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Wirtschaftsgeschichte (Subject) / VI Nachkriegszweit Zweiter WK (Lesson)

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  • Der Marshall-Plan Juni 1947 Der Marshall-Plan (European Recovery Program) vom 5. Juni 1947 wurde neben der Währungsreform als eine zentrale Ursache für den Wiederaufbau nach dem Krieg gesehen.  Initiiert durch den US-Außenminister George C.Marshall umfasste er ein Programm zur finanziellen Unterstützung des Wiederaufbaus der europäischen Volkswirtschaft (zur Schließung der Dollar-Lücke).  Ausgangspunkt des ERP Handelsbilanzdefizit Westeuropas gegenüber den USA (“Dollar-Lücke”), d.h. die Importe US-Amerikanischer Produkte nach Europe (hauptsächlich Nahrungsmittel, aber auch Rohstoffe) waren von 1938-1947 start angestiegen bei gleichbleibenden, geringen Exporten. Dies lag hauptsächlich an einem enormen Produktivitätsvorsprung der USA gegenüber Europa und verstärkte das Problem des Devisenmangels (zog sich durch gesamten Krisenzeit) in Europa bedingt durch gestiegenen Bedarf an Devisen zur Finanzierung der US-Importe.  Ziel des ERP war die Schaffung eines langfristig wirtschaftlich stabilen und selbstständigen Europas. Gleichzeitig wollte Amerika i) seine Position in Westeuropa stärken ii) sich gegen den Sozialismus absichern iii) die Sowjetunion und den Kommunismus eindämmen (Containment-Politik) und iv) einen Absatzmarkt für die US-amerikansische Überproduktion schaffen (amerikanisches Interesse). Im gesamten Zeitraum von 1948-1952 umfasste der ERP Hilfen im Wert von insgesamt 13 Mrd. USD, mit denen Importeure in Westeuropa Waren aus den USA importieren durften. Über deren Aufteilung die OEEC entschied. Die Bundesrepublik erhielt dabei 1.4 Mrd USD.  Er trug über zwei Ansatzpunkte zum deutschen Wirtschaftswachstum bei:  1. Die Bundesrepublik übertrug die ihr zugewiesenen Einfuhrmöglichkeiten vorrangig an Importeure von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Rohstoffen.  Der amerikanische Exporteur dieser Waren erhielt den Rechnungsbeitrag in Dollar von der US-amerikanischen Regierung ausgezahlt.  Der deutsche Importeur entrichtet den Gegenwert dieser Summe an das ERP-Sondervermögen. 2. Dieser Top des “ERP Sondervermögens”, als zweiter Ansatzpukt, verteilte Kredite an Engpasssektoren (Verkehr, Bergbau und die Energiewirtschaft) Dadruch werden wesentliche Wachstumshemmnisse behoben mittels verzinster Kredite.  Die vergebenen Mittel flossen am Ende der LZ in das ERP-Sondervermögen zurück Es entwickelte sich ein Kreislauf, der sogar heute noch existiert (KFW-Bank verwaltet diesen Topf und vergibt Kredite zur Förderung des Mittelstandes und Entwicklungshilfeprojekten).  Der eigentliche Devisenkredit wurde von der Bundesregierung gemäß den Vereinbarungen des Londoner Schuldenabkommens durch die erhöhte Steuereinnahmen teilweise an die USA zurück gezahlt.
