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Wirtschaftspolitik (Subject) / I. 1 Ziele und Methoden der Wirtschaftspolitik (Lesson)
1. Grundsätzliches zu wipo Analyse
2. Soziale Marktwirtschaft - Wettbewerbsordnung
3. Ziele und Zielbez.
4. Leistungsbilanz in der VGR
This lesson was created by Schaschka.
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- Womit beschäftigen sich Ökonomen ganz prinzipiell und welche Grundfragen bearbeitet die Wirtschaftspolitik? Die Ökonomik befasst sich mit den Möglichkeiten und den Probleme gesellschaftlicher Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil. --> oft im Zusammenhang mit knappen Gütern Die Wipo setzt die Rahmenbedingungen für diese gesellschaftliche Zusammenarbeit in wirtschaftlicher Hinsicht. Grundfragen: - Wie gehen Individuen mit knappen Gütern um? - Wo kann/darf/soll der Staat dabei aktiv werden? - Wie kann er effektiv und effizient aktiv werden? - Was passiert, wenn er aktiv wird?
- Wieso Modelle? - Vereinfachte Darstellung der sehr komplexen Realität(Abstraktion) - Jedes Modell/Modellfamilie versucht eine spezielle Fragestellung zu beantworten(Bspw.: Solow-Modell) - Ökonomische Großexperimente sind oft nicht möglich - Logische Argumentationsketten Wipo-Analyse heißt daher: --> Ein Modell der Volkswirtschaft aus Annahmen und daraus folgenden, logisch korrekten Schlüssen zu bilden; diese können dann auf die ursprüngliche Fragestellung angewandt werden
- Was ist normative u. was positive wipo Analyse? Positive(Ist):--> Beschreibung und Ursachenanalyse aktueller Zustände --> Prognose zukünftiger Zustände u. mögl. Entwicklungen --> Beschreibung u. Untersuchung von Alternativen für alle mögl. Ziele u. Rahmenbedingungen Normative(Soll): --> Empfehlungen für die handelnde Wipo --> Welche Maßnahmen gewählt werden können, um die gewählten Ziele zu erreichen
- Welche Rolle spielen starke u. schwache Werturteile in der Wipo? Werturteile lassen sich in der wipo nicht vermeiden WP Analyse geht von schwachen Werturteilen aus: Schwache Werturteile von Großteil der Gesellschaft geteilt, z.B. Freiheit, Gleichheit oder Sicherheit Starke Werturteile werden zumindest von einem relevanten Teil der Gesellschaft nicht als Grundwert anerkannt, z.B. Vegetarismus Bauen Aussagen auf schwachen Werturteilen auf, so sind sie tendenziell unabhängig von der ideologischen Position, von Vorurteilen oder von unreflektierten Meinungen
- Was bedeutet Planwirtschaft und was "Laissez-faire"- Politik? Planwirtschaft: zentrale Lenkung des Wirtschaftsprozesses durch staatl. Anweisung führt zu Ineffizