduct Office (mit Aufgabe der Umsetzung der moralischen Normen im Unternehmen).
  • Ein Ethik-Management-System besteht aus vier Stufen - Stufe 4 Stufe 4 im Ethik-Management-System:ORGANISATION•Gemeint: Organisation d. Prozesses der Implementierung•Beispiele:Einrichtung eines Compliance-OfficeBetreuung des WerteprogrammsKontrolle der Chefs
  • Kompatibilität der Werte / weltweite Standards Governance-Ethik Governance-Ethik unterscheidet bei interkulturellem Management (Globalisierung) folgende Werte:•Kompatible, inkompatible und komplementäre WerteEmpfohlen ist die Suche des Managements nach Kompatibilität•Vorteile dieses Verfahrens:Der Gegensatz von Universalismus und Relativismus wird unterlaufen;Gemeinsame Erfahrungen und Lernprozesse werden initiiert;Es gibt keinen Grund zu Rechthaberei und Kulturimperialismus. Governance-Ethik sucht angesichts der Globalisierung nach weltweiten Standards.•Globalisierung bedeutet eben auch, dass Menschen aus anderen Ländern / anderen Kulturen zu uns kommen•Sie kaufen hier mittelständische Firmen (Übernahme der Firma Putzmeister durch chinesische Investoren) •Es müssen weltweite Standards angestrebt werden, damit sich alle daran halten (können).Zum Beispiel muss klar sein, was unter »sozialer Verantwortung« zu verstehen ist, soll es nicht zu einem Rattenrennen (rat race) von Leuten kommen, die völlig unterschiedliche Auffassungen davon haben.
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  • Ziel der Governance-Ethik Ein entscheidendes Ziel der Governance-Ethik:»ethische Markenbildung für Firmen«•Das Vertrauen, ein guter Kooperationspartner zu sein, muss erst erworben werden, zum Beispiel dadurch, dassman ein gutes Gesellschaftsmitglied istman sich bürgerschaftlich engagiert (CSR!)man die eigene soziale Verantwortung auch tatsächlich wahrnimmtman Menschenrechte achtet … •Es geht um die »saubere Firma«, die auch im Blick auf ihre Produkte gut ist•Glaubwürdigkeit / Vertrauen vertragen sich nicht mit „Fake“•Moralkommunikation ist gefährlich, da man an seinen eigenen Maßstäben gemessen und gnadenlos abgestraft wird, wenn man selbst dagegen verstößt.Beispiel: Bohrinsel Brent Spar und das Problem, das Shell damit zu lösen hatte … [Vgl. Sie im Reader die Seite S. 33]
  • Josef Wieland: Vorzüge und Bedenken / Positiv - Wieland spricht aus eigener beruflicher Erfahrung                                                                     - Ethik-Management-System ist durchdacht und bringt moralische Werte, wenn alle vier Stufen realisiert werden: Erfolg hängt wesentlich auch von den Kooperationschancen des Unternehmens am Markt ab.Erfolgreiche Kooperation ist an 4 nicht-monetäre Faktoren gebunden:1. Beide Vertragspartner besitzen annähernd gleich geartete inhaltliche Überzeugungen hinsichtlich des Vertragsablaufs.2. Beide Partner verhalten sich risikoneutral (kein Interesse an einseitigen Chancen eines Vertragsabbruchs).                                                                                                                      3. Beide Vertragspartner fühlen sich moralisch an die Vertragsbedingungen gebunden.4. Die Verhaltensweisen der Vertragspartner sind extern beobachtbar, d.h. beide Vertragspartner setzen bei Vertragsbuch ihre Reputation aufs Spiel.Diese fair erarbeitete Reputation ist ein moralisches Gut, das dazu beiträgt, die vorvertraglichen Werthaltungen der Partner glaubhaft zu kommunizieren. - In Praxis erprobt: Bayrische Bauwirtschaft,                                                                                - Bestimmung der Rolle der Unternehmen heute in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung
  • Josef Wieland: Vorzüge und Bedenken / Negativ Einführung formaler Werte-Management-Systeme: es droht edie Gefahr einer unverhältnismäßigen Bürokratisierung Unvollständiger Ansatz, da bei ihm die Dimension der moralischen Einstellung des Vertragspartners fehlt
  • Erwartungen an ein Unternehmen - Mitarbeiter - Geldgeber, Anteilseigner, Investoren, Partner - Gesellschaft, Politik - Lieferanten, Kunden
  • Unternehmensbeziehungen, ethische Beziehungsfelder - von Staat/Regierung: Beachtung der Gesetze, Zuwendungen an Parteien/Beamte - im Führungssystem: Nutzung vertraulicher Informationen, ordnungsgemäße Buchführung, Preispolitik mit der Gesellschaft: Umweltschutz/Energiesparung, Nutzung der Medien, Beiträge zum Gemeinwohl, Beiträge zur Standortentwicklung - bei Auslandsgeschäften: Beachtung der Landesgesetze, Investiotionen, Zuwendungen - mit Beschäftigten: Gleichbehandlung, Fairness, Weiterbildung - mit Kunden: Produktnutzen und -sicherheit, Preisgestaltung, Kundendienst
  • Grundbegriffe der Unternehmensethik (1) Corporate Identity CI(2) Corporate Governance CG(3) Compliance(4) Corporate Citizenship CC(5) Corporate Social Responsibility CSR
  • Corporate Identity (CI) •bezeichnet die Identität eines Unternehmens.•Gesamtheit der kennzeichnenden und als Organisation von anderen Unternehmen unterscheidenden Merkmale.
