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Motivationspsychologie (Subject) / Skinner (Lesson)

Lernzettel 06

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  • Grundannahmen -       keine Erklärung von inneren Motiven à Behaviorismus (Verh wird beobachtet) -       atheoretische Position -       keine Frage nach Trieben! Ziel: beschreiben, was er in Exp. beobachtet (unter welchen exp. Bed. ändert sich Auftretenswkt v. Verh.) Kontrovers diskutierte Persönlichkeit: -       :( beraubt Menschen um das, was ihn ausmacht & setzt menschl. Verh. mit dem v Tieren gleich -       :) Schöpfer d. radikalen Behaviorismus (zuverlässigste exp. Ergebnisse d. Psychologiegeschichte), Nutzen für Welt außerhalb d. Psychologie
  • Unterschiede respondentes - operantes Konditionieren Antwortverhalten vs. Wirkverhalten Bsp: Speichelreflex vs. Kind schreit solange, bis es etw. bekommt ausgelöst durch eindeutig identifizierbaren vorauslaufenden Stimulus vs. willentlich ausgeführt (nicht durch vorauslaufende Stimuli, nicht reflexhaft)
  • Verstärkung = Auftretenshäufigkeit eines operanten Verh. steigt, wenn es von Verstärkung gefolgt wird (wenn S auf R folgt & Auftretenswkt d. R steigert, ist S Verstärker)
  • Löschung = Auftretenshäufigkeit eines operanten Verh. sinkt, wenn es nicht von Verstärkung gefolgt wird
  • Vergleich KK - OK zeitl. Perspektive macht Unterschied: -       KK: S à R (vorauslaufende Bedingungen führen zu unkond. bzw. kond. Reaktion) -       OK: R ← S (Auswirkungen d. Verh. determinieren Auftretenshäufigkeit) Paradoxon OK: o   Verhaltensauswirkung in d. Zukunft bestimmen, wie häufig operantes Verh. Vorkommt §  Gelöst durch Skinner: Verhaltensauswirkung v. operanten Verhalten bestimmt nachffolgende Auftretenshäufigkeit, nicht gegenwärtige
  • Premack-Prinzip -       jedes Verh. Kann potentieller Verstärker sein -       keine Differenzierung in primäre & sekundäre Triebe à Verh. nicht mehr an spez. Bedürfnisse geknüpft, sondern nur an dessen Konsequenzen o   wahrscheinlichere (beliebtes) Verh. kann zum Verstärker für unwahrscheinlicheres Verh. sein
  • Unterschiede Thorndike - SKinner Lernen am Erfolg (KK) vs. OK Assoziation zw. Reaktion R & Situation S hergestellt, sodass nachfolgend gleiche S mit höherer Wkt zu R führt (S-R-Psy) vs. OK nicht durch S ausgelöst, in der es stattfindet, sondern aktiv vom Organismus gezeigt (Wkt. v. operanter Verh.weise ausschließlich v. deren Konsequenzen abhängig)
  • Verhaltensmerkmale als UV & AV UV: Faktoren, die Verh. beeinflussen variiert/kontrolliert v. VL Verstärkerarten & Verstärkerpläne AV: Verh.merkmale, die von Faktoren beeinflusst werden v. VP gezeigt Akquisition, Extinktion, Reaktionsrate --> Skinner hat sich nicht an Theorie/hypothetischen Konstrukten orientiert, sondern ganz eng an exp. Größen
  • Verstärkungsarten = welche Arten v. Stimuli folgen welchem Verhalten -       impliziter psychologischer Hedonismus -       bei pos. Konsequenzen: höhere Auftretenswkt -       bei neg. Konsequenzen oder Fehlen von pos.: niedrigere Auftretenswkt. pos. Verstärkung: pos. Stimulus folgt auf pos. Verh.; Auftretenswkt erhöht neg. Verstärkung: neg. Stimulus wird bei pos. Verh. weggenommen: Auftretenswkt. erhöht Bestrafung Typ I: neg. Stimulus folgt auf neg. Verh; Auftretenswkt. sinkt Bestrafung Typ II: pos. Stimulus nach neg. Verh. entfernt; Auftretenswkt. sinkt
