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Wirtschaftsgeschichte (Subject) / l Erster Weltkrieg Random (Lesson)

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  • Wie war der Erfolg des Hilfsdienstgesetzes? Das Hilfsdienstgesetz war ursprünglich als Zwangsgesetz geplant: Einschreitung in innerbetriebiche Arbeitsbeziehungen und Versuch der Regulierung im Sinne kriegswirtschaftl. Prioritäten  Erwartung vs. Umsetzung:  Arbeitspflicht für Männer im erwerbsfähigen Alter (17-60) in Betrieben, „die für Zwecke der Kriegführung oder der Volksversorgung [...] Bedeutung haben.“ ABER: Konzessionen an Gewerkschaften Arbeiterausschüsse in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigen Abkehrschein des Arbeitsplatzwechsels ermöglicht Arbeitsplatzwechsel ABER: im Konflikt Aufrufung Schlichtungsausschuss möglich =>viele Scheine wurden ausgestellt mit Begründung des höheren Verdienstes bei anderem AG Einführung der Zwangsarbeit für Kriegsgefangene Arbeitsmarktpolitischer Erfolg eher gering => Kontrolle der Bewerbungen auf AM nicht möglich => Fazit: Arbeitskräfte, die nicht vorhanden sind, können nicht zur Arbeit gezwungen werden
  • Warum wurde die Chemieindustrie kriegswichtig? Die Chemieindustrie erlangte insbesondere auf zwei Ebene eine besondere Bedeutung für die deutsche Kriegsführung: 1. Produktion synthetischer Ersatzstoffe (insbesondere Vorprodukte für die Munitions- und Sprengstoffproduktion sowie die Landwirtschaft) Die alliierte Seeblockade sorgte für den Ausfall deutscher Salpeterimporte (insbesondere aus Chile) Salpeter war ein wichtiger Rohstoff für die Produktion von Düngemittel, Sprengstoff und Munition Salpeter wurde zum Engpassfaktor für die deutsche Munitions- und Sprengstoffherstellung Munitionskrise 1914 = Gefahr des Munitionsmangel und einer damit einhergehenden Kriegsniederlage  Haber-Bosch-Verfahren als Möglichkeit zur Herstellung synthetischen Ammoniaks Verfahren seit 1913 bekannt, jedoch gab es keine großen Anlagen Ursprünglich für Düngemittel, BASF kaufe es, Haber war der Meinung, Wissenschafft solle während eines Krieges im Land bleiben Synthese von Ammoniak, anschließend Weiterverarbeitung des Ammoniak aus Stickstoff und Wasserstoff und durch Eisenoxid-Mischkatalysator zu Salpetersäure (Oswaldverfahren) Aufbau entsprechender Anlagen durch BASF in Ludwighafen- Oppau mithilfe staatlicher Subventionen  2. Herstellung von chemischen Kampfstoffen (Giftgas) Einsatz von Giftgas war eine neue Form der Kriegsführung Initiative des Einsatzes und der Produktion ging vom Militär aus grundlegende Idee: Aufbrechen des verfestigten Stellungskrieges Reizgase sollen den Gegner aus den Stellungen treiben (Chlor – aber auch tödlich wirkend) später: Einsatz letaler Giftgase Chemieindustrie engagierte sich stark in der Forschung und Entwicklung neuer Gase Hauptproduzenten: Bayer und BASF  
  • Erläutern Sie die Forderungen des Versailler Vertrag im Juni 1919? Kriegsschuldparagraph = Deutschland = alleiige Kriegsschuld, wurde als Schanddiktat aufgefasst wirtschaftliche Konsequenzen hart, psychologische und politische Konsequenzen verheerend Kriegsschuldparagraph = Deutschland = alleiige Kriegsschuld Als "Schanddiktat" aufgefasst und belasteten die jung etablierte Republik sehr  Politisch: Schwächung Deutschlands, da es verkleinert wurde. Verlust 13 % des Staatsgebiets, -10% der Bevölkerung, - 50% Eisenerzförderung, - 25% Steinkohleförderung Preußische Provinz Posen + Westpreußen (Agrar) Elsaß-Lothringen (Textilindustrie, Eisenerz) Saargebiet (hoch Indurialisiert) Teile Schlesiens (hoch Indurialisiert) Seehafen Danzig => Völkerbund Wirtschaftlich:   - 50% Eisenerzförderung, - 25% Steinkohleförderung,- 15 % der landwirtschaftl. Produktion Auslandsvermögen einschließlich der Patente Größte Teil der Handelsflotte + viel rollendes Material der Eisenbahn musste ausgeliefert