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Ophthalmologie (Subject) / Motilität und Schielen (Lesson)
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- Begleitschielen (Strabismus concomitans) Schielen bei gleichbleibendem Sehwinkel Ätiologie:- genetisch- Refraktionsfehler- einseitige Sehschwäche/Ambylopie- Fusionsschwäche- zerebrale Schäden 1. Frühkindliches Schielsyndrom (<6 Monate)2. Normosensorisches Spätschielen (ab 1. Lebensjahr)3. Mikrostrabismus: Schielwinkel <5° --> hohe Ambylopiegefahr4. Latentes Schielen: kein Krankheitswert, da Fusion möglich Diagnostik:- Prüfung der Hornhautreflexe- Einseitiger Abdecktest (Cover-Test) Therapie:- Okklusionsbehandlung- Schieloperation (Lockerung des zu stark wirkenden Muskels/Kürzung der Gegenseite)
- Amblyopie Schwachsichtigkeit eines oder beider Augen aufgrund einer Entwicklungsstörung des Sehvermögens während der frühen Kindheit (kein organisches Fehler) - Funktionsstörungen im Bereich der Corpus geniculatum laterale und v.a. Sehrinde (zentralnervöse Unterdrückung eines der beiden Bilder) - kann bis zum 8-10. Lebensjahr behandelt werden 1. Deprivationsamblyopie (zB durch Ptosis, Katarakt, Okklusion)- da kaum Informationen geliefert werden kommt es zur "Unterentwicklung" der Sehrinde2. Refraktionsamblyopie: Bei deutlich unterschiedlichen Refraktionen entstehen Bilder unterschiedlicher Grösse/Schärfe, sodass eins zentral unterdrückt wird3. Schielamblyopie Therapie: Korrektur von Brechungsfehlern und Abdecken des besser sehenden Auges
- Lähmungsschielen (Striabismus paralyticus) Schielen durch Augenmuskellähmung, der Schielwinkel verändert sich je nach Blickrichtung Klinik:- Doppelbild am grössten bei Blickrichtung in Zugrichtung des gelähmten Muskels- oft kompensatorische Kopfhaltung (Gegenrichtung bei CN IV)
- Internukleäre Ophthalmoplegie Durch Schädigung des Fasciculus longitudinalis medialis (Verbindung zwischen Abduzenskern der einen Seite und Okulomotoriuskern der Gegenseite) kommt es zu einer Störung der horizontalen Augenbewegungen Ätiologie:- Multiple sclerose (häufig bei jüngeren Patienten)- Blutungen (häufig bei älteren Patienten)- Selten: Hirntumor, Intoxikation, Enzephalitis, Stoffwechselstörungen Klinik:- Adduktion beim Seitwärtsblick eingeschränkt- Adduktion bei Konvergenzreaktion erhalten- Dissoziierter Nystagmus: Beim Blick zur Gegenseite --> Nystagmus des abduzierten Auges
- III - Okulomotoriusparese Versorgt:- M. levator palpebrae- M. rectus medialis, superior, inferior- M. obliquus inferior- M. sphincter pupillae (parasympathisch)- M. ciliaris (parasympathisch) Komplette Ophthalmoplegie- Auge zeigt Deviation nach aussen unten - Ptosis und Mydriasis- Nah-Akkommodation gestörtOpthalmoplegia interna- bei leichter Druckschädigung werden zuerst die parasympathischen Fasern geschädigt --> weite, lichtstarre Pupille und gestörte Nah-Akkommodation bei normaler AugenmotilitätOphthalmoplegia externa- Erhaltene autonome Funktion bei gestörter Augenmotilität
- IV - Trochlearisparese - Ausfall des M. obliquus superior Ätiologie:- Gefässveränderungen (Diabetes mellitus, Hypertonie, Ateriosklerose)- Traumata - Fehlende Senkung des Augapfels bei Adduktion- Fehlende Abduktion --> leichte nasale Schielabweichung- Fehlende Innenrotation --> Verollung des Auges nach aussen Folgen:- Schräg stehende, vertikale Doppelbilder (am stärksten beim Blick nach nasal unten, zB Lesen)- Bielschowsky-Phänomen: Kompensatorisch neigen die Patienten den Kopf zur Gegenseite
- IV - Abducensparese Ausfall des M. rectus lateralis - Auge weicht nach innen ab (Einwärtsschielen) - Kompensatorisch wird der Kopf in Richtung des paretischen Muskels gedreht, um so Doppelbilder zu vermeiden
- Entwicklung der Sehschärfe Bei Geburt: 0,03 Mit 6 Monaten: 0,15 Im 4. Lebensjahr: 0,8
- Frühkindliches Schielsyndrom - häufigste Form - Beginn innerhalb der ersten 6 Lebensmonate - A- bzw. V-Symptom (beim Blick nach oben bzw. unten nimmt der Schielwinkel zu) - "Kreuzfixation"
- Normosensorisches Schielen Schielbeginn nach dem 1. Lebensjahr, nach Ausbildung des Binokularsehens - plötzlicher Beginn - Kinder sehen Doppelbilder (Binokularsehen schon vorhanden) --> Amblyopieprophylaxe
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- Mikrostrabismus Schielen mit einem Winkel <5° - Diagnose häufig erst bei Schuleintritt --> Hohe Amblyopiegefahr, schlechte Prognose
- Bielschowsky-Phänomen Bei der Trochlearisparese kommt es zu einem Ausfall des M. obliquus superior. Die Folge sind schräg stehende, vertikale Doppelbilder. Zur grössten Schielabweichung kommt es bei Kopfneigung zur Seite des paretischen Muskels, da der Bulbus nach oben innen abweicht (Bielschowsky-Phänomen). Kompensatorisch neigen die Patienten den Kopf zur Gegenseite.
- Brückner-Test Untersuchungsverfahren nach Schielerkrankungen v.a. bei Säuglingen, Kindern - wird mit dem Ophthalmoskop durchgeführt und dient der Beurteilung des Foveolarreflexes ("rote Augen" auf Fotos) - Bei manifestem Strabismus weist die Pupille des schielenden Auges einen mehr hellroten Farbtonauf
- Brückner-Test Untersuchungsverfahren nach Schielerkrankungen v.a. bei Säuglingen, Kindern (Abdecktest nicht durchführbar) - wird mit dem Ophthalmoskop durchgeführt und dient der Beurteilung des Foveolarreflexes ("rote Augen" auf Fotos) - Bei manifestem Strabismus weist die Pupille des schielenden Auges einen mehr hellroten Farbtonauf