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botanische Bestimmungsübungen (Subject) / Flora & Vegetation, Naturschutz (Lesson)

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  • Forste (Kulturwälder): Durch starke Bevölkerungszunahme im Hochmittelalter zunehmende Entwaldung.Erste geschichtlich belegte Aufforstung (Kiefern) um 1370 bei Nürnberg
  • Wiesen und Weiden („Grünland“): Grünland bedeckt heute ca. 20 % der Fläche Mitteleuropas und ist die Grundlage unserer Vieh- und Milchwirtschaft. Klare Trennung zwischen Wald und Weide erst ab 19. Jh.; Davor Waldweide. Natürliche Wiesen finden sich in Mitteleuropa nur oberhalb der Waldgrenze der Hochgebirge und als Salzwiesen.  Artenreiche, extensiv genutzten Wiesen (Trockenrasen, Feuchtwiesen) stark im Rückgang (Umbruch zu Acker oder Verbuschung wg. Nutzungsaufgabe)
  • Anthropogene Gesellschaften Mitteleuropas Forste (Kulturwälder) Wiesen und Weiden („Grünland“) Kulturland (Äcker, Gärten etc.): > 35% der Fläche Mitteleuropas Ackerunkraut- und Ruderalfluren (stickstoffreich)
  • Die Klassifikation von Pflanzengemeinschaften (Syntaxonomie) Beispiel: Pflanzensoziologie mitteleuropäischer LaubwälderVor allem im (Mittel-)Europäischen Raum werden Pflanzengesellschaften nach ihren Kennarten oder Charakterarten beschrieben und in ein hierarchisches System klassifiziert.Diese v.a. auf Josias Braun-Blanquet (1928) zurückgehende Methode ist u.a. wegen ihrer nureingeschränkten Objektivität und regional starken Differenzierung nicht unumstritten. Auf dieverwendeten Vegetationseinheiten wird aber teilweise auch im Naturschutzrecht Bezug genommen. Klasse - etea Ordnung - etalia Verband - ion Unterverband - enion Assoziation - etum
  • Ruderalvegetation: • vorwiegend krautige Vegetationanthropogen stark veränderterund/oder gestörter Wuchsplätze,sofern diese weder land- nochforstwirtschaftlich genutzt werden• Häufige Arten: Brennnessel,Ackerkratzdistel, Breitwegerich,Hirtentäschel, Rispengras,Kleblabkraut, Gänsefuß, Beifuß,Rainfarn, Kamille
  • Segetalflora: •Acker-Wildkräuter von (Getreide-)Feldern wie z.B. Klatschmohn,Kornblume, Ackerwinde,Vogelmiere•durch Herbizide (u.Saatgutreinigung) zurückgedrängt,•seit 1980er Ackerrandstreifenprogrammezum Erhalt
  • Bestäubung: der Pollen muss auf die Narbe eines Fruchtblattes übertragen werden.Man kann zwischen Selbst- und Fremdbestäubung unterscheiden
  • Ausbreitung: der Same wird an den neuen (potentiellen)Wuchsort der nächsten Pflanzengenerationtransportiert. Es wird häufig zwischen Nah- und Fernausbreitung unterschieden.Die Ausbreitungseinheit (Diaspore)kann der einzelne Same, die (Teil-)Frucht oder ein ganzer Fruchtstand sein.
  • Ausbreitungsökologie • Funktion der Ausbreitung • Erhalt einer Population• Gründung neuer Populationen• Vermeidung von intraspezifischer Konkurrenz• Genfluss
  • Ausbreitungsökologie • Ausbreitungseinheiten / Diasporen Generative Diasporen:- Samen (bei Öffnungsfrüchten) - Früchte (bei Schließfrüchten)- Fruchtstände  Vegetative Diasporen:- Bulbillen - Ausläufer- Pflanzenfragmente- ganze Pflanzen
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  • Ausbreitungsökologie • Diasporentransport • Als Transportmittel fungieren Tiere, Wind, Wasser, ballistische Kräfte und die Pflanze selbst• Oft werden Diasporen auf unterschiedliche Weise transportiert (Polychorie)• -chorie von griech. chōrein = wandern• Häufig treten verschiedene Formen von Diasporen nebeneinander auf (Heterodiasporie)• Weite Ferntransporte meist durch singuläre Ereignisse (Zufall!)
