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Wirtschaftsgeschichte (Subject) / 3. Von der Inflation zu den Goldenen 20iger Jahren (Lesson)

1923 - 1929

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  • Welche Formen der Rationalisierung gab es in den 1920er Jahren und wo waren diese vorzufinden? 1. Technische Rationalisierung: Einsatz effizienterer Maschinen und Anlagen zur Steigerung der Ergiebigkeit und der Erzeugnisqualität. (Produktionsfaktor Arbeit wird durch Kapital ersetzt.) Beispiel: Steinkohlenbergbau => Abbau mit Pressluftabbauhammer, Schüttelrutsche, Belegschaftsstruktur verändert sich, Schichtleistun eines Arbeiters steigt, Abbau der Belegschaft, Zechenschließung und Zusammenlegung 2. Wirtschaftsorganisatorische Rationalisierung: Zusammenfassung von Produktionsstätten, horizontale und vertikale Konzentration von Betrieben und Unternehmen.  Horizontale Konzentration (oder horizontale Integration) „Zusammenschluss mehrerer, vormals selbstständiger Unternehmen der gleichen Produktionsstufe unter eine einheitliche Unternehmensführung“ => von 2 auf 91% (1913 - 1929) zugenommen Beispiel: IG Farben (1925/26); DaimlerChrysler AG (1998) Vertikale Konzentration = Zusammenschluss von Unternehmen verschiedener Produktionsstufen. Beispiel: Ein Eisen- und Stahlerzeuger kauft Kohlebergwerke und Maschinenbauunternehmen  3. Betriebsorganisatorische Rationalisierung: Verbesserungen der Arbeitsvorbereitung, Arbeitsverfahren und Produktionsüberwachung; Standardisierung, Typisierung und Normierung von Produkten.  Beispiel: Brillensortiment Oberhausen
  • Welche Rolle spielten Betriebsorganisation und soziale Rationalisierung in den 1920er Jahren? Betriebsorganisatorische Rationalisierung: Beispiel Automobilindustrie  Rationalisierung umfaßte auch Streben nach Gestaltung des „menschlichen Faktors im Betrieb“ Ziel: Effektivierung der Arbeitsplatzgestaltung: Wertkstattfertigung und Fließfertigung Maßnahmen der Arbeitszeitgestaltung (Akkord- und Prämiensysteme): Zeiterfassung REFA / 1924 Gründung des Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung, Aufgabe: Aufteilung in kleinere Arbeitsschritte, Arbeitsvorgang optimieren „Psychotechnische“ Begutachtung der Eignung => „Industrielle Psychotechnik“ => Berufsberatung mit Eignungstests im Jahr 1927 
  • Skizzieren Sie, welche situativen Aspekte dazu betrugen, dass die Inflation weiterging = Gründe für die nicht-Stabilisierung Nach Gerard Feldmann: Inflationskonsens 1. Kontinuität der Währungspolitik von Reichsregierung und Reichsbank kurzfristige Reichsbankkredite („Notenpresse“) als zentrale Finanzierungsquelle für den Reichshaushalt  Mögliche Alterntiven:  1. Verminderung der Geldmenge z.B. durch Anleihen, Steuererhöhungen=>  Versuche in der Nachkriegszeit scheiterten. 2. Staatsbankrott und anschließende geldwertorientierte Politik mit Schuldenschnitt (Streichung der Anleiheschuld) => Währungsreform  2. Risiko eines „Abwürgens“ der positiven konjunkturellen Entwicklung 3. Gefährdung des sozialen Friedens und damit der politischen Stabilität der „jungen“ Weimarer Republik Vernichtung der Ersparnisse der privaten Haushalte (Anleihen) Destabilisierung des Sozialversicherungssystems (großer Teil der Kriegsanleihen durch Versicherungen gezeichnet) 4. Inflation schuf Intransparenz bei Reparationsverhandlungen 5 Inflation als Mittel zur Staatsentschuldung
  • Reparationen und Zustand der Weltwirtschaft 1918 bis 1922 Nach der Novemberrevolution 1918 verpflichtete der Friedensvertrag von Versailles 1919 Deutschland zu Reparationszahlungen an die Siegermächte (insbesondere an Frankreich) => Reparationsleistungen mussten in Goldmark, Devisen und Sachgütern geleistet werden und waren daher nicht von der Inflation betroffen 1921 und 1922 kam es zu einem weltweiten Konjunktureinbruch => deutsche Volkswirtschaft konnte sich in dieser Zeit erholen. Die entwerteten Löhne und Einkommen wirkten wie Lohndumping. Deutsche Wirtschaftswachstum war stärker als in den Volkswirtschaften der Sieger.
  • Skizzieren Sie die in der Vorlesung genannten Problemstellungen, mit denen die politische Führung nach Kriegsende konfrontiert war Problemstellungen:  1. Bekämpfun des Hungers => geschwächte Arbeitskräfte, geringe landwirtschaftl. Erträge, ausgelaugte Böden (20 Mio Menschen starben im Krieg durch Hunger und Krieg) => Abbruch der Globalisierung : Internationale Handelsverflechtungen werden durchschnitten 2. Demobilmachung und Umstellung auf Friedenswirtschaft => Druck auf den Arbeitsmarkt durch Heimkehrer 3. Ordnungspolitische Gestaltung => Neuregelung des Verhältnisses von Kapital zu Arbeit, Eigentumsfrage Sozialisierung der Grundstoffindustrien Revolutionäre Erschütterung 1918,1919 4. Ordnung der Staatsfinanzen Staatsausgaben kriefsbedingt gewachsen Erhöhter Finanzbedarf in Nachkriefszeit durch Umstellungsprobleme, Eingliederung der Soldaten, weiter Neuverschuldung in 1918 Stabilisierung der Währung (Staatsausgaben blieben anch dem Krieg auf hohem Niveau, weil viele Aufgaben aber kein leistungsfäiges Steuersystem vorhanden war Herbst 1919: Erzbergersche Steuerrreform (Spitzensteuersatz 60%), aber abgewälzt auf Preise, Inlfationsdruck
  • Erläutern Sie die Bedeutung der Kriegsfolgen für die wirtschaftliche Neuordnung - Bei Kriegsende war auch das Kaiserreich am Ende => Es war zunächst offen, wie die künftige Wirtschaftsordnung beschaffen sein sollte - Während des Krieges war es zu einer Aufwertung der organisierten Arbeiterschaft gekommen => nach dem Krief Neuregelung der Arbeitsbeziehungen erforderlich => Stinnes-Legien Abkommen Stinnes-Legien-Abkommen: Anerkennung der freien Unternehmerwirtschaft Anerkennung der Gewerkschaften  Koalitionsfreiheit Achtstundentag - Einige Wirtschaftszweige hatten im Krieg hohe Gewinne erzielgt => Diskussion über Sozialisierung der Grundstoffindustrien (letztendllich verschleppt)
  • Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Rationalisierung und Betriebsgröße Mit forcierten Rationalisierungsbestrebungen ging eine Tendenz zur stärkeren wirtschaftlichen Konzentration, d.h. zur Bildung größerer Unternehmenseinheiten einher  => Wirtschaftsorganisatorische Rationalisierung Erschließung von Rationalisierungspotentialen durch Produktionsverbund, Synergieeffekte, Größenvorteile Konzentration (vertikal und horizontale Konzentration), dafür viele Beispiele in Weim.Rep., (Vereinigte Stahlwerke, IG Farben) Neue Produktionsmethoden: Kurzfristig kostspielig, sparen aber langfristig Arbeitskosten Kontext: Lohndebatte in Weimarer Republik (Arbeitsgeber finden, dass Löhne übr Produktivität liegen) Ersatz von Arbeit durch Kapital bringt Chancen und Gefahren der Fixkostenregression Große Losgrößen (Skaleneffekte, Verbundvorteile)
  • Mögliche Einleitung Weimarer Republik (Thema Politik, Arbeitsmarkt) Startbedingung nach Erstem Weltkrieg nicht günstig 1. Versailler Friedensvertrag:  13% seiner Fläche abtreten (Elsass Lothringen, Posen, Westpreußen, Memelland, Saargebiet) verlor 75% Eisenerz, 68% Zinkerz, 25% Steinkohleförderung 2. Arbeitsmarkt Belastungen und Anspannung durch demographischen Entwicklungen von agrarischen zur industriellen Bevölkerungsweise Schnelles Bevölkerungswachstum (Arbeitskräftepotenzial nahm in 1920ern schneller zu als Bevölkerung) => 1924-1930 durchschnittl. AL Raten von 7.6% (Ausnahme 1922 Inflationskonjunktur) und war damit deutlich höher als in Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg) 
  • Stellen Sie die Eckpunkte des Dawes-Plan (1924) zusammen und führen Sie aus, was sich durch den Young-Plan verändert hat. Nach Ruhrkampf (Generalstreik als Höhepunkt der Reparationsfrage) 1. Der Dawes-Plan seit 16.8.1924  Entwicklung durch eine US- amerikanische Expertenkommission, LZ ursprüngl: bs 1949  Vorsitz: Charles G. Dawes (Bankier) Orientierung der Reparationszahlungen an der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft   Perspektivenwechsel: Reparationen als wirtschaftliches/finanztechnisches, nicht mehr nur als politisches Problem Einsicht: konstante Zahlungen nur bei stabiler Währung und leistungsfähiger deutscher Wirtschaft, der es möglich ist, die notwendigen Devisen zu erwirtschaftenFolge: bewusster Verzicht auf die Festlegung einer endgültigen Gesamtsumme und einer Zahlungsdauer => stattdessen: moderat ansteigende Annuitäten und Kopplung an die Wohlstandsentwicklung  Rate : 1925: 1 Mrd. RM (200 Mill. Barzahlung + 800 Mill. aus Erlös einer Anleihe) ab 1928/29:   2,5 Milliarden RM weiterer Anstieg möglich bei entsprechendem Anstieg des „Wohlstandsindexes“ Auflegung einer Anleihe von 800 Millionen Reichsmark, der sogenannten Dawes-Anleihe (offiziell: Deutsche Äußere Anleihe von 1924) Festlegung der „Quellen“ der zu leistenden Zahlungen  Reichshaushalt (zunächst 25%, später 50%) Steuern + Zölle Abwicklung über Treuhandkommission  Deutsche Reichsbahn und deutsche Industrie  Reichsbahn: besondere Beförderungssteuer und Zwangsanleihe deutsche Industrie (ca. 60.500 Betriebe mit Betriebsvermögen über 50.000 RM): Zwangsanleihe Abwicklung und Kontrolle über die Bank für Industrie-Obligationen AG  Einrichtung alliierter Kontrollen über die Reichsbank und die Reichsbahn  Reichsbahn Beaufsichtigung durch einen alliierten Treuhänder Besetzung des Verwaltungsrates mit ausländischen Mitgliedern aus den alliierten Staaten  Reichsbank  Einrichtung eines Generalrates Besetzung des Generalrates mit ausländischen Mitgliedern  Reichsregierung verliert Zugriff auf Reichbank Einsetzung des sog. Reparationsagenten  Parker Gilbert (US-Amerikaner) Regelmäßige Berichte über die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Deutschen Reiches an die alliierten Regierungen Verwaltung, Transfer und Verteilung der Reparationszahlungen Verantwortung für die Währungsstabilität Möglichkeit des Transferstopps  Transferschutzklausel  Möglichkeit zur Einstellung der Zahlungen bei Gefahr von Devisenmangel/Währungsinstabilitäz => nie angewandt Es kam zu einer Kommerzialisierung der Reparationsschulden.  restriktive Kreditpolitik der Reichsbank =>  teure Kredite zu hohe Zinsen Anlage in Deutschland erhielt Attraktivität für ausländische Investoren gleichzeitig: ausländische Kredite für deutsche Unternehmen etc. attraktiv Transferschutz galt für Reparationszahlungen, jedoch nicht Zins- und Tilgungszahlungen privater Gläubiger => de facto: Vorrang privater Schulden vor öffentlichen Schulden Tilgung der Reparationsschulden mit Devisen, die durch kommerzielle Auslandsverschuldung ins Reich kamen  1 Young-Plan (Juni 1929) Gremium internationaler Finanzexperten, Laufzeit: bis 1988 Industrieller Owen Young > keine Leistungsfähigkeit / Wohlstandsindex ist nicht mehr ausschlaggebend für die Höhe der jährlichen Raten  Quellen der Reparationszahlungen: Deutsche Reichsbahn, Industrie ABER Wegfall alliierter Kontrollen Verringerung der Gesamtreparationslast : Reduktion der Annuitäten auf ca 2 Mrd EuroKein Reparationsagenten (Verantwortung der Reichsregierung) => DAFÜR Bank für Internationalen Zahlungsaufgleich in Basel Auch Transferklausel fällt weg, kein kommerzieller Gläubigerschutz l Reichsregierung übernimmt nun Aufgaben des Reparationsagenten Kein kommerzieller Gläubigerschutz => Vorzuf der Reparationszahlungen geg. anderer Vblk
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