67
Vertiefung Kognition (Subject) / Psychologie der Meditation (Lesson)
Advertisement
- VERSTEHEN OHNE SPRACHE – IST MUSIK UNIVERSAL? • durch Musik ausgelöste Stimmungen, Gefühle, Assoziationen oder innere Bilder hängen von der individuellen Lerngeschichte ab und sind weder genetisch noch physiologisch festgeschrieben• Bedeutungen/Assoziationen sind in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich (im Westen: Flöte = Vogel, in Afrika: Flöte = Stier; siehe Fritz et al., 2013)Ausnahmen: • physiologische Beschränkungen (bei Tonhöhen und Lautstärken) bzw. anatomische Voraussetzungen (Struktur des auditiven Cortex)• grundlegende Melodie-, Rhythmus- und Emotionswahrnehmung
- VERSTEHEN OHNE SPRACHE – IST MUSIK UNIVERSAL? Experiment • durch Musik ausgelöste Basisemotionen haben eine gewisse universale Grundlage (Fritz et al., 2009)
- VERSTEHEN OHNE SPRACHE – IST MUSIK UNIVERSAL? Regionale Verteilung Savage, Brown, Sakai & Currie (2015): • analysierten repräsentative 304 Musik-Beispiele aus allen Gebieten der Erde auf 32 musikalische Charakteristika hin
- VERSTEHEN OHNE SPRACHE – IST MUSIK UNIVERSAL? Auswertung Savage, Brown, Sakai & Currie (2015): • Ergebnis: es gibt keine absolutenUniversalien, aber statistische Universalien(>50%)• Einige Merkmale (wie group performance)weisen auf die potenziellen Funktionen von Musik in der Evolution hin Häufigkeit mit der jedes Merkmal (codiert mit 0 = nicht vorhanden, 1 = vorhanden) in den Musik-Beispielen vorkomm
- VERSTEHEN OHNE SPRACHE – IST MUSIK UNIVERSAL? Ergebnisse Savage, Brown, Sakai & Currie (2015): • Ergebnis: einige Merkmale kommen signifikant häufiger in Kombination vor als andere (z. B. Performanz durch eine Gruppe und Verwendung von Perkussionsinstrumenten)schwarze Striche = Korrelationen zwischen Merkmalen (Stärke der Strichte = Höhe der Korrelation)
- WIRKUNGEN UND FUNKTIONEN VON MUSIK eher bewusste Funktionen:• mehr als 500 in der Literatur• drei fundamentale Dimensionen: Selbstwahrnehmung, Soziale Verbundenheit, Stimmungs- und Erregungsregulation (Schäfer et al., 2013)eher unbewusste Wirkungen:• Physiologie• Assoziationen
- WIRKUNGEN UND FUNKTIONEN VON MUSIK • North et al. (1999): Primingdes Kaufverhaltens• Jacob (2006): Priming des Trinkverhaltens •Wein abhängig von Musikherkunft --> Seite 17, V2
- WIE WIR MUSIK ERLEBEN – STIMMUNGEN, EMOTIONEN, CHILLS kann Musik „echte“ Emotionen auslösen? Ja• Rätsel ästhetische Emotionen ..Nur als Reaktion auf Künste• Emotionen und Stimmungen .. Stimmungsregulation• die Struktur von Emotionen und musikalische Charakteristika wichtig vor allem: • Tempo (relativ zum „Durchschnitt“)• Modus (wobei die Valenz erlernt ist)
- WIE WIR MUSIK ERLEBEN – STIMMUNGEN, EMOTIONEN, CHILLS • Chills – besonders intensive musikalische Erfahrungen• stimulieren sehr basale Hirnregionen sowie das Belohnungszentrum, ähnlich wie andere biologisch relevante Reize• hemmen Schaltkreise für Angst und unangenehme Emotionen (Blood & Zatorre, 2001)
- WIE WIR MUSIK ERLEBEN – STIMMUNGEN, EMOTIONEN, CHILLS • Chills können durch dual-pathway Verarbeitung und contrastive affecterklärt werden (Huron, 2006)• Klänge/Geräusche, die Furchtreaktionen auslösen können: laute, sich nähernde, sehr tiefe, komplexe, Schrei-ähnliche, nahe, unerwartete
- Advertisement
- WIE WIR MUSIK ERLEBEN – STIMMUNGEN, EMOTIONEN, CHILLS • intensive musikalische Erfahrungen können das Leben stark beeinflussen (Schäfer et al., 2013)
- WAS WIR MÖGEN – MUSIKPRÄFERENZ Kennenlernen --> 5ß % zentrale Rolle
- WAS WIR MÖGEN – MUSIKPRÄFERENZ • Veränderungen in der Funktionalität von Musik führen kausal zu Veränderungen in der Präferenz (Schäfer et al., 2015)
- WAS WIR MÖGEN – MUSIKPRÄFERENZ • Innervation von Muskeln, die mit positivem Affekt assoziiert sind, führt zu höherer Präferenz für dabei gehörte Musik (Sedlmeier et al., 2011)• Erklärung: wahrscheinlich Konditionierungsprozesse
- WAS WIR MÖGEN – MUSIKPRÄFERENZ • sozialer Einfluss führt zu Ungleichheit in der Bewertung neuer Musikstücke, welcher nicht vorhersagbar ist (Salganik et al., 2006)
- MUSIK UND INTELLIGENZ • Rauscher et al. (1993): klassische Musik (Mozart) hebt die Intelligenzleistung bei räumlichen Aufgaben• unzählige Replikationen mit unklaren Ergebnissen• offenbar kein musikspezifischer Effekt• sondern: vermittelt über positive Stimmung (Schellenberg, 2012)• gleiches gilt für das Musizieren
- Kann Musik „dumm“ machen? (musicthatmakesyoudumb.virgil.gr, Griffith, 2014) komische Studie