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Ophthalmologie (Subject) / Pupille, Sehbahn (Lesson)

Allgemein

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  • Absolute Pupillenstarre = Fehlen der Pupillenreaktion - Beschädigung parasympathischer Efferenzen im intrakraniellen Verlauf - Krankes Auge: Mydriasis, keine Lichtreaktion (weder direkt noch indirekt)- Gesundes Auge: Normalbefund (sowohl direkt als auch indirekt)- Visus beidseits erhalten Klivuskantensyndrom: Druckschaden des N. oculomotorius durch Hirndruck --> Mydriasis und ggf. AugenmuskellähmungPupillotomie: Träge oder fehlende Lichtreaktion und langsam, jedoch auftretende Nahakkommodation, meist einseitig (--> Anisokorie), harmlosAdie-Syndrom: Pupillotomie und Areflexie der unteren Extremität
  • Amaurotische Pupillenstarre Durch Blindheit (Amaurose) afferente Störung der Nervenleitung Klinik:- krankes Auge: keine direkte Lichtreaktion; indirekte Pupillenreaktion erhalten; Konvergenzreaktion erhalten- gesundes Auge: Direkt Lichtreaktion erhalten, keine indirekte Pupillenreaktion
  • Reflektorische Pupillenstarre = Argyll-Robertson-pupil Ätiologie: Läsion im Bereich der prätektalen Region und der Edinger-Westphal-Kerne- Tabes dorsalis (Lues)- seltener Multiple Sclerose, Borreliose- Syringomyeli - direkte und konsensuelle Lichtreaktion fehlen- Naheinstellungsreaktion erhalten bzw. überschiessend- keine Reaktion auf Dunkelheit oder pharmakologische Reize
  • Horner-Syndrom Ursachen: Schädigung der Sympathikusbahn Zentral: 1. Neuron- Tumoren- Syringomyelie- Multiple Sklerose Peripher (präganglionär): 2. Neuron- Syringomyelie- Multiple Sklerose- Trauma- Struma- Aneurysma- Pancoast-Tumor Peripher (postganglionär): 3. Neuron- vaskuläre Prozesse- Aneurysma der Carotis interna
  • Pupillotonie Ursache: postganglionäre Schädigung des Parasympathikus, vermutlich im Bereich des Ganglion ciliare (zB bei Diabetes mellitus, Alkoholismus, Virusinfekt, Trauma) Diagnostik:- Anisokorie (Störung der Efferenz)- direkte und konsensuelle Lichtreaktion mit fehlender Reaktion - Naheinstellung verlangsamt- verzögerte Erweiterung- keine Motilitätsstörung- Pharmakologische Testung mit Pilocarpin--> im erkrankten Auge deutliche Miosis (Denervierungshypersensibilität)--> im gesunden Auge keine Pupillenveränderungen (zu schwach!) Adie-Syndrom: zusätzlich zur Pupillotonie fehlen Achilles- und Patellarsehnenreflexe
  • Relatives afferentes Pupillendefizit (RAPD) - Optikusneuropathie- Grossflächige Netzhauterkrankungen Nicht vorhanden bei- Amblyopie- umschriebene Makulopathie
  • Sehbahn 1. N. opticus 2. Chiasma opticum 3. Tractus opticus 4. Corpus geniculatum laterale Umschaltung 3. auf 4. Neuron 5. Radiatio optica 6. Area striata (Sehrinde, Areal 17 nach Brodman)
  • Läsion im Chiasma opticum Bitemporale Hemianopsie Ätiologie:- Hypophysenadenome- Kraniopharyngiome- Meningeome- Aeurysmen der A. carotis interna
  • Retrochiasmale Läsionen - Tumoren- vaskuläre Insulte- basale Meningitis- Aneurysmen der A. communicans posterior - Beidseitigkeit und Gleichseitigkeit der Gesichtsfeldausfälle (homonym)
  • Anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION) = Akute Durchblutungsstörung der Papille Ätiologie:- Arteriosklerotische Form - Arteriitische Form → bei Arteriitis temporalis Klinik:- Plötzliche einseitige Sehminderung- Keilförmige und horizontale Gesichtsfeldausfälle (unteres Gesichtsfeld häufiger betroffen)- Bei der arteriitischen Form weitere Symptome der Arteriitis temporalis möglich Diagnostik- Ödematöse, randunscharfe Papille, häufig sektoriell betont; blass oder hyperämisch; radiäre Randblutungen- Im späteren Verlauf: Optikusatrophie TherapieBei arteriitischer Form → Sofort hochdosierte systemische GlukokortikoideBei nicht arteriitischer Form → Therapieversuch mit Hämodilution und systemischer Glukokortikoidgabe möglich
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  • Stauungspapille Fast immer beidseitige Papillenschwellung durch erhöhten Hirndruck Ätiologie:- beidseitige Stauungspapillen: Hirntumoren (70-80%), Subduralhämatom, Pseudotumor cerebri (benigne intrakranielle Hypertension ohne Hydrozephalus v.a. bei adipösen Frauen --> Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, transiente Verdunklungen des Gesichtsfelds)- einseitige Stauungspapille: Orbitatumoren Klinik:- anfangs leichtes Schleiersehen --> Vergrösserung des blinden Flecks --> Gesichtsfeldausfälle- Sehschärfe nicht herabgesetzt (DD: Papillitis stark reduziert) Diagnostik:- Randunschärfe und Hyperämie der Papille- Zunahme der Papillenprominenz- Exkavation
  • Neuritis nervi optici Papillitis: Entzündung des intrabulbären Anteils des N. opticusRetrobulbärneuritis: Entzündung des retrobulbären Anteils des N. opticus Ätiologei:- Multiple Sklerose- Devic-Syndrom- Infektion Klinik:- meist einseitige Visusminderung (DD: Stauungspapille beidseitig, keine Sehverschlechterung)- innerhalb von Stunden-Tagen mit Zentralskotom und Farbentsättigung- retrobulbärer Schmerz bei Augenbewegungen Diagnostik: Latenzverzögerung im VEP; Lumbalpunktion, MRT Schädel und Rückenmark- Papillitis: randunscharfe Papille- Retrobulbärneuritis: unauffälliger Fundus ("Der Patient sieht nichts, der Arzt auch nichts")- relativer afferenter Pupillendefekt
  • Adie-Syndrom Pupillotonie + Störungen der Bein-Sehnen-Reflexe
  • Argyll-Robertson-Phänomen = Reflektorische Pupillenstarre- entsteht durch eine Störung im Schaltneuron der Reflexbahn oberhalb des Edinger-Westphal-Kernes - tritt oft beidseitg auf - meist durch Lues bedingt (Tertiärstadium, Tabes dorsalis) - enge, entrundete Pupille, bei Dunkelheit kaum Mydriasis- aufgehobene Lichtreaktion- Überschiessende Naheinstellungsmiosis
  • Parinaud-Syndrom (Mittelhirn-Pupille) Ursache: Tumoren, z.B. Pinealome, die Fasern zwischen prätektalen Kernen und Ncl. Edinger-Westphal schädigen - Läsion im riMLF - Lähmung des Auf- oder Abblicks- mittelweite Pupillen- Störung der Akkomodation- Konvergenznystagmus
  • Internukleäre Ophthalmoplegie (INO) - bei jüngeren Patienten: Mutiple Sklerose- bei älteren Patienten: Hirnstamminfarkt - Läsion im Fasciculus longitudinalis medialis - Einschränkung der Adduktion eines Auges bei Seitwärtsblick, nicht aber bei Naheinstellungskonvergenz- Blickrichtungnystagmus am abduzierten Auge
  • Horizontale Blicklähmung Ursache: Diabetes, Apoplexie, Tumoren, Enzephalitiden, MS - Läsion in der PPRF - alle konjugierten, also gleichsinnigen Augenbewegungen zur Seite der Läsion hin sind gestört- öfter zusätzlich periphere Fazialisparese- beide Augen sind betroffen