17
Wahrnehmung und Kognition (Subject) / Wahrnehmungsprozess (Lesson)
Advertisement
- Wahrnehmungsprozess Veränderung führt zu neuem Reiz (Veränderung auch durch eigene Handlungen) Info gelangt zum Sinnesorgan Rezeptoren werden aktiviert (Transduktion) Neuronale Infoverarbeitung läuft ab (Temporallappen): a) bewusstes Perzept entsteht b) Kontakt mit Vorwissen c) Handlung/Action (Info wird verwendet)
- Top-down-Prozesse Verabreitung von Zielen, Erwartungen, Vorwissen etc. ausgehend auch feedback genannt
- Bottom-up-Prozesse mit dem Reiz beginnende Informationsrichtung (datengetrieben/feedforward)
- Woher wissen wir, dass Wahrnehmen und Erkennen nicht ein und dasselbe sind? Beispiel Dr.: P Gehirntumor, der deutlich macht, dass Wahrnehmung und Erkennen nicht dasselbe sind = visuelle Formagnosie (Unfähigkeit der Formerkennung) er konnte seine Schüler nicht mehr als diese erkennne, aber sie an ihren Stimmen wahrnehmen Er konnte Objekte wahrnehmen, aber nur Teile davon erkennen, was dazu führte, dass er nie ein Objekt als Ganzes erkennen konnte
- Welche drei Beziehungen zwischen Stimulus, Physiologie und Erleben lassen sich untersuchen? Reiz-Physiologie-Relation: Beziehung zwischen Reizen und durch sie ausgelöste neuronale Veränderungen Physiologie-Erleben/Verhalten-Relation: Die Beziehung zwischen neuronalen Vorgängen und dem Erleben Reiz-Erleben/Verhalten-Relation: Die quantitativen Beziehungen zwischen Reizen (Psychophysik)
- Womit befasst sich die Psychophysik? misst Beziehungen zwischen Reizen und Wahrnehmungen und vor allem Schwellen (Oblique-Effekt): Emsley fand bessere Auflösung für horizontale oder vertikale als für oblique (schräge) Gratings; (Diagonal am schlechtesten) Grating = Streifenmuster mit gegebenem Abstand zwischen zwei Streifen wenn helle und dunkle Streifen zu dicht beieinander sind ("hohe Ortsfrequenz"), dann kann man die Orientierung nicht erkennen und sieht nur ein graues Feld
- Reiz-Physiologie-Relation optische Bildgebung macht Aufnahmen mithilfe von Rotlicht = lokale Durchblutung messen stärkere kortikale Reaktion auf kardinale Orientierungen im Vergleich zu rotierten besonders hohe Durchblutung bei 0 und 90 Grad bei obliquen Darstellungen ist Durchblutung schlechter
- Physiologie-Erleben/Verhalten-Relation 45 Grad Orientierungen wurden trainiert und zeigten, dass sich sowohl Wahrnehmungsleistung (um 17%) verbessert, als auch die kortikale Reaktion zunimmt
- Absolutschwelle Nullpunkt auf Skala = Absolutschwelle (Reizintensität, die für wenigstens eine ebenmerkliche Wahrnehmung benötigt wird)
- Welches sind die 3 klassischen Methoden der Psychophysik? Wie laufen sie ab? Grenzmethode (Hörtest/Sehtest) = Intensität eines Reizes wird variiert, Stufen sind diskret, VP gibt an, ob der Reiz wahrgenommen wird. Absolutschwelle = Mittwelwert der Intensitäten bei Antwortwechsel Herstellungsmethode = VP stellt Intensität selbst ein, stufenlos oder einen Vergleichsreiz so einstellen, dass der gleiche Eindruck entsteht Absolutschwelle = ebenmerkliche Intensität Konstanzmethode (sehr genau) = VL präsentiert vorausgewählte (diskrete) Intensitäten in zufälliger Abfolge; kleinste: deutlich unterschwellig; größte: deutlich überschwellig VP: Wahrnehmung (ja/nein) Häufigkeiten können als psychometrische Funktion dargestellt werden Absolutschwelle = Intensitätswert (x), der 50% der entdeckten Reize entspricht (y)
- Advertisement
- Unterschiedschwelle Maßeinheit = Unterschiedsschwelle (2 Reize: gleich oder ungleich?) ΔS = Differenz von Standard und Vergleich, der eben wahrgenommen werden kann Synonym: JDN/DL (Differenzlimen) innerhalb eines Urteils (Geiwcht, Länge etc.) ist der ebenmerkliche Unterschied nicht konstant, sondern vom Standardreiz abhängig
- Weber-Bruch (Definition/Inhalt) Urteilsdimension (recht konstant) variiert aber zwischen Urteilen (Urteil: Gewicht, Länge) Weber Bruch: Unterschiedsschwelle/Standardreiz (ΔS/S) Weber´sches Gesetz: Unterschiedsschwelle/Standardreiz = k
- Methode der direkten Skalierung Stevens entwickelte Skalen, inder er VPn zu direkten Größeneinschätzungen aufforderte Standardreiz, Vergleichsreiz doppelt so hoch einstellen (Beispiel) VPn folgen der Instruktion und kommen zu sehr konsistenten Urteilen
- Ergebnisse der direkten Größeneinschätzung Längeneinschätzung: völlig linear (wenn immer Länge verdoppelt wird, verdoppelt sich auch die Einschätzung) Helligkeitsschätzung: negativ beschleunigt (Helligkeit i = 20 ist 28; i = 40 aber nicht 2x28, sondern nur 36) (Verdichtung) Schockschätzung: positiv beschleunigt (Antwortspreizung)
- Antwortkompression (Verdichtung) wahrgenommene Größe wächst langsamer als die objektive Reizstärke. Funktion: Mess über einen großen Wertebereich Bsp.: Helligkeitsschätzung
- Antwortspreizung Empfindung nimmt stärker zu als die objektive Reizstärke Beispiel: Schockschätzung
- Stevens Potenzgesetz Beziehung zwischen Reizintensität und wahrgenommener Intensität lässt sich als Potenzfunktion schreiben: P = KSn P = Wahrgenommene Intensität, K = Konstante für Skalierung, S = Reizstärke, n = Dimensionsspezifischer Exponent Beispiel: K = 1, n= 2 → P = (1)•(10)2 = 100 oder P = (1)•(20)2 = 400 (ähnlich wie Schock) Beispiel: K = 10, n = 0,5 → P = (10)•(10)0,5 = 31,6 oder (10)•(20)0,5 = 44,7 (ähnlich Helligkeit)