  • Verstärkungspläne = mit welcher Häufigkeit & zu welchen Zeitpunkten folgen Stimuli auf Reaktion -       kontinuierliche Verstärkung: jede erwünschte Reaktion wird verstärkt -       intermittierende Verstärkung: nicht jede erwünschte Reaktion wird verstärkt o   erwünschte Reaktion muss aber auf jeden Fall 1x aufgetreten sein Quotenverstärkung (=Verstärkung auf Basis d. Reaktionshäufigkeit) Intervallverstärkung (=Verstärkung auf Basis v. Zeitintervallen) alles als variabel & fixiert möglich -       Löschung: Senkung d. Auftretenswkt., wenn keine Verstärkung mehr kommt (bis es ganz unterbleibt); wenn kein S mehr auf R folgt -       Extinktion/Extinktionsrate d. Reaktion: wielange dauert es, bis Verh. ganz unterbleibt (als AV in Exp. messbar)
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  • Akquisition wie schnell wird neues Verh. gelernt/gezeigt -       am schnellsten neu gelernt bei kontinuierlicher Verstärkung -       Shaping: kleinste Schritte hin zu einer Handlung werden verstärkt
  • Extinktion bei AV wie schnell wird Verh. aufgegeben -       größte Löschungsresistenz bei intermittierender Verstärkung -       Verh. auch über längere Zeit vollzogen, wenn keine Verstärkung
  • Reaktionsrate wie oft wird Verh. gezeigt -       Indikator f. Intensität d. Verhaltens -       höher bei variabler Verstärkung -       bei fixierter Verstärkung: vor üblichem Verstärkungszeitpunkt nimmt R zu, danach ab
  • Skinner-Box -       exp. Paradigma -       hungriges Versuchstier in Box, bestehend aus: o   Hebel o   Ankunftsbehälter f. Nahrung o   Signallampe, von VL bedient -       Funktionsweise: o   erst erkunden, dann zufällig Hebel auslösen (à Grundrate: Häufigkeit, wie oft dies ohne Verstärkung auftritt) -       Verstärkungsphase: o   Futtermagazin aktiviert, sodass wenn Tier auf Hebel kommt, Futter/Wasser in Nahrungsbox kommt → Verh. wird häufiger gezeigt -       Löschungsphase: o   Futtermagazin deaktiviert, sodass keine Verstärkung mehr auftritt o   so auch messbar, bis Reaktionsrate wieder zu Grundrate wird -       Anzahl d. Verstärkungen & Löschung o   Frage: Welchen Einfluss hat Anzahl d. vorauslaufenden Verstärkungen auf Verh. während Löschungsphase? o   UV: Löschungsphase entweder schon nach einer richtigen Reaktion begonnen oder erst nach 250x richtig gezeigten Reaktion o   Antwort: Gruppe 1: 60 Reaktionen, Gruppe 2: 180 Reaktionen → Erhöhung d. Verstärkungsanzahl bewirkt Vervielfachung d.       Löschungsresistenz → keine proportionale Beziehung zw. Verstärkungshäufigkeit & Löschungsresistenz (auch nach einer Verstärkung vielfache operante Reaktionen)
  • abergläubisches Verhalten -       entsteht, wenn beliebiges Verhalten möglicherweise rein zufällig mit Verstärkung gekoppelt wird o   keinerlei wirkliche kausale Verbindung zu tatsächl Mechanismen d. Verstärkens -       in Skinnerbox: o   irgendein Verh. zu beliebigem Zeitpunkt verstärkt à Wkt. für dieses beliebige Verh. steigt -       bei Menschen: o   wie in Skinnerbox o   da wahrscheinlich intermittierend verstärkt, höhere Löschungsresistenz
  • Anwendungen d. Skinner'schen Systems Einsatz von Tauben bei Küstenwache (Simmons, 1981) -       Tauben trainiert, auf orangene Farbe d. Rettungswesten auf Sensor zu picken -       Tauben genommen, weil sehr gute Fernsicht, weiter Blickfokus & gute Farbunterscheidung -       Schiffbrüchige finden: 3 Tauben in durchsichtiger Box mit je Blickwinkel nach links, rechts & vorne unten an Hubschrauber, je nachdem wo Taube Schiffsbrüchigen entdeckt & Sensor betätigt, fliegt Hubschrauber hin Einsatz im Klassenzimmer: Sportunterricht als Belohnung -       Ziel: Geräuschpegel im Unterricht senken o   kann in Aussicht gestellte Verstärkung Auftretenshäufigkeit d. unerwünschten Verh. senken & Auftretenshäufigkeit d. erwünschten Verh. steigern? o   Löschungsphase eingebaut, sodass sichergestellt, dass wenn in der Phase Geräuschpegel ansteigt, Einführung d. Verstärkungsprinzips denn gewünschten Effekt erzielt hat o   Belohnung nicht nur in Aussicht gestellt: direkte Anwendung d. Premack-Prinzips, nach dem VL solche Verstärker wählt, die hohe Auftretenswkt haben & deshalb als pos. Empfunden werden -       4 Phasen: o   1. Basisrate durch „normalen“ Geräuschpegel erfassen o   2. Einführen pos. Verstärkung: Geräuschpegel sinkt unter krit. Niveau o   3. Löschungsphase: Geräuschpegel steigt auf ursprüngl. Niveau o   4. Wiedereinführung positive Verstärkung: Geräuschpegel sinkt wieder -       kann variiert werden mit Token-System o   folgt nicht direkt die Belohnung, sondern SuS bekommen Wertmarken (Token), die gg Belohnung später eingetauscht werden können o   genauso gute Ergebnisse wie bei Sportunterricht-Belohnung o   gemäß Premack-Prinzip vorher genau festlegen, wie wertvoll welche Belohnung f. SuS sind, damit variiert werden kann in Kostbarkeit & viele SuS motiviert werden können OK im klinischen Kontext -       Token Systeme bei Patienten, wonach wenn erwünschtes Verh. gezeigt wird, Belohnung gegeben wird -       genauso wirksam wie in schulischem Kontext & exp. mit genau denselben Phasen getestet -       Experiment v. Ayllon und Azrin (1965): Wertmarkensystem für schizophrene Patienten in stationärer Behandlung o   Therapeut belohnt Patient f. angemessenes Verhalten, auch bei schwer beeinträchtigten Menschen möglich o   Belohnung für selbständiges Verhalten (Anziehen, Waschen etc.) für 20 Tage o   3 Phasen -> 1. Anwendung Token    2. Aussetzen   3. wieder Token –
  • Ethische Fragen bei Skinner -       wer bestimmt was wünschenswertes Verhalten ist? -       anhand v. OK kann jedes Verh. verstärkt werden à inwieweit ist es dann noch selbstbestimmt? o   Skinner ist auf diese Fragen nicht unzureichend eingegangen & hat nur auf menschl. Fähigkeit verwiesen, seine Umwelt selbst zu bestimmen, auch wenn er Grenzen durch best. Institutionen einräumt -       ihre Umweltkontingenzen (Gestaltung d. Umwelt) ist eingeschränkt o   Skinners Konzept: Gegenkontrolle §  Macht d. Menschen die kontrollieren ist ziemlich groß, Kontrollierte versuchen sich dem Einfluss zu entziehen & begegnen Kontrolle mit Gegenkontrolle §  Lösung: externe Gegenkontrolle notwendig è Warum tun Lebewesen, was sie tun? Was sind Ursachen/Gründe v. Verh.? à Umweltkontingenzen & ind. Lerngeschichte determinieren, was Lebewesen wie häufig tut
  • Gemeinsammeiten v. Freud & Skinner -       großes Interesse f. Ursachen d. menschl. Verh. -       mehr Interesse am Verh. d. Ind. als an Gruppen -       Hervorbringung v. Konzeptionen, die große öffentl. Beachtung fanden mit weitreichenden Konsequenzen & anwendbar auf (gesellschafts)polit. Fragestellungen sind -       Deterministen (= Verh. hat Ursache, die ergründet werden soll) -       Auffassung: Menschen nicht ausschließl. rationale Wesen, die rationale Entscheidungen treffen -       Unbewusstheit d. Verhaltens (unbewusste Handlungsausführungen) o   gg. Skinner: Bewusstheit ment. Prozesse, die sehr wohl Handlungen beeinflussen o   Gegenargument v. Skinner: ja, gibt es, aber Beeinflussung geschieht nur aufgrund d. Umweltkontingenzen (wg. Anderen äußert man sich)
  • Unterschiede bei Freud & Skinner Verh. durch unbew. & bew. Inhalte gesteuert, die irrationales Verh. hervorrufen können --> Es, Ich, Über-Ich vs. Umwelt steuert Verh.; irrationales Verhalten durch falsche Umweltkontingenzen ausgeköst; mentaler Apparat wird ausgeschlossen, denn mentale Inhalte könnten als erklärende Fiktionen (Scheinerklärungen) mit wirklicher Erklärung d. menschl. Verhaltens verwechselt werden mentaler Determinismus (innerpsychisch) --> Es, Ich & Über-Ich ringen um Vorherrschaft in Bezug auf Verhalten vs. Umwelt-Determinismus --> Umweltkontingenzen wahre Ursache d. Verhaltens