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Finanzbuchhaltung (FiBu) (Subject) / 1. Fibu-Vorlesung: Einführung; Inventur und Inventar (Lesson)
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- Wer erfand die doppelte Buchführung? 1494 erfand der italienische Franziskanermönch Luca Pacioli die doppelte Buchhaltung
- In § 238 HGB wird jeder Kaufmann verpflichtet Bücher zu führen und in ihnen seine Handelsgeschäfte sowie die Lage seines Vermögens darzustellen. Wie muss die Buchführung beschaffen sein? die Bücher müssen nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung geführt werden ein sachverständiger Dritter muss sich inerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und die Lage des Unternehmens machen können Die Geschäftsvofälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen
- Was ist ein Kaufmann? nach § 1 HGB ist ein Kaufmann, wer ein Handelsgewerbe betreibt. Absatz II: Handelsgewerbe ist jeder Gewerbebetrieb. Was ein Gewerbebetrieb ist, ist gesetzlich nicht definiert. Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass jede auf Gewinn ausgerichtete, nachhaltige Teilnahme am allgemein wirtschaftlichen Verkehr die Kaufmannseigenschaft im Sinne des HGB erfüllt. Dies gilt insbesondere für jede GmbH und AG.
- Wie stellt ein Kaufmann die Lage seines Vermögens nach § 240 HGB dar? Wie lautet das Verzeichnis in dem diese Auflistung steht? Wie und wann wird sie gemacht? Das Inventar muss einmal im Jahr aufgestellt werden (Stichtagsinventur). Den Vorgang der Aufstellung des Inventars nennt man Inventur. Grundsätzlich erfolgt die Inventur durch eine körperliche Bestandsaufnahme (Zählen, Wiegen, Messen oder Schätzen) die die Vermögensgegenstände mengenmäßig erfasst. Immaterielle Vermögensgegenstände werden durch die sogenannte Beleginventur erfasst (auf Basis von z. B. Depot- oder Kontoauszügen).
- Welche Inventurvereinfachungsverfahren sind erlaubt und wie werden sie durchgeführt? (§ 241 HGB) Stichprobeninventur Mathematisch-statistische Methoden dürfen verwendet werden, wenn der Aussagewert gleichbleibt Permanente Inventur Bei der bestandszuverlässigen Lagerbuchhaltung werden alle Zu- und Abgänge erfasst (ausgenommen besonders Wertvolle und verderbliche Ware) Verlegte Inventur Mit einem Fort- oder Rückschreibungsverfahren muss von drei Monaten vor und zwei Monaten nach dem Stichtag auf diesen geschlossen werden können.
- Von wem wird das Reinvermögen bereitgestellt? Vom Eigentümer (→ Eigenkapital)
- Wie lautet die Inventargleichung? Vermögen = Reinvermögen + Schulden
- Wann liegt ein Gewinn und wann ein Verlust vor? Wächst das Reinvermögen stärker als die Schulden liegt ein Gewinn vor. Im umgekehrten Fall ein Verlust.
- Wie wirken sich Kapitaleinlagen und Kapitalentnahmen auf den Erfolg aus? Diese Kapitalveränderungen sind nicht erwirtschaftet worden, da sie vom Eigentümer stammen. Kapitaleinlagen und Kapitalentnahmen sind deshalb erfolgsneutral und müssen von der Reinvermögensdifferenz (Reinvermögen Periode n - Reinvermögen Periode n-1) subtrahiert/ addiert werden.
- Laut § 242 HGB muss jeder Kaufmann zusätzlich zum Inventar eine Zusammenfassung vergleichbarer Vermögens und Schuldpositionen zu machen. Wie nennt sich diese Zusammenfassung? Dieses vereinfachte Inventar heißt Bilanz.
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- Für wen gibt es vorgeschriebene Zusammengefasste Inventarpositionen? Für Kapitalgesellschaften (Es gilt das Prinzip der Klarheit).
- In welcher Form ist die Bilanz zu erstellen? Was befindet sich links, was rechts? In der T-Kontenform. Rechts befindet sich das Passiva, welches Aussagt wo die Finanzmittel herkommen (Eigen-/ Fremdkapital). Links befindet sich das Aktiva (Vermögenspossitionen), welches Zeigt wie diese Mittel verwendet werden (Vermögen).
- Wie lautet die erste Hauptposition (mit Untergliederung) auf Aktivaseite? A. Anlagevermögen – längere Nutzung vorgesehen Immaterielle Vermögensgegenstände – z. B. Lizenzen, Patente Sachanlagen – z. B. Maschinen, Gebäude, Fuhrpark Finanzanlagen - z. B. Aktien
- Wie lautet die zweite Hauptposition (mit Untergliederung) auf Aktivaseite? B. Umlaufvermögen – alles was nicht zu A. gehört Vorräte – z. B. Schrauben Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände – z. B. Schadensersatzansprüche Wertpapiere – z. B. kurzfristig gehaltene Aktien Kassenbestand etc. (liquide Mittel) – z. B. Briefmarken, Bargeld
- Wie lautet die dritte Hauptposition auf Aktivaseite? C. Rechnungsabgrenzungsposten (->Grundsatz der periodengerechten Abgrenzung) - z. B. Eine Miete ist für ein Jahr im Voraus zu bezahlen (betrifft nächste Wirtschaftsperiode)
- Wie lautet die vierte Hauptposition auf Aktivaseite? D. Aktive latente Steuern (aus der Bilanz nicht ersichtliche Steuervorteile) - Vorstellbar als: Guthaben beim Finanzamt
- Wie lautet die fünfte Hauptposition (mit Untergliederung) auf Aktivaseite? E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensrechnung - resultiert wenn Altersversorgungsverpflichtungen durch Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger (d.h. mit Ausnahme der Arbeitnehmer) entzogen sind (d.h. zugunsten der Arbeitnehmer und Betriebsrentner verpfändet und damit insolvenzsicher) und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (sog. Deckungsvermögen, teilweise auch als Planvermögen bezeichnet), gedeckt werden.