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Kommunikation (Subject) / Foliensatz 5 (Lesson)

Massenkommunikation: Theorien

This lesson was created by Katharina9L.

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  • Was sind Kennzeichen jedweder medialer Berichterstattung? Definition eines Ausschnitts aus dem Weltgeschehen als: „Ereignis“ durch Auswahl- und Interpretationsprozesse nicht Abbildung, sondern Auswahl und Interpretation
  • Was ist Framing? Der mit dem Medienwirkungsansatz des Agenda Settings verknüpfte Begriff framing (engl.) bzw. Einrahmen beschreibt den Prozess einer Einbettung von (politischen) Ereignissen und Themen in subjektive Deutungsrahmen durch massenmediale Akteure und politische Pressearbeit, Dabei wird eine bestimmte (politische) Thematik durch selektive Betonung und Akzentuierung sowie Attributierung bestimmter Merkmale dem Publikum auf eine bestimmte Art und Weise vermittelt.
  • Welche Forschungstraditionen der medialen Vermittlung von Realität kennen Sie? 1. Journalist als „Gatekeeper (Pförtner, Schrankenwärter, Schleusenwärter)2. News Bias3. Nachrichtenwert-Theorie
  • Was weisst du über die Theorie: Der Journalist als Gatekeeper (Pförtner, Schrankenwärter, Schleusenwärter)? 1940er Jahre Psychologie (Kurt Lewin):Schlüsselposition einzelner Entscheidungsträger in sozialen Gruppen 1950er Jahre Untersuchung Davis Manning White: Anwendung des psychologischen Gatekeeper-Modells auf Prozess der Nachrichtenauswahl Methode: Untersuchung des Selektionsverhaltens in Bezug auf Agenturmeldungen Forschungsfrage: Einfluss von subjektiven Dispositionen und Einstellungen auf Selektionsentscheidung Ergebnisse: vernachlässigt wurden Meldungen, die als trivial, uninteressant, schlecht geschrieben, propagandistisch oder zu lang eingeschätzt wurden --> Dispositionen in Einstellungen beeinflussen Selektion von Nachrichten
  • Wie wurde der Gatekeeper-Ansatz später weiter entwickelt? zunächst Integration in ein Modell zur Massenkommunikation später mehrfache Weiterentwicklung a) Einfluss der individuellen Prädisposition auf Selektionsentscheidung NEU: Einfluss institutioneller Faktoren --> Journalist agiert nicht als isoliertes Individuum, sondern ist eingebunden in „Nachrichtenbürokratie“ (Ressorts, Arbeitsteilung, Rollen, Hierarchien (Herausgeber, Chefredakteur, Redaktionsmitglied)) b) durch systemtheoretischen Ansatz Erkenntnis des komplexen und dynamischenCharakters massenmedialer Kommunikationssystem --> zum Zweck der Anpassung an die Umwelt rückgekoppelte Lernprozesse und innovatives Verhalten--> Nachrichtenauswahl als systemstabilisierendes Handlungsschema (das System = Medieninstitution)
  • Was meint der Ansatz "News Bias"? Forschungsfrage:Messen von Unausgewogenheit, Einseitigkeit und politischen Tendenzen in der Medienberichterstattung und Aufschluss über deren Ursachen Untersuchungsmethoden:a) empirische Studien --> Simulation des Vorgangs der Nachrichtenauswahl und Berichterstattungb) Inhaltsanalysen und Befragung von Journalisten Forschungsergebnisse:1. Einfluss von subjektiven Dispositionen und Einstellungen auf Selektionsentscheidung bestätigt (empirische Bestätigung der Thesen aus den 1950er Jahren) 2. Nachrichtengebung folgt einseitig der jeweiligen redaktionellen Linie
