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Psychiatrie1 (Subject) / Neurotische, Belastungs-, dissoziative und somatoforme Störungen (Lesson)

Allgemein

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  • Angststörung - Expositionsverfahren Phobie: Exposition in vivo- Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen/Objekten- vorherige Exposition in sensu meist nicht notwendig- Anwendung bei Zwangsstörungen Panikstörung: Interozeptive Exposition- Konfrontation mit den angstauslösenden körperlichen Symptomen z.B. durch körperliche Anstrengung, Hyperventilation oder Drehstuhl (Schwindel) Generalisierte Angststörung: Sorgenexposition in sensu- Konfrontation mit lebhaften Vorstellungsbildern in sensu- Erst in nachfolgender Therapiephase Konfrontation in vivo zum Abbau von Vermeidungs- und Rückversicherungsverhalten
  • Merkmale von Zwangsgedanken, -impulsen, -bildern - aufdringlich, kommen immer weider - lösen Angst, Unbehagen, Anspannung, Ekel aus - geben nicht die eigene Meinung wieder
  • Merkmale von Zwangshandlungen - starker innerer Druck, diese immer wieder auszuführen - verringern kurzfristig unangenehme Gefühle - werden als sinnlos oder übertrieben erkannt
  • Akute Belastungsstörung - Stressorkriterium: Tod, Lebensbedrohung, körperliche Verletzung, sexuelle Gewalt - Gesteigerte Affekte: Trauer, Wut, Aggression, Verzweiflung- Dissoziative Symptome (Derealisation, psychogene Amnesie)- Vegetative Symptome: Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit- Intrusionen - Dauer 3 Tage bis 1 Monat (wenn >1 Monat --> PTSD) Therapie: Aufbauende Gespräche (Krisenintervention) und kurzfristige Gabe von Benzodiazepinen
  • Posttraumatische Belastungsstörung A) Stressorkriterium- Tod, Lebensbedrohung, körperliche Verletzung, sexuelle Gewalt- Betroffener, Zeuge, Benachrichtiger, in professionellem Kontakt B) Intrusive Erinnerungen an das traumatische Ereignis C) Vermeidung  D) Negative Veränderungen von Kognition und Stimmung E) Hyperarousal (Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit) F) Dauer mindestens 1 Monat G) Erhebliches Leiden oder Beeinträchtigung in wichtigen Lebensbereichen
  • PTSD mit dissoziativen Symptomen - Depersonalisation (Verlust des ursprunglichen, natürlichen Persönlichkeitsgefühls)- Derealisation (verfremdte Wahrnehmung der Umwelt)
  • PTSD mit verzögertem Beginn - Syndromales Vollbild erst nach >6 Monaten
  • PTSD - Biologie - Erhöhte Herzfrequenz - niedrigerer Cortisolspiegel im Urin
  • Anpassungsstörung - Auftreten nach entscheidenen Lebensveränderungen, nach belastenden Lebensereignissen (zB Trauerfall, Trennung, schwere Erkrankung) - Beginn der Störung innerhalb 1 Monats - Dauer in der Regel nicht länger als 6 Monate - Keines der Symptome ist so ausgeprägt, dass es eine spezifischere Diagnose rechtfertigt
  • Andauernder Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung A) Extremer Stressor B) Ausgeprägte Persönlichkeitsveränderung, mindestens zwei der folgenden Symptome:1. Feindliche oder misstrauische Grundhaltung2. Sozialer Rückzug3. Gefühl von Leere oder Hoffnungslosigkeit4. Gefühl von Nervosität oder Bedrohung5. Gefühl der Entfremdung C) Deutliche Störung der sozialen Funktionsfähigkiet oder subjektives Leiden D) Auftreten erst nach der Extrembelastung E) Dauer mindestens 2 Jahre F) Oft PTSD vorausgehend
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  • Anpassungsstörungen - Typen - kurze depressive Reaktion - lange depressive Reaktion - mit vorwiegender Störung des Sozialverhaltens - Angst und depressive Reaktion, gemischt - mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle
  • Somatisierungsstörung A) Multiple und wechselnde unklare Beschwerden über 2 Jahre B) Verlangen nach mehrfachen Konsultationen und Therapien. Oft Selbstmedikationen. C) Hartnäckige Weigerung, die Diagnose der Ärzte anzunehmen D) Mindestens 6 Symptome aus mehreren Organsystemen E) Keine Schizophrenie, Panikstörung
