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Klinische Psychologie 1 (Subject) / affektive Störungen 2 (Lesson)

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  • Welchen Einfluss haben Lebensereignisse auf bipolare Störungen? negative Ereignisse haben keinen Erklärwert für manische Episode, aber für depressive positive Ereignisse haben Erklärwert für manische Episoden→ Fazit: wenige neg. + pos. Lebensereignisse = gesund
  • Was besagt die soz. Zeitgeberhypothese? Lebensereignisse verändern soz. Zeitgeber (Mahlzeiten, Bettgehzeiten, Freizeit, etc.) Unterbrechung dieser soz. Rhythmen beeinflusst biologische Rhythmen→ verantwortlich für Auslösen v. affektiven Episoden Studie: je weniger Termine eingehalten werden, desto wahrscheinlicher tritt neue affektive Episode ein
  • Faktoren für das Auftreten häufiger bipolarer Episoden junges Ersterkrankungsalter weibliches Geschlecht gemischte Episoden schneller Phasenwechsel (rapid cycling) psychotische Symptome schwerwiegende Lebensereignisse unzureichendes Ansprechen auf Therapie
  • Faktoren für einen chronischen Verlauf bipolarer Störungen häufige Episoden prämorbide Persönlichkeitsmerkmale mit inadäquaten Coping-Strategien unzureichendes Ansprechen auf Therapie schlechte Umsetzung v. Therapiemaßnahmen (Compliance) komorbider Substanzmissbrauch Komorbidität mit anderen psych. + somatischen Erkrankungen
  • die psychodynamische Perspektive bipolarer Störungen Grandiosität + Manie sollen Ergebnis der Abwehr von selbstabwertenden Gedanken darstellen→ dysfunktionale Bewältigungsversuche zum Schutz des Selbstwertes Belege:- Selbstbericht: hoher Selbstwert in manischen + geringer in depressiven EpisodenInfoverarbeitung:- manische Patienten zeigten stärkere Interferenz für negative + nicht für positive Wörter → neg. Attributionsstil- erinnerten auch mehr negative als positive Wörter- Ergebnisse entsprechen eher denen von Depressiven als denen von Gesunden
  • neuropsychologische Störungen bei bipolaren Störungen kognitive Defizite auch in euthymen Phasen:- Störung der Aufmerksamkeit (-aktivierung, -lenkung & -wechsel)- Störung von Gedächtnis (semantisch, episodisch/autobiographisch) + Lernen- Störung der exekutiven Funktionen: Antizipation, Planung, Handlungsorientiertheit, kognitiver Flexibilität, Koordinierung v. Prozessen, Sequenzierung, Handlungskontrolle & -überwachung zusätzliches Defizit in manischen Phasen: stärkere Beeinträchtigung der verbalen Gedächtnisleistung zusätzliche Defizite in depressiven Phasen:- reduzierte Wortflüssigkeit- reduzierte Psychomotorik Mehrzahl der Patienten erreicht nicht mehr ihr volles prämorbides Funktionsniveau
  • Welche Gehirnsysteme sind an bipolaren Störungen beteiligt? Neuroanatomie:- präfrontaler Kortex → exekutive Funktionen- Basalganglien (Nucleus caudatus, Putamen, Pallidum) → Belohnungssystem- Amygdala: vergrössertes Volumen Neurotransmittersystem: dopaminerges System→ Dopaminagonisten & L-Dopa lösen bei bipolaren Patienten manische Episoden aus
  • biopsychosoziales Modell der Major Depression multidimensionaler Ansatz: mehrere Einflussfaktoren mehrere Risikofaktoren Vulnerabilitäts-Stress-Modell
  • Monoamin-Mangelhypothese der Major Depression verminderte Aktivität serotonerger + noradrenerger Synapsen→ Depression Antidepressiva stellen normalen Monoaminspiegel wieder her→ Depressivität wird reduziert Medis, die Ausschüttung v. Monoaminen hemmen, verstärken Depression
