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Klinische I (Subject) / GesprächsPT (Lesson)

MF 5A

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  • Welche anderen Bezeichnungen gibt es für die GesprächsPT? -       nicht direktive Gesprächstherapie (Rogers) -       klientenzentrierte PT (Rogers) -       zielorientierte Gesprächstherapie (Sachse) -       klärungsorientierte PT (Sachse, Grawe)
  • Wie sieht die geschichtliche Entwicklung d. GesprächsPT aus? -       C.R. Rogers: Unzufriedenheit über psychoanalytische & frühe behavioristische Ansätze à klientenzentrierte PT -       Buch „Counseling & Psychotherapy“ 1942 („Die nicht direktive Beratung“) à Geburtsstunde der Gesprächstherapie -       humanistischer Gegenentwurf zu PA & VT (d.h. Orientierung an Würde & Wert d. Menschen; dem Ideal v. Toleranz, Gewalt- & Gewissensfreiheit verpflichtet) -       R. Tausch: „Das psychotherapeutische Gespräch“ (1960)
  • Wie sieht das Menschenbild & Störungskonzept nach Rogers aus? -       humanistisches Menschenbild: Mensch ist von Grund auf gut, sozial & im Einklang mit sich selbst stehend -       Aktualisierungstendenz: Bedürfnis sich selbst zu entfalten, seine ind. Entwicklungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen & seine Erfahrungen unverzerrt zu symbolisieren -       Selbstaktualisierungstendenz: Bedürfnis, eigenes Selbst & eigenen SW kontinuierlich weiterzuentwickeln & zu erhöhen -       Bedürfnis nach unbedingter positiver Wertschätzung in zwischenmenschl. Beziehungen: o   Mensch entwickelt in dem Maße pos. SW, in dem er unbedingte Wertschätzung erlebt à Voraussetzung für Erfahrungsoffenheit -       wenn in Erziehung Wertschätzung an best. Bedingungen geknüpft wird, werden best. Erfahrungen nicht mehr gemacht à neg. bzw. unsicheres Selbstbild (durch Erziehung vermittelt) erschwert Selbstaktualisierung -       pS entstehen als Ausdruck chronischer „Inkongruenz“ v. Erfahrungen & bewusster Repräsentation (Selbstbild)
  • Welche Aspekte der "fully functioning person" gibt es? -       „fully functioning person“: hypothetischer Endzustand d. menschl. Entwicklungsprozess: o   offen ggüber Erfahrungen; neue Erfahrungen lösen keine Angst aus o   genaue Symbolisierung v. Erfahrungen (=keine Verzerrung) -       therapeutische Zielsetzung: möglichst vollständige Ausschöpfung d. Aktualisierungspotentials à Annäherung an Ideal d. „fully functioning person“ -       Erkennen d. Selbstbezugs -       bedingungslose pos. Einschätzung d. Selbst -       kann Fehlentscheidungen leicht korrigieren -       ungehindertes Annehmen & Vergeben pos. Wertschätzung -       befriedigende soz. Interaktionen
  • Wie sieht die therapeutische Grundhaltung in d. Gesprächstherapie aus? -       Kongruenz, Echtheit, Authentizität -       bedingungslose Wertschätzung -       Empathie (einfühlendes Verstehen)
  • Wie sieht die therapeutische Strategie bei der Gesprächstherapie aus? -       VEE: Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte (=Konzept v. Tausch): verhaltensnahe Möglichkeit zur Umsetzung empathischen Verhaltens o   Therapeut spiegelt Pat. ständig wieder, was er von den Erlebnissen (& den damit verbundenen Emotionen) verstanden hat o   Kritik: Gefahr „papageienhaften Verhaltens“ à Paraphrasierung statt Vertiefung (VEE alleine nicht ausreichend; Erweiterung durch zusätzl. Interventionen sinnvoll) -       Schaffung eines emotionalen Klimas, da Selbstentfaltung zulässt: o   angstfreier Raum, in dem Pat. seine Gefühle & Erfahrungen explorieren & ins Selbstkonzept integrieren kann o   unbedingte Wertschätzung d. Pat. als Person durch den Therapeuten o   Therapeut benötigt Selbstaktualisierungskompetenz
