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Risikomanagement (Subject) / 1 Risikoanalyse und Ergebnisbegründung (Lesson)

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  • Zur ganzheitlichen Risikoanalyse eines Versicherungsnehmers gehören wirkungsbezogene und ursachenbezogene Maßnahmen. Unterscheiden Sie diese Maßnahmen. Versicherungslösungen zählen zu den wirkungsbezogenen Maßnahmen,sie greifen erst dann, wenn der Schadenfall bereits eingetreten ist. Das Risikomanagement ist dagegen primär präventiv ausgerichtet. Hierstehen ursachenbezogene Maßnahmen, wie z. B. ein Frühwarnsystem,im Vordergrund.
  • Führen Sie die Risikoformel an, die auf Pierre Simon de Laplace` Risikotheorie "Théorie des hasards" zurückgeführt wird. Risiko =Produkt aus Schadenhöhe /Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Schadens.
  • Neben der Risikosteuerung und der Risikoüberwachung zählt die Risikoanalyse zu den Instrumenten der Risikobewältigung. Nennen Sie die beiden Teile der Risikoanalyse. Die beiden Teile der Risikoanalyse sind: • Risikoidentifizierung (strukturierte Erfassung)• Risikobewertung (Analyse und Messung).
  • Für das Risikomanagement im Bereich gewerblicher Risiken ist es notwendig, durch eine Betriebsbeschreibung den Betriebsablauf kennenzulernen. Erläutern Sie, welche Erkenntnisse aus dem Betriebsablauf gewonnen werden können. Eine Betriebsbeschreibung soll den Ablauf eines Betriebes darstellen. DieLehre vom Betriebsablauf beschäftigt sich mit den betrieblichen Funktionen. Es kommt bei dem Betriebsablauf in erster Linie auf den organisatorischen Ablauf an, also die Frage, wie die einzelnen betrieblichen Einheiten zusammenarbeiten. Betriebswirtschaftlich spricht man hier von dem Realgüterbereich. Dieserumfasst Beschaffung, Lagerhaltung, Transport, Produktion und Absatz –also den gesamten Güterstrom von den Werkstoffen zu den Fertigprodukten.
  • Erläutern Sie, welche Aufgabe eine Verfahrensbeschreibung hat und wie die Elementarfaktoren unterteilt werden können. Die Verfahrensbeschreibung zeigt die einzelnen Arbeitsschritte auf, diezu den betrieblichen Funktionen gehören. Hier kommt es z. B. auf die Artder Be- oder Verarbeitung an, und die Frage, welche Maschinen undWerkstoffe eingesetzt werden. Es handelt sich hier um einen Bereich der betrieblichen Produktionsfaktoren, im Besonderen um die Elementarfaktoren. Diese sind: • Ausführende Arbeit• Betriebsmittel• Werkstoffe.
  • Was wird analysiert, wenn eine „Gefahrenanalyse“ durchgeführt werden soll? Zur Analyse eines Risikos gehören umfangreiche Kenntnisse über die zuden Schäden führenden Gefahren, wie z. B. Feuer, Einbruchdiebstahlund Wasser, ebenso das Wissen, wie diese Gefahren auf die Gebäudeund andere versicherten Sachen einwirken.
  • Bei Gebäuden müssen, wenn eine Risikoanalyse durchgeführt werden soll, die grundsätzlichen Funktionen eines Gebäudes berücksichtigt werden. Nennen Sie diese Funktionen. Gebäude haben grundsätzlich die Funktion: • Menschen und Anlagen vor von außen einwirkenden schädlichen Einflüssen zu schützen,• die Voraussetzung für die Produktion zu schaffen,• eine ungestörte Produktion zu ermöglichen,• die Nachbarschaft und Umwelt vor schädlichen Emissionen zu schützen.
  • Der ausschlaggebende Aspekt der Gebäudesicherheit ist die Standsicherheit des Gebäudes. Weitere Aspekte sind Verkehrslasten, Maschinenbewegungen und Erschütterungen. Nennen Sie weitere Aspekte der Gebäudesicherheit, die durch versicherbare Gefahren beeinflusst werden können. Weiter zu berücksichtigende Aspekte der Gebäudesicherheit sind. • Hochwasser, Aufschwimmen• Erdbebensteifigkeit• Vermeiden von Grundbruch, z. B. Erdrutsch• Wind: Windsteifigkeit, Sturmfestigkeit• Schnee, Eisdruck.
  • Die Gebäudesicherheit ist eng mit Brandschutzaspekten verbunden. Nennen Sie fünf Brandschutzaspekte der Gebäudesicherheit. Zu den Brandschutzaspekten zählen: • Anordnung von Gebäuden unterschiedlicher Nutzung, Gefährdungoder Produktions- und Sachwertigkeit• Bildung von Komplexen und/oder Brandabschnitten• Baustoffauswahl• Bauteildimensionierung, brandtechnische Ausführung• Feuerwiderstandsfähige Abtrennung erhöht brandgefährdeter oderschützenswerter Anlagen• Verhinderung der Brandausbreitung durch (gebäude-) technische Anlagen• Anlagentechnischer Brandschutz• Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA)• Flucht-, Angriffs- und Rettungswege• Abwehrender Brandschutz (Feuerwehr, Löschwasserversorgung).
  • Nennen Sie drei Einbruchdiebstahl- und Sabotageaspekte in Bezug auf die Gebäudesicherheit. • Standortwahl• Betriebsart• Peripherieschutz• Fassadenschutz• Zugangsschutz.
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  • Führen Sie auf, welche Mindestvoraussetzungen für eine Brandentstehung vorhanden sein müssen. Bei einer Brandentstehung sind die Mindestvoraussetzungen für einen Brand das Vorhandensein von: • Brennbareren Stoffen (Brandlast)• Zündquellen (Zündenergie)• Sauerstoff (Verbrennungsluft).
  • Erläutern Sie, warum Stäube explosionsfähig sind. Gemische aus Staub und Luft sind explosionsfähig, wenn der Staub ausbrennbarem Material besteht, wie z. B. Kohle, Mehl oder Holz. Auch anorganische Stoffe und Elemente wie Magnesium, Aluminium und sogar Eisen und Stahl sind in dieser Form explosiv oder zumindest brennbar. Neben der Brennbarkeit ist die geringe Partikelgröße der Stäube entscheidend, d. h., die explosiven Effekte steigen mit abnehmender Größe. Durch den Prozess der Zerkleinerung entstehen sehr große Oberflächen,wodurch die Staubpartikel einerseits sehr schnell oxidieren und damit erhitzt werden und andererseits sehr gut Wärme aufnehmen und damitdurchzünden können. Durch diese Effekte ist es möglich, dass auch Materialien, die in fester Form als nicht brennbar gelten, in dieser fein verteilten Form brennen.
  • Erläutern Sie, warum es bei ölverschmutzter Putzwolle häufig zu Selbstentzündungen kommen kann. Ölverunreinigte Putzwolle ist anfällig für Selbstentzündung durch dieOxydation des Öles aufgrund seiner sehr großen Oberfläche und des geringen Volumens auf den Wollfäden.
  • Elektrizität ist nach einer Studie des GDV sehr häufig Ursache von Bränden. Nennen Sie vier direkte Brandursachen in Verbindung mit Leitungen und Kabeln, elektrischen Wärmegeräten und allgemeinen Elektrogeräten. Direkte Brandursachen sind: • behinderte Wärmeabfuhr (zugestellte, eingebaute Geräte)• (alterungsbedingter) Ausfall von Bauteilen, wodurch andere Bauteilemit erhöhten elektrischen Strömen belastet oder überhitzt werden• fehlerhafte oder unsachgemäß ausgeführte Verbindungen• zu geringe Mindestabstände zu brennbaren Materialien• mangelhafte Wartung• unterbliebene oder fehlerhafte, unfachmännische Instandsetzung• überdurchschnittliche Belastung und Beanspruchung, erhöhte Staubemission, Feuchtigkeit.
