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botanische Bestimmungsübungen (Subject) / Vegetation Mitteleuropas (Lesson)
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- Zonale Vegetation Verteilung v. Makroklima bestimmt, Klassifikation: Physiognomie/Struktur der Vegetation(Ein Regenwald ist ein Regenwald, eine Savanne ist eine Savanne, auch wenn in verschiedenen Regionen sehr unterschiedliche Pflanzengruppen dominieren können)
- Pflanzengeographischen Reiche & Regionen z.B. strukturell ähnliche Regenwälder in Amerika, Afrika, Asien (gleiches Zonobiom – aber dominiert durch unterschiedliche Baumfamilien Biogeographische Einheiten werden basieren auf der Floren-Zusammensetzung abgegrenzt. In Neotropis dominierend:Fabaceae, Moraceae, Sapotaceae,Annonaceae… In Asien dominierend:Dipterocarpaceae
- Die 6 pflanzengeographischen Reiche (basierend auf der Floren-Zusammensetzung) 1. Holarktis: extratropische Nordhemisphäre (unterteilt in Nearktis, Palearktis). Aceraceae (Sapindaceae p.p.), Apiaceae s.str., Betulaceae, Brassicaceae, Fagaceae, Ranunculaceae, Carex, Pinus. 2. Paleotropis – Tropen der alten Welt: Didiereaceae, Dipterocarpaceae, Nepenthaceae, Pandanaceae; Aloë, Nypa 3. Neotropis – Tropen der Neuen Welt (Amerikas): Bromeliaceae, Cactaceae, Cannaceae, Cyclanthaceae, Malpighiaceae, Tropaeolaceae; Agave, Begonia, Fuchsia, Passiflora 4. Australis: Australien & Tasmanien: Brunoniaceae, Casuarinaceae, Epacridaceae, Goodeniaceae, Myoporaceae, Stylidiaceae, Xanthorrhoeaceae; Acacia, Banksia, Eucalyptus 5. Capensis – Südspitze Afrikas: Aizoaceae; Erica, Freesia, Pelargonium, Protea. (keine Palmen) 6. Antarctis: extratropische Südhemisphäre (Patagonien, Südliches Neuseeland, subantarktische Inseln): Acaena, Azorella, Nothofagus
- wichtige Begriffe in der Biogeographie Areal– Verbreitungsgebiet = Summe der Fundorte eines Taxons Verbreitung (Distribution) ≠ Ausbreitung (Dispersal) • Flora– Summe der Arten eines Gebietes • Areal – Kontinuität– Disjunktion: z.B. Magnolia (O-USA und SO-Asien);– Vikarianz: geographisch sich gegenseitig ersetzende Sippen- bzw. Arten• ökolog. Vik.: Beispiel Rhododendron in den Alpen (Urgestein: R. ferrugineum; Kalkalpen: R. hirsutum)• geograph. Vik.: Larix (Lärche, 10 Arten verteilt über die ganze Nordhemisphäre ) • Areal – Ausdehnung– Kosmopoliten: Adlerfarn (Pteridium aquilinum), Brunnenlebermoos(Marchantia polymorpha), Schilf (Phragmites communis)– Ubiquisten (anthropogene Kosmopoliten): Urtica dioica (Brennessel), Poaannua, verschiedene Ruderalpflanzen.– Endemiten – endemisch: auf eine bestimmtes (kleines) Areal begrenzte Pflanzensippe:• Neo-Endemiten: systematisch wenig differenzierte junge Sippen (Arten,Unterarten) z.B. auf Gebirgsstöcken oder Inseln (Kanaren: Aeonium)• Paläo-Endemiten: isolierte alte Taxa (Arten, Gattungen, Familien), oftRefugien früher weiter verbreiteter Arten (z.B. SO-China: Ginkgo biloba)
- Die europäische Flora ist stark durch die Eiszeiten geprägt Vegetation Europas um 20.000 BP (maximale Vereisung letzte Eiszeit) (v.a. Gehölzflora im Vergleich zu NAmerika u. Asien verarmt)
- prägende Element der natürlichen Vegetation Mitteleuropas Buchenwälder Die Buche (und viele weitere Arten) war während der Eiszeiten auf Refugien in Südeuropa beschränkt; Rückwanderung in den letzten ca. 10.000 Jahren Die Landwirtschaft hat sich vor ca. 10.000 Jahren vom „fruchtbaren Halbmond“ her ausgebreitet. Mitteleuropa hat sie in der Jungsteinzeit vor ca. 6-7000 Jahren erreicht. Die Bevölkerungsdichte war damals aber deutlich weniger als 1% des heutigen Zustandes
- Potentiell Natürliche Vegetation „Vegetation, die sich unter dengegenwärtigen Umweltbedingungenohne Eingriffe des Menschen von selbst einstellen würde“ Diese muss nicht der ursprünglichen Vegetation entsprechen! „Obwohl sich das Land nach seiner Erscheinung beträchtlich unterscheidet, ist es doch imallgemeinen entweder mit unwirtlichen Wäldern oder mit wüsten Sümpfen Buchenmischwald bedeckt;“ (Tacitus: Germania, ca. 100 n Chr.)