  • Zoochorie (≠ Zoophilie: Bestäubung durch Tiere) • Ausbreitung durch Tiere• Koevolution ist wesentlich seltener als in der Bestäubungsökologie• Vor allem durch Säugetiere, Vögel und Ameisen
  • Zoochorie: I. Dyszoochorie Samen und Früchte dienen als Nahrungsmittel:ein Teil entgeht immer dem Verzehr=>Nahausbreitung
  • Zoochorie: II. Endozoochorie Andere Teile der Diaspore dienen als Nahrung, Keime werden wiederausgeschiedenVögel:Anlockung durch Farben Bereitstellung meist an der Pflanze kleine DiasporenSäugetiere:Anlockung durch Duft (und Farben)Bereitstellung meist durch Abfallen Nah- und Fernausbreitung
  • Zoochorie: III. Synzoochorie • Andere Teile der Diasporen dienen als Nahrung• Keime werden als wertlos weggeworfen• Nahausbreitung• z.B.: Myrmekochorie (Ausbreitung durch Ameisen)- kleine Diasporen mit Elaiosom (Samenanhängsel, enthält Lock- und Nährstoffe)- dient als Nahrung, der Keim wird zurückgelassen bzw. aus dem Bau transportiert
  • Zoochorie: IV. Epizoochorie • Diasporen haften sich an derOberfläche von Tieren fest• Nah- und Fernausbreitung• Anhaften der Diasporen durch:- Adhäsion mit Wasser- Ankleben mit Bodensubstanz- Kleb-Diasporen- Fellkletten: häufig, große Vielfalt(bei uns heimische Arten:z.B. große Klette, Klettenlabkraut,Nelkenwurz)- Trampelkletten
  • Anemochorie - Ausbreitung durch Wind Chamaechorie (Auf der Bodenoberfläche)• rundliche Früchte, Fruchtstände,Pflanzenteile oderganze Pflanzen• streuen nach und nach ihre Früchte bzw. Samen aus• offenes Gelände (Steppenroller)
  • Anemochorie Windflieger (Meteochorie)• Staubflieger (sehr kleine, leichte Samen z.B. Orchidaceae) und Sporen• Ballonflieger (lufterfüllte Hohlräume)• Haarflieger (größte Gruppe der anemochoren Diasporen) haariges Anhängsel große Vielfaltz.B. Schirmflieger wie Löwenzahn/Pusteblume Gleitflieger:flacher, symmetrischer Bau Sinkgeschwindigkeit:20-70 cm/sSchraubenflieger:schwere Diasporen unsymmetrischer Bau Sinkgeschwindigkeit:100-200 cm/s
  • Hydrochorie Ausbreitung durch Wasser • Schwimmfähigkeit der Diasporen durch Unbenetzbarkeit, Luftsäcke oder Schwimmgewebe• Nah- und Fernausbreitung
  • Hydrochorie Ausbreitung durch Wasser • Schwimmfähigkeit der Diasporen durch Unbenetzbarkeit, Luftsäcke oder Schwimmgewebe• Nah- und Fernausbreitung
  • Ballochorie Wegschleudern der Diasporen nach einmaligen ImpulsDiasporen: klein kompakt, geringer LuftwiderstandAusgelöst von:- Tieren- Wind- RegenNahausbreitung
  • Autochorie Selbstausbreitung Ballochoriedurch einen Turgoranstieg oder Austrocknung Bildung von Ausläufern z.B. Ginster (Gattung Genista)z.B. Springkrautz.B. Erdbeere
  • Atelechorie aktive Deponierung der Diasporen in der Nähe der Mutterpflanzez.B. Geokarpie bei der Erdnuss oder in Mauerritzen (Zimbelkraut, Cymbalaria) ErdnussCymbalaria
  • Diaspore (Ausbreitungseinheit) HaselnussSchließfrucht Diaspore: Frucht MohnÖffnungsfruchtDiaspore: Samen LindeFruchtverbandD.: Fruchtstand