und auf dem sogenannten Reparationskonto verrechnet werden Ansprüche an mit Deutschland verbündete Staaten und alle Kolonien - Die Verkleinerung des Staatsgebietes dagegen bedeutete nicht per se, dass die Deutschen im Durchschnitt ärmer geworden wären. Im Gegenteil, Posen und Westpreußen waren strukturschwache Gebiete, die allenfalls als Kornkammer von Bedeutung waren. - Wenn etwas den Wohlstand der Deutschen mittel- und langfristig tangierte, so waren es die Reparationen, deren Höhe im Versailler Vertrag noch nicht festgelegt worden war. Von deutscher Seite hoffte man Mitte 1919 noch auf den mäßigenden Einfluss der Vereinigten Staaten auf Großbritannien und vor allem Frankreich. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Vereinigten Staaten Gläubiger der anderen Alliierten waren. Auf die Begleichung der interalliierten Schulden zu verzichten, erwies sich nach dem Krieg als politisch nicht durchsetzbar: Warum sollte der amerikanische Steuerzahler den Krieg in Europa bezahlen? Dadurch, dass die Vereinigten Staaten auf der Rückzahlung beharrten, bestärkten sie die europäischen Siegermächte, sich an Deutschland schadlos zu halten. 
  • Die Munitionskrise von 1914 Der Kriegsbeginn wurde zu einem ökonomischen Schock (“Kriegsstoß”), d.h. die Umstellung von Friedens- auf Kriegswirtschaft war mit einer Umstellungskrise verbunden.  Dies war begründet durch  Einbruch des Außenhandels durch die alliierte Seeblockade Unterschätzter Materialverbrauch (unzureichende Kriegsvorbereitung) Arbeitsmarktprobleme durch allgemeine Mobilmachung und Abwanderung ausländischer Arbeiter Transportprobleme und eingeschränkter Zugriff zum Weltmarkt Der Umstellungskrise folgte die Munitionskrise: bereits im September 1914 besaß die Armee keine ausreichende Munitionsversorgung durch die deutsche Rüstungsindustrie mehr. Durch durch materialintensive Stellungskriege kam es zu einem unerwartet hohen Verbrauch, den man gründlich unterschätzt hatte. Stellungskriege waren Teil der “Neuartigen Kriegsführung” und kannte man in der Form noch nicht (früher: Kabinettskriege mit kleinem Heer im Absolutismus).  Die deutsche Kriegsführung drohte zu kollabieren. Kurzfristig wurde die Munitionskrise mit erbeuteter Munition überwunden. Da die britische Seeblockade die Einfuhr von Salpeter, insbes Chilesalpeter blockierte, forschte man nach Ersatzstoffen, um die fehlenden Rohstoffe zu ersetzen. Dadurch wurde die Chemieindustrie kriegswichtig.  Salpeter war ein wichtiger Rohstoff für die Produktion von Düngemittel, Sprengstoff und Munition, insbesondere für die Pulverproduktion  und wurde zum Engpassrohstoff in der Sprengstoffherstellung  Die Innovation des Haber-Bosch-Verfahrens rettete das Kaiserreich vor einer frühen militärischen Niederlage.  Es war seit 1913 durch Fritz Haber & Carl Bosch bekanntes Verfahren zur Herstellung synthetischen Ammoniaks.  Per Ammoniaksynthese wurde Ammoniak in Salpetersäure umgewandelt. Dabei entstanden Zwischenstoffe wie Chlor, welches ebenfalls genutzt werden konnte. Der Aufbau der Anlagen erfolgte durch die BASF in Ludwigshafen-Oppau mithilfe staatlicher Subventionen. Ab 1915 wurden zusätzlich die Möglichkeiten genutzt, Zwischenstoffe und Ersatzstoffe (Chlor und Senfgas) günstig im Krieg einzusetzen (Gaskriege seit 1915). Die chemischen Kampfstoffe (Giftgase, hauptsächlich Chlor und Senfgas) hauptsächlich durch Bayer und BASF hergestellt.  Der Gaskrieg galt als neue Form der Kriegsführung. Die Initiative des Einsatzes un der Produktion ging dabei vom Militär aus. Weitere Überlegungen und Forschungen erfolgten dabei durch die Chemieindustrie.  Obwohl die Haager Erklärung von 1899 und die Haager Landkriegsordnung von 1907 das Verschießen von Giftgas bewusst untersagte, umging man das Verbot zunächst durch “Abblasen” des Chlorgases bei günstiger Windrichtung und Überschritt dies später bewusst. 
  • Kriegsfinanzierung Das Problem bei der Kriegsfinanzierung war, dass man sich an den Erfahrungen des Krieg von 1870 orientiert hatte. Dieser hatte vergleichsweise allerdings nur 6 Monate gedauert und lediglich 1/6 des VE gekostet, welches durch Vorfinanzierung und Reparationszahungen Frankreich’s bezahlt wurde.  Das Deutsche Reich war offensichtlich wirtschaftlich und administrativ nicht auf den Krieg vorbereitet und keine lange Abnutzung ausgerichtet.  Prinzipiell wurden 4 Finanzierungsformen genutzt (Kriegsschatz, Steuern, Kriegsanleihen und Veschuldung des Staates bei der Zentralbank), wobei der Kriegsschatz und die Steuern waren letztendlich unbedeutend.  1. Der Kriegsschatz (Rückstellungen, die speziell den Kriegszeiten dient) trug 120 Mio GM und setzte sich aus übrigen Reparationszahlungen Frankreichs aus dem Krieg von 1870 zusammen. Da er nur die Kosten der ersten Tage decke wurde schnell klar, dass man es mit einem längerfristigen Krieg zu tun hatte. 2. Die Einnahmen durch Steuern (Erhöhung alter Steuern und Einführung neuer Steuern, z.B. Postgebühr, Kriegsabgabe) trugen lediglich 6% zur Kriegsfinanzierung bei. Generell war das Steuersystem nicht leistungsfähig, eine Kriegsgewinnsteuer wurde erst im Juni 1916 eingeführt. Man glaubte an den Sieg und wollte außerordentliche Ausgaben mit außerordentlichen Einnahmen finanzierung.Außerdem wurden Einkommens- und Vermögenssteuern von den Ländern erhoben, auf die das Reich keinen Zugriff hatte. (vgl. GB und FR finanzierten Krieg durch Vermögenssteuer)3. Kriegsanleihen trugen 98 Mrd RM zur Deckung der Kriegskosten bei.  Die Idee dahinter war, dass der Staat sich bei den Bürgern verschuldete, um den Krieg zu finanzieren.Private Anleger (die Wohlhabenderen) liehen dem Staat Geld gegen eine Verzinsung von 5% bei einer LZ von 10 Jahren.Kriegsanleihen waren in den ersten Kriegjahren sehr erfolgreich, jedoch abhängig von dem Vertrauen in den Sieg. Daher brachen am Ende die Investitionen ein aufgrund dem Schwindenden Vertrauen. 4. Am meisten wurde jedoch die Möglichkeit der faktischen Geldschöpfung durch die Verschuldung bei der Zentralbank genutzt. (“finanziellle Mobilmachung”, 3 Tage nach Kriegserklärung an Russland August 1914 eingeführt”) Dazu wurde die “Reichbankverfassung” von 1887 durch die “Währungsgesetzte” von August 1914 modifiziert, die die Golddeckung für die umlaufende Geldmenge (Abkehr vom Goldstandard) sowie die Goldeinlösepflicht der Reichsbank aufhob. Zuvor mussten die umlaufende GM zu 1/3 Gold und zu 2/3 ordentlichen Handelswechsel gedeckt sein.  Als 1914 die Darlehenskassen eingeführt wurden, entstand neben der Reichsbank eine zweite reichsweite Ausgabestelle für Banknoten. Gegen Verpfändung von Edelmetallen, Schmuck oder Wertpapieren gaben diese auf RM lautende Darlehenskassenscheine aus.  Nach dem neuen Gesetzt durften auch diese in die Notendeckung mit aufgenommen werden.  Somit konnte der Staat die zur Deckung der GM notwendigen Wertpapiere (die nun Geldcharakter hatten) selbst zu schaffen. Durch die Ausgabe kurzfristiger Reichsbankkredite (Schatzanweisungen) war dem Potential zur Erhöhung der Geldmenge freien Lauf gesetzt (de facto: Zugriff Staat auf Notenpresse) Dementsprechend erhöhte sich der Umlauf der Darlehenskassenscheine von anfangs 1.5 Mrd RM auf 30 Mrd RM in 1918 und bis 10 Trillionen in 1923.  - Die Folgen dieser besonderen Art von Kriegsfinanzierung war eine Verschuldung von 155 MRD RM, eine Verdopplung der Großhandelspreise und, sowie einer Verdopplung der Geldmenge bis Ende 1918.  - Der Verdopplung der GM bei nicht gleichzeitig ansteigendem Warenangebot übte Druck auf das Preisniveau aus, da es kaum Möglichkeiten zur Kaufkraftabschöpfung gab. Die zeigten sich somit erste Inflationstendenzen. 
  • Phasen der kriegswirtschaftlichen Organisation Man kann die Kriegswirtschaft in 2 Phasen unterteilen. In der ersten Phase erfolgt die schrittweise Anpassung an kriegswirtschaftliche Erfordernisse. Bei Kriegsbeginn wird kein umfassender, zentraler staatlicher Lenkungsappart für die industrielle Mobilisierung geschaffen. In der erste Phase von August 1914 - November 1916 kam es durch die polykratische Struktur (z.B. durch KRA vs. des Reichsamt des Inneren) oft zu Reibungsverlusten.  - Nicht die Regierung, sondern Aufsichtrat der AEG Rathenau und Mollendorf hatte 2 Wochen nach Kriegsbeginn die Warnung nach der KRA eingereicht (besonders Stickstoffmangel). - Bereits im August 1914 wurde die Kriegsrohstoffabteilungen (KRA) gegründet, um die Wirtschaft mit Rohstohstoffen zu versorgen.  Dies war notwendig, da vor Kriegsbeginn 43% der Rohstoffe importiert wurden, die nun aufgrund der alliierten Seeblockade wegfielen.  Nach Umfragen von 900 Industrieunternehmen ergab sich, dass ihre Rohstoffvorräte maximal für ein halbes Jahr reichten.  Rohstoffversorgung stellte sich schnell als zentraler wirtschaftlicher Engpass heraus.  KRA stieß seit ihrer Gründung auf heftige Ablehnung von Teilen der Privatwirtschaft, da sie massiv in das Wirtschaftsgeschehen eingriff.  Es wurde eine zentrale Bewirtschaftung eingeführt, d.h. auch die Beschlagnahmung, Umverteilung und Lenkung in kriegswichtigen Bereichen war möglich. KRA rekutiert Personal aus Industrie -> Bevorzugung der eigenen Betriebe durch Staatsamager bei Heeresaufträgen “stiller Verdrängungswettbewerb” Die KRA war typisch für eine Mischung aus staatlicher Lenkung und industrieller Selbstorganisation. Sie war das erfolgreichste deutsche Wirtschaftsorgan im 1. WK und war ein großer Schritt zur totalen Mobilmachung der Wirtschaft für den Krieg. Rathenau leitete KRA 7 Monate, tritt nach einem Streit aus und gründet im September 1914 die Kriegsrohstoffgesellschaften (als Aktiengesellschaft) gegründet mit dem Ziel, => knappe Rohstoffe  anzukaufen, zu lagern und nach kriegswirtschaftliche Relevanz zu verteilen.  - Diese bestanden aus Leuten der privaten Wirtschaft, wurden durch das Privatkapital der Unternehmen finanziert und durch die KRA überwacht.  Es lässt sich erkennen, dass die Strategie zur schrittweisen Anpassung an die Erfordernisse gescheitert war. Daher versuchte man die Kriegswirtschaft in der zweiten Phase organisatorisch zu straffen In der 2. Phase von November 2016 bis Kriegsende erfolgte eine Reorganisation der Wirtschaft durch die Oberste Heeresleitung durch Hindenburg und Ludendorff mit der Einführung des Hindenburgprogamms. - Das Hindenburgprogramm wurde am 31.8.1916 eingeführt mit dem Ziel mit der massiven Erweiterung der Rüstungsproduktion. Es sollte Herstellung von Pulver/Muition/Minenwerfer verdoppeln Herstellung von Maschinengewehren und Geschützen verdreifachen Kohle- und Erzförderung ausweiten Im November 2016 wurde das Kriegsamt gegründet, welches die Aufgabe hatte, massiv Rohstoffe für den Krieg heranzuziehen.  Es hatte die Befugnis zur Stillegung nicht kriegswichtiger Betriebe und Universitäten Infolgedessen wurden viele kleine Betriebe geschlossen und ihre Arbeiter in große Betriebe versetzt. Dadurch kam es zu einem Mangel an Konsumgütern und die Wichtigkeit von Ersatzstoffen stieg. Der Arbeitsmarkt wurde durch das Hilfdienstgesetz vom 5.12.1916 reguliert.
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