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Altenpflege TLF 1 (Subject) / Demenz (Lesson)

Demografischer Wandel

This lesson was created by BirgittaV.

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  • Bedeutung demenzieller Veränderungen in unserer Gesellschaft bis 2050 doppelt so viele Demenzkranke als 2000 dann 2,6 Mio Gesellschaft altert und schrumpft Lebenserwartung steigt es werden zu wenig Kinder geboren die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken steigt für die über 65 jährigen es fehlen professionelle Pflegekräfte es fehlen junge Menschen die in das sozialsystem einzahlen
  • Lebenserwartung Männer 78,4 Jahre, Frauen 83,4 Jahre dank medizinischem Fortschritt bessere Arbeitsbedingungen  Anteil der Hochaltrigen wächst damit steigt die Zahl der Demenzerkrankungen Deutschland und Italien weisen die ältesten Gesellschaften auf
  • Demografischer Wandel: Lebenserwartung Renteneintrittsalter steigt Arbeit und Pflege wird immer schwieriger zu vereinbaren mehr Frauen berufstätig Frauen die Mütter sind, bleiben berufstätig Flexibilität und Mobilität wichtig Zwischen 1996 und 2008 hat sich die Zahl derer die in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Eltern leben von 50 auf 40% gesenkt
  • Demenz WHO häufigste Beeinträchtigung des ZNS 10% der Erkrankungen Europas sind neurologische Erkrankungen die Blutversorgung betreffend, zerebrovaskuläre Erkrnakungen sind in Europa am häufigsten Demenz Hauptursache der Patienten in der stationären Pflege von den 65 jährigen jeder 20. von den 70 - 74 jeder 10. >90 jährige 40% 2010 weltweit 35,6 Mio Demenzkranke Menschen mit niedrigem Bildungsniveau erkranken häufiger an Demenz
  • Demenzielle Veränderung im Alter lat: De=weg, ab; mens = Geist, Verstand, Demenz= psychiatrisches Syndrom, das bei verschiedenen degenerativen und nicht degenerativen Veränderungen im Alter auftritt. Struktur des Gehirns verändert sich, es "schrumpft" Nervenzellen sterben ab. Chronischer Verwirrtheitszustand mit Verlust von Alltagskompetenz.
  • Defizite im kognitiven Bereich (Erinnerung, Wahrnehmung, Kreativität, Aufmerksamkeit und Problemlösung) im emotionalen Bereich: Kompetenz mit eigenen und den Emotionen anderer umzugehen soziale Fähigkeiten: Verantwortungensbewusstsein, Flexibilität, Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Kommunikationsstärke, Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen, Selbstbewusstsein Was ist betroffen? Defizite im  Kurzzeitgedächtnis Denkvermögen Sprache  Motorik bei einigen Formen: Persönlichkeit Wesentliches Merkmal: Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit Störung der kortikalen Fähigkeiten
  • Demenz Fortschritt Demenz kann schleichend beginnen und fortschreiten, aber auch rasch fortschreiten. Am Anfang der Erkrankung stehen die Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit im Vordergrund, später dann der Verlust des Langzeitgedächtnisses so das erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten verloren gehen.
  • ICD 10 Symptome für mind. 6 Monate, Syndrom in Folge einer chronischen (meist) oder fortschreitenden Erkrankung des Gehirns mit Störung kortikaler Funktionen wie: Denken, Orientierung Auffassung Rechnen Lernfähigkeit Sprache, Sprechen Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung
  • Primäre und Sekundäre Demenz Primär: hirnorganische Form ca. 90% der Fälle M.Alzheimer Sekundär: nicht hirnorganisch, ca. 10% der Fälle z.B. HK Erkrankungen, Korsakow, Drogen, Medikamentennebenwirkungen (bei Parkinson oder Med gegen Depressionen), Arzeistoffe. Wenn die Grunderkrankung behandelt wird, können Symptome aufgehalten werden oder sich zurückentwickeln. 
  • Sekundäre Demenz (weitere) Die Demenz kann sich zurückentwickeln bei Behandlung der Grunderkrankung Tumor, Raumfordernder Prozess Rückentwicklung nach OP Hyperthyreose, Endokrinische Demenz Infektiöse Demenz durch Krankheitserregerz.B. Creuzfeld-Jakob, Neuroborreliose Toxische Demenz: Giftstoffe, Alkohol (M. Korsakow) Schwermetalle, Drogen, Medikamente Traumatische Demenzen: äußere Einwirkungen, Boxerdemenz (dementia pugilistica), Unfälle, Verlust von Hirnsubstanz Hypoxische Demenz, aufgrund von O2 Mangel, z.n. Reanimation, Strangulation, geringe O2 Sättigung, unbehandelte Epilepsien
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  • Verlauf einer Demenz Ratlos, hilflos, depressiv, vergesslich orientierungslos Gegenstände werden nicht mehr erkannt Sprachverständnis beeinträchtigt Mimik eingeschränkt, Apraxie, eingeschränkte Muskeltätigkeit Starke Unruhe, Bewegungsdrang Aggressivität Inkontinenez Verlust des Durst- und Hungerempfindens Ausfall motorischer Fähigkeiten: Gangapraxie gestörter Tag-Nacht Rhythmus Zunahme der Verwirrtheit gegen Abend (Sundowning-Phänomen)
  • Schweregrade: Leicht Alltagsleben ist beeinträchtigt Betroffener kann noch seine persönliche Hygiene aufrechterhalten verfügt noch über Urteilskraft erste geistige Defizite Vergesslichkeit zeitliche Orientierung schwierig Antriebsmangel
  • Schweregrade: Mittel Zunahme des Verlust der geisigen Fähigkeiten,  eingeschränkte Eigenständigkeit schwindende Rechen- und Problemlösungsfähigkeit Erkennungsstörungen Desorientierung Zeit und Ort Sprachstörungen insb. Sprachverständnis Vernachlässigung der Hygiene, Ernährung Wahnvorstellungen Komplexere Handlungen sind nicht mehr durchführbar Kommunikation auf der Gefühlsebene lernen neuer Handlugen nicht mehr möglich Betroffenen müssen in selbständiger Lebensführung unterstützt werden, benötigen zeitw. Aufsicht
  • Schweregrade: Schwer Verlust der Alltagskompetenz Pflegeabhängigkeit Gedächtnisverfall auch Langzeitgedächtnis Sprachverfall - kaum noch Sätze Agnosie - Erkennungsstörungen Inkontinenz Bettlägerigkeit Tod Betroffener muss ständig überwacht werden, kann seine persönliche Hygiene nicht mehr aufrechterhalten, benötigt Hilfe bei allen Alltagsanforderungen. In diesem Stadium dösen Demente häufig vor sich hin oder neigen zu Automatismen (nesteln, hin und her wiegen)
  • Demenz Einteilung in Arten 55 % M. Alzheimer 15 % vaskuläre Demenz 5 % Lewy Körper Demenz Mischformen
  • Was passiert im Gehirn? Amyloid Plaques und Neurofibrillenbündel lagern sich ab, die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen gehen zugrunde Durchblutungsstörungen durch Verengungen oder Verschluss; Zelluntergänge, Gewebsuntergänge = Hirninfarkt, Schubweise, zunehmender Verlust von Gehirnfunktionen, vaskuläre Demenz oder Multiinfarktdemenz genaue Diagnose ist wichtig damit eine gute medikamentöse und therapeutische Behandlung stattfinden kann. Stoffwechelerkrankungen wie  Schilddrüsenunterfunktion oder unerwünschte Nebenwirkungen (Benzodiazepine: Tavor, Melperon); bei Depressiven: Pseudo-Demenz. Wichtig ist die Abgrenzung einer depressiven Störung die in der akuten Phase zu geistigen Leistungseinschränkungen führt (depressive Pseudodemenz)
  • Behandlung und Pflege bei Demenz klare Struktur Bewohner ernst nehmen Ängsteernst nehmen, Vertrauen schaffen Rituale Risikofaktoren minimieren neues Personal vorstellen Vertrauen schaffen, Blickkontakt halten, sich auf einer Ebene bewegen wertfrei, gewaltfrei kommunizieren auf Gefühlsebene kommunizieren aktivierende Behandlung: Gedächtnistraining, Ergotherapie, Bewegungsangebote nicht korrigieren, diskutieren
  • Desorientiertheitsprophylaxe um einen Pflegebedürftigen zeitlich, räumlich und zur Person zu unterstützen, müssen PP individuell planen, welche Risikofaktoren vorliegen in Bezug auf die Verwirrtheit
  • Akute und Chronische Desorientierung Akut: Änderung der Gewohnheiten Reaktion auf eine als lebensbedrohlich eingeschätzte Situation Flüssigkeitsmangel Superweichlagerung bei verschiedenen Grunderkrankungen: Schlaganfall, Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes, Tumormetastasen bei Brustkrebs (Metastasen im Gehirn) Medikamente z.B. Antidepressiva oder Schlafmittel (Hangover-Effekt bei einnahme nach 22.00 Uhr) Drogen Alkohol
  • Akute und chronische Desorientierung chronisch: Demenz, je nach Fortschritt der Erkrankung unterschiedlich ausgeprägte Desorientierung
  • Pflegeassesment MMS Einschätzung der Desorientierung und Kognition: Orientierung Merkfähigkeit Aufmerksamkeit und Richtigkeit Erinnerungsfähigkeit Sprache Der Betroffene muss 30 Aufgaben in der vorgegebenen Reichenfolge bearbeiten. Max 30Punkte sind zu erreichen. 25 Punkte sollte ein 70 jähriger erreichen, pro 10 Lebensjahren kann  1 P. abgezogen werden. Bei Abitur sollten mind. 27 P. erreicht werden. Kritik: der Test zeigt kein klares Bild über eine bestehende Demenz sondern erfordert weitere neurologische Untersuchengen.