  • Wie können die Grundvariablen der Gesprächstherapie therapeutisch umgesetzt werden? bedingungsfreie Anerkennung Interesse zeigen (z.B. persönl. Anteilnahme deutlich machen) bestätigen (z.B. Entscheidungen, Einstellungen bekräftigen) solidarisieren (z.B. Übereinstimmung äußern) Kongruenz konfrontieren (z.B. auf Widerspruch zw. Selbst- & Fremdwahrnehmung d. Pat. aufmerksam machen) Beziehung klären (z.B. sich aus den Augen d. Pat. sehen) sich selbst einbringen (z.B. eigene Gefühle zeigen) Empathie VEE (z.B. Wiederholen d. Gesagten unter Einbezug d. Emotionen d. Pat.) konkretisierendes Verstehen (z.B. nachfragen & mitdenken) Herausarbeiten d. persönl. Bedeutung einer Erfahrung (z.B. im lebensgeschichtl. Kontext)
  • Wie sehen Therapiestudien zur GesprächsPT aus? -       gibt Studien, aber: o   häufig: Problemschwerpunkte SW-Probleme & Lebensprobleme o   wenig Studien zu Pat.gruppen mit klar definierten Achse-I-Störungen; defizitäre Erfassung d. klin. Symptomatik o   wenig Studien aus stationärem Setting
  • Welche Weiterentwicklungen der GesprächsPT gibt es? zielorientierte GesprächsPT (Sachse) klärungsorientierte PT (Sachse) prozess-/erlebnisorientierte PT (Greenberg) emotionsfokussierte Therapie (EFT, Greenberg/Elliott)
  • Wie sieht die klärungsorientierte PT nach Sachse aus? o   Integration v. kogn. Elementen, Focussing Konzept, Elementen d. Prozess-/Erlebnisorientierten Therapie & d. Gestalttherapie o   Annahme: Pat. durch dysfunktionale, unbewusste Schemata gesteuert, die psychische Probleme bedingen & nicht allein verändert werden können à diese gilt es zugänglich zu machen & zu klären -       stärkere Berücksichtigung v. Zielen & der Handlungsebene o   Beibehaltung d. Roger’schen Grundvariablen o   sind Voraussetzung für d. Beziehungsaufbau zw. Pat & Therapeut & zur Stabilisierung nach konfrontativen Interventionen -       klärungsorientierte therapeutische Strategien (z.B. Ein-Personen-Rollenspiel) o   gute Wirkung in einigen Studien
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  • Wie sieht die prozess-/erlebnisorientierte PT nach Greenberg aus? o   Verbindung v. Gesprächstherapie-Elementen (Empathie, etc.) & Elementen d. Gestalttherapie (aktiv – direktiv) o   starke Betonung v. Emotionen: Zugang zu emotionalen Schemata erlangen Erfassung emotionaler Prozesse d. Pat. -       Beispiele v. Techniken: o   Aufgabenstrukturierung o   Infovermittlung, Vorschlag v. Handlungen o   Zwei-Stuhl-Technik (häufig in Gestalttherapie) o   Aufmerksamkeitslenkung auf emot. Ausdruck o   aktiver Emotionsausdruck (ggf. wieder mit Stuhltechnik)
  • Wie sieht die emotionsfokussierte Therapie (EFT) nach Greenberg/Elliott aus? o   Entwicklung aus den Annahmen d. prozess-/erlebnisorientierten Therapie & klinischen Erfahrungen o   Annahmen: §  Erfahrungen werden in Form v. emot. Schemata, die für Erfahrungsbewertung wichtig sind, gespeichert (vgl. prozess-/erlebnisorientierte Therapie) §  Emotionen können mit Emotionen verändert werden (Ersetzen destruktiver durch hilfreiche Emotionen) o   empathische therapeutische Grundhaltung o   prozessdirektiver leitender Stil o   Techniken: 2-Stuhl-rbeit, leere-Stuhl-Arbeit, Focussing o   prozesshafte Grundprinzipien:   Wahrnehmung/Bewusstheit d. Emotionen Regulation d. Emotion (z.B. Bestätigung d. Affekte, empathische Umgebung) Reflexion d. eigenen Emotionen (erkennen, benennen) Transformation in gesündere Zielemotion
  • Was ist das Fokussing nach E. Gendlin? 1.    inneren Freiraum schaffen: o   kurze Entspannung (auf Körper achten & auftauchenden Empfindungen erfahrungsoffen begegnen) 2.    Felt-Sense entstehen lassen o   Aufmerksamkeit auf Körperreaktionen richten & körperliche Empfindung entstehen lassen 3.    Felt-Sense versuchen, so gut wie möglich mit einem Wort, Symbol oder Bild zu beschreiben („einen Griff finden“) 4.    Stimmigkeit zw. Felt-Sense & Begriff/Bild/Symbol überprüfen 5.    Fragen stellen: o   Warum löst Problem diesen Felt-Sense aus? o   Was braucht Felt-Sense, um sich besser anzufühlen? o   Kann das, was Felt-Sense braucht, um sich besser anzufühlen, zur Lösung d. Problems beitragen? 6.    dabei: heilenden Prozess annehmen & schützen o   d.h. kleine Schritte würdigen o   eigene innere Entwertungen d. Prozesses erkennen & stoppen