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Erfolgsorientiertes Controlling 2 (Subject) / Lektion 02 (Relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung) (Lesson)

Controlling

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  • Was ist die relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung? - entwickelt bzw. modifiziert von Riebel - Einzelkosten  nicht ausschließlich produktspezifisch , sondern können beliebigen Bezugsobjekten zugerechnet werden - Einzelkosten alle Kosten , die einem exakt abzugrenzenden Bezugsobjekt eindeutig zugeordnet werden können, da beide auf eine gemeinsame unternehmerische Entscheidung zurückzuführen sind (Identitätsprinzip) - beim Identitätsprinzip sind sowohl Kosten als auch Bezugsobjekt auf eine gemeinsame unternehmerische Entscheidung zurückzuführen. - Bezugsobjekte sind zeitlich und sachlich eindeutig abzugrenzende Vorgänge (Auftrag, Kunde) - es lassen sich Bezugsobjekthierarchien bilden (Auftrag - Produkt - Produktgruppe - Produktbereich) - bestimmte Kosten, nicht zuordbar, stellen für diese untergeordnete Bezugsobjekte Gemeinkosten dar und können ggf. einer übergeordneten Bezugsobjektkategorie eindeutig als Einzelkosten zugerechnet werden - es wird nicht nur auf Schlüsselung der Fixkosten, sondern auf Schlüsselung sämtlicher Gemeinkosten verzichtet - es wird die monatliche bzw. jährliche Periodisierung der fixen Kosten aufgehoben und beliebige Fristen eingeführt z.B. Tages-, Monats- und Quartalseinzelkosten - für bestimmten Zeitabschnitt (z.B. Monat) kann unterschieden werden zwischen: -- Periodeneinzelkosten (fixe Kosten, die der Periode eindeutig zugeordnet werden können (Monatsgehälter)) -- unregelmäßigen zeitabhängigen Kosten bzw. Gemeinkosten geschlossener Perioden (Weihnachtsgeld, das bezogen auf Jahresperiode EK, für den Monat jedoch GK darstellt) -- unregelmäßigen fixen Kosten bzw. Gemeinkosten offener Perioden (für im Voraus nicht zu übersehende Zeitperioden, z.B. Abschreibungen, Ausgaben für MA Fortbildung) - Zielsetzung der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung liegt in der Unterstützung der Betriebsführung (Informationsbedarfsdeckung für einzelne Entscheidungen)
  • Vorgehensweise bei der relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung - Differenzierung in -- Leistungskosten (abhängig von tatsächlicher Leistungserstellung, verändern sich mit Menge, Art und Qualität der erbrachten Leistungen, werden produktionsbezogenen Bezugsgrößen zugeordnet z.B. produktionsbedingte Energiekosten, leistungsbedingte Fertigungskosten) --Bereitschaftskosten (alle anderen Kosten, quasi zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft und verändern sich nur bei Auf- oder Abbbau des Produktionspotentials, Verteilung auf einzelne Perioden, Unterscheidung zwischen Periodeneinzelkosten, Gemeinkosten geschlossener und offener Perioden) - Aufstellung der -- Grundrechnung (Erfassung der Kosten, ähnlich BAB, Tabellenform, dient der zweckneutralen Erfassung, Trennung zwischen Datenerfassung und Datenauswertung) -- Erfolgsrechnung (differenzierte DB-Rechnung, von Erlösen werden die direkt zurechenbareb relativen EK abgezogen, dann dem Identitätsprinzip folgend Gegenüberstellung der Erlös- und Kostenbestandteile, DB gibt dann Auskunft)
  • Erfolgsrechnung (Schema) Erlöse abzgl. Umsatzsteuer - Rabatte, Boni - preisabhängige Vertriebseinzelkosten der Produkte (Provisionen, Skonti) = Nettoerlöse I - mengen- und wertabhängige Vertriebseinzelkosten der Produkte (Zölle, Frachten, Versicherung) = Nettoerlöse II - Stoffkosten (soweit Produkteinzelkosten; z.B. beschäftigungsabhängige Materialkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung, etc.) = Deckungsbeitrag I - variable Löhne (soweit Produkteinzelkosten: z.B. Fertigungs- und Hilfslöhne) = Deckungsbeitrag II (über die variablen Einzelkosten) Summe der DB II aller Produkte der Produktgruppe (oder Abteilung) - direkte Kosten der Prdouktgruppe (oder Abteilung) = Deckungsbeitrag III (über die direkten Produktgruppeneinzelkosten und/oder Abteilungseinzelkosten)