  • Erläutern Sie, warum elektrische Ladegeräte als besondere Zündquellen gelten. Für die Gefahr der Selbstentzündung von Ladegeräten gibt es zwei Hauptgründe: • Obwohl Ladegeräte im Allgemeinen mit niedrigen Gleichspannungenbetrieben werden, können durch Windungs- und KörperschlüsseZündenergien und -temperaturen entstehen, die die brennbaren (Isolier-) Stoffe entzünden. • Beim Ladevorgang von Nassbatterien entsteht Wasserstoff, der zusammen mit der Raumluft ein explosionsgefährliches Gemisch(Knallgas) bildet, das durch Funken, die z. B. bei elektrischen Schaltvorgängen entstehen, oder heiße Oberflächen gezündet werdenkann. Erschwerend kommt hinzu, dass Ladegeräte nutzungsbedingt außerhalbder allgemeinen Arbeitszeit unbeaufsichtigt betrieben werden.
  • Die mögliche Brandausbreitungsgeschwindigkeit ist für eine Risikoanalyse ein wichtiger Aspekt. a) Welche Faktoren sind für die Abbrandgeschwindigkeit bedeutsam? Für die Abbrandgeschwindigkeit ist u. a. bedeutsam: • das Verhältnis von Volumen und Oberfläche (Gestalt)• der Aggregatzustand (fest-flüssig-gasförmig)• die Oberflächenbeschaffenheit (scharfkantig-glatt/rund)• die Lage (Block- oder Regallagerung) die Umgebung (Strahlungswärme).
  • Die Schadenursachen werden vom VdS nach einem Schadenschlüssel eingeteilt. Nennen Sie vier Arten dieser Schadenursachen. Nach einem Schadenschlüssel des VdS werden die Schadenursacheneingeteilt in: • Selbstentzündung• Explosion• Überhitzung• Offenes Feuer• Elektrizität• Menschliches Versagen• Feuergefährliche Arbeiten• Brandstiftung• Blitzschlag.
  • Zu einer Risikoanalyse im Bereich der Einbruchdiebstahlversicherung gehört die Betrachtung der möglichen Sicht eines Täters. Hier ist u. a. entscheidend, welchen Ort er für einen Einbruchversuch aussucht. Welche Kriterien können Ihrer Meinung nach die Ortswahl des Tä- ters beeinflussen? Die nachstehenden Kriterien können die Auswahl durch den Täter beeinflussen: • Lage,• Konstruktion und Widerstandswert des Gebäudes und seiner Öffnungen, Vorhandensein von Sicherungen,• Anwesenheit von Bewohnern oder Bewachungspersonal,• Zugangs- oder Zufahrtsmöglichkeiten und• Fluchtmöglichkeiten.
  • Bei der Beurteilung der Risikolage „Leitungswasser“ muss zwischen den möglichen Schadenarten unterschieden werden. Erläutern Sie die Schadenarten in der Leitungswasserversicherung und deren mögliche Ursache. Die einzelnen Schadenarten sind • Nässeschaden. Die Ursache hierfür ist der bestimmungswidrige Wasseraustritt.• Rohrbruch und Frost. Die Ursache hierfür ist Verschleiß, Kälte, Au-ßen-/Innenkorrosion sowie mechanische Beschädigungen.
  • Für eine Beurteilung des Korrosionsverhaltens einer Hausinstallation sollten die Parameter für das Korrosionsverhalten beachtet werden. Führen Sie die drei Parameter an. Parameter für das Korrosionsverhalten sind: • Eigenschaft des Werkstoffs und des Wassers sowie die• Betriebsbedingungen und die• Verarbeitung/Montage.
  • ZÜRS ermittelt Gefährdungszonen auf der Grundlage eines 200- jährlichen Hochwasserereignisses. Welche Aussage kann getroffen werden, wenn laut ZÜRS ein Gebäude in der Zone GK 4 liegt? Nach ZÜRS ist statistisch in einem Gebiet in der Zone GK 4 mit Überschwemmungen häufiger als einmal alle 10 Jahre zu rechnen.
  • Entscheidend für die Beurteilung einer Gefährdung durch Sturm ist die Windgeschwindigkeit in Bodennähe. Erläutern Sie, welche Faktoren die Windgeschwindigkeit beeinflussen können. Die Windgeschwindigkeit wird in Bodennähe durch den Einfluss der Topografie und der Rauigkeit des Geländes am Standort modifiziert. Hierbeiist es auch von wesentlicher Bedeutung, ob ein Gebäude einzeln stehtoder in ein Siedlungsgebiet eingebunden ist.
  • Die Versicherung von Schäden durch Schneedruck (Schneelast) setzt ein umfangreiches Risikomanagement voraus. Die maßgeblichen Einflussfaktoren für die Risikobeurteilung sind die Größe der Schneelast und die Bauwerksgeometrie. a) Wonach richtet sich die Größe der möglichen Schneelast? Die Größe der möglichen Schneelast richtet sich nach der lokalenKlimazone und der topografischen Höhe des zu versichernden Objektes, da die Schneehöhe überproportional zur Höhenlage wächst.
  • Die Versicherung von Schäden durch Schneedruck (Schneelast) setzt ein umfangreiches Risikomanagement voraus. Die maßgeblichen Einflussfaktoren für die Risikobeurteilung sind die Größe der Schneelast und die Bauwerksgeometrie. b) Welche Erkenntnisse können Sie aus der Schneelastzonenkarte entnehmen? Die Schneelast lässt sich in der Bundesrepublik Deutschland inSchneelastzonen (Zone 1-3) und Sonderzonen (1a und 2a) einteilen.Die Zonen sind aus der Schneelastzonenkarte abzulesen.
  • Die Versicherung von Schäden durch Schneedruck (Schneelast) setzt ein umfangreiches Risikomanagement voraus. Die maßgeblichen Einflussfaktoren für die Risikobeurteilung sind die Größe der Schneelast und die Bauwerksgeometrie. Welche Angaben benötigen Sie für die Risikobeurteilung der Bauwerksgeometrie? Bei der Bauwerksgeometrie sind die Dachneigung und die Dachformausschlaggebend für die Schneelast. Hinzu kommt eine Gefährdungdurch evtl. Aufbauten. Je steiler die Dachneigung ist, desto wenigerSchnee kann sich auf dem Dach halten. Besonders gefährdet sindflache Dächer (bis 30Grad Dachneigung). Weiterhin kann eine negative Beeinflussung durch Höhensprüngeund entsprechende Windverhältnisse erfolgen. Höhensprünge entstehen, wenn zwei Gebäude aneinander gebaut sind und eine Hö-hendifferenz zwischen den Gebäuden besteht (gilt auch für Anbauten).
  • In der Technischen Versicherung kann man die Risikogefährdung nach Gefahrenereignissen unterscheiden. Nennen Sie drei dieser möglichen Gefahrenereignisse. Gefahrenereignisse sind: • unfallartige Ereignisse (Kaskoschäden)• von außen einwirkende Ereignisse (Naturgewalten)• innere Betriebsschäden (Konstruktions-, Material- Ausführungsfehler)• äußere Betriebsschäden (Bedienungsfehler, Böswilligkeit)• verschleißbedingte Schäden.
  • Sie sollen für die Maschinenversicherung stationärer Maschinen und Geräte einen neuen Risikofragebogen entwickeln. Nennen Sie fünf Faktoren, die Sie in den Fragebogen aufnehmen wollen. Mögliche Faktoren für die Gefahrenermittlung im Bereich Maschinenversicherung sind: • Betrieblicher Zustand der Maschinen bzw. bei neuen Maschinen eineerfolgreiche Absolvierung des Probebetriebs• Wartung der Maschinen nach den anerkannten Regeln der Technik• Einsatz der Maschinen entsprechend den Herstellerangaben ohneaußergewöhnliche Belastung• Einhaltung der durchschnittlichen Nutzungsdauer gelenkt, wobei auchhier erhöhte Gefahrenelemente vorliegen können, wie Mehrschichtarbeit, kontinuierlicher Sieben-Tage-Betrieb oder Saisonbetrieb (z. B.bei Kampagnen)• Alter der Maschinen,• Lieferbarkeit von Ersatzteilen (Entfernung zu Hersteller und Lieferant)• Außergewöhnliche Beanspruchung• Schlechter Pflegezustand, unzureichende Instandhaltung (Wartung,Instandsetzung, Reparatur)• Grad der Qualifikation des Bedienungs- und Instandsetzungspersonals sowie• Wellenbewegung im Offshore-Bereich.