  • DSM 5 Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen = Klassifikationssystem in der Psychiatrie Gedächtnisstörungen: Merkfähigkeit, Kurz- und Langzeitgedächtnis Kognitive Störungen: Störung beim abstrakten Denken: Urteilsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit Psychiatrische Symptome: Depression, Wahnvorstellungen, Verhaltensauffälligkeiten Orientierungsstörungen: zeitlich, örtlich, zur Person Störungen müssen Alltagsrelevant sein, Aktivitäten müssen stark gestört sein, muss auf Dauer sein. Demenz muss auf körperliche Erkrankung zurückzuführen sein. Psychiatrische Erkrankung muss ausgeschlossen sein.
  • Spätkomplikationen Symptome die zum Tod führen: Schluckstörungen, Kaustörungen, Aspiration. Kontrakturen, Immobilität > Dekubitus, Harnwegsinfekte durch zu geringe Trinkmengen, Pneumonie
  • Kaustörungen gestörte Koordination der Mund- und Rachenmuskulatur Verminderter Speichelfluss durch Medikamente = Neuroleptika, Antidepressiva Fehlender Zahnstatus  Veränderungen der Mundschleimhaut = Entzündungen Aspiration, Einatmen von Nahrungsbestandteilen = Aspirationspneumonie Schluckstörungen durch Logopäden behandeln lassen, bei Gefahr Exsikose oder Mangelernährung PEG
  • Pflegerische Interventionsmöglichkeiten Geduld aufbringen, zuhören, ernst nehmen respektvoll gegenübertreten, nicht duzen, mit Familiennamen ansprechen keine Bevormundung Gefühlswelt des Dementen bleibt lange erhalten, der Erkrankte ist auf Gefühlsäußerungen der Pflegenden angewiesen (lächeln, streicheln, liebevolle Zuwendung) Blickkontakt beim Gespräch Anschuldigungen überhören, nicht diskutieren, wer recht hat nicht überfordern, häufige Pausen, kurze Übungsfrequenzen ablenken statt beharren loben, statt kritisieren, der Ton macht die Musik statt der Gegenwart die Erinnerung stärker betonen nicht den Leistungsmaßstab Gesunder anwenden nicht auf Defizite hinweisen (Pflegebedürftigen nicht bloßstellen) Gewohnheiten, feste Regeln berücksichtigen schonenend aktivieren, nicht ins Bett abschieben eigene Handlungen oder die des Pflegebedürftigen kommentieren nicht im Beisein des Pflegebedürftigen über ihn sprechen Umgebungswechsel möglichst vermeiden eigene Anspannung nicht auf den Pflegebedürftigen übertragen auf die Persönlichkeit eingehen gesunde Anteile fördern, Autonomie weitgehend erhalten, Unterstützung bei eigenständiger Lebensführung, Vermeidung sozialer Isolation, Verbleib im gewohnten Umfeld
  • Vier Säulen der Vorbeugung: Aktivierende Pflege Bewegung Kommunikationsstrategien Soziale Kontakte
  • Vier Säulen der Vorbeugung: - Aktivierende Pflege bereitlegen der Kleidungsstücke damit der BW sich besser ankleiden kann PP begleitet und leitet an einbeziehen der Pflegebedürftigen Ressourcenorientiertes arbeiten BW wird ohne aktivierende Pflege passiv Pausen nutzen um weiter anzuleiten Selbständigkeit erhalten
  • Vier Säulen der Vorbeugung: Bewegung Stundenlange Apathie oder ruheloses Umherirren Bewegung fördert die Durchblutung Bewegung schafft ausgleich Bewegung fördert das Lernen (Gehirn), räumliche Orientierung
  • Vier Säulen der Vorbeugung: soziale Kontakte Besuch empfangen an den Bewohnertisch setzen Religion oder andere Aktivitäten Gefühl der Zugehörigkeit  Ausflüge z.B. an Orte die Emotionen und Erinnerungen wecken (können den aktuellen Lebensabschnitt besser zuordnen) Stammkneipe Erinnerungspflege
  • Vier Säulen der Vorbeugung: Kommunikationsstrategien verbale und nonverbale Kommunikation, je nach Demenz Kurze, prägnante Sätze Kommunikation auf der Gefühlsebene Augenkontakt geschlossene Fragen stellen, wer, wie, wo, was keine Kritik und keine Diskussionen Initialberührung vor der Ansprache das Verlassen oder Beenden der Kommunikation wird vorher angekündigt Verabschiedungsrituale
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  • Herausforderndes Verhalten -- Was ist das? signalisiert ein Bedürfnis hat verschiedene Ursachen Cohen-Mansfield (2001) geht davon aus, dass herausforderndes Verhalten oft Versuche sind, Bedürfnisse mitzuteilen, die im Augenblick nicht befriedigt werden können; z.B. Hunger, Schmerzen oder Langeweile Manches Verhalten ist für die Umgebung problematischer als für den Betroffenen (in den Flur urinieren)
  • Möglicher Umgang mit herausforderndem Verhalten: Medikamentöse Behandlung und / oder Alternativansätze nicht Medikamentös: durch Beratung zu: Pflegepraktiken + Umgebungsveränderung,      oder funktionale Analyse (Formulierungsmethode) oder proaktive Strategien: - ROT - Reminiszenztherapie (sich erinnern) - Validation - Musiktherapie etc.