  • Hypochondrische Störung A) Überzeugung an einer schweren körperlichen Krankheit oder Missbildung (Dysmorphophobie) zu leiden, Dauer mindestens 6 Monate B) Subjektives Leiden u/o Beeinträchtigung, Patienten möchten wiederholt untersucht werden C) Hartnäckige Weigerung zu akzeptieren, dass keine körperliche Krankheit vorliegt D) Ausschlusskriterien: Symptome im Rahmen einer Schizophrenie oder affektiven Störung - M:F = 1:1
  • Anhaltende somatoforme Schmerzstörung - Andauernder, schwere, quälender Schmerz (i.d.R. >3-6 Monate) - Durch physiologischen Prozess resp. körperliche Störung nicht vollständig erklärbar - Emotionale Konflikte und psychosoziale Probleme sind ursächlich beteiligt - Führt zu starker persönlicher Zuwendung resp. medizinischer Betreuung - F:M = 3:2- Alexithyme Persönlichkeitsmerkmale
  • Zwangsstörung - Diagnostik Typische Zwangssymptome über >2 Wochen, >1 Stunde/Tag in Anspruch nehmen und die normalen Aktivitäten einschränken
  • Posttraumatische Belastungsstörung Risikofaktoren:- zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge- Alkohol- oder Drogenabhängigkeit Klinik:- Intusionen: Flashbacks, Albträume- Vermeidungsverhalten- Agitiertheit und Angstsymptome- emotionale Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit- vegetative Übererregtheit (Schlafstörungen, übermässiges Schwitzen, Schreckhaftigkeit) Prophylaxe: nach schwerem Trauma Kriseninterventation Therapie:- CBT: verhaltenstherapeutische Traumatherapie mit Reizexposition nach sorgfältigem Beziehungsaufbau- Prolongued Exposure- Eye Movement Desensitization and Reprocessing- tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie- Erlernen von Spannungsverfahren- SSRI
  • Somatoforme autonome Funktionsstörung Ähnelt der Hypochondrie, bezieht sich aber auf Organsysteme, die vom vegetativen Nervensystem innerviert sind
  • Dissoziative Störungen Teilweiser oder vollständiger Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen, sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. - zB Sinnesausfälle, geistige Abwesenheit, Lähmungen, Sensibilitätsausfälle oder Krampfanfälle ohne Hinweise für eine bekannte somatische oder neurologische Krankheit - treten oft nach somatischen Beschwerden auf
  • Dissoziative Störungen - Einteilung - Dissoziative Amnesie - Dissoziative Fugue: Die Patienten verschwinden plötzlich und können dabei eine andere Identität annehmen. Nach der Fugue können sie sich nicht mehr daran erinnern.- Dissoziativer Stupor - Trance und Besessenheitszustände- Dissoziative Bewegungsstörungen: Häufigste Form. Die Betroffenen zeigen einen vollständigen oder teilweisen Verlust der willkürlichen Bewegungsfähigkeit eines oder mehrerer Körperglieder, wobei auch die phonetischen Muskeln betroffen sein können.- Dissoziative Krampfanfälle: meist ohne Verletzungen, Urinabgang und Zungenbiss- Dissoziative Sensibilitäts- u. Empfindungsstörungen - Andere, z.B. „multiple Persönlichkeit“ 
  • Zwangssymptome - Häufigkeit Zwangsgedanken:- Aggression- Verschmutzung/Kontamination- Symmetrie Zwangshandlungen:- Kontrollieren- Waschen/Reinigen- Wiederholen
  • Zwangsstörung - 2% Lebenszeitprävalenz- M = F Klinik:- Zwangsgedanken: Verschmutzung, pathologisches Zweifeln, Ordnung- Zwangshandlungen: Waschzwang, Kontrollzwang, Ordnungszwang, Kontaminationszwang- Zwangsimpulse (werden fast nie tatsächlich ausgeführt!) Komorbiditäten: Depression, Angststörungen Diagnosekriterien:- >2 Wochen an den meisten Tagen nachweisbar- Zwangsgedanke wird als unangenehm empfunden- Betroffene versuchen sich dagegen zu wehren Therapie: Neuroleptika, SSRI
  • PTSD - Risikofaktoren - Lack of social support- Life stress- Gender (female)- Younger age- Lack of education- Low intelligence- Race (minority)- Psychiatric history- Childhood abuse- Trauma severity