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Motivationspsychologie (Subject) / Instinkt- & Evolutionäre Theorien (Lesson)

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  • Instinkttheorien -       instinguere = anstacheln, antreiben -       sollen menschl. Verh. erklären -       Instinkt als „Gefühl f. etw. haben“, Sinn muss nicht erkannt werden -       instinktives Verh. = zweckmäßiges Verh. trotz fehlender Lernerfahrung; Verh.weisen laufen ohne reflektierte Kontrolle ab -       Bsp. Tauben wachsen in Röhren auf, fliegen dann trotzdem à Fliegen kommt durch angeborene Informationen zustande -       besonders relevant im Zus.hang mit tierischem Verh., abgegrenzt v. menschl. Verh. (Rationalität, freier Wille) -       Darwin übertrug es auf Menschen, hob Unterschied auf -       Instinkt = alle Exemplare einer Spezies zeigen ihn/zugehöriges Verh. -       Verhaltenstendenzen sollen für Überleben der Art wesentlich sein
  • William James -       Menschen verfügen über biologische & darüber hinausgehende soziale Instinkte -       (anders als Tiere), z.B. Sympathie, Liebe, ..
  • McDougall -       Instinkt = ererbte oder angeborene psychophysische Disposition -       mit Antriebsaspekt, Handlungsaspekt, Zielgerichtetheit -       Unterscheidung zw. 12 versch. Instinkten: Erwerbsinstinkt, Fluchtinstinkt, Selbsterniedrigunginstinkt, ...
  • 4 Kritikpunkte an Instinkttheorien -       Willkürliche Erfindung v. Instinkten (z.B. v. Autoren) -       zirkuläre Begründung: vom Verh. auf Instinkt geschlossen, dann wiederum  beobachtbares Verh. mit Instinkt erklärt (àfehlende Beweise) (z.B. man beobachtet aggressives Verh., also muss es Aggressionsinstinkt geben) -       Kulturunterschiede widerlegen Theorie, dass es universelle -       Verh.weisen & Instinkt gibt -       Verh.weisen eher erlernt als angeboren → empirisch bewiesen
  • Konrad Lorenz -       Endhandlung = formstarres, arttypisches Bewegungsmuster (= Erbkoordination) , denn es geht ein Appetenzverh. (Annäherungsverh.) voraus (Bsp. Futter) -       während App.verh. & Endhandlung treten häufig Emotionen auf, die eigentlicher unmittelbarer Verhaltenszweck sind & Verh. motivieren -       Problem: Menschen zeigen nur sehr selten formstarres Verhalten auf (außer: möglicherweise Flucht-, Nahrungs-, Sexualverhalten), jedoch meist variabel, individuell & kulturabhängig untersch. -       lt. Lorenz: über stammesgeschichtl. Entwicklung hinaus sind bei Menschen v. Instinkthandlungen v.a. Emotionen übrig geblieben → Instinkt muss an behaviorale Konzepte geknüpft sein → Instinkt kann sich lediglich in Emotion ausdrücken -       durch Schlüsselreize/situativen Faktor ausgelöst
  • Evolution -       Evolution = stammesgeschichtl. Entwicklung d. Spezies (auch Mensch) o   physische Merkmale & best. Aspekte d. Verh.repertoires einer Spezies & deren psychische Grundlagen evolutionär bedingt Kontinuierliche Veränderung einer Art über die Zeit, weil Merkmale, die Überleben sichern, weitergegeben werden & sich Art dahingehend entwickelt -       Zeitfaktor im Mittelpunkt Entstehung neuer Arten: -       Art, Spezies = reprodutiv isolierte Populationen, entwickelt über lange Zeit -       Mitglieder versch. Populationen können keine gemeinsamen Nachkommen haben -       räuml.-geografische Nähe von Bedeutung
  • Speziation Speziation = Entstehung neuer Art aufgrund d. reproduktiven Unvereinbarkeit zweier Populationen, die zu früherem Zeitpunkt einer Population/Spezies angehörten = Entwicklung v. Isoliermechanismen (Fortpflanzung zw. 2 Arten nicht mehr möglich) o   aufgrund untersch. Umweltgegebenheiten entstehen Isoliermechanismen (nicht notwendigerweise, aber umso wahrscheinlicher je mehr sich Umweltgegebenheiten d. getrennten Pop. unterscheiden) -       Ursachen f. Speziation: o   1.) dichopatrisch (geografische Veränderungen, z.B. Insel in 2 Hälften trennen) o   2.) peripatrisch (einige wenige Mitglieder einer Art gründen neue Pop durch Ansiedlung in ein neues Verbreitungsgebiet, z.B. Vögel, die vom Flugkurs abkommen) o   3.) sympatrisch (häufigste Ursache; ökologische Spezialisierung innerhalb d. üblichen Verbreitungsgebiets d. Elterngeneration (Erschließen neuer Futterquelle oder ökologische Nische finden (z.B. Vögel, deren Schnäbel Nüsse knacken können) oftmals kritisiert, weil erstmal wenig plausibel, dass so neue komplexere Merkmale entstehen, doch laut Darwin 2 Möglichkeiten zum Erwerb/Entstehung neuer Funktionen: ·       Intensivierung vorhandener Funktionen ·       Funktionsänderung einer bestehenden Struktur (z.B. Federentwicklung)  
  • natürliche Selektion -       gibt große genetische Vielfalt, doch nur Teil d. Generation kann sich fortpflanzen & eigene Gene weitergeben -       je besser Ind. an gegebene Umweltbedingungen angepasst, desto größer Wkt., dass viele Nachkommen produziert & Gene weitergegeben -->allmählicher & kontinuierlicher Prozess d. Evolution
  • Selektionsdruck grundlegende Annahmen: -       exponentielles Pop.wachstum möglich: 1 Art kann sehr viele Nachkommen haben -       meist Populationsgewicht (Zahl d. Ind. einer Art in best. Lebensraum relativ konstant), da Ressourcen in best. Lebensraum begrenzt --> Kampf ums Überleben muss stattfinden, denn o   Ind. konkurrieren um verfügbare Ressourcen & sind untersch. erfolgreich o   auf Mitgliedern einer Art lastet zu geg. Zeitpunkt enormer Selektionsdruck, denn es überleben nur diejenigen, die an Umweltgegebenheiten besser angepasst sind als andere o   einzelnes Ind. steht nicht im Fokus, sondern Gene
  • Variation d. Individuen Annahmen: -       1.) jedes Ind. einer Art einzigartig à viele Variationen d. Ind. hinsichtl. Merkmalen -       2.) ind. Variation zw. Ind. einer Art zu großem Teil erblich Folgerungen: -       1.) untersch. Überleben & natürliche Selektion unter Ind. einer Art -       2.) über mehrere Generationen entsteht Prozess d. (Variations)Evolution, weil sich Pop.merkmale aufgrund d. untersch. Überlebens- & Fortpflanzungswkt. d. Ind. über Zeit hinweg kontinuierlich verändern
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  • Genotyp, Phänotyp & Variation v. Merkmalen Genotyp= genetische Infos Phänotyp =äußerliche Merkmale & Verhweise d Ind determiniert v. Zusammenspiel v. Genotyp mit ind. Lernprozessen & Umweltbedingungen basiert auf Genotyp --> Umweltbedingungen bestimmen Phänotyp, aber nicht Genotyp-       innerhalb einer Art & Pop. existiert Variation -       bei zweigeschlechtlicher Vermehrung 50% d. genetischen Infos v. einem Elternteil o   Mutationen sorgen f. weitere zufällige Variation, deswegen jedes Ind. einzigartig
  • Prozess der Selektion -       untersch. Ind. einer Art haben untersch. große Wkt. zu überleben & Nachkommen zu zeugen -       survival of the fittest: diejenigen Ind. überleben, die am besten an Umweltbedingungen angepasst sind (z.B. Zugang zu Nahrungsquellen, Möglichkeiten zum soz. Aufstieg in Gruppe, etc.) o   Missverständnisse: kein best. Mechanismus, dass best. Arten ausgewählt, sondern diejenigen noch am Leben, nachdem die weniger angepassten verschwunden sind & bedeutet nicht, dass größte, schnellste, beste sondern survival of the „gut genug“
  • sexuelle Selektion -       Spezialfall d. natürlichen Selektion -       Bei zweigeschlechtlicher Fortpflanzung muss jedes Ind. Sexualpartner finden, um eigene Gene weiterzugeben -       Unterscheidung: o   intrasexuelle Selektion: gleichgeschlechtliche Mitglieder konkurrieren um Zugang zu einem gegengeschlechtlichen Mitglied o   intersexuelle Selektion: Mitglieder des einen Geschlechts treffen bei Auswahl d. Sexualpartners eine Wahl -       Probleme müssen gelöst werden: o   1. Geeigneten Sexualpartner finden (Durchsetzen gg andere Mitglieder desselben Geschlechts (intrasex. Selektion) & möglichen gggeschlechtlichen Partner finden (intersex. Selektion) o   2. Eigene Nachkommen beschützen & in überlebensfähiges & Nachkommen zeugungsfähiges Alter bringen (à elterliches Investment) o    Bsp intersex. Selektion: Federkleid v. weibl. Vögeln, Pfau; intrasex. Selektion: Hirschgeweih
  • biologische Adaptation -       Verh.weisen auch Ggstand d. Selektion à psycholog. Merkmale & Verh. stammesgeschichtl. bedingt oder vererbt -       Ind. einer Art entwickeln im Laufe d. Zeit Disposition (=Veranlagung, best. Verh.weisen zu zeigen, denen best. Mechanismen (umwelt- oder erblich bedingt)) zugrunde liegen -        Bsp: Schlangenphobie (höhere Überlebenschance, mehr Nachkommen produzieren, Disposition hat größere Auftretenswkt.) -       zugrundeliegender Mechanismus d. Vermeidungsverhaltens: untersch. Ausmaß an Furcht, was phylogenetisch erworben sein könnte o   untersch. ausgeschüttete Menge an furchtauslösendem Botenstoff v. Ind. einer Pop. o   wenn ausgeprägteres Verh. adaptiv (=Merkmal dient Überleben /Reproduktionserfolg) àgrößere Auftretenswkt. àGgstand d. natürl. Selektion -       ist Mensch an gegenwärtige Lebensbedingungen adaptiert oder an die unserer Vorhfahren? o   viele Merkmale v. langer Zeit erworben o   versch. Ansätze d. evolutionären Theorien unterscheiden sich hinsichtl. d. Ausmaß
  • Evolution & Ursachen d. Verhaltens Wie erklären evolutionäre Theorien d. gegenwärtige Verh. eines Menschen? -       Meschl. Verh. nicht ohne Bezugnahme zu phylogenetisch erworbenen Merkmale erklärt werden + weitere Ursachenfaktoren Tinbergen (4 Erklärungsebenen): proximal/mechanistisch; ontogenetisch/entwicklungsbedingt; phylogenetisch/stammesgeschichtlich; ultimativ/funktional -       schwierig, versch. Ebenen bei Erklärung v. Verh. auseinander zu halten, weil man sich meist d. Motivation bewusst ist àbewusstwerden, auf welcher Ebene man ist -       bewusste kogn. Fähigkeiten & unbewusste vorprogrammierte Allzweckmechanismen wurden hervorgebracht
  • Evolutionstheorie als scheinbar reduktionistische Theorie Missverständnis, dass evolutionäre Theorien als reduktionistisch (= Verh.erklärungen, die Organismus oder Ind. auf grundlegende biologische Prozesse reduzieren) -       falsche Erklärungen, weil o   Gene nur f. Verhaltensdisposition verantwortlich, nicht f. konkretes Verh. selbst o   onto- & phylogenetische Erklärungsebene vermischt §  phylogenetische Konsequenzen d. genetisch determinierten Verh.dispositionen ausschlaggebend f. evolutionäre Erklärung d. Verh
  • Evolutionstheorien als holistische Theorien folgende Faktoren berücksichtigt werden: -       genetischer Anteil d. Verhaltensdisposition eines Merkmalsträgers -       Umweltbedingungen, in denen aus genetischen Dispositionen resultierendes Verh. gezeigt wird -        Resultat d. Interaktion aus genetischen & Umweltfaktoren (Resultat messbar in Form v. Reproduktivität d. Organismus)
  • Darwins Theorie & Psychologie -       Wg. Dominanz d. Behaviorismus in Psy, Darwins Theorie nur untergeordnete Rolle o   Behaviorismus kritisiert Instinktkonzept (Instinkt = Verhaltensdisposition): nichts gewonnen aus Konzept, deshalb Konzentration auf situative, erlernte Determinanten d. Verh. & Ignoranz d. zugrundeliegenden genetischen Dispositionen o   Weitere Vorteile d. Behaviorismus: zweifelsfreies methodisches Vorgehen & soz. Versprechen, dass wenn Mensch nur durch Umwelteinflüsse geformt, jedem Menschen zu freiem & würdevollem Leben verholfen werden kann o   ABER: durch Eugenik (= Eingriffe in Erbgut d. Menschen mit Ziel es in derzeitigem Zustand zu erhalten (neg. Eugenik) oder zu verbessern (pos. Eugenik) --> Nationalsozialismus (Rassenlehre, Zwangssterilisationen, etc.)
  • versch. Varianten v. evolutionären Theorien d. Verhaltens o   gibt nicht eine Evolutionstheorie, sondern versch. Wiss.zweige, die auf Darwins Theorie basieren (mit untersch. histor. Wurzeln, Methoden & Zielen) z.B. vergleichende Verhaltensforschung vs. evolutionäre Psychologie
  • vergleichende Verhaltensforschung Ursprung: Biologie Grundannahme: Verhaltensdispositionen überwiegend an gegenwärtige Umweltbedingungen adaptiert & somit adaptiv (begründet durch schnelle Änderung in phänotypischem Verh.) typisches Vorgehen: Erfassung d. Reproduktionserfolgs in Abhängigkeit v. Variationen in Verh.dispositionen Ziel: Bestimmung d. Zus.hangs zw. Reproduktionserfolg & Verhaltensdisposition (Verh. ist erklärt, wenn gezeigt, dass es zum Reproduktionserfolg beiträgt)
  • evolutionäre Psychologie Ursprung: kogn. Psychologie Grundannahme: Verhaltensdispositionen überwiegend an frühere Umweltbedingungen adaptiert & heute nicht mehr adaptiv typisches Vorgehen: Erfassung d. Mechanismen, die Verhaltensdisposition ausmachen Ziel: Bestimmung d. Mechanismen (inkl. kogn.), die Verh. determinieren; Identifizierung v. Anpassungsproblemen; Verh. ist erklärt, wenn gezeigt, wie funktioniert & welche Prozesse es beeinflussen
  • Zusammenspiel v. vergleichender Verhaltensforschung & evolutionärer Psychologie man braucht beide Ansätze, um menschl. Verhalten zu erklären: -       Erklärung d. Reproduktionserfolges sowie Mechanismen, die ihn vermitteln -       Verh.dispositionen in gewissem Grad gegenwärtig adaptiv & in anderen Teilen adaptiert: ein Teil angepasst an Umweltbedingungen, die nicht länger bestehen; anderer an in Vergangenheit liegende Umweltbedingungen, die es noch gibt oder müssen angepasst werden an neue Errungenschaften
  • Evolutionäre Theorien altruistischen Verhaltens -       Konkurrenzdruck um verfügbare Ressourcen sollte eigentlich egoistisches Verh. befördern Altruismus = intentionales Verh., was Empfänger Nutzen beschert, während es Sender Kosten verursacht -       aus evolutionärer Perspektive Kosten-Nutzen-Faktor = reproduktiver Erfolg d. Ind. -       Annahme, dass jedes Ind. ausschließl. an Maximierung d. eigenen Reproduktionserfolges interessiert ist & sich nicht altruistisch verhält -       Altruismus Merkmal v. Arten, die in Gruppenverbänden leben (z.B. ein Tier frisst, während andere Wache halten) o   eigtl. neg. Auswirkungen auf eigene Überlebens- & Reproduktionschancen, ABER andere Ind. d. Gruppe haben bedeutsamen Nutzen d. Verh., weil bspw. Wkt. f. rechtzeitige Flucht beträchtlich erhöht -->gibt es somit Altruismus-Gen? o   Nein, denn wenn nur einem Ind. Gen fehlen würde, würde dieses sich vermehrt reproduzieren (weil nur Nutzen, aber keine Kosten) & irgendwann wären nur noch Ind. ohne Gen in Pop vorhanden
  • Theorie d. inklusiven Fitness - von W.Hamilton     - Ind. nicht Ggstand d. Selektion, sondern Gene -       Reproduktive Fitness eines Ind. nicht nur Anzahl d. Nachkommen, sondern teilt man seine Gene zu 50% mit Nachkommen, aber auch mit Geschwistern (bzw. in absteigendem Anteil mit anderen Verwandten) -       mathematische Untersuchung d. Zus.hangs zw. altruistischem Verh. & Reproduktionserfolg -       Hamiltons Regel: C < r × B               ODER:         Hilfe, wenn r × B – C > 0 o   C: costs (Kosten d. Handelnden) o   r: relatedness (Anteil derjenigen Gene im altruistischen Ind., der identisch mit Genen d. Empfängers ist wg. gemeinsamen Vorfahrens) o   B: benefits (Summe d. Vorteile, die Empfänger d. altruistischen Verh. entstehen) àaltruistisches Verh. tritt auf, wenn Kosten d. Verh. geringer als Nutzen f. Empfänger, multipliziert mit Grad d. genetischen Verwandtschaft mit begünstigendem Ind. o   bei Tierverbänden oft nicht nur einem Ind. geholfen, sondern mehreren, die in Verband sind, mit untersch. Verwandtschaftsverhältnis -       altruistisches Ind. reduziert Wkt d. Überlebens d. Altruismus-Gens in eigenem Körper, aber erhöht Wkt. d. Überlebens d. Gens in Körpern d. Verwandten in beträchlichem Maß -       günstigeres Verhältnis zw. (r × B) & C wahrscheinlicher, je mehr Mitglieder eigene Gruppe & je enger Verwandtschaftsverhältnis -->altruistisches Verhalten nicht unkonditional gegeben, sondern geknüpft an Anwesenheit eigener Verwandter
  • empirische Überprüfung der Theorie d. inklusiven Fitness durchgeführt v. Hoogland an Prärie-Hunden -       Vergleich v. 3 Situationen: o   1. keine engen Verwandten anwesend o   2. eigene Nachkommen anwesend o   3. genetisch enge, aber keine eigenen Nachkommen anwesend -       Wkt. v. Alarmrufen mehr als doppelt so hoch bei 2. & 3. als bei 1. -       Anmerkungen: o   Effekt ergibt sich zwangsläufig aus postulierten Beziehungen & erfordert nicht bewusste Kalkulation d. zugrundeliegenden Größen o   Kann Gruppe v. Ind. von Ind. unterwandert werden, die sich nicht altruistisch verhalten? à Nein, weil diese Pop meist im Laufe d. Evolution ausgestorben sind
  • reziproker Altruismus Handlungen zum beiderseitigen Nutzen d. beteiligten Ind. (àwin-win-Situation) -       Kooperation zw. nicht-verwandten Ind. einer Art Egoismus: Gewinn beim Gebenden, Verlust beim Empfänger Boshaftigkeit: Ind. nimmt eigenen Schaden in Kauf, um anderem Ind. zu schaden -        findet sich nur beim Menschen -        Bsp: Vögel v. Parasiten befallen, in Kopfregion können sie sich nicht selbst befreien & leben sonst alleine, sind also keine Verwandten da -       zeitl. Perspektive entscheidend: o   bei einzelner Interaktion àaltruistisches Verhalten (Vogel A hilft Vogel B) o   längerer Zeitraum à reziproker Altruismus (Austausch v. Hilfeleistungen zw. Ind. d. Gruppe, weil mit hoher Wkt. Fall eintreten wird, dass jedes Mitglied d. Gruppe jedem anderen Mitglied hilft) §  alle Ind. haben Nettovorteil, denn Nutzen d. Hilfeleistung übersteigt Kosten bei weitem -       Unterschied zw. Altruismus unter Verwandten vs. Nicht-Verwandten o   Verwandte: genetische Disposition f. altruistisches Verh. ist in eigenen Verwandten vorhanden o   Mutualismus: Hilfeverhalten gezeigt, weil wahrscheinlich zu späterem Zeitpunkt erwidert -       Problem: keineswegs sicher, dass es tatsächlich erwidert wird, weil nicht klar, ob Ind. kooperativ ist oder Betrüger o   Entscheidend ist Wkt. & Häufigkeit einer wiederholten Interaktion mit Ind. -->wenn selten begegnet, hohe Wkt. f. Betrüger; wenn oft begegnet hohe Wkt. f. Kooperativen
  • Gefangenen-Dilemma -       fiktive Situation, in der 2 Verdächtige v. Polizei verhaftet werden & getrennt voneinander verhört werden -       beide wissen nicht, was der andere sagt -       Möglichkeiten: o   1.) beide kooperieren & decken sich: geringe Strafen f. beide (1 Jahr Haft f. beide) o   2.) ich kooperiere, der andere nicht: hohe Strafe f. mich (10 Jahre Haft f. mich, 0 f. anderen) o   3.) ich kooperiere nicht, der andere schon: keine Strafe f. mich, hohe Strafe f. anderen (0 Jahre Haft f. mich, 10 f. anderen) o   4.) beide kooperieren nicht: hohe Strafe f. beide (10 Jahre Haft f. beide) -        „Auszahlungsmatrix“, denn sie regelt Ergebnis meiner Entscheidungen in Abhängigkeit v. Entscheidungen d. Anderen -        Dilemma, ob man betrügt oder kooperiert (vergleichbar mit Situation d. Vögel) -        Lässt 2 Aspekte außer Acht: o   1.) Zahl d. Interaktionspartner (man hat nur einen, bei mehreren wäre es wichtig, zu schauen, dass man jemanden erwischt, den man noch nicht betrogen hat) o   2.) zeitliche Perspektive (hier nur singuläre Interaktion, sodass Betrügen sinnvollste Handlungsalternative; in realem Leben oft Möglichkeit zum wiederholten Austausch v. Hilfeleistungen) --> wiederholtes Gefangenendilemma wdh. Durchführung; viele immer wieder neue Entscheidungen müssen getroffen werden, deshalb besser, wenn Strategien zurechtgelegt mit festem Handlungsplan
  • Strategietest v. Axelrod -       Strategien legen fest, welche Alternative gewählt wird -       Erfolgreichste Strategie: „tit for tat“ o   Kooperation d. Spielpartners mit Kooperation erwidert; Betrug mit Betrug erwidert o   „nette“ Strategie, weil niemals von selbst Betrugsversuch unternommen o   nicht nachtragende Strategie, weil Betrug mit nur einem Betrug geahndet wird -       Übertragung auf „reales“ Leben durch natürl. Auszahlungen im Sinne v. Nachkommen -       Ergebnis: Tit for tat-Strategie überlebt, egal welche andere Strategie vorkommt & hat die meisten Nachkommen (à Evolutionär Stabile Strategie, ESS) & wird nicht unterwandert -->Austausch v. Hilfeleistungen unter nicht-verwandten Ind. ist nicht unkonditional, sondern Wirkung best. Strategien, die Ind. zeigen (egal ob kogn. bewusst oder Disposition)
  • Kooperation & ihre Bedeutung f. Evolution -       Bedeutende Rolle f. Evolution àPrägung d. mentalen menschl. Fähigkeiten -       Entwicklung erfolgreicher Kooperationsstrategie erfordert hohe Fähigkeit, sich an Interaktionspartner & vergangene Interaktionen erinnern zu können (Fähigkeit, Gesichter zu erkennen wichtig, was eine d. 1. entwickelten menschl Gedächtnisleistungen war) -       Bedeutung d. Erklärungsebenen v. Tinbergen: o   verh.wiss. Studien & sorgfältige Beobachtung erforderlich, um aktuell vorhandene Verh.muster zu entdecken o   nach Zweck d. entdeckten Musters fragen, um zu entdecken, worin genauer Nutzen f. Überleben besteht o   Mechanismen entdecken, die Verh. zugrunde liegen (evol. Psy) o   Analyse d. ontogenetischen Ursachen d. Verh. o   Analyse d. proximalen Ursachen -->wenn alle Fragen beantwortet, dann erst Verh. ganz verstanden/erklärt
  • evolutionäre Erklärung d. Elternliebe -       elterliche Liebe stellt Überlebensvorteil dar, weil Nachkommen größere Überlebenschancen haben -       aber: Elternliebe nicht unkonditional gegeben, wie Daly & Wilson (1981) feststellten: o   Kinder, die nicht bei leiblichen Eltern aufwachsen, höheres Risiko Opfer v. Misshandlung/Tötung zu werden o   Misshandlungsrisiko bei behinderten Kindern erhöht o   Tötungsrisiko f. Neugeborenes bei sehr jungen/alten sowie unverheirateten Müttern erhöht o   Väter, die sich ihrer Vaterschaft sicher sind, engagieren sich in höherem Maße f. Kinder, als Väter, die sich dessen nicht sicher sind -->Elternliebe kann also variieren -       gibt Konflikte zw. Eltern & Kindern
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  • Theorie d. Eltern-Kind-Konfliktes -       Nachkommen wollen Eltern dazu bewegen, mehr Ressourcen zu geben, als Eltern eigtl. geben wollen à Wille, ungerechte Ressourcenverteilung zu erwirken, während Elternwille, verfügbare Ressourcen gerecht zu verteilen -       Begründung: o   Eltern, denen gerechte Ressourcenverteilung gelingt, können größere Anzahl an Genen an zukünftige Generationen weitergeben o   Nachkommen, denen ungerechte Ressourcenverteilung gelingt, können größere Anzahl an eigenen Genen an zukünftige Generationen weitergeben -       Bsp: Vögel, Stillen
  • Elterninteressen & Sterblichkeitsraten v. Jungen & Mädchen Krummhörn-Studie (Voland, Dunbar, 1995/97) -       Sterblichkeitsrate im 19./20.Jh. in 13 norddeutschen Dörfern untersucht -       untersch. Sterblichkeitsrate v. Jungen & Mädchen in untersch. Regionen gefunden -       Erklärungen: untersch. Kosten, die Jungen & Mädchen Bauernfamilie verursachten & verfügbare Ressourcen hinsichtl. versch. Regionen -       Faktoren: o   Anzahl d. Kinder, Sterblichkeitsrate d. Kinder in Abhängigkeit v. Geschlecht, Wkt. späterer Heirat, Zahl d. Nachkommen über mehrere Generationen hinweg: Angabe über reproduktiven Erfolg einer Familie o   Anzahl d. Taufpaten, Stilldauer-Schätzung: Angabe über Zuwendungen -       Ergebnisse: o   Regionen mit starker Knappheit v. kultivierbarem Land: mehr Töchter hervorgebracht; Söhne höhere Sterblichkeitsrate o   Regionen mit viel kultivierbarem Land: umgekehrt -       Erklärungen: o   untersch. elterliche Fürsorge f. Kinder in Abhängigkeit v. dessen Geschlecht -->untersch. Strategien bei Versorgung d. eigenen Nachwuchses --> Gene determinieren nicht unser Verhalten, denn Flexibilität ermöglicht reproduktiven Erfolg -->Anpassung d. Verh. an gegenwärtige Umwelt- & kulturellen Bedingungen ermöglicht erfolgreiches Überleben derjenigen Gene, die für entsprechende (flexible) Verh.disposition verantwortlich sind
  • Partnerwahl -       genzentrierte Reproduktionsmaximierung (möglichst viele Nachkommen bei möglichst minimalem Elternaufwand) -       Männer & Frauen auf Indikatoren angewiesen, die Reproduktionsfähigkeit versprechen: bei Männern: Stellung in Dominanzhierarchie --> besserer Zugang zu Ressourcen --> Verpflegung bei Frauen: Verhältnis v. Taillen- & Hüftumfang; Gesundheit/Fruchtbarkeit (symmetrisches Gesicht) weitere Indikatoren: o physische Attraktivität o neurophysiologische Effizienz: Umfang des Vokabulars, Humor, Weltwissen o Intelligenz o Versorgung/Ressourcen: Bildung, Job Status, Einkommen, Besitz, Mode, … o  sozialer Status o Fähigkeit zur kooperativen Beziehung: Freundlichkeit, Angepasstheit, Generosität, moral. Bewusstsein   o Persönlichkeit