  • Life-Event-Ansatz (Diathese-Stress-Modell) der Major Depression Zusammenspiel aus kritischen Lebensereignissen, Persönlichkeitseigenschaften + Kognitionen führt zu Depression→ Umgang mit Live-Events abhängig v. Persönlichkeitseigenschaften + Kognitionen mit zunehmender Episodenzahl:- steigt Risiko weiterer Episoden- nimmt Assoziation des Episodenbeginns mit belastenden Ereignissen ab je mehr depressive Episoden, desto geringer die Bedeutung v. Stressful-Life-Events:- zuerst hängt Episode noch mit Lebensereignis zusammen- später kein Zusammenhang mehr erkennbar Kritisches Lebensereignis --> Persönliche Voraussetzungen  +  Kognitionen --> Depression vs. keine Depression
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  • kognitives Modell (Beck) der Major Depression Basis: dysfunktionale kogn. Schemata erworben durch ungünstige frühe Erfahrungen + Lernprozesse können durch Situationen, die der Entstehungssituation ähneln, aktiviert werden bestehen in neg. Selbstbild, neg. Weltsicht + neg. Erwartungen (kogn. Triade)→ neg. Verzerrung v. Wahrnehmung + Interpretation d. Realität automatische Gedanken/dysfunktionale Kognitionen verstärken neg. Schemata können zu dauerhaften pers. Überzeugungen + Ansprüchen werden (kogn. Fehler) zentrale Themen: Hoffnungslosigkeit, Selbstkritik, geringe Selbstachtung
  • Modell gelernter Hilflosigkeit (Seligman) der Major Depression Depression als erlerntes Verhalten wdh. Erfahrung mangelnder Kontrolle über wichtige v.a. aversive Umweltaspekte→ generalisierte Erwartung v. Unkontrollierbarkeit + depressive Reaktionsmuster→ später: Ergänzung durch Kausalattribution→ pessimistischer Attributionsstil: neg. Ereignisse internal, global + stabil erklärt
  • operantes Lernmodell/Verstärker-Verlust-Theorie (Lewinson) der Major Depression Beobachtung: depressive Symptomatik assoziiert mit geringer Rate verhaltenskontingenter pos. Umweltverstärkungen (v.a. soz. Interaktion)→ depressives Verhalten als Reaktionsform + Konsequenz einer niedrigen Verstärkerrate angesehen kurzfristig: Aufrechterhaltung d. depressiven Symptomatik durch soz. Verstärkung aus der Umgebung (Bsp. Aufmerksamkeit, Empathie) langfristig: neg. Konsequenzen depressiven Verhaltens → können Depression noch verstärken aber: Mangel an Beweisen dafür, dass mangelnde soz. Fähigkeiten mit der Entstehung depressiver Störungen in Verbindung gebracht werden→ Aufrechterhaltung durch Verstärkerverlust schon
  • psychodynamische Erklärungsansätze der Major Depression psychoanalytisch depressive Mutter wird als ablehnend erlebt→ intensive Hilflosigkeit→ typische depressive Suche nach eigenem Verschulden, eigenen Mängeln→ Hoffnung bei Anstrengung Zuneigung zu erhalten gleichzeitig Enttäuschung + starke Wut → können wg. Abhängigkeit + Liebessehnsucht nicht gezeigt werden→ depressiver Ambivalenzkonflikt:- liebevolle vs. hasserfüllte Strebungen- Teufelskreis aus schwierigen Interaktionsmustern + darauf folgender Kritik/Aggression gegenüber Objekten Theorie ist nicht wissenschaftlich fundiert
  • psychodynamische Erklärungsansätze der Major Depression Autoaggressionshypothese realer Verlust des Objekts wird unbewusst als Folge eigener Aggression phantasiert → anhaltende Schuldgefühle + Depression
  • psychodynamische Erklärungsansätze der Major Depression narzisstischer Mechanismus primäre narzisstische Wunde in Kindheit durch fehlende Anerkennung des eigenen Seins durch primäre Bezugsperson Verlust des Objekts →  Introjektion des Objektes: Einverleibung der Bezugsperson als Teil des eigenen Über-Ichs → Hass aufs verlassende Objekt wird auch introjiziert nur bei erneuter narzisstische Kränkung → Angriffe aufs Selbst: Tendenz zur Selbstherabsetzung, Selbstzerstörung + Depression