  • Was meint die Nachrichtenwert-Theorie? setzt in früherer Phase des Prozesses der Nachrichtenauswahl an nicht erst bei der eigentlichen Auswahlhandlung durch den Redakteur, sondern beim Wahrnehmen der Ereignisse selbst Theorie - Journalisten haben mehr oder weniger implizite Vorstellungen davon, was den Interessen und Wünschen des Publikums entspricht - „Nachrichtenfaktoren“ als Kriterien der Nachrichtenselektion und -Verarbeitung - „Nachrichtenfaktoren“ sind Merkmale, die ein Ereignis aufweist und die über seinen Nachrichtenwert (seine Publikumswürdigkeit) bestimmen - journalistischer Sinn und Zweck der „Nachrichtenfaktoren“: Aufmerksamkeit des Publikums gewinnen --> systematischer Zusammenhang zwischen bestimmten Ereignissen bzw. ihren Merkmalen und ihrem Nachrichtenwert den Ereignissen selbst wird Nachrichtenwert zugesprochen
  • Was meint im Zusammenhang mit der Nachrichtenwert-Theorie die "Drei Faktorenkomplexe (nach Östgaard)"? Einfachheit- einfache Nachrichten werden komplexen vorgezogen- komplexe Sachverhalten werden auf einfache Strukturen reduziert Sensationalismus-  dramatisch, emotional erregende Sachverhalte (Unglücksfälle, Katastrophen, Kurioses, Konflikte, Krisen ..) Identifikation- beim Rezipienten Aufmerksamkeit erlangen durch- Anknüpfen an bekannte Themen (Sachverhalte, Ereignisse)- Prominenz der Akteure, über die berichtet wird- räumliche, zeitliche, kulturelle Nähe der Ereignisse zu den Rezipienten
  • Was besagt die Weiterentwicklung des Nachrichtenwert-Ansatzes durch Schulz (1976)? Nachrichtenfaktoren nicht mehr als Merkmale der Ereignisse selbst,sondern als „journalistische Hypothesen“ über die Realität: „Je mehr eine Meldung dem entspricht, was Journalisten für wichtige und mithin berichtenswerte Eigenschaften der Realität halten, desto größer ist ihr Nachrichtenwert.“ (Schulz 1976, S., 30)
  • Wie wurde die Theorie von Schulz (1976) zu Nachrichtenwerten empirisch überprüft? Forschungsfrage: Zusammenhangs zwischen Nachrichtenfaktoren und Nachrichtenwert Definition unterschiedlicher Nachrichtenfaktoren durch Schulz (1976) Methode: 18 Nachrichtenfaktoren in 6 Faktorendimensionen Zeit: Nachrichtenfaktor Dauer (punktuelle Ereignisse von kurzer Dauer haben einen hohen, Langzeitereignisse einen niedrigen Nachrichtenwert) Konflikte in Afrika -> permanent -> niedriger Nachrichtenwert Selbstmordattentat -> punktuelle Ereignisse -> hoher Nachrichtenwert Nähe: Nachrichtenfaktoren räumliche (geographische), politische und kulturelle Nähe eines Ereignisses; Relevanz (Grad der Betroffenheit und existenziellen Bedeutung eines Ereignisses) Geographische Nähe für Bewohner des Landkreises Haßberge (Unterfranken, Bayern) -> Relevanz für die Bewohner des Landkreises Haßberge ->  hoher Nachrichtenwert für die Bewohner des Landkreises Haßberge Status: regionale Zentralität des Ereignisses (Grad der politisch-ökonomischen Bedeutung der Ereignisregion); nationale Zentralität (politisch-ökonomischen oder wissenschaftliche Macht des Ereignislandes); Prominenz (Bekanntheitsgrad von Personen) Obama Wahlkampf: politisch-ökonomischen Bedeutung der Ereignisregion sehr hoch -> politisch-ökonomischen Macht des Ereignislandes sehr hoch -> Prominenz des Sprechers sehr hoch -> hoher Nachrichtenwert Dynamik: Überraschung (Erwartbarkeit, Verlauf, Resultat); Struktur (Komplexität der Verlaufsform, Überschaubarkeit eines Ereignisses) Anschlag Boston-Marathon 2013 Valenz:  Konflikt (Grad der Aggressivität politischer Ereignisse); Kriminalität (Rechtswidrigkeit von Handlungen); Schaden (finanzieller oder Sachschaden bzw. Misserfolg); Erfolg (Fortschritt auf politischem, wirtschaftliche oder kulturellem Gebiet, den ein Ereignis bewirkt) Rechtswidrigkeit von Handlungen -> finanzieller Schaden -> hoher Nachrichtenwert Identifikation:  Personalisierung (Grad der persönlichen Bezugs eines Ereignisses); Ethnozentrismus (ist die eigene Bevölkerung vom Ereignis betroffen?) Absturz deutsches Flugzeug: hoher Grad der persönlichen Bezugs -> Betroffenheit der eigenen Bevölkerung -> hoher Nachrichtenwert
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  • Welche empirischen befunde gibt es zur Nachrichtenwert-Theorie? Bestätigung der Nachrichtenwert-Theorie: Erklärungskraft nachgewiesen Bestätigung der These: Nachrichtenfaktoren haben einen generellen Einfluss auf die Selektionsentscheidungen von Journalisten Es gibt hinsichtlich der Auswahl und Interpretation von Ereignissen tatsächlich so etwas wie einen allgemeinverbindlichen Konsens der Journalisten Einschränkungen der Nachrichtenwerth-Theorie: Nachrichtenfaktoren: kein kausaler Zusammenhang zwischen Ereignis und Nachrichtenwert Beispiel: Kämpfe in Afrika ->  Nachrichtenfaktor „Konflikt“und Dimension --> „Dynamik“ könnten gegeben sein -> dennoch kein hoher Nachrichtenwert, weil Afrika mit seinen permanenten Konflikten als nicht sehr „publikumswürdig“ gilt
  • Wie wird die Realität von den Medien inzeniert? Medien konstruieren Wirklichkeit --> Steigerung: viele Ereignisse würden ohne Berichterstattung in den Medien gar nicht existieren --> zum Zweck der Berichterstattung inszenierte Realität --> Steuerung der Medien von außen: Wissen über Selektionskriterien der Journalisten ausnutzen - Beeinflussung der Medieninhalte -->  gezieltes Ereignismanagement zur Stimulation des Publikums
  • Welche Formen von Ergebnissen können unterschieden werden? Pseudo-Ereignisse - Geschehen, das sich nicht spontan ereignet, sondern im Hinblick auf Medienpräsenz angeregt, geplant und arrangiert worden ist mediatisierte Ereignisse - Geschehen, das nicht von Medienpräsenz abhängt, durchdiese jedoch aufgewertet wird und im Hinblick auf diese auf besondere Weise inszeniert wird(Rolle und Inszenierung des Sponsoring)
  • Welchen Einfluss hat PR auf die Inzenierung der Realität durch Medien? Public Relations (PR) - Möglichkeit der Steuerung von Massen Rolle von PR allgemein mediengerechte Aufbereitung von Ereignissen inzwischen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens(Wirtschaft, Sport, Politik, Wissenschaft, Kultur) Politische PR seit Ende 1960er Jahren USA Präsitentschafts-Wahlkampf Journalisten werden von professioneller Wahlkampfregie instrumentalisiert
  • Was Kennzeichnet Politische PR? Inszenierung von politischen PR-Strategen Kameragerecht vorbereitete Auftritte und Botschaften Politik als sorgfältig geplante Kommunikation und Inszenierung Strategisches Themen- und Ereignismanagement mit dem Ziel: Agenda-Setting (mediale Themen bestimmen) Transport emotionaler Symbole und zielgruppengerechter Botschaften: „politische Symbolik“ bzw. „symbolische Politik“