  • Wirkung des Marshall-Plans Nach der traditionellen Sicht ist der ERP zusammen mit der Währungsreform DIE zentrale Ursache für das "Wirtschaftswunder". In der wirtschaftshistorische Forschung hingegen ist die Wirkung des ERPs für die wirtschafltiche Entwicklung Westdeutschlands in den ersten Nachkriegsjahren jedoch umstritten.  Als erstes Argument wird angeführt, dass die ERP-Mittel ihre Wirkung erst zeitverzögert entfalten konnten, da sie erst spät verfügbar waren.  Weiterhin wurde nur ein geringer Teil Industriegüter eingeführt, der Großteil der Einfuhren umfasste Baumwolle und landwirtschaftliche Erzeugnisse  Trotz der offenen Bewertung der materiellen Leistungen besaß der ERP eine Doppelwirkung:  Kurzfristig ermöglichte er die Einfuhr und Finanzierung knapper Güter, die sonst nicht hätten erworben werden können und half der Bundesrepublik bei der Überwindung der Dollar-Lücke, d.h. wirkte dem Devisenmangel entgegen Langfristig unterstütze er den Investitionskredit aus dem ERP-Sondervermögen, die durch Investitionen in die Infrastruktur das Wirtschaftswachstum ankurbelten Besonder wichtig war aber auch die psychologische Wirkung, die vom Marshall-Plan ausgingen. Wenn man bedenkt, dass der Gegenentwurf des "Morgenthau-Plan" eine vollständige Deindustrialisierung Deutschlands und eine Rückführung in einen Agrarstaat in Erwägung zog (um einen Dritten Weltkrieg vorzubeugen), war der Marshall-Plan eine wichtige Bekenntnis der USA zu einem industralisierten Deutschland  Dies half dabei, die Erwartungen und Investitionstätigkeit anzukurbeln, die vll vorher aufgeschoben wurden.  Trotz unterscheidlicher Bewertungen der materiellen Leistungen des Marshall-Plans wird die ordnungspolitische Bedeutung und politische Signalfunktion der Marshall-Plan Hilfen hervorgehoben. 
  • Die Nahrungsmittelversorgung im 2. WK Die Nahrungsmittelversorgung im 2. WK stellte einen großen Unterschied zum 1.WK dar.  Die deutsche Bevölkerung litt trotz gescheiterter landwirtschaftlicher Erzeugungsschlacht bis kurz vor Kriegsende keinen Hunger, da sie mit Nahrungsmittellieferungen aus den besetzten Gebieten versorgt wurde. Dieser Nahrungsmitteltransfer war bedingt durch den Krieg nur deshalb möglich, da die Rationen in den besetzten Ländern radikal niedrig gehalten wurde.  Die Rationen von 1941-1944 waren in Deutschland bei knapp unter 2000 in kcal stabilisiert (vgl. Frankreich 1000, Polen meist erheblich weniger als 1000). Unterernährung und Hungertod wurden in die besetzten gebiete verlagert.  Neben Rohstoff und Nahrungsmitteltransfer spielten auch die Importe von Konsum- und Rüstungsgütern eine wichtige Rolle.  Die Ausplünderung der besetzten Gebiete erfolgte dabei in der Regel keineswegs durch Zwang und Gewaltanwendung. Viel eher hatte er die Fassade eines fairen Tausches, um die besetzten Länder zur Kollaboration zu ermutigen.  Makroökonomisch: Auf einem “Clearing Konto zwischen Deutschland und dem besetzten Land” wurden die Besatzungskosten gutgeschrieben, die zunächst der Besatzungsarmee diente. Die Gutschrift war meist allerdings deutlich höher als die tatsächlichen Kosten der Besatzung und konnten deshalb zweckentfremdet für den Import von Gütern genutzt werden. Diese Kriegsbeute erreichte von 1940-1944 eine Höhe von knapp 42 Mrd RM.  Mikroökonomische Ebene: Die Beschaffungsorgane in Frankreich erhlieten finanzielle Mittel in Form von Reichskassenscheinen. Diese durften durften in Deutschland nicht verwendet werden, wurden aber in Frankreich als Gegenwert für ihre Erzeugnisse akzeptiert, da diese von der französischen Zentralbank zu einem für Deutschland günstigen Wechselkurs in französische Francs getauscht werden mussten.  Wenn ein französischer Bauer fürchten muss, dass die deutschen Soldaten ihm sein Schwein ohne Gegenleistung rauben wird er versuchen, es vor der Wehrmacht zu verbergen. Wenn die Wehrmacht hingegen öffentlich proklamiert, dass sie bereit sind für die Schweine einen guten Preis zu zahlen, wird der französische Bauer das Schwein sogar freiwillig anliefern.  Diese konnte er dann bei der Bank gegen Francs eintauschen. Diese Maßnahmen verhinderten Sabotage und das Anlegen versteckter Vorräte Problematisch für Frankreich war die Erhöhung der Geldmenge durch die Umtauschpflicht. Eine Erhöhung der Geldmenge bei gleichzeitiger Verringerung der den Inländern zur Verfügung stehenden Warenmenge führt unweigerlich zur Inflation und damit zur Entwertung des vorhandenen französischen Geldvermögens.  => Anstelle individuellen Raubs tritt kollektiver Verlust aller französischen Besitzer von Geldvermögen ein.  Nur aufgrund dieser Maßnahmen war es dem Dritten Reich überhaupt möglich, bis Frühjahr 1945 der militärischen und ökonomischen Übermacht der Alliierten standzuhalten und die Kriegshandlungen fortzusetzen. 
