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Wirtschaftspolitik I (Subject) / Block V: Eingriffe in Wirtschaftssysteme (Lesson)
Verteilungspolitik
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- Ungleichheit Messungmittels Gini-Koeffizient (1>G>0) Anteil der Fläche zwischen Gleichverteilungsgerade und Lorenzkurve ei niedriger Wert muss nicht unbedingt positiv sein, da die Einkommen gleich, aber sehr niedrig sein können → Ungleichheit wirkt sich negativ auf den Aufbau von Humankapital aus und hemmt das Wachstum
- Verteilungspolitik Haushaltseinkommen nach Steuern relevant Aufsplittung in Einkommens- und Vermögensungleichheiten
- Armut gemessen an dem Medianeinkommen (robust gegenüber Ausreißern) Vorschlag: Ansatz bei Alleinerziehenden mit Kindern, da diese besonders gefährdet sind Messung: %-Anteil des Haushaltseinkomens am durchschnittlichen, bedarfsgewichteten Haushaltseinkommen in einem Land
- Gründe für Umverteilung der Einkommen Steuern und Transfers tragen dazu bei, dass die Einkommen gleicher verteilt, beziehungsweise ähnlicher werden Selbstschutzmotiv Abwägung zwischen Umverteilung und den sonst notwendigen Aufwendungen für den Selbstschutz, wenn mittellose Menschen alternativ mit Diebstahl etc. für ihr Auskommen sorgen müssen Armutsexternalitäten / Umverteilung als öffentliches Gut Gefangenen-Dilemma bei der Frage, wer in einer großen Gesellschaft notleidenen Menschen hilft. Keine Rivalität und Ausschließbarkeit vom guten Gefühl, ohne Armutsexternalitäten leben zu können, auch wenn die Hilfe andere leisten Föderung riskanter Investitionen Mindestabsicherung ermöglicht das Eingehen von unternehmerischen Risiken / Existenzgründungen mit erhofften positiven externen Effekten Versicherungsmotiv / Einkommensglättung Riskioaverse Individuen ziehen Einkommensglättung vor. Nach Bekanntwerden der Schadenswahrscheinlichkeit ist eine private Versicherungslösung schwer möglich
- Normative Gerechtigkeitsvorstellungen Leistungsgerechtigkeit Anrecht auf das eigene erziete Markteinkommen als äquivalent der Werschätzung eigener Leistung durch die übrigen Marktteilnehmer Regelgerechtigkeit / qualifizierte Leistungsgerechtigkeit Anrecht auf das eigene erzielte Markteinkommen solange es unter Einhaltung gemeinsamer, zustimmungsfähiger Rahmenregeln erzielt wurde Chancengerechtigkeit Leistungsgerechtigkeit wird immer dann akzeptiert, wenn alle Individuen gleiche Ausgangsvoraussetzungen haben (gleiche Anfangsausstattungen) bevor sie iauf wettberweblichen Märkten in Interaktion treten Ergebnisgerechtigkeit bzw. kompensatorische Gerechtigkeit Umverteilung des beobachtbaren Endergebnis (da Herstellung von Chancen- oder Startgerechtigkeit schwer darstellbar ist)
- Normative Gerechtigkeitsvorstellungen Leistungsgerechtigkeit Anrecht auf das eigene erziete Markteinkommen als äquivalent der Werschätzung eigener Leistung durch die übrigen Marktteilnehmer Regelgerechtigkeit / qualifizierte Leistungsgerechtigkeit Anrecht auf das eigene erzielte Markteinkommen solange es unter Einhaltung gemeinsamer, zustimmungsfähiger Rahmenregeln erzielt wurde Chancengerechtigkeit Leistungsgerechtigkeit wird immer dann akzeptiert, wenn alle Individuen gleiche Ausgangsvoraussetzungen haben (gleiche Anfangsausstattungen) bevor sie iauf wettberweblichen Märkten in Interaktion treten Ergebnisgerechtigkeit bzw. kompensatorische Gerechtigkeit Umverteilung des beobachtbaren Endergebnis (da Herstellung von Chancen- oder Startgerechtigkeit schwer darstellbar ist) → Ex-ante Chancengerechtigkeit lässt sich nur bedingt herstellen → Ex-post Ergebnisgerechtigkeit kann ein denkbares Substitut sein
- Effiziente Umverteilung Pauschal- oder Kopfsteuer nicht verzerrt, aber unsozial Verzerrte Entscheidung: Ggf. Wohnsitz oder Standortwahl allgemeine Einkommenssteuer kommt einer Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit gleich Verzerrte Entscheidung: Arbeit vs. Freizeit, Markt- vs. Nichtmarkteinkommen allgemeine Verbrauchssteuer Verzerrte Entscheidung: Arbeit vs. Freizeit, Markt- vs. Nichtmarktverbrauch spezielle Verbrauchssteuer Verzerrte Entscheidung: Besteuerte vs. nichtbesteuerte Güter, Arbeit vs. Freizeit
- Einkommensbesteuerung verzerrt Arbeitsangebit und Nachfrage induziert einen Wohlfahrtsverlust Grafik S. 58 → Je unelastischer das Arbeitsangebt, desto geringer der Substitutionseffekt und damit der Wohlfahrtsverlust (= geringe Auswirkung der Steuer auf das Arbeitsangebot) → Je elastischer das Arbeitsangebot, desto höher der Substitutionseffekt und damit der Wohlfahrtsverlust (= hohe Auswirkung der Steuer auf das Arbeitsangebot)
- Ziel der Theorie der optimalen Besteuerung ...ist die Minimierung von Wohlfahrtsverlusten in Folge des Substitutionseffekts James Mirrlees (1971): An Exploration in the Theory of Optimum Income Taxation Auf der einen Seite erleichtert Steuerprogression Umverteilung von Reich zu Arm, auf der anderen Seite verringern progressive Steuern die Arbeitsanreize → Ein optimales System setzt Grenzsteuersätze dort tief, wo das Arbeitsangebot stark reagiert, und dort hoch, wo wirtschaftliches Verhalten schwach angepasst wird → Problem: individuelle Arbeitsbereitschaft nicht bekannt! Im Modell verhindern höhere Grenzsteuersätze für leistungsschwächere Individuum Ausweichreaktionen und bieten so die Möglichkeit, das Steueraufkommen leistungsstärkerer Individuen zu erhöhen.
- Hinzuverdienstregelungen im deutschen Mindestsicherungssystem kleines Einkommen bei Hartz 4 anrechnungsfrei (ALG II -> Vollanrechnung) ab einer bestimmten Höhe wird es dann teilweise angerechnet
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- Ausblick auf möglichen künftigen politischen Handlungsbedarf – Zur Debatte um Piketty Thomas Piketty hat die jüngste Debatte um die Folgen einer Ungleichverteilung von Einkommen und Kapital geprägt Piketty vertritt die Thesen, dass eine Zunahme der Ungleichheit immanenter Bestandteil eines kapitalistischen Wirtschaftssystems sei und dass eine unkontrollierte Zunahme der Ungleichheit Demokratie und Wirtschaft bedrohe. → Es ist riskant, wenn die Renditen das Wachstum der Wirtschaft übersteigen. Es stärkt die Ungleichheit und das oberste eine Prozent wird noch reicher Ausblick: Vermögensrenditen r werden die Wirtschaftsleistung g und damit auch die Renditen auf Arbeitseinkommen zukünfti wieder übersteigen. Die Ungleichheit wird sich zuspitzen