  • Beispiel - Sondermaschinenentwicklung auf Kundenwunsch und Fertigung in versch. Stückzahlen - es kann zwischen Kosten der Entwicklung sowie Konzeption eines Maschinentyps und Kosten für die Herstellung einer Maschine differenziert werden - Kosten der Entwicklung fallen unabhängig von der Stückzahl an und sind deshalb aus Sicht des Bezugsobjekts "Stückzahl" fixe Kosten - bei dem Beispiel sind auch die Erlöse unabhängig von der Stückzahl - einfache DBR eignet sich gut zur Untersuchung von Mengen-, Kosten- und Preisänderungen - Ausgangsdaten und zusätzliche grafische Darstellung siehe Skript - Vorteile und Aussagegehalt einer DBR und B-E-A bereits bekannt - gute Darstellung von den Auswirkungen veränderter wirtschaftlicher Daten oder Maßnahmen mit dem Deckungsbeitragsmodell - Modell eignet sich im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Steuerung zur Untersuchung folgender Fragestellungen: - Planung, welche Stückzahlen zur Deckung der Entwicklungs- und Konzeptionskosten vorliegen müssen -- gerade gedeckt, wenn gilt: x * (p-K) bzw. x = K / (p-K) -- im Bsp. bei 8 Stück - neben Auswirkungen von Mengenänderung, Untersuchung von Einflüssen von Kostenänderungen -- Praxis: Wie stark dürfen die fixen Kosten ansteigen, um bei einer gegebenen Stückzahl dennoch die FuE-Kosten zu decken -- grafisch bedeutet das eine Parallelverschiebung der Fixkostenlinie nach oben - Betrachtung der Preise bzw. Erlöse als Variablen, Untersuchung Absatzänderung -- wie stark darf/muss sich der Absatz ändern, um bei einer Senkung/Erhöhung der Preise keine Einbußen beim DB zu erleiden -- Bsp. Steigerung der durchschnittl. Erlöse pro Stück über Preiserhöhung auf 24.000 EUR, so gilt bei einer realisierten Stückzahl von 10 vor der Erhöhung folgende Gleichung, unter Maßgabe eines unveränderten DB: x * (24.000 - 16.000) = 10 * (20.000 - 16.000) -- Ergebnis nach Umstellung  = 5 -- Rückgang darf höchstens 5 betragen, um keine Einbußen beim DB zu erleiden
  • Beurteilung und kritische Würdigung - Definition der Einzelkosten und Verzicht auf Schlüsselung sämtlicher Gemeinkosten sind zentrale Zielsetzung des Systems und unterstützen das Verursachungsprinzip sowie die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen - sachgerechte Entscheidungsfindung durch Differenzierung in Leistungs- und Bereitschaftskosten sowie Konzeption einer mehrstufigen Erfolgsrechnung - relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht flexible Anpassungen an betriebsindividuellen Gegebenheiten - hoher Aussagegehalt des Erfolgs- bzw. Deckungsbeitrages - transparente Darstellung und Analyse veränderter wirtschaftlicher Daten - Kritik: schwierige Zurechnung der Kosten auf Zeitabschnitte, fehlende eindeutige Periodisierung der Bereitschaftskosten, was eine produktbezogene Kalkulation und Preisbildung erschwert - Abschreibungen und Vorleistungen haben i.d.P. ein hohes Volumen, Probleme bzgl. der Zurechenbarkeit der Abweichungen zu den Bereichen (da ND vorab nicht genau bestimmbar ist) - hoher Umsetzungsaufwand, Aufbau zweckneutraler Datenbank für die Grundrechnung - letztendlich Verhältnis von Aufwand zu Informationsgewinn wichtig - gerechtfertigt, wenn die zusätzlichen Informationen zur Entscheidungsunterstützung herangezogen werden
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