  • Worin liegt die Ursache der geringen Industrieproduktion in 1946-1948? Nach dem Krieg brach die Nachfrage nach Rüstungsgeräten ein und die industrielle Produktion belief sich 1946 auf nur 30% des Niveaus von 1938. Im Krisenjahr 1947 fiel die Produktion um weitere 30% während der amerikanische Sektor sehr gute Zahlen ausweisen konnte.  Die traditionelle Sichtweise sieht das hohe Ausmaß der Kriegszerstörungen an den industriellen Anlagen als Ursache für die geringe Produktion. Allerdings herrscht ein Konsens, dass die Kriegsschäden am Brutto-AV nicht so groß waren wie lange angenommen. Zahlen das Ausmaß der kriegsbedingten Schäden beruhen alle auf einer Studie des DIW vom Jahre 1958  Daher liegen keine belastbaren Zahlen, mit denen eine sichere Bewertung der Kriegsschäden auf das Produktionspotential der deutschen Industrie möglich wäre  In der wirtschafthistorischen Forschung gibt es wird dieses Problem kontrovers diskutiert. Laut Werner Abelshauser ging die deutsche Wirtschaft mit einem “bemerkenswert großen und neuen Kapitalstock” in die Nachkriegszeit. Das industrielle Brutto-AV wäre 1945 aufgrund der hohen Brutto-AV-Investitionen während der NS-Herrschaft sogar um 20% höher gewesen als 1936 . Das Ausmaß der Bombenschäden und Kriegsschäden sei überschätzt worden und übertrafen dagegen erst 1944 den Wert der laufenden Investitionen.  2. Dagegen argumentiert Jonar Scherner auf Basis seiner neuen Berechnungen, dass die Brutto-AV-Investitionen und auch die Zerstörungen am Anlagekapital im Dritten Reich größer sind als bisher angenommen sind. - Letztendlich liegen keine Daten vor, die eine endgültige und eindeutige Bewertung der Kriegsschäden ermöglichen. - Aber sicher: Ausmaß der Demontagen in Westdeutschland mit etwa 2,2 Milliarden DM etwa 4% des Bestandes von 1938 
  • Worin lag dann die geringe Produktivität begründet? Nach dem Krieg brach die Nachfrage nach Rüstungsgeräten ein und die industrielle Produktion belief sich 1946 auf nur 30% des Niveaus von 1938. KEDDAAAVALZ Der Tiefpunkt wurde 1947 erreicht, als die Produktion um weitere 30% fiel, während der amerikanische Sektor sehr gute Zahlen ausweisen konnte.  Kriegsschäden: Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Brutto-AV durch unterlassene Ersatzinvestitionen und Direkte Kriegshandlungen zerstört wurden.  Demontage: Auch sind viele Industrieanlagen in Folge von Demontagen durch die alliierten Siegermächte zerstört worden (2.2 Mrd) Auslastung: Das Hauptproblem lag jedoch nicht primär in dem mangelnden Brutto-AV, sondern in dessen geringer Auslastung.  Auslastungsgrad der WD Industrie lag bis knapp vor Währungsreform 1948 bei 36 Prozent nach Währungsreform und Preisfreigabe im zweiten Halbjahr bei 51 Prozent. Schon 1951 lag die industrielle Auslastung oberhalb der 80 Prozent Arbeitsmarktproblematik: Zusätzlich wurde Bevölkerung im Krieg um 10% reduziert, d.h. Arbeiter gefallen, die nun auf dem AM fehlten Arbeitsproduktivität:   Verringerte Leistungsfähigkeit durch Unterernährung der Arbeitnehmer (800 kcal) Politische Belastung Know-How Verluste durch Entnazifizierung von Führungskräften und Austausch der Geschäftsführung Abwanderung innovativer Großunternehmen (bes. deutsche