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Erfolgsorientiertes Controlling 2 (Subject) / Lektion 04 (Prozesskostenrechnung) (Lesson)
Controlling
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- Ursachen, Ziele und Aufgaben der Prozesskostenrechnung - Entwicklungsursachen -- Veränderung der Kostenstruktur gilt als wesentliche Ursache -- steigender Anteil von Fixkosten und Gemeinkosten an den Gesamtkosten des U. -- Problem der Kontrolle und sachgerechten Zurechnung dieser Gemeinkosten auf die Kostenträger -- Hintergründe für den Anstieg des Anteils beschäftigungsunabhängiger Gemeinkosten in den indirekten Leistungsbereichen eines Unternehmens (Beschaffung, Logistik, FuE, Verwaltung) sind: --- verstärkte Automatisierung der Produktion und Fertigung --- Veränderungen in der Wertschöpfungskette --- erhöhte Bedeutung von produkt- und prozessbezogenen Innovationen --- gestiegene Komplexität und erhöhte Variantenreichtum der Produkte - wachsender Anteil an sogenannten Vorlauf- und Nachlaufkosten - Gefahr der nicht sachgerechten Verrechnung der Gemeinkosten - keine sachgerechte Abbildung möglich mit traditionell wertmäßiger Bezugsgrößen für pauschale Zuschlagssätze - Grenzkostenrechnungssysteme geraten ebenfalls in die Kritik wegen zunehmender Fixkostenanteilen, da dabei nur der geringere Block an variablen Kosten untersucht wird (Außerachtlassung großer Kostenanteilen, kurzfristige Betrachtung) - strategische und langfristige Entscheidungen werden nicht ausreichen fundiert - Aufgaben Prozesskostenrechnung -- verursachungsgerechtere Kostenkalkulation mittels prozessorientierten Verrechnung der Gemeinkosten auf Grundlage einer Analyse der bestimmenden Kostentreiber -- Realisierung einer verbesserten Kostentransparenz sowie Planung und Kontrolle der Gemeinkosten -- Identifikation von Kostentreibern durch Prozessanalysen, dadurch Kostensenkungsmaßnahmen möglich mittels Neustrukturierung von Geschäftsprozessen, Unterstützung des operativen Kostenmanagements (Anstöße zu Kostensenkungen z.B. in den indirekten Leistungsbereichen (Beschaffung, Auftragsabwicklung, Reklamationen) -- bessere Fundierung langfristiger strategischer Entscheidungen durch gewonnene Prozesskosteninformationen - Grundgedanke: Verursachung der Kosten nicht unmittelbar durch Kostenträger, sondern durch Aktivitäten, die dann von Kostenträgern beansprucht werden (treibende Kraft für Gemeinkosten nicht der Output, sondern betriebliche Aktivität) - Identifizierung kostenintensiver Prozesse für verbesserte Kontrolle und Steuerung der Gemeinkosten
- Struktur und Durchführung Prozesskostenrechnung - 1. Erfassung der Gemeinkosten über Kostenstellen (Kostenstellen gegliedert nach Einkauf, Lager,...) - 2. Prozessanalyse im engeren Sinne (Tätigkeitsanalyse) (Analyse und Strukturierung der Tätigkeiten, Erhebung mittels Interview, Darstellung in Tätigkeitsübersicht, z.B. Einkaufsprozess) - 3. Identifikation von Kostentreibern (z.B. im Einkaufsprozess Anzahl der Angebote, Bestellungen, Reklamationen) - 4. Bildung von kostenstellenübergreifenden Hauptprozessen (weg von kostenstellenorientierten denkweise hin zu prozessorientierter Sichtweise, verschiedene Teilprozesse werden zu Hauptprozess - 5. Ermittlung der Prozesskosten (Zusammenführung der Kosten für den Hauptprozess) - 6. Ermittlung der Prozesskostensätze (Was kosten ein Beschaffungsvorgang?)(Prozesskosten / Prozessmenge) z.B. Prozesskosten für Materialbeschaffungsprozess 1.100.000 und 2.000 Beschaffungsvorgänge pro Jahr = 550 EUR kostet ein Vorgang
- Beurteilung der Prozesskostenrechnung - Aussagen über die Kosten einzelner Prozesse jetzt möglich - Voraussetzungen zur Prozessoptimierung wurden geschaffen - PKR leistet wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Abläufen, verursachungsgerechten Zurechnung von Gemeinkosten und damit der Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des U. - Vorteile der PKR: -- Förderung Kostentransparenz -- Ermöglichung verbesserter Kontrolle kostenstellenübergreifender Prozesse -- gute Einsetzbarkeit für Planungszwecke (langfristig, strategisch orientierte Entscheidungen) -- wichtiger Beitrag zur Verhaltenssteuerung insbesondere von Verantwortlichen auf Prozessebene -- positive Effekte: Allokations-, Komplexitäts- und Degressionseffekt -- Allokationseffekt (Allokation der Gemeinkosten auf Produkte erfolgt entsprechend der Inanspruchnahme der betrieblichen Ressourcen) -- Komplexitätseffekt (Vielschichtigkeit des Produktionsprozesses bzw. Variantenreichtum der Produkte, kann besser und verursachungsgerechter als Kostenbestimmungsfaktor berücksichtigt werden) -- Degressionseffekt (Prozesskosten pro Stück verringern sich mit steigender Stückzahlen) - Nachteile bzw. Kritik an der PKR: -- Verrechnung aller Gemeinkosten auf die Produkte -- Verrechnung von Kostenträgergemeinkosten aus nicht unmittelbar produktbezogenen tätigen Unternehmensbereichen wird kritisch hinterfragt -- keine Entscheidungsgrundlage für kurzfristige Entscheidungsprobleme aufgrund von nicht Unterteilung in fixe und variable Kosten -- Prozesskostensätze sind als stabil vorauszusetzen, nicht immer gegeben -- i.d.P. schwierig durchgängige Kostenantriebskräfte zu finden -- hoher Erhebungsaufwand der benötigten Daten -- es empfiehlt sich deswegen, aus Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten, folgende Kriterien bei einer beabsichtigten Implementierung der PKR zu berücksichtigen: --- Konzentration auf Kostenschwerpunkte --- Konzentration auf sachliche und personelle Ressourcen, die von den einzelnen Produkten unterschiedlich beansprucht werden --- Konzentration auf Ressourcen, deren Kosten bisher nur wenig verursachungsgerecht verrechnet werden konnten