  • Erläutern Sie, welche Auswirkungen der Risikofaktor Feuchtigkeit bei der Beförderung und Lagerung von Maschinen hat. Maschinen sind sehr anfällig gegen Korrosion. Besonders im Seetransport darf dies nicht unterschätzt werden, da das Seewasser Rost undOxidation fördert. Daher muss der Verpackung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Feuchtigkeit kann auch dazu führen, dass Frostschäden entstehen, wenn durch gefrorene Feuchtigkeit Bauteile „gesprengt“ werden. Schäden durch Feuchtigkeit können auch an einzelnenBauteilen, speziell an Platinen, entstehen, die dadurch in ihrer Funktionsweise eingeschränkt werden.
  • Neben Bezügen und Versendungen können in Unternehmen noch eine Vielzahl weiterer Transporte durchgeführt werden. Nennen Sie weitere Arten von Transporten. Weitere Arten von Transporten sind: • Retouren• Transporte im Werkverkehr• Innerbetriebliche Transporte• Zwischentransporte• Transporte zum Zwecke der Veredelung• Transporte zum Fremdverpacker• Streckengeschäfte und Direktlieferungen• Transporte von Investitionsgütern• Transporte von Muster- und Auswahlsendungen
  • Zu den Verkehrsträgern gehören Lkws, Eisenbahnen, Schiffe und Luftfahrzeuge. Nennen Sie stichwortartig die Vor- und Nachteile des Verkehrsträgers Straße (Lkw). Vorteile / Nachteile : Vorteile • Transportgeschwindigkeit• Flächenabdeckung• Zeitliche Flexibilität• Günstige Kostenstruktur• Lieferungen Haus zu Haus /Tür zu Tür- bis in die entferntesten Regionen• Feinverteilung• Freiheit der Routenwahl• Anpassung der Fahrzeuge andie speziellen Bedürfnisse derGüter• Schonende Behandlung derTransportgüter• Große Beweglichkeit Nachteile • Durchführung durch Klein- undmittelständische Betriebe• Geringe EK-Quote der Kleinunternehmer• Steigende Kostenlast durchStaus, Kraftstoff und Maut• Externe Kosten
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  • In der Praxis wird zwischen handelsüblicher, seemäßiger und beanspruchungsgerechter Verpackung unterschieden. Erläutern Sie die entsprechenden Begriffe. Handelsüblich ist eine Verpackung, wenn sie den örtlichen Gegebenheiten im Land des Versenders und der jeweiligen Branche entspricht (verkehrsüblich). Auch eine handelsübliche Verpackung kann daher eine ungeeignete Verpackung sein. Eine seemäßige Verpackung drückt aus, dass die Verpackung zusätzlichfür die Belastungen während des Seetransports ausgelegt ist, bspw. wurden besondere Maßnahmen zum Korrosionsschutz getroffen. Beanspruchungsgerecht ist eine Verpackung dann, wenn Sie den Anforderungen für einen schadenfreien und sicheren Transport entspricht,d. h., auftretende Belastungen gleich welcher Art werden bei der Gestaltung der Verpackung berücksichtigt (Transportmittel, Geltungsbereich, Artder Güter, mechanische Belastungen, Diebstahl, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit etc.).
