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Institutionenökonomik (Subject) / 4. Transaktionskostenansatz (Lesson)

4. Transaktionskostenansatz

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  • Ausgehend von den Grundannahmen der Neuen Institutionenökonomik (hier Verhaltensparameter genannt) befasst sich die Transaktionskostentheorie mit den Wirkungs- und Effizienzbedingungen von Transaktionen und verschiedenen institutionellen Arrangements sowie deren Wirkung auf Kosten und Transaktionseffizienz
  • Dabei wird unter einer Transaktion die Übertragung von Verfügungsrechten verstanden. DieseÜbertragung wiederum hat oft zwei Komponenten, eine physische und eine juristische. DieTransaktion als physische Übertragung definiert Williamson wie folgt:„A transaction occurs when a good or service is transferred across a technologically separableinterface. One stage of activity terminates and another begins” (Williamson 1985, S. 1).
  • Interne Transaktionen finden innerhalb von Organisationen statt, zum Beispiel wennSie Ihrem Mitarbeiter eine Arbeitsanweisung geben.
  • Externe Transaktionen finden außerhalb von bzw. zwischen Organisationenoder Individuen statt, zum Beispiel auf Märkten.
  • Markttransaktionskosten bestehen im Wesentlichen aus Informations- und Verhandlungskosten.
  • Kosten der Vertragsvorbereitung Diese Kosten fallen an, weil Alternativen gesucht und beurteilt werden müssen. Sie teilen sichauf in:• Suchkosten und• Informationskosten.Zur Vertragsvorbereitung muss der Markt auf potenzielle Tauschpartner hin untersucht werden.Die Auswahl all jener Handlungsalternativen, die auch wirtschaftlich Sinn machen, erfordertInformationen, die intensiv gesucht und situationsbezogen bewertet werden müssen.Neben den Opportunitätskosten der Zeit fallen oft auch direkte Kosten an.
  • Kosten des Vertragsschlusses Zu diesen Kosten gehören neben den Opportunitätskosten für die von beiden Vertragspartnernverbrauchte Zeit zum Beispiel auch Kosten für Berater und externe Dienstleister, die imVerhandlungsprozess hinzugezogen werden. Die Kosten des Vertragsabschlusses können weiterunterschieden werden in:• Verhandlungskosten und• Entscheidungskosten.
  • Kontrollkosten Diese Kosten fallen an, da der ausgehandelte Vertrag auf seine Erfüllung hin überprüft und dieerworbenen Eigentumsrechte notfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden müssen. Transaktionskostenfallen in diesem Kontext als Sicherstellungs- und Kontrollkosten an, wenn dieMarktgegenseite die Erfüllung der zugesagten Leistungen überprüfen und gegebenenfalls ihreAnsprüche auf dem Rechtsweg geltend machen muss. Des Weiteren treten Transaktionskostenin Form von Anpassungskosten auf, sofern die Veränderung der Rahmenbedingungen währendder Vertragslaufzeit eine Vertragsanpassung erforderlich macht.
  • Organisationskosten Organisationskosten entstehen innerhalb von Unternehmen, weil ex ante Unsicherheit hinsichtlichdes Verhaltens der Beschäftigten sowie ein Anreiz zum Opportunismus besteht. Siesetzen sich zusammen aus:• Kosten für die Implementierung von Arbeitsverträgen,• Kosten für die Vertragsabwicklung, also Kosten, die entstehen, wenn firmeninterneHandlungsanweisungen erteilt, durchgesetzt oder überwacht werden müssen,• Kontrollkosten für die Messung der Ergebnisse der Arbeitskräfte und• Kosten des Informationsmanagements.
  • Die Entscheidung zwischen Markt und Organisation wird auf der Grundlage eines Vergleiches der Gesamtkosen getroffen.
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  • Unter fixen Transaktionskosten verstehen wir diejenigen Kosten, die bei der Errichtung, Erhaltung oder Anpassung von Institutionen anfallen. Hierzu gehören zum Beispiel alle Kosten, die …• … mit einer Unternehmensgründung verbunden sind.• … mit der Einrichtung von Märkten verbunden sind (etwa die Kosten für die Errichtungeiner Börse).• … Kosten, die im Gesetzgebungsverfahren entstehen.• … Kosten, die mit der Gründung eines Sportvereins verbunden sind.• … Kosten, die entstehen, wenn Normen etabliert werden.
  • Dahingegen hängen Entstehung und Höhe variabler Transaktionskosten von der Zahl und dem Wert der Transaktionen ab, in deren Kontext sie entstehen. Dies rührt daher, dass variable Transaktionskosten mit dem Betrieb der Institutionen zusammenhängen. Beispielsweise sind variable Transaktionskosten solche, die anfallen, wenn ...• ... ein Unternehmen Geschäfte tätigt.• ... Gesetze durchgesetzt werden müssen.• ... der Übungsbetrieb im Sportverein organisiert und durchgeführt wird.
