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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Subject) / Mögliche Klausurfragen (Lesson)
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- Hängen motorische Reaktionen auf visuelle Reize davon ab, ob diese Reize bewusst wahrgenommen werden können? Nein, beim Response-Priming wirkt sich ein Prime auch aus, wenn er nicht bewusst wahrgenommen wird.
- Welche drei neuronalen Erklärungen für Bewusstsein kennen Sie? Erläutern Sie einen der Ansätze. Es gibt die drei neuronalen Erklärungen "Global Workspace", "Feedforward-Wellen vs. rekurrente Verarbeitung" und "Bewusstsein im Hirnstamm". Bei der Erklärung "Feedforward-Wellen vs. rekurrente Verarbeitung" geht man davon aus, dass visuelle Reize zu einer Welle von Verarbeitungsaktivitäten im gesamten Kortex führen. Diese Welle ist so schnell, dass die Zellen kein Feedback über die eigene Verarbeitung erhalten (Feedforward), deshalb ist diese Welle unbewusst. Im zweiten Schritt erfolgt eine Rückkopplung der Zellaktivität quasi als rücklaufende Welle (rekurrent), wodurch die bewusste Wahrnehmung entsteht. Mit dieser Theorie wird gut unbewusste Wahrnehmung und Maskierung erklärt.
- Mit welchen Standardmethoden werden im Schlaf Veränderungen gemessen? Die physiologischen Standardmessungen für Veränderungen im Schlaf sind EEG (Elektroenzephalogramm), EOG (Elektrookulogramm) und EMG (Elektromyogramm).
- Erläutern Sie die vier Schlafphasen und welche Besonderheiten im EEG jeweils festzustellen sind. Die vier Schlafstadien werden immer komplett durchlaufen, dann im umgekehrter Reihenfolge wieder zurück. Das allererste Stadium findet dabei ohne Auffälligkeiten wie REM (Rapid-Eye-Movement) und Muskeltonusverlust statt, alle folgenden Schlafstadium-1-Perioden sind mit REM (Traumphase) und Muskeltonusverlust verbunden. Im Laufe der Wiederholungen der Phasen werden die REM-Phasen immer länger, dagegen wird immer weniger Zeit in höheren Schlafphasen verbracht. Ein Zyklus dauert ca. 90 Minuten. Das Schlafstadium 1 zeigt im EEG plötzliche Übergänge zu hochfrequenten und niederamplitudigen Wellen, die aber langsamer sind als im Wachzustand. Das zweite Schlafstadium zeigt eine niedrigere Frequenz und höhere Amplitude als in Stadium 1, außerdem erscheinen zwei Signalformen: die K-Komplexe (einzelner, starker Negativausschlag und anschließender Positivausschlag) und Schlafspindeln (1-2 Sekunden ab- und zunehmende Entladungen). Im 3. Schlafstadium treten einzelne Delta-Wellen (große Amplitude, niedrige Frequenz) auf, das 4. Stadium besteht ausschließlich aus Delta-Wellen.
- Nennen Sie drei Exekutivfunktionen. Exekutivfunktionen der kognitiven Kontrolle sind z. B. das Setzen von Zielen, Planung, Entscheidung für Prioritäten, Impulskontrolle, Emotionale Regulation, Aufmerksamkeitssteuerung, Handlungssequenzierung, motorische Steuerung, Prüfen der Ergebnisse und Selbstkorrektur.
- In welchem Hirnareal befindet sich der Sitz der kognitiven Kontrolle? Nennen Sie zwei Beispiele aus Ihrem Alltag, in denen Sie kognitive Kontrolle aufwenden müssen. Kognitive Kontrolle findet im präfrontalen Kortex im Frontallappen der Großhirnrinde statt. Kognitive Kontrolle muss ich aufwenden, wenn ich mit dem Auto ohne Navigationssystem zu einer Adresse fahre, die mir neu ist, oder wenn ich mich zwingen muss, ruhig zu bleiben und langsam wegzugehen, wenn ein paar unserer Bienen (wir sind Imker) hinter mir her sind und ich eigentlich den Drang verspüre, um mich zu schlagen und schnell wegzurennen.
- Das Modell der Handlungskontrolle nach Norman & Shallice erklärt sowohl (automatisierte) Routine-Handlungen als auch eine Handlung unter kognitiver Kontrolle. Erläutern Sie das Modell anhand eines Beispiels. Bei Routinehandlungen findet eine planmäßige Ausführung unter Wettbewerb statt, die verschiedenen Reize aktivieren fest assoziierte Handlungsscripte. Das Handlungsscript, das am stärksten aktiviert ist, hemmt die anderen und löst die (automatisierte) Handlung aus. Dadurch wird ohne kognitiven Aufwand verhindert, dass mehrere Handlungen gleichzeitig ablaufen. In neuen/unvorhergesehenen Situationen greift nach Auftreten divergenter Reize das überwachende Aufmerksamkeitssystem SAS aktiv in die Kontrolle ein und hemmt oder aktiviert Kontrolleinheiten, wodurch eine automatisch ausgelöste Handlung unterdrückt werden kann. Dann läuft eine neue, angepasste Handlung ab. Hat man beispielsweise eine Liste von Farbwörtern vor sich, die in anderen Farben gedruckt sind als ihre Bedeutung ist, fällt es schwerer, die Farben der Wörter zu nennen, als die Wörter vorzulesen, da das Lesen des Wortes ein starkes Handlungsscript ist und diese Routinehandlung nur durch starke Kontrolle unterdrückt werden kann.