  • Corporate Identity, verschiedene Bereiche •Corporate Behavior, CB (Unternehmens-verhalten):Verhalten gegenüber der ÖffentlichkeitVerhalten gegenüber den Anspruchsgruppen (Kunden, Lieferanten, Partnern, Mitarbeiter).•Corporate Communication, CCgesamte Unternehmenskommunikationnach innen + auch nach außen (Werbemaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit …)           Corporate Culture:•beschreibt die Objekt- und Verhaltensebene des Unternehmens, wie das Unternehmen täglich arbeitet,bildet damit die Konkretisierung der Unterneh-mensphilosophie•Corporate Design, CDGestaltung von Firmenzeichen, Arbeitskleidung, Briefbögen, Visitenkarten, Onlineauftritten…•Corporate Language, CLbezeichnet eine gezielte, spezifische Sprachebene, die im Unternehmen genutzt wird. •Corporate Philosophy, CPbeinhaltet das Selbstverständnis des Unter-nehmensgründers, spiegelt seine ursprünglichen Intentionen wider;bildet damit eine grundlegende Sinn- und Werte-ebene des Unternehmens mit Informationen zu Werten, Normen und Rollen.ABER:Vorsicht ist geboten, wenn CI die Fügung des eigenen Denkens unter die Unternehmensziele fordert.
  • Corporate Governance (CG) •Grundsätze der Unternehmensführung•Ordnungsrahmen für Leitung / Überwachung von Unternehmen
  • Corporate Governance-System Zum unternehmensspezifischen CGS gehören: Gesamtheit relevanter Gesetze, Richtlinien, Kodizes,Absichtserklärungen,Unternehmensleitbild undGewohnheit der Unternehmensleitung und -überwachung.
  • Corporate Governance – Kennzeichen: •angemessener Umgang mit Risiken•transparentes Verfahren für Vorschlag und Wahl der Board-Mitglieder (z.B. breites Spektrum von Personen einbeziehen)•funktionsfähige Unternehmensleitung                                                                  •Managemententscheidungen sind auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtet•Transparenz in der Unternehmenskommunikation•Wahren der Interessen verschiedener Gruppen (z.B. der Stakeholder)•zielgerichtete Zusammenarbeit der Unternehmens-leitung und -überwachung
  • Compliance •Regeltreue / Regelkonformität•Begriff für die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien in Unternehmen•Erfüllung von selbstgesetzten ethischen Standards und Anforderungen.•Korruption und Kartelle sind Beispiele für Verstöße von Compliance Vorwürfe gegen Zulieferer (DELL, NOKIA, SONY, APPLE,...)
  • Korruptionsbekämpfung – eine wirtschaftsethische Herausforderung •Hochaktuell!•Gesellschaftliches Phänomen, das sich bereits in den frühesten Entwicklungsstadien des menschlichen Zusammenlebens entwickelte•Seit Mitte der 90er Jahre: in der Entwicklungs-zusammenarbeit als globales Problem definiert. (Südamerika, Asien, Afrika,...)
  • Was ist Korruption? •Corrumpere (lat.) : verderben, vernichten, bestechen•Bruch mit den gesellschaftlichen / moralischen RegelnDefinitionsversuche:•Weltbank: Korruption als „Missbrauch von öffentlicher Macht zum privaten Vorteil“•OECD: Korruption als „Versuch, den ungebührlichen / unrichtigen Vorteil aus einer Aktivität zu erlangen.“ Deutschland an 16. Stelle (8 Punkte) 10 Punkte = frei von Korruption / 0 Punkte: extreme Korruption
  • Ursachen von Korruption? •Verfall von Werten und Normen•Mangelhafte Kontrolle•Politisch:wenn in afrikanischen Staaten durch das neopatrimoniale System ein traditionelles Beziehungsgeflecht herrscht.•Im Blick auf Unternehmen:GrößeFaktoren wie Unzufriedenheit / mangelnde BezahlungFehlende Karrierechancen
  • Formen von Korruption? •Politische Korruption (in Verwaltung, Ämtern…) durch:Bestechung und ErpressungUnterschlagung / Veruntreuung öffentlicher MittelVetternwirtschaft (Patronage / Nepotismus)•WirtschaftskorruptionZahlung von Schmiergeldern•MakrokorruptionEine große / langfristig angelegte Korruption •Alltagskorruption•Die kleine / situative Korruption•Beschleunigungskorruption: Geschenke zu Beschleunigung eines Prozesses•Rechtsbeugekorruption = Handlungen, die zur Rechtsbrechung führen•Internationale Korruption:•Z.B.: Transfer von Bestechungsgeldern / anderer Korruptionsarten über Grenzen hinweg
  • Korruptionsbekämpfungsmaßnahmen: •Strikte Einhaltung von Gesetzen•Ethik- und Verhaltenskodizes•Personalpolitik•Unternehmenskultur•Aus- und Fortbildung•Unternehmensorganisation•Internes Kontrollsystem•Verbot von Geschenken / privaten Geschäften•Interne und externe ÜberwachungoZ. B. Compliance-Beauftragter / Ombudsmann•Sonstige Maßnahmen