  • Eine andere Unterteilung ist die nach der zeitlichen Lage der Transaktionskosten. Dabei werdenex ante- und ex post-Transaktionskosten durch den Zeitpunkt des Vertragsabschlussesvoneinander getrennt.
  • Unter den ex ante-Transaktionskosten werden werden alle Kosten bis zum Vertragsabschluss zusammengefasst. In dieser Klassifikation wird zwischen dem Informationsund dem Kommunikationsprozess unterschieden. In beiden Prozessen fallen allerdings Transaktionskostenan. Im Einzelnen unterscheidet etwa Windsperger (1996, S. 13ff.):• Informationsgewinnungskosten sind sowohl die Suchkosten, die sich vor allem durchdie aufgewendete Zeit für die Suchaktivitäten ergeben, als auch die Zahlungen, die anInformanden geleistet werden müssen, sowie die Opportunitätskosten, die entstehen,wenn uns Erträge entgehen, weil wir vertragsrelevante Tatsachen nicht identifizierenkonnten. Opportunitätskosten fallen aufgrund der Unvollständigkeit menschlichen Handelnsauch in allen anderen hier definierten Kostenkategorien an.• Informationsweitergabekosten setzen sich ebenfalls aus Zeitkosten und aus den unmittelbarbei der Informationsübermittlung anfallenden Kosten zusammen. Sie spieleninsbesondere bei komplexen Transaktionen eine bedeutende Rolle. Stellen wir unsbeispielsweise einen Unternehmensverkauf vor, bei dem Branchenexperten, Juristen undKaufleute Informationen zusammentragen und zu einem einheitlichen Bild zusammenfügenmüssen. Hier spielen die Kosten der Informationsweitergabe eine ganz erheblicheRolle. Bei sehr einfach strukturierten Transaktionen hingegen fallen sie naturgemäßgeringer aus.• Informationsverarbeitungskosten entstehen bei der Systematisierung und Aufbereitungentscheidungsrelevanter Informationen.• Bargainingkosten entstehen durch den Zeitverbrauch bei der Aushandlung des Vertrages.• Konfliktbeilegungskosten beziehen sich annahmegemäß auf die Beilegung von Meinungsdifferenzenvor Vertragsabschluss. Diese sind entweder eine Konsequenz asymmetrischerInformationsverteilung – in diesem Fall muss ein Kooperationsdesign entwickeltwerden – oder eine Folge von Interessengegensätzen, die durch die Suche nach einemKompromiss überwunden werden können.Ein schönes Beispiel für Konfliktbeilegungskosten sind die Schlichtungskosten imRahmen einer Tarifauseinandersetzung, wo Geld und Zeit investiert werden müssen, umschließlich mit dem Abschluss eines Tarifvertrags zu einer Lösung zu kommen.
  • Ex post-Transaktionskosten umfassen die Kosten, die noch nach dem Abschluss des Vertragesentstehen. Sie fallen also in Zusammenhang mit Überwachung und Durchsetzung desVertrages an, als:• Kontrollkosten (bei der Überwachung von Verträgen) und• Anpassungskosten.
  • Spezifische Investitionen werden im Hinblick auf ein ganz bestimmtes Vertragsverhältnis getätigt.
  • Williamson unterscheidet hier zwischen sechs verschiedenen Formen von Spezifität: • Standortspezifität,• Sachkapitalspezifität,• Humankapitalspezifität,• Widmungsspezifität,• Markenspezifität und• zeitliche Spezifität.
  • Der Grad der Standortspezifität hängt davon ab, wie ortsgebunden eine Investition ist. Je schwieriger es ist, die betreffende Investiton auch an einem anderem Ort zu verwenden, umso größer ist das Maß an Standortspezifität. Standortspezifisch ist beispielweise die Errichtungeiner Goldmine. Die getätigten Investitonen können an keinem anderen Ort wirtschaftlichgenutzt werden.
  • Sachkapitalspezifität liegt vor, wenn eine Sachinvestition nur in einer ganz bestimmten Art und Weise verwendet werden kann. So finden wir im Formenbau ein hohes Maß an Sachkapitalspezifität,weil die hergestellten Formen in der Regel nur in der Produktion eines ganzbestimmten Produkts Verwendung finden können.
  • Humankapitalspezifität. Während manche Aus- und Weiterbildungsformen(hier: Investitonen in das Humankapital) vielfältig einsetzbar sind (beispielsweise dieInvestition in allgemeine Fähigkeiten wie Planungs- und Entscheidungskompetenz) und eingeringes Maß an Spezifität aufweisen, sind andere Investitionen in das Humankapital, zumBeispiel spezielle Kurse zur Bedienung einer bestimmten Maschine eng an die definierte Verwendunggebunden und daher mit einem hohen Spezifitätsgrad versehen. Dies gilt zum Beispielauch für die Ansammlung firmeninternen Know-hows.
