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Sozialpsychologie (Subject) / Forschungsmethoden (Lesson)
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- Was versteht man unter Empirismus? Die Idee, dass empirische (systematisch gesammelte) Daten oder Beobachtungen Schlussfolgerungen über theoretisch relevante Hypothesen zulassen.
- Wie sind empirische Studien aufgebaut? Definition: Identifikation der Ziele der Studie und präzise Definition Planung und Design: Festlegung der Art der Untersuchung, Variablen (AV, UV), Prozeduren, Kontrollmechanismen und Auswahlverfahren für Versuchsteilnehmer Implementierung und Vorbereitung: Benötigte Materialien vorbereiten, organisatorische Maßnahmen treffen Durchführung der Studie: Protokollierung aller außergewöhnlichen Vorfälle, Sammeln aller verwendeter Materialien Analyse der gewonnenen Daten: Organisation der Daten, Auswahl der statistischen Verfahren, Untersuchung von "Ausreißern", Auswertung und Interpretation Aufbereitung und Interpretation der Daten, Veröffentlichung der Studie
- Beschreibe den Ablauf einer empirischen Untersuchung. Fragestellung⇒ Hypothese = Vermutete Antwort⇒ Überprüfbare Vorhersage⇒ Empirische Untersuchung⇒ Ergebnisse (Daten)⇒ Stimmen Ergebnisse und Vorhersagen überein?Ja: ⇒ Hypothese ist bestätigtNein: ⇒ Methodische Probleme?Ja: ⇒ Methode verbessern und neue UntersuchungNein: ⇒ Hypothese lässt sich nicht bestätigen
- Wie entstehen Hypothesen? Durch kuriose Beobachtungen (z. B. Mondtäuschung) Durch wissenschaftliche Kontroversen und Theorien (z. B. Mehrspeichertheorie des Gedächtnisses) Durch praktische Fragestellungen (z. B. Soll man verteilt oder massiert lernen?)
- Was ist die Grundidee einer empirischen Prüfung? Man formuliert aus einer Hypothese eine empirische Vorhersage und vergleicht diese mit der Wirklichkeit.Aussagen werden an der Wirklichkeit mit bestimmten Methoden möglichst objektiv überprüft = Empirische Überprüfung.
- Was ist eine Hypothese? Eine Hypothese ist eine Vermutung (warum etwas ist, wie es ist). oft: vorläufige (vermutete) Antwort auf eine Warum-Frage oft: vermutete Kausalitätsbeziehung
- Was ist eine Theorie? Eine Theorie gilt als ein System von Hypothesen, die empirisch bestätigt und (zwischenzeitlich) nicht widerlegt sind.Die Hypothesen einer Theorie können sich dabei gegenseitig ergänzen oder unterschiedliche Zustände des Gegenstandes beschreiben.
- Welche Eigenschaften müssen sowohl Hypothesen als auch Theorien besitzen? Sie enthalten Aussagen über die Wirklichkeit Sie sollen universell gültig sein (ggf. mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) Sie lassen sich grundsätzlich "widerlegen"
- Welche Anforderungen werden an empirische Hypothesen gestellt? Theorienrelevanz (Bezug zu einer Theorie) Operationalisierbarkeit (allen in einer Hypothese genannten Objekten müssen beobachtbare Phänomene in der Realität zugeordnet werden können) Öffentliche Überprüfbarkeit und empirische Wiederholbarkeit Aufstellung der Hypothese immer vor ihrer Überprüfung Kritisierbarkeit Möglichst hoher empirischer Gehalt Einfachheit
- Was ist mit Kritisierbarkeit einer Hypothese gemeint? Eine Hypothese muss durch bestimmte Ereignisse falsifizierbar sein, d. h. es müssen Ereignisse möglich sein, bei denen die Hypothese nicht zutreffend ist.Hypothesen dürfen deshalb nicht tautologisch sein (immer wahr, egal welcher Fall eintritt)Beispiel: Es gilt A oder das Gegenteil von A; Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist. nicht metaphysisch sein (übersinnlich bzw. jenseits jeder Erfahrung und Erkenntnis)Beispiele: Gott existiert; Das Weltall ist endlich; Die Seele lebt nach dem Tod weiter
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- Erkläre das Falsifikationsprinzip bei Hypothesen. Bei der Überprüfung von Hypothesen geht es darum, ob sie richtig oder falsch sind, ob sie also in der Wirklichkeit gültig sind oder nicht. Verifizieren = empirische Bestätigung einer Hypothese = selten Falsifizieren = Zurückweisung einer Hypothese aufgrund einer empirischen Untersuchung (Hypothese ist falsch) = 99% der Forschung in der Psychologie Grundgedanke / Ziel: H0 ablehnen, damit H1 gilt. Beispiel: Forschungsfrage nach Wirksamkeit eines MedikamentsH0: Es besteht keine WirksamkeitH1: Es besteht eine Wirksamkeit Ziel: H0 ablehnen => H1 gilt => Medikament ist wirksam -------------------------------------------------------Sind alle Schwäne weiß? Die klassische Sicht der Wissenschaftstheorie war, dass es Aufgabe der Wissenschaft ist, solche Hypothesen zu „beweisen“ oder aus Beobachtungsdaten herzuleiten. Das erscheint jedoch schwer möglich, da dazu von Einzelfällen auf eine allgemeine Regel geschlossen werden müsste, was logisch nicht zulässig ist. Doch ein einziger schwarzer Schwan erlaubt den logischen Schluss, dass die Aussage, alle Schwäne seien weiß, falsch ist. Der Falsifikationismus strebt somit nach einem Hinterfragen, einer Falsifizierung von Hypothesen, statt nach dem Versuch eines Beweises.
- Welche Hypothesenarten gibt es? Universelle Hypothese (nur falsifizierbar)Beispiel: Alle Menschen besitzen ein Kurzzeitgedächtnis. Existenzielle Hypothese (verifizierbar, aber sehr selten)Beispiel: Es gibt Menschen mit fotografischem Gedächtnis. Statistische Hypothese (nur falsifizierbar unter Angabe eines Bewährungsgrades, heißt mit Angabe einer Wahrscheinlichkeit)Beispiel: Frustration führt (wahrscheinlich) zu Aggression
- In welchem Verhältnis können Variablen in Hypothesen stehen (Syntax)? Je-destoBeispiel: Je größer die Einstellungsähnlichkeit, desto größer die Sympathie Wirkung von aufBeispiel: Einstellungsähnlichkeit erhöht die Sympathie Quantitativ / qualitativBeispiel quantitativ: Webersches GesetzBeispiel qualitativ: Menschen mit roten Haaren sind temperamentvollerIn der Psychologie sind Hypothesen fast immer qualitativ.(Messung quantitativ, Aussage qualitativ)
- Mit welchen Methoden lassen sich funktionale Zusammenhänge in einer Hypothese erstellen, worin unterscheiden sie sich und was sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode? Korrelative Methode (nicht-experimentell) Versuchsleiter beobachtet nur und greift nicht ein Variable 1 und Variable 2 werden beobachtet Vorteil: lässt sich in der Regel gut anwenden Nachteil: Interpretation von Ursache und Wirkung nicht (immer) eindeutig Experimentelle Methode Versuchsleiter greift aktiv und gezielt in das Geschehen ein UV (unabhängige Variable) wird manipuliert und Wirkung auf AV (abhängige Variable) beobachtet Vorteil: Interpretieren von Ursache und Wirkung prinzipiell möglich Nachteil: Lässt sich nicht immer anwenden
- Erkläre den Begriff, die Messgröße und die Aussage der "Korrelation" bei Forschungsmethoden. Die Korrelation beschreibt den linearen Zusammenhang zwischen zwei intervall- oder verhältnisskalierten Variablen Sie wird durch den Korrelationskoeffizienten r beschrieben, der zwischen -1 und +1 variieren kannr = 0: es liegt keine Korrelation vorr = +/-1: perfekte positive/negative Korrelationr = zwischen 0 und +/- .3: niedrige positive/negative Korrelation Die Mittelwerte der Variablen x und y bestimmen den Schwerpunkt der Punktwolke Die Art des Zusammenhangs ist offensichtlich von der Verteilung der einzelnen Punkte (Stichprobenelemente) um den Schwerpunkt abhängig
- Nenne Beispiele für positive, negative und keine Korrelation. Positive: je mehr, desto mehrBeispiel: je höher das Körpergewicht, desto höher die Körpergröße Negative: je weniger, desto mehr (Werte gegenläufig)Beispiel: je geringer das Körpergewicht, desto höher die Schnelligkeit keine: z. B. Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Intelligenz
- Was ist mit dem Begriff "Konfundierungsvariablen" in einem Experiment gemeint? Einfluss- / Störvariablen
- Welche zwei Arten von Einfluss- bzw. Störvariablen in einem Experiment gibt es? Nenne jeweils Beispiele. Personenbezogene Störvariablen Alter Bildung Schichtzugehörigkeit Motivation Ermüdung Gedächtnis Intelligenz Situationsbezogene Störvariablen Versuchsleiter Testzeitpunkt Räumlichkeit Lichtstärke Worthäufigkeit Darbietungsdauer
- Nenne die zwei Vorgehensweisen, um Störvariablen in einem Experiment zu kontrollieren. Worin unterscheiden sie sich? Parallelisierung (Matching) Versuch, Störvariablen zu kontrollieren, indem sie durch gezielte Zusammensetzung der Versuchsgruppen gleichmäßig verteilt werden Potentielle Störvariablen müssen bekannt und messbar sein Anwendung bei relativ kleinen Stichproben Randomisierung Versuchsgruppen werden zufällig eingeteilt ("ausgewürfelt") und dadurch Störvariablen gleichmäßig verteilt Störvariablen müssen nicht bekannt sein Anwendung bei relativ großen Stichproben (tendenziell > 30)
- Was bedeutet der Begriff "signifikant" im Zusammenhang mit statistischen Hypothesen? signifikant= "statistisch abgesichert"≠ "empirisch bedeutsam" Je größer eine Stichprobe, desto gerinere Abweichungen sind signifikant (= nicht zufällig, sondern statistisch abgesichert)
- Was ist der "Rosenthal-Effekt"? Als Rosenthal-Effekt, Versuchsleiter(erwartungs)effekt oder Versuchsleiter-Artefakt wird in der Sozialpsychologie das Resultat eines Versuchsleiter-Versuchspersonen-Verhältnisses bezeichnet, durch das sich positive Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen sowie positive Stereotype des Versuchsleiters in Form einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ auf das Ergebnis des Experiments auswirken. unbeabsichtigt Störvariable -------------------------------------------------------------------Beispiel (Experiment von Rosenthal):In einem Laborexperiment wurden zwölf Studenten jeweils fünf Laborratten eines gleichen Stammes gegeben. Der einen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass „ihre“ Ratten darauf hin gezüchtet wurden, einen Irrgarten besonders schnell zu durchlaufen, der anderen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass „ihre“ Ratten auf besondere Dummheit hingezüchtet wurden. Obwohl die Ratten in Wirklichkeit alle vom gleichen genetischen Stamm kamen, zeigten die Ratten, deren Versuchsleiter mitgeteilt wurde, dass ihre Ratten besonders intelligent sind, deutlich bessere Leistungen als die Ratten in der Kontrollgruppe. Die Erklärung von Rosenthal und Fode dafür war, dass die Projektionen der studentischen Versuchsleiter die Leistung der Ratten beeinflusst haben.
- Wie kann der Rosenthal-Effekt in Experimenten kontrolliert werden? Standardisierung der Versuchsbedingungen Schriftliche Instruktionen Möglichst mit PC arbeiten Gleicher Versuchsleiter für alle Experimente BlindversuchVersuchsperson kennt die Hypothese und die experimentellen Bedingungen nicht (minimiert Erwartungseffekte) DoppelblindversuchVersuchsperson und Versuchsleiter kennen die experimentellen Bedingungen nicht (minimiert Erwartungs- und Versuchsleitereffekte)
- Erkläre die Begriffe "interne" und "externe Validität (Gültigkeit)" von experimentellen Befunden. Interne ValiditätErhaltener Effekt bei der AV (abhängige Variable) kann auf die UV (unabhängige Variable) zurückgeführt werden Externe Validität Voraussetzung: interne Validität Ergebnisse aus Experiment auf andere Personen, Organisationen, Situationen (der Realität) generalisierbar? Je näher ein Experiment an der Realität ist, desto besser anwendbar ist es auf realistische Situationen
- Beschreibe kurz Planung und Vorgehen bei einem "guten" Experiment. Auswahl einer Stichprobe von Versuchspersonen Kontrolle der personenbezogenen Störfaktoren durch Aufteilung der Stichprobe in äquivalente Gruppen (Experimental- und Kontroll-Gruppe) mit Hilfe von Randomisierung oder Parallelisierung Kontrolle der situationsbezogenen Störfaktoren durch gleiche Bedingungen (bis auf UV-Manipulation) Vergleich der AV der Experimental- und Kontrollgruppe
- Was ist der Unterschied zwischen einem "echten" und einem "Quasi"-Experiment? Echtes Experiment Manipulation von UV Kontrolle von Störfaktoren Quasi-Experiment Manipulation von UV Störfaktoren lassen sich nicht kontrollieren