- Stellen Sie die Mechanismen des Stroop-Effektes anhand eines Beispiels dar. Durch automatische Verarbeitung von Informationen wird der kognitive Load bei Aufgaben reduziert. Aufgaben, die mit dieser automatischen Verarbeitung kollidieren, reduzieren die kognitive Leistung, man spricht dann vom Stroop-Effekt. (Beispiel: Liste Farbwörter)
- Welche beiden Arten von Wissen können unterschieden werden? Beschreiben Sie beide Wissensarten anhand je eines Beispiels. Deklaratives oder auch explizites Wissen ist unmittelbar zugänglich und lässt sich gut beschreiben, beispielsweise können gelernte Vokabeln gut verbal abgerufen werden. Die Repräsentation dieses Fakten-/Weltwissens findet in Kategorien statt und enthält Tatsachen und Ereignisse. Prozedurales oder auch implizites Wissen wie z. B. das Spielen eines Musikinstrumentes lässt sich gut motorisch vorführen, aber nicht wirklich in Worten beschreiben. Die Repräsentation der Handlungen im Gedächnis findet in Scripten statt.
- Was versteht man unter dem McGurk-Effekt? Beim Verstehen von Sprache wirken auch visuelle Informationen mit, insbesondere das unbewusste Lippenlesen. Dadurch kann es zu audio-visuellen Täuschungen kommen, dem sogenannten McGurk-Effekt.
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- Nennen Sie zwei neurologisch bedingte Sprachstörungen. Wie unterscheiden sich diese Störungen voneinander? Sowohl die Broca-Aphasie als auch die Wernicke-Aphasie werden durch Schädigung von Gehirnarealen verursacht und betreffen den Sprachprozess. Während jedoch bei der Broca-Aphasie das Aussprechen gedachter Wörter gestört ist, kann bei der Wernicke-Aphasie die Bedeutung der gehörten oder gesprochenen Wörter nicht mehr verstanden werden.
- Beschreiben Sie vier wesentliche Merkmale von Emotionen. Emotionen sind meist objektgerichtet, objektlose Emotionen werden meist nicht als vollwertig empfunden. Emotionen verändern unser Erleben, jede Emotion fühlt sich anders an und auch unsere Wahrnehmung und Gedanken werden verändert. Emotionen wirken sich auf unsere körperliche Erregung aus, z. B. ändern sich Herzschlag, Blutdruck, Atemfrequenz, auch die Aktivität von Magen und Darm ändert sich. Auch unser Verhalten wird durch Emotionen beeinflusst, so kann Ärger zu Angriff führen, Furcht zu Flucht und Traurigkeit lässt uns weinen, während wir bei Freude zu Lachen und Bewegung tendieren.
- Was ist der Hauptunterschied zwischen den Emotionstheorien von James-Lange und Cannon-Bard? Bei der James-Lange-Theorie wird davon ausgegangen, dass es sich bei einem Gefühl um eine bewusst wahrgenommene körperliche Reaktion ist, Zustand und Gefühl sind demnach identisch. Die Cannon-Bard-Theorie erklärt hingegen, dass Emotionen zentral im Gehirn entstehen und die körperliche Reaktion gleichzeitig mit der Emotionsentstehung durch Anregung des vegetativen Nervensystems ausgelöst wird.
- Welche Annahmen macht die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotionsentstehung nach Schacter & Singer? Emotionen entstehen, wenn eine wahrgenommene periphere körperliche Erregung auf eine emotionale Einschätzung der Situation zurückgeführt wird. Die Erregung ist zunächst emotionsunspezifisch und bestimmt lediglich die Intensität der Emotion. Welche Emotion erlebt wird, wird durch die kognitive Einschätzung der Situation definiert (Appraisal). Die Interpretation wird von Erfahrungen beeinflusst.
- Was versucht die Motivationspsychologie zu erfassen und zu erklären? Die Motivationspsychologie versucht zu erfassen, wodurch Bewegung ausgelöst wird. Sie versucht, Richtung, Intensität und Ausdauer menschlichen Verhaltens zu erklären.
- Welche drei Grundmotive kennen Sie? Beschreiben Sie diese kurz. Es gibt die drei Grundmotive Leistung (Ehrgeiz, Erfolg, Risikobereitschaft, Persistenz), Anschluss (Aufbau, Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von Beziehungen, Nähe, Zugehörigkeit/Geselligkeit) und Macht (Einfluss, Überlegenheit, Stärke, Sichtbarkeit, Dominanz, Status).
- Mit welcher Methode wird versucht, implizite Motive zu erfassen? Was sind die Vor- und Nachteile dieser Methode? Implizite Motive sollen mit projektiven Tests wie z. B. dem Thematischen Apperzeptionstest (TAT) erfasst werden. Bei dieser Methode werden Phantasien angesprochen und Unbewusstes wird enthüllt, außerdem achten die Probanden weniger auf Abwehrmechanismen, was beides von Vorteil für die Motiverfassung ist. Nachteilig wirkt sich aus, dass die interne Konsistenz und die zeitliche Stabilität nur mäßig sind, die Interpretation der Testergebnisse aufgrund des großen Ermessensspielraums unklar sind, die Abbildungen veraltet sind und es keine Regelungen gibt, welche Abbildungen benutzt werden sollen.
- Beschreiben Sie das Handlungsmodell der Motivation. Ob eine Handlung erfolgt, wird laut Lutz von Rosenstiel von vier Faktoren beeinflusst, zwei personengerichteten (Motivation / individuelles Wollen und Kompetenz / Fähigkeiten) sowie zwei situationsgerichteten (situative Ermöglichung / hemmende oder begünstigende Umstände und soziales Dürfen/Sollen / soziale Regeln, Machtkonstellation).
- Erläutern Sie das Rubikon-Modell der Handlungsphasen nach Heckhausen & Gollwitzer. Abwägen (Motivation => Handlungsentschluss) - Planen (Volition) - Handeln (Volition) - Bewerten (Motivation).