  • Widmungsspezifität entsteht durch Investitionen, die im Hinblick auf einen bestimmtenTauschpartner getätigt werden. Weitet ein Produktionsunternehmen seine Kapazität zum Beispielnur deswegen aus, um die Nachfrage eines bestimmten Kunden bedienen zu können, soliegt Widmungsspezifität vor.
  • Markenspezifität dagegen entsteht durch Reputationsaufbau, also durch Investitionen in einen Markennamen oder ein Logo. Diese Investitionen sind um so spezifischer, je weniger sich dieMarke auf andere Produkte oder Bereiche übertragen lässt. Beispielsweise ist die Marke McDonaldsauf das Thema Fast Food konzentriert, die Firma bei den Kunden dieses Segements miteiner Reputation versehen. Eine Übertragung in andere Bereiche ist offenbar nur schwer möglich.So ist beispielweise der Versuch, das Markenimage auf die Hotellerie zu übertragen,gescheitert. McDonalds Hotels war nicht der Erfolg beschieden wie den Restaurants. Besserfunktioniert hat der Reputationstransfer offenbar im Cafesegment, wo das Unternehmenmittlerweile erfolgreich agiert. Dennoch weist die Marke Mc Donalds einen hohen Spezifitätsgradauf. Ein Beispiel mit geringerem Spezifitätsgrad ist die Marke Easy, ursprünglich alsEasyjet begonnen. Es existieren mittlerweile Easy-Internetcafes, Easy-Hotels und Easy-Kreuzfahrten,was dafür spricht, dass die Marke nicht hochspezifisch ist. Allerdings sind der Transferierbarkeitauch hier mit Sicherheit Grenzen gesetzt. Man kann sich wohl kaum Easy Foododer Easy Security vorstellen.
  • Der Spezifitätsgrad einer Transaktion ist um so höher, je größer der Wertverlust ist, der durchdie Verwendung von Ressourcen in Second Best-Lösungen ausfällt. Je spezifischer eine Investitionist, um so mehr hängt ihr Wert damit von der Fortdauer der Austauschbeziehung ab.Wird die Transaktionsbeziehung beendet, entsteht ein Wertverlust, der auch als Quasirentebezeichnet wird.
  • Die parametrische Unsicherheit stellt sich dabei hinsichtlich der Verhaltensparameter ein,unter denen Tauschhandlungen vorgenommen werden. Die Umweltunsicherheit ist dabeiumso höher, je größer und heterogener die Zahl der Umweltfaktoren ist, die die Transaktionbeeinflussen. Je komplexer also die Entscheidungssituation ist, umso mehr Informationenwerden über die umweltrelevanten Faktoren benötigt. Da diese Informationen gesucht undbewertet werden müssen, entstehen Transaktionskosten. Darüber hinaus ist der Grad der Veränderungder Umweltzustände, auch als Umweltdynamik bezeichnet, transaktionskostenrelevant.Je schneller sich die Rahmenbedingungen ändern, um so häufiger werden Such- undInformationskosten anfallen, wodurch die Transaktionskostenhöhe ansteigt. Bei zunehmenderUmweltdynamik können überdies Überwachungs- und Anpassungssysteme notwendig werden,die in stabilem Entscheidungsumfeld entbehrlich sind und die ihrerseits Transaktionskostenbedingen
  • Sollen diese Informationslücken verkleinert oder gar geschlossen werden, so entstehen Transaktionskosten, die um so höher sind, je größerdie Differenz zwischen vorhandenem und angestrebtem Informationsniveau ist.
  • Arten von Verträgen Hinsichtlich möglicher Vertragsbeziehungen wird unterschieden zwischen: • klassischen Verträgen,• neoklassischen Verträgen,• relationalen Verträgen.
  • Klassische Verträge definieren die Pflichten der Vertragspartner exakt und sind deshalb nurfür Verträge geeignet, die von kurzer Dauer sind und einen exakt beschreibbaren Tauschgegenstandbetreffen.
  • Klassische Verträge regeln exakt beschreibbare Tauschbeziehungen.
  • Klassische Verträge regeln exakt beschreibbare Tauschbeziehungen.
  • Relationale Verträge werden innerhalb Organisationen geschlossen.
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  • Neoklassische Verträge führen tendenziell zu hybriden institutionellen Arrangements.
  • Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich die optimale Vertragsform an den Rahmenbedingungen ausrichtet, und sich aus ihr das optimale institutionelle Arrangement ableiten lässt.
  • Determinanten institutioneller Arrangements Rahmenbedingungen ->Optimale Vertragsform -> Optimales institutionelles Arrangement
  • Die Transaktionskostentheorie fragt danach, wie die Abwicklung und die Organisationvon Transaktionen in einem gegebenen institutionellen Rahmen am effizientestenabgewickelt werden können.