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Biologie der Zellen und Gewebe (Subject) / Zellkern+Chromosomen (Lesson)
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- Zellkern´: Form, Bestandsteile meist kugelförmig bis spindelförmig bei tierischen Zellen meistens +/- zentral in der Zelle ca. 10 % des Zellvolumens bei Säugern →Kern-Plasma-Relation: größere Zellen haben meistens besonders große Kerne (oft polyploid) oder sind vielkernig -Steuerzentrale der eukaryontischen Zelle -genetisches Material als DNA gelagert - Replikation des Erbmaterials bei der Zellteilung - Beginn der Übersetzung in die Sprache der Proteine
- Strukturkomponenten Zellkern Kernhülle (doppelte Membran) Kernporen Chromatin (genetisches Material) Nucleolus (Kernkörperchen) Karyoplasma (Kern-Grundsubstanz) Kernskelett
- Kernhülle phylogenetisch wahrscheinlich ältestes Endomembransystem in hungernden Zellen werden z. B. ER und Golgi abgebaut → die Regeneration der Membransysteme geht von der Kernhülle aus bei der Zellteilung zerfällt sie in Vesikel Struktur äußere und innere Membran der von beiden Membranen umschlossene Raum (Perinuclearzisterne) steht in Verbindung mit dem ER zum Stoffaustausch mit dem Cytoplasma dienen Kernporenkomplexe ("nuclear pore complexes", NPCs)
- Kernporenkomplexe Randwulst (Annulus [lat.: Ring]) aus 8 Untereinheiten Pore von 50 - 70 nm Weite vom Annulus reichen acht “Speichen” nach innen in der Mitte sitzt ein “Zentralgranulum” → "Plug" (= wichtig für Kontrolle der Transportvorgänge!) Gesamtmasse : 120 MDa = 30 Ribosomen ! enthalten wahrscheinlich mehr als 100 unterschiedliche Proteine, aber auch mehrere RNAs an NPC wird der Kerntransport Kontrolliert
- Kernlamina liegt der Innenseite der Kernhülle an im EM dunkle Schicht unterschiedlicher Dicke →Netzwerk aus Protein-Filamenten: besteht aus Laminen → Intermediärfilamente! bindet stark an Chromatin bei der Zellteilung löst sich die Kernhülle auf geht mit Phosphorylierung der Lamine einher nach der Zellteilung Dephosphorylierung
- Kernkörpechen- Nucleolus kugelig, kompakt 1 - 6 % des Kernvolumens Bildungsort der Präribosomen → geht von Satellitenchromosomen aus
- Ribosomen bestehen aus ribosomaler RNA (rRNA) und aus Proteinen Einteilung erfolgt nach Sedimentationskonstanten (S-Wert) werden in den Nucleoli des Zellkerns zusammengebaut
- Chromosomen/Chromatin W. Waldeyer, 1888: " ... dichte, bei Mitose und Meiose im Lichtmikroskop sichtbare Chromatingebilde ..." Chromatin = alles, was bei der Zellteilung in den Chromosomen ist. Heute wird der Begriff viel weiter gefaßt: auch Genome von Prokaryoten, Mitochondrien, Plastiden und Viren. Zellkern
- Euchromatin – im elektronenmikroskopischen Bild zwischen den Zellteilungen hell, also stark dekondensiert – hohe Transkriptionsaktivität
- Heterochromatin – elektronenmikroskopisches Bild: auch ausser- halb der Zellteilung dunkel, also relativ stark kondensiert – es handelt sich meistens um hochrepetitive DNA – wird selten transkribiert
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- Chromosomen Bei Eukaryonten ist das Erbmaterial komplex organisiert : – mindestens doppelt (diploid) Ausnahme: Fortpflanzungszellen, Sporen, Gametophyten– gestückelt in mehrere Stränge bzw. Chromosomen – mit Proteinen komplexiert = Chromatin Der DNA-Gehalt ist weitaus höher als bei Prokaryonten (Vorsicht: die DNA-Menge korreliert aber nicht mit der Phylogenie/dem Entwicklungsstand !) Lichtmikroskopisch nur bei Zellteilung zu sehen! Zellkern
- Funktionell wichtige Teile von Chromosomen • Centromer: zentrale bis terminale Einschnürung • Telomere: Endregionen der Chromosomen • autonom replizierende Sequenzen Dies sind die Mindestanforderungen, damit ein DNAStück bei der Zellteilung auf die Tochterzellen aufgeteilt werden kann. →Yeast Artificial Chromosomes (YACs)!
- Chromatinstruktur • Die Chromatinfibrillen sind in Schleifen angeordnet und bilden sog. Chromatin-Domänen. Die DNA dieser Domänen ist ca. 30 000 bis 100 000 Basenpaare ("30 - 100 kb") lang und enthält die Gene bzw. Transkriptionseinheiten. • An der Basis sind die Schleifen an einem Gerüst aus Nicht-Histon-Proteinen ("chromosome scaffold") verankert. • Die DNA-Sequenz in diesen Bereichen bildet die "scaffold attachment region" (SAR). Genom einer menschlichen Zelle: ca. 6 Milliarden Basenpaare Chromosomen (Metaphase) enthalten ~ 2 x soviel Protein wie DNA! Genom ist organisiert in ca. 30 Millionen Nucleosomen: Komplex der DNA mit Histonen • Je 2 Moleküle H2A, H2B, H3 und H4 bilden einen Octamerkomplex. • Die DNA windet sich ~ 2 x um diesen Komplex (entspricht etwa 200 Basenpaaren) = Nucleosom. • Benachbarte Octamer - DNA Komplexe werden durch das Histon H1 zusammengehalten. • Weitere Proteine kontrollieren den korrekten Zusammenbau der Octamere und die weitergehende Anordnung der Nucleosomen (Nicht-Histonproteine, non-histone proteins, NHP).
- Histon Modifikation • Die Verbindung Histon - DNA ist sehr fest • → Hindernis bei DNA Replikation und Transkription • Lockerung der Bindung durch gezielte Modifikation der Histone!
- Unterschied RNA gegenüber DNA • sie enthält die Base Uracil statt Thymin • als Zucker findet man die Ribose, die eine OHGruppe mehr hat • RNA ist meist einzelsträngig • häufig treten intramolekulare Basenpaarungen auf; Bsp. tRNA • der Großteil der RNA bildet mit Proteinen größere Komplexe (z. B.: Ribosomen) • RNA kann katalytisch wirken: Ribozyme; • RNA ist das genetische Material einer Reihe von Viren ([1]Polio, Influenza, TMV;[2] Rota, Reo, ...)
- weitere Funktionen von Nukleotiden Träger chemischer Energie Bsp.: ATP (leicht spaltbare Säure-Anhydridbindungen) Bildung von Coenzymen Bsp.: CoA (in Kombination mit anderen chem. Gruppen) Bildung spezifischer Signalmoleküle Bsp.: cAMP