Elektroindustrie AEG nach Frankfurt, Siemes nach München) verringert Wachstumspotenzial in der DDR Versorgungslage mangelhaft im Hinblick auf Rohstoffe, Brennstoffe, Vorprodukte für die Produktion Anreize: Kaum Anreiz für Produktivität durch  Große politische Unsicherheit Verdeckte Inlation und antizipierte Wärhungsreform Bewirtschaftungsmaßnahnem  Hortung von Sachbeständen Lagerhaltung in den letzten Kriegsmonaten Lagerbestände im Zuge der Ernährungskrise aufgebraucht. Die Wirtschaft funktionierte nur noch im Rahmen von Tausch- und Kompensationsgeschäften Niedrige Produktion erschwerte die Akkumulation neuer Lagerbestände  Zerschneidung des Wirtschaftsraumes Kommunikationsprobleme Koordinationsprobleme Zerstörung der Verkehrswege = Transportprobleme Zerschneidung von Zuliefererstrukturen (Vorpordukte konnten nicht produziert oder geliefert werden)  - Zusätzlich mussten Reparationsleistungen durch Demontage und Entnahmen aus laufender Produktion geleistet werden  Die Produktion litt also unter Beschaffungs- und Absatzproblemen und behördlich festgesetzten Preisen.
  • Potsdamer Konferenz von August 1945 Die Potsdamer Konferenz im August 1945 im Schloss Cecilienhof war eines von drei Treffen der drei „Großen Drei“: zur Beratung auf Höchster Ebene über das weitere Vorgehen. Clement Attlee (GB), Harry S. Truman (US), Josef Stalin (Sowjet) Frankreich war zwar nicht beteilig, stimmte aber den Potsdamer Beschlüssen unter Vorbehalt zu. Grundlagen für Deutschlandspolitik der Siegermächte fest: - Kernanliegen war das Aufteilen des Deutschen Reichs in Besatzungszonen und politische Handlungsfreiheit in ihrer Zone erhalten. USA, UdSSR, GB und Frankreich - Grundsätze, von denen sich die Alliierten leiten ließen waren die 4 D’s (bzw. “Ent”’s) Entmilitarisierung (Vollständiger Abbau der Armee, Abschaffung der Rüstungsindustrie gegen Angriffe) Entnazifizierung (Auflösung der NSDAP und der ihr angeschlossenen Organisationen) Demokratisierung (demokratische Parteien und Gewerkschaften erlaubt und gefördert) Dezentralisierung (Übertragung von Aufgaben, Zuständigkeiten an mittlere untere Ebene, Machtkonzentration beseitigen)   
  • Der Industrieplan des alliierten Kontrollrates 1946 Nach Portsamer Konferenz entwickelten sich die Besatzungzonen sich zu selbstständigen politisch Einheiten Während man zu Beginn noch die Idee hatte, Deutschland unter eine Vollständige Kontrolle zu stellen, fanden die Westmächste immer mehr Gefallen daran, ihre Besatzungszonen zu einem kapitalistischen Staat mit antikommunistischer Stoßrichtung umzuerziehen. Gegengewicht zur sowjetischen Besatzungszone zu bilden Demontage industrieller Anlagen als Aufgleich für erlittene Kriegsschäden Ziele des Alliierten Kontrollrates: Verminderung der Industrieproduktion auf 70% des Standes von 1936 Verbot der Produktion von Rüstungsgütern Beschränkungen für andere Industriezweige (Stahlindustrie, Elektroindustrie, Automobilindutrie) Förderung der Steinkohleförderung Industrieplan umgesetzt aufgrund von Interessengegensätzen der Alliierten. Während Frankfreich und Sowjetunion an schnellen und umfangreichen Entschädigungen interessiert sind, wollen GB und die USA eine Umerziehung und Rekonstruktion der Wirtschaft. 