  • Ein wichtiges Kriterium für die Risikoeinschätzung in der Verkehrshaftungsversicherung sind die Haftungsgrundlagen der Verkehrsträger. Nennen Sie mögliche gesetzliche und vertragliche Haftungsgrundlagen. Mögliche gesetzliche und vertragliche Haftungsgrundlagen sind: • Haftungskorridor nach HGB (2 bis 40 SZR anstatt 8,33 SZR/kg)• Individualvereinbarungen• Verwendung eigener Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB)• Verwendung standardisierter AGB (ADSp, VBGL, BSK)• Haftung nach CMR (internationales Straßenfrachtrecht)• Haftung nach WA/MÜ (internationales Luftfahrtrecht,ggf. Luftfrachtersatzverkehr)• Haftung nach COTIF/CIM (Eisenbahnrecht)• Haftung nach Seerecht• Wertdeklarationen• Haftung für Falschbelabelung• Haftung über gemietete Wechselbrücken und Anhänger/Auflieger• Haftung für Subunternehmer• Sondervereinbarungen KEP-Dienst(Kurier-, Express- und Paketdienst)
  • Spediteure verwenden in Deutschland regelmäßig als Geschäftsgrundlage die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp). Erläutern Sie die Höhe und den Umfang der Haftung nach den ADSp. Für das Fracht- und Speditionsgeschäft gilt: • Speditionelle Güterschäden: 5 Euro je kg; bei beförderungsbedingtenGüterschäden der für diese Beförderung gesetzlich festgelegte Haftungshöchstbetrag• Seehafenspedition: 2 SZR je kg• Lieferfristüberschreitung: 3-faches Frachtentgelt • Sonstige Vermögensschäden: 3-facher Betrag wie bei Güterschaden,max. 100.000 Euro• Grenze für Gesamthaftung: Pro Schadenfall max. 1 Mio. Euro oder 2SZR je kg bzw. pro Schadenereignis max. 2 Mio. Euro oder 2 SZR jekgFür das Lagergeschäft gilt:• Güterschäden: Grundsätzlich 5 Euro je kg, max. 5.000 Euro je Schadenfall, 25.000 Euro bei Inventurdifferenzen• Andere als Güterschäden 5.000 Euro je Schadenfall, max. 2 Mio. Euro je Schadenereignis
  • Führen Sie je ein Beispiel für PML und EML an. Beim PML geht man davon aus, dass ein entfachter Brand ohne Fremdeinwirkung (Löschanlagen, Feuerwehr etc.) bis zum Selbstverlöschenweiterbrennt. Der dann vorliegende Schaden wird als PML bezeichnet. Beim EML wird das Löschen des Brandes durch Fremdeinwirkung(Löschanlagen, Feuerwehr etc.) angenommen. Der daraus resultierendeSchaden wird dann als EML bezeichnet.
  • Sie sollen am Aufbau einer Kumuldatei mitwirken. Nennen Sie sechs Punkte, die Sie in diese Datei aufnehmen wollen. Nachstehende Daten kann eine Kumuldatei enthalten: Nachstehende Daten kann eine Kumuldatei enthalten: • Postleitzahl• Risikoort• Straße• Hausnummer• Versicherungssumme Gebäude• Versicherungssumme Inhalt• Versicherungssumme Vorräte• Versicherungssumme sonstige Sachen und Kosten• Versicherungssumme Betriebsunterbrechung• Haftzeit• Betriebsart.
  • Erläutern Sie a) die Aufgabe der ASF Die ASF sind Vorschriften der Feuerversicherer, die diese in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.(BDI) als Vertreter der Arbeitgeber und somit der Versicherungsnehmer aufgestellt haben. Die ASF ergänzen gesetzliche und behördliche Vorschriften.
  • Erläutern Sie fünf Punkte, die in den ASF behandelt werden. In den ASF werden zehn Punkte behandelt: • Feuerabschlüsse• Elektrische Anlagen• Rauchen und offenes Feuer• Feuerarbeiten• Feuerstätten, Heizeinrichtungen, wärmeführende Rohrleitungen,Trocknungsanlagen• brennbare feste Stoffe, Flüssigkeiten und Gase• Verpackungsmaterial• Abfälle• Feuerlöscheinrichtungen Kontrolle nach Arbeitsschluss
  • Erläutern Sie, welche Rolle Merkblätter des Versicherers (GDV/VdS) einnehmen. In den Merkblättern des GDV /VdS werden meist wichtige Inhalte von Sicherheitsvorschriften zusammengefasst. Sie dienen zur Kundeninformation. Sie eignen sich zur Unterstützung gesetzlicher Sicherheitsvorschriften, um den Versicherungsnehmern aufzuzeigen, dass in bestimmten Situationen eine besondere Sorgfalt erwartet wird. Sofern die Texte der Merkblätter im Einzelfall vertraglich vereinbart werden, werden auch die Merkblätter zu Sicherheitsvorschriften.