- Urwälder Mitteleuropas waren kleinräumig aufgelockert Typisch für nemorale „Urwälder“: heterogene Bestandsstruktur aus überwiegend dichten Baum Gruppen mit vereinzelten Lücken durch Baumstürze sowie die etwas reichere Baumartenvielfalt in Laub‐Nadelmischwäldern. Urwälder sind stellenweise durch Waldsümpfe, Moore und Vorwald‐Gebüsche durchsetzt. Dynamik wesentlich von heimischen Großsäugern wie Wildschwein, Rot- und Damwild, Wisent beeinflusst
- Nordost-Deutsche Tiefland Das deutlich trockenere Nordost-Deutsche Tieflandhat Eichen-Hainbuchen- und Kiefern-Wälder als PNV (Potentielle natürliche Vegetation)
- Mitteleuropäische Laubwälder Dominierende zonale Vegetation Mitteleuropas auf Standorten mit mittlerer Nährstoffversorgung sind Rotbuchenwälder (Fagion) Daneben gibt es z.B. Eichen-Hainbuchen- Wälder auf staunassen Böden (Kottenforst!)oder Eschen-Ahorn-Mischwälder kühl-feuchter Hanglagen Bei geschlossenem Laubdach im Sommer erreichen nur ca. 2% des Sonnenlichtes den Boden, daher im geschlossenen Wald kaum Strauch- und Krautschicht, viele Frühjahrsblüher. Bei relativ einheitlicher Baumschicht unterscheidetsich v.a. der Unterwuchs abhängig vonBodenfaktoren (Boden-pH,-feuchte, etc).Der Unterwuchs ist im geschlossenen Wald v.a.durch viele Frühblüher geprägt. Diese nutzen dasFrühjahr bis zum Laubaustrieb der Bäume. Darunterfinden wir v.a. Geophyten, die aus unterirdischenÜberdauerungsorganen (Knollen, Zwiebeln,Rhizome) schnell austreiben.Beispiele:Anemone nemorosa (Buschwindröschen)Arum maculatum (Aronstab)Ranunculus ficaria (Scharbockskraut)Corydalis cava (Hohler Lerchensporn)Scilla bifolia (Blaustern)
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- primäre Standortfaktoren Licht / Wärme / Wasser / Chemische F. / Mechanische F.
- Faktorenkomplexe (sekundäre Standortfaktoren): Klima (Strahlung, Lufttemperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Wind…) Relief (Exposition: Hangneigung, - richtung, Tal- oder Kuppenlage…) Boden (Körnung, pH, chemische Zusammensetzung, B.feuchte, Grundwasser…)
- Extrazonalen Vegetation Vegetationseinheiten deren Zusammensetzung mehr von kleinräumigen Gegebenheiten als vom Großklima bestimmt ist und damit anderen (zonalen) Vegetationseinheiten ähnelt:– Bodenkalte, staunasse Moorböden in der nemoralen Zone mit einer Flora undVegetation ähnlich den borealen und subarktischen Mooren– Trockene, südexponierte Hänge in der nemoralen Zone mit einer Vegetationähnlich der submediterranen Zone
- Azonale Vegetation Vegetationseinheiten deren Zusammensetzung primär von einem anderen ökologischen Faktor als vom Großklima bestimmt ist und KEINER zonalen Vegetationseinheit ähnelt:– Halophytengesellschaften (salztolerante Gesellschaften), die in der nemoralenbis tropischen Zone ähnliche Gattungs- und oft auch Artzusammensetzung haben.– Wasserpflanzengesellschaften, die in der borealen bis tropischen Zoneähnliche Gattungs‐ und oft auch Artzusammensetzung haben.– Flachmoore – durch Rodung der Gehölze
- Moore Hoch- und Niedermooresind ebenfalls von Naturaus waldfrei. Die Bödensind zu nass und zu sauer.
- Moore Hoch- und Niedermooresind ebenfalls von Naturaus waldfrei. Die Bödensind zu nass und zu sauer.
- Ufervegetation natürlicherweise in den länger überschwemmtenBereichen & bei stärkerer Strömung waldfrei
- Vegetation Mitteleuropas – das allerwichtigste in Kürze • Ausgangssituation– Heutige potentiell natürliche Vegetation (PNV):ca. 95% der Fläche Laubwald (v.a. Buchenwald);– Baumschicht der Wälder in Mitteleuropa relativ artenarm; standörtlicheDifferenzierung v.a. auch im Unterwuchs/Krautschicht– Rest ist azonale (& extrazonale) Vegetation(Sumpf, Moor, Gewässer, Küste, Felsköpfe etc.).• Rückzug der Wälder während der Eiszeiten• nach der letzten Eiszeit Rückwanderung der Buche zeitgleich mitdem Menschen (Jäger und Sammler).• In der Jungsteinzeit (vor ca. 5.000 Jahren) Übergang zu Ackerbauund Viehhaltung. Wälder werden lokal gelichtet und gerodet:„Ringelung“, Brandrodung. Die wichtigste Nutzungsform desWaldes war die Waldweide – in ganz Mitteleuropa bis Anfang des19. Jahrhunderts => Vorlesung Donnerstag• Ausgangssituation– Heutige potentiell natürliche Vegetation (PNV):ca. 95% der Fläche Laubwald (v.a. Buchenwald);– Baumschicht der Wälder in Mitteleuropa relativ artenarm; standörtlicheDifferenzierung v.a. auch im Unterwuchs/Krautschicht– Rest ist azonale (& extrazonale) Vegetation(Sumpf, Moor, Gewässer, Küste, Felsköpfe etc.).• Rückzug der Wälder während der Eiszeiten• nach der letzten Eiszeit Rückwanderung der Buche zeitgleich mitdem Menschen (Jäger und Sammler).• In der Jungsteinzeit (vor ca. 5.000 Jahren) Übergang zu Ackerbauund Viehhaltung. Wälder werden lokal gelichtet und gerodet:„Ringelung“, Brandrodung. Die wichtigste Nutzungsform desWaldes war die Waldweide – in ganz Mitteleuropa bis Anfang des19. Jahrhunderts