13

Wirtschaft- und Sozialgeschichte (Subject) / Ressource Wald Teil 2 (Lesson)

Vorlesung 7

This lesson was created by Toff.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • Holz in interaktion mit ... - Wasser - Sand - Ton, Lehm, Erde- Kalk - Salz, Sole- Eisenerz
  • Bergbau / Standortwahl - Fast überall - Standortwahl abhängig von: -> Erzvorkommen -> Energiequellen -> Brennmaterial und Wasserkraft
  • Holz bei der Erzverhüttung - Bauholz (Gebäude und sonstige betriebliche Einrichtungen wie z.B.Bergwerke, Pochwerke, Eisenhütten, Hammerwerke)- Röstholz: Entzug von Kohlenstoff (100 Pfund Erz/ 2 ¼ PfundHolzkohle)- Holzkohle zum Verhüttungsprozess: anfänglich 300 fm/Tonne Eisen; später 100 fm/Tonne Eisen- Holzkohle zum Stahlschmieden (Hammerwerke)
  • Holzkohle - Holz, welches unter geringer Sauerstoffzufuhr (Schwelprozess) verkohlt -> Heizwert: 6500 -8000 kcal/kg - Holzkohle = Brennmaterial und Reduktionsmittel - Entstehung: -> Bronze- und La Tène- Zeit -> Römerzeit -> Deutschland: seit dem Mittelalter bis etwa Mitte des 19 Jhd - Verfahren: -> 1. Grubenmeiler: Verkohlung von Wurzelholz, hpts. 16 Jhd-> 2. Meilerverkohlung: oberirdische Verkohlung durch Kohlenmeiler -> Köhler wohnten im Wald -> oft sehr ärmlich -> Holzvorrat hat Qualität des Produktes ausgemacht
  • Glas - Gemisch aus Kieselsäure, Potttasche (Kaliumcarbonat) und Metalloxyde, die unter Einwirkung von Temp im Bereich zw 600 - 900° verschmelzen - viel Holz benötigt - Glasbläser waren sehr angesehen -> Adel Entstehung: - Ägypten (ca. 2000 v. Chr) - Mittelalter: Glasproduktion in Europa -> Venedig und Niederlande - Deutschland: Waldglashütten (1500 -1800)
  • Salzgewinnung - Schwerpkt der Salzgewinnung -> Alpengebiet (Hall in Tirol, Hallstatt, Reichenhall (Hall altes Wort für Salz))-> Raum Lüneburg, Halle/Saale -> Schwäbisch Hall in Württenberg - Brennholzbedarf -> Saline Lüneburg -> 100.000 bis 300.000 rm/Jahr - Brennholzversorgung -> Holzdrift -> Rohrleitungen für Sole in vorratsreichen Waldgebieten (z.B 1618: Reichenhall -> Traunstein 30 km Holzleitung) - Folgen: -> Reichenhall: frühe nachhaltige Holznutzung (1509) -> Lüneburg: Waldrückgänge durch Salzgewinnung und intensive Schafzucht-> Deutschland Eigentümer von Wald in Österreich
  • Kalkbrennereien - Melioration der Landwirtschaft (Brennöfen für den Kalkbrand)
  • Fayencen - Steingut- und Porzellanmanufaktur - Porzellan kaum Einfluss, da es sich keiner leisten konnte
  • Sägewerk - Frühe Sägewerke -> Wasserkraft betriebene handwerkliche Betriebe - Älteste Nachweise von Sägewerken -> Kirchheim unter Teck in Württenberg 1310-> Pfaffenweiler in Baden 1314-> Augsburg 1322-> Nürnberger Reichswald 1329
  • Formen wassergebundenen Holztransports - Entstehung: - Römerzeit: urkundlich im 13 Jhd erwähnt - Schwarzwald: Murg, Nagold, Kinzig, Enz ... (18 Jhd) - Nadelholz schwimmt, Laubholz nicht - als Weiden zum zusammenbinden ausgegangen sind, nahm man junge Tannen - Langholzflößerei: - Bringung der Stämme zu den Einbindestuben - Einbindestuben (Wasserstuben): Stämme mit Wieden zu Flößen (Gestöre) gebunden - Flößen der Gestöre bis zu einem großen Umschlageplatz - Vereinigen der Gestöre zu "Kapitalfloße" (ab Andernach/Rhein) -> Floßgröße: bis zu 400 m lang, 80 m breit und 5 m dick -> Wert eines Floßes: mehrere Millionen Euro -> in die Niederlande verkauft -> Küstenstädte auf Pfählen
  • Advertisement
  • Flößerei - Organisation: Handelsgesellschaft z.B Calwer Holzkompagnie, Murgschifferschaft - Bevorzugtes Objekt: "Holländer", Weißtannenstammholz (13-33 m lang, 36 -48 cm Zopf) - Flößereieinrichtungen: - Gewässereinfassungen: Ufermauern, Begradigungen - Schwallungen: i. d. R. Talsperren am Flußoberlauf - Wasserstuben: Einbindestellen für Floßholz
  • Scheitholzflößerei - Flößen von Brennholz ("Triften") - Holzfänge (Holzrechen): Aufsammeln bzw. Aufhalten von Scheiterholz
  • Folgen der Übernutzung der Waldbestände - Waldfeldbau und Steunutzung: Bodendegrationen, Holzertragsleistungen pro Jahr und ha gehen zurück - Waldweide: Verbiss- und Vertrittschäden - Bevölkerungswachstum: Erhöhung des Nutzungsdruckes auf Waldflächen - Waldflächenrückgänge aufgrund Siedlungsausbau verstärkt Situation - Frühe Industrie und Gewerbe: Hoher Brenn- und Nutzholzbedarf führt zu regionaler Holznot -> regionale Holznot -> 37 Millionen fm Holz jährlich -> Haushalt nur noch 1 fm Holz => 1. Energiewende -> Umstieg auf fossile Brennstoffe