  • Die "Durchbruchkrise" 1948-1952 Nach der Währungsreform von Juni 1948 befand sich die deutsche Wirtschaft in einer "Transformationskrise", die sich mit der der WR in 1925 vergleichen lässt und bis 1952 andauert.  Die Wirtschaftsreform hatte nach langer Zeit des Einbruchs der Konjunktur Ausgangslage von 1948 kennzeichnete sich durc: Schulden von 380 Mrd. RM Verdeckte Inflation Bewirtschaftung Positive Zukunftserwartungen, da Bekenntnis der Alliierten zu einem industrialisierten Deutschland  1. Produktivität: niedrig und wuchs nur langsam  bis 1948: niedrig und wuchs nur langsam  1. HJ 1949: 36% 2. HJ 1949: 52% 1951: über 80% 2. LHK-Index: Auhebung der Preiskontrolle 1948 "Transformationskrise" 1948: Anstieg 14% 1949: Sinken um 6 % 3. Nominallöhne: Steigen (aber unter Produktivitätsniveau) 4. Arbeitslosigkeit: Steigt durch massive Freisetzun von unterbeschäftigte AN
  • Mangelwirtschaft in der Nachkriegszeit? Ja, man kann die wirtschaftliche Situation als Mangelwirtschaft kennzeichnen, da die Versorgung mit elementaren Güterns des täglichen Bedarfs durch erhebliche Engpässe gekennzeichnet war. Außerdem gab es Schwierigkeiten bei der Versorgungslage der Produktion mit Rohstoffen und anderen Güter. 1. Zunächst herrschten Probleme in der Wohnungsversorgung. Durch die akute Wohnungsnot 1949 kamen 5,6 Einwohner auf einen Wohnung. 1.1. Kriegszerstörung  Insgesamt waren rund 20% aller Wohnungen in den westlichen Besatzungszonen unbewohnbar, jedoch gab es regionale Unterschiede im Ausmaß der Zerstörung zwischen Stadt und Land. Allgemein kann man sagen dass, je weiter eine Stadt im Westen lag und je wichtiger sie für die Rüstungsproduktion war, desto stärker wurde sie zerstört. Insgesamt waren rund 20% aller Wohnungen in den westlichen Besatzungszonen unbewohnbar.In Köln ca. 70% des Wohungsbestandes von 1939 zerstört (ebenfalls Düren, Paderborn) 1.2. Zusätzlich verschärft sich die Wohnungsnot durch die Zunahme der Bevölkerung (=gestiegene Nachfrage nach Wohungsraum) im Vergleich zur Vorkriegszeit (1939: 19 Mio, 1949: 47 Mio)  im Jahr 1950 war die Bevölkerung auf dem Gebiet der BRD rund 24% größer als vor dem KriegDer Grund dafür lag in der Zuwanderung von Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten und Flüchtlichen (etwa 20% der Gesamtbevölkerung) 2. Ernährungslage und Güterversorgung noch kritischer Für viele Güter des alltäglichen Lebens (Essen, Kleider, Hausrat, Brennstoffe) war die Versorgungslage bis Ende 1947 problematisch  - Winter: Der strenge, enorm kalte Winter 1946/1947 verschärfte die Lage und es kam zu Missernten - Erträge der landwirtschaftlichen Produktion auf dem Gebiet der westlichen Besatzungszonen geringer, die in Kriegszeit besonders beansprucht und zerstört wurden  Maschinenverschleiß Mängel an Düngemittel Ausgelaugte Böden - Besetzte: Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus den besetzten Gebieten nicht mehr möglich - Fläche: Deutschland büßte 25% seiner Fläche im Verhältnis zum Gebietsstand von 1937 ein. Damit fiel auch landwirtschaftliche Nutzfläche weg, was zu geringeren Erträgen der langwirtschaftlichen Produktion führte.  Schnee legen Anbindungen zu Land und Wasser lahm Höhepunkt der Ernährungskrise: 1947 Nahrungsmittellieferungen kommen nicht an 3. Kohlekrise: Kohle war der wichtigste Energieträger der privaten Haushalte, wichtigster Rohstoff der Industrie und wichtig für das Funktionieren von Verkehrs- und Transportsystemen.   Die Steinkohleförderung blieb hinter der Produktion der Vorkriegszeit zurück. Zwangsweise: Ausfuhren von Steinkohle ins Ausland erfolgen Der Kalte Winter 1946 mündete in eine Transportkrise, die die ohnehin angespannte Lage der Kohlenversorgung noch zuspitzte
  • Schwarzmarktbildung: Warum waren gegen Ende der 1940er Jahre wirtschaftliche Reformen in den westlichen Besatzungszonen notwendig? In den Jahre von 1945 bis 1947 befand sich die Wirtschaft in einem kritischen Zustand. Die auf den Lebensmittelkarten zu kaufende Nahrung reichte bei weitem nicht aus und das Bewirtschaftsungssystem war an seine Grenzen gekommen.  Man kann die wirtschaftliche Situation als Mangelwirtschaft kennzeichnen, da die Versorgung mit elementaren Güterns des täglichen Bedarfs durch erhebliche Engpässe gekennzeichnet war. - Mit einer Senkung der Rationen 1941 war es gelungen, die Lebensmitteln gleichmäßiger zu verteilen, aber es war nicht gelungen, das Versorgungsproblem zu bewältigen.  - Als Reaktion auf die verdeckte Inflation (durch Höchstpreise) und die nicht funktionierende Wirtschaft bildeten sich Schwarzmärkte heraus.  Es wurden Nahrungs- und Genussmittel gegen Sachwerte getauscht.  Auf den SM zeichente sich eine verdeckte Inflation, da die Preise für Produkte weit über den Gehältern lag. Währung konnte grundlegende Geldfunktion nicht mehr erfüllen, daher entwickelte sich eine "Ersatzwährung" (z.B. Zigaretten als Tauschmittel und Recheneinheit) -> 1 kg Kartoffeln kosten regulär 0.12 RM, auf dem SM 4 RM -> 1 Zigarette = 8 RM Beispiel: Ein Bergarbeiter verdiente ca. 60 RM pro Woche. Durch das Halten eines Huhns mit 4 Eiern/Woche konnte er 4 Eier = 20 Zigaretten erwirtschaften.1 Zigarette = 8 RM, 20 Zigaretten = 160 RM. - Ein anderes Beispiel war die Sachwertprämie, bei der die Arbeitnehmer mit Sachwerten statt mit Geld vergütet wurden, weil diese werthaltiger war. - Kompensationsgescheschäfte und Naturaltausch trug dazu bei, das Gefüge von Waren und Geldmenge zu verzerren - Der Koordinationsmechanismus des Wirtschaftsystems war erheblich gestört, was sich in typischen Begleiterscheinungen, wie z.B. Hortung, Fehlallokation, fehlender Anreiz zu produktiver Tätigkeit zeigte  - Die Herstellung einer stabilen Wirtschaft, die Produktionsnreize bot war eine dringende Aufgabe
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