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Psychologie Fetchenhauer (Subject) / 10 (Lesson)

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  • Interkulturelle Psychologen fragen Wie sehr sind Menschen von der Kultur geprägt, der sieangehören?
  • Evolutionspsychologen fragen Welche Phänomene sind keineswegs von der lokalenKultur determiniert, sondern kulturuniversal?
  •  Kulturvergleichende Forscher fragen Sind Theorien, die in bestimmten Kulturen empirischüberprüft wurden, auch in anderen Kulturen gültig?
  • Wie lässt sich „Kultur“ definieren? 5  Eine eindeutige Definition zu finden, ist schwierig  Wichtige Elemente verschiedener Definitionen  Kultur als System von Werten, Normen und Praktiken  Kultur als ein Geflecht von Institutionen und Regeln  Kultur als die Summe des Wissens über Techniken und Strategien zur Lösung bestimmter Alltagsprobleme  Hofstede: Kulturen als mentales Programme
  • Kulturdefinition Mängel 3  Alle Definitionen weisen Mängel auf Unter welchen Bedingungen gilt ein Sozialgefüge als Kultur? Wie grenzen sich Kulturen voneinander ab?
  • Was sind wesentliche Eigenschaften von Kulturen? Zentrale Werte vs. Periphere Praktiken
  • Zentrale Werte einer Kultur 3 Zentrale Werte sind der Kern einer Kultur ändern sich langsam werden von Generation zu Generation weitergegeben
  • Pheriphere Praktiken 3  sind die konkrete Art und Weise, wie bestimmte Handlungen erfolgen passen sich veränderten ökologischen Rahmenbedingungen an, ohne die Werte der Kultur zu verändern Aus geänderten Praktiken sollte nicht vorschnell auf geänderte Werte geschlossen werden
  • Werte als zentrale Elemente einer Kultur 3  1) Ein Wert gilt in der einen, nicht aber in der anderenKultur 2) Ein Wert gilt in beiden Kulturen, hat aber von Kulturzu Kultur unterschiedlich viel Bedeutung  3)Werte sind außerordentlich persistent (ausdauernd)
  • Kulturen sind unhinterfragbare Wahrheiten 4 Menschen sind sich der Kulturgebundenheit ihres Handelns kaum bewusst Über kulturelle Werte lässt sich schwer streiten Ethnozentrismus führt zur positiven Bewertung eigenerWerte Die Konsequenz ist ein hohes Konfliktpotenzial
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  • Gibt es so etwas wie universelle Werte?3  Wissenschaftliche Perspektive Werte können nicht in richtige und falsche unterteilt werden  Moralphilosophische Perspektive  Können und sollen wir etwas akzeptieren, was wir für Unrecht halten, (nur) weil es Teil anderer Kulturen ist? Ein wirklich neutraler Standpunkt ist nicht möglich
  • Wie viel Einfluss hat Kultur auf das Verhalten von Menschen?  „Hauptberufliche“ Kulturforscher 2  Kultur als wesentlicher Einflussfaktor Verhalten als Ergebnis bestimmter Werte
  • Wie viel Einfluss hat Kultur auf das Verhalten von Menschen?  Ökonomen 3  Kultur als Epiphänomen ohne eigenständigen Erklärungswert Verhalten durch Randbedingungen erklärbar Karl Marx: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“
  • Kultur aus evolutionärer Perspektive 3  Erklärung des menschlichen Verhaltens weitgehend unabhängig von kulturellen EinflüssenTranskulturelle Universalien: soziale Phänomene, die in allen Kulturen gefunden wurden, wie z.B. Rechtshändigkeit Aber: Menschliches Verhalten unterscheidet sich zwischen Kulturen erheblich
  • Transkulturelle Universalien Sozaile Phänomene, die bislang in allen Kulturen gefunden wurden.  Konzepte von der Zeit (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) Rechtshändigkeit Heirat, Familie Religion Waffen Tanz Spiele Tabus Begrüßungen Fremdenangst Mann/Frau binäre Unterscheidung (Geschlecht und Geschlechterrollen) Konzepte personaler Verantwortlichkeit
  • Kultur als ein System kultureller Praktiken 6  Grundidee: Menschen unterscheiden sich durch ihre Kulturfähigkeit von anderen Spezies Heuristik 1: Übernehme das Verhalten der Mehrheit aller anderen! Heuristik 2: Imitiere vor allem das Verhalten von Menschen mit einem hohen sozialen Status!  Ziel: Kultur dient immer der Lösung evolutionär vorgegebener Probleme z.B. Überlebenssicherung, Finden eines Sexualpartners Verschiedene soziale und physikalische Umwelten bedingten die Evolution unterschiedlicher Kulturen
  • Koevolution von Genen und Kultur 3  Unsere Gene beeinflussen, welche kulturellen Lösungen für bestimmte Probleme adaptiv sind Kulturelle Praktiken beeinflussen die Evolution bestimmter Gene Beispiel: Laktoseverträglichkeit
  • Durch welche Wertedimensionen lassen sich Kulturen unterscheiden? 4 Hofstede unterscheidet vier Dimensionen Machtdistanz Femininität versus Maskulinität Unsicherheitsvermeidung Individualismus versus Kollektivismus
  • Machtdistanz 6 Akzeptanz sozialer Ungleichheit und Statusunterschiede Hohe Machtdistanz                                                Niedrige MachtdistanzKinder haben zu gehorchen                             Kinder werden gleichberechtigt behandeltArbeit ist zentral organisiert                              Arbeit ist dezentral organisiertSoziale Ungleichheit ist unvermeidlich             Soziale Ungleichheit soll minimiert werdenHohe Einkommensunterschiede                     Niedrige EinkommensunterschiedeSchwach progressives Steuersystem             Stark progressives Steuersystem
  • Femininität versus Maskulinität Gleichheit bzw. klare Abgrenzung der GeschlechterMaskuline Gesellschaft                                                         Feminine GesellschaftMänner sind durchsetzungsfähig und hart                   Männer sind bescheiden und liebevollFrauen sind bescheiden und liebevoll                          Frauen sind bescheiden und liebevollSoziale Anerkennung und hoher Status                       Intakte Beziehung und Lebensqualitätsind wichtig                                                                       sind wichtigGeld ist wichtiger als Freizeit                                        Freizeit ist wichtiger als GeldVäter kümmern sich um Fakten,                                  Beide Eltern kümmern sich sowohl um Mütter um Gefühle                                                                  Fakten, als auch um Gefühle                                               
  • Unsicherheitsvermeidung 7 Empfindung unbekannter Situationen als belastend Hohe Unsicherheitsvermeidung                      Menschen fühlen sich häufiger gestresst         Menschen sind ängstlich                                  Menschen sind ethnozentrisch                        Menschen sind risikoavers                          Menschen neigen zu niedrigerer Lebenszufriedenheit Regeln über „Gut und Böse“ sind streng definiert Niedrige Unsicherheitsvermeidung  Menschen sind weniger gestresst Menschen sind weniger ängstlich Menschen empfinden Interkulturalität als spannend und aufregend Menschen begegnen dem Leben und seinen Unwägbarkeiten mit Sicherheit Menschen sind im allgemeinen zufriedener mit dem Leben Strenge Regeln über „Gut und Böse“ sind überflüssig
  • Individualismus versus Kollektivismus 12 IndividualistischeGesellschaften                             Statusunterschiede sollten leistungsabhängig sein Ehrlichkeit und Geradlinigkeit wird geschätzt Keine Differenzierung zwischen Ingroupund Outgroup IndividuelleRechte sind unantastbar, demokratische statt harmonische Regel, Staat= lästiges Übel Arbeitnehmer/geber wechselseitig utilitäristisches Prinzip Unmoralisches Verhalten führt zu Schuld und Individueller  Verantwortung Kollektivistische Gesellschaften Statusunterschiede aufgrund von Tradition und Alter werdenakzeptiert Direkte Auseinandersetzungen werden vermieden DeutlicheUnterscheidung zwischen Ingroup und Outgroup (Vetternwirtschaft) Gleichheit vor Freiheit (Staat dominiert im Wirtschaftssystem) Individuelles Lob wird Vermieden, gegenseitige, familiäre Verantwortung Verfehlungen/ unmoralisches Handeln führt zu Gesichtsverlust /Schamgefühlen
  • Individualismus versus Kollektivismus Lebenszufriedenheit 3 Im Durchschnitt sind Menschen in individualistischen Kulturen glücklicher und zufriedener mit ihrem LebenKausale Richtung des Zusammenhangs ist jedoch schwer zu bestimmtenWirtschaftlicher Aufschwung in den kollektivistischen Ländern wie den Tigerstaaten führte zur sinkenden Korrelation der beiden Variablen
  • Individualismus vs. Kollektivismus 5 Aktivierung Der kulturelle Einfluss auf das Empfinden und Handeln des Einzelnen sollte jedoch nicht überschätzt werdenKollektivistische bzw. individualistische Orientierungen sind auch von situationalen Hinweisreizen abhängigExperimentelle StudieFrage nach der Ähnlichkeit bzw. Unterschieden zu Freunden oder VerwandtenJe nach Gruppe Aktivierung von Kollektivismus bzw. Individualismus unabhängig von Kulturzugehörigkeit
  • Ursachen für kulturelle Unterschiede Klima 6 Klimatische BedingungenHohe versus geringe klimatische Anforderungen Vorteile einer perfekten Klimazone Keine Energieverschwendung für Temperaturregulation Reichhaltiges Angebot an Nahrung und Flüssigkeit Wirtschaftlicher Wohlstand Hinreichende versus ungenügende ökonomische Ressourcen Unterschiedliche Kombinationen der beiden Variablen Wohlstand und Klima führen zu folgenden ErgebnissenHohe klimatische Anforderungen und hinreichende Ressourcen Gefühl von Kontrolle, Bedrohungen werden als positive Herausforderungen interpretiert Hohe klimatische Anforderungen und ungenügende Ressourcen Gefühl der Verunsicherung und des Scheiterns Geringe klimatische Anforderungen Wenig Einfluss auf die Psyche, unabhängig von den Ressourcen
  • Ursachen für kulturelle Unterschiede, Studie 5 Van de Vliert konnte seine Hypothesen an einer Vielzahl von Variablen überprüfen und bestätigenBeispiel-Studie: Erklärung des allgemeinen Wertesystems einer Kultur durch eine Interaktion aus klimatischen Bedingungen und ökonomischem WohlstandSicherheitswerte: Vermeidung körperlicher und ökonomischer Risiken und extrinsische Arbeitsmotivation, die zu Wohlstand und sozialem Status führtExpressive Werte: Selbstaktualisierung, Glück und intrinsische Arbeitsmotivation, die Spaß an der Tätigkeit hervorruft Der vorhergesagte Zusammenhang bestätigte sichExpressive Werte waren in wohlhabenden Nationen mit hohen klimatischen Anforderungen wie Kanada und Skandinavien zu beobachten Sicherheitswerte waren in armen Nationen mit hohen klimatischen Anforderungen wie Russland und Moldavien zu beobachten Länder mit mildem Klima kein Zusammenhang zwischen Wohlstand und Wertorientierungen
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Vertrauenswürdigkeit? 7 Studie: Geldbeutel verloren: Positiver Zusammenhang zwischen Rückgabequote in dieser Studie und dem Vertrauen in unterschiedlichen Ländern Studie: Finanzielle Ehrlichkeit und interpersonales VertrauenMessung der finanziellen Ehrlichkeit anhand von sieben Fragen nach der Legitimität von finanziell unehrlichem Verhalten In Ländern mit hoher finanzieller Ehrlichkeit ist 1. interpersonales Vertrauen höher2. eine demokratische Tradition länger vorhanden3. die Emanzipation der Frau stärker realisiert4. die Mehrheit der Bevölkerung protestantisch (im Gegensatz zu katholisch)5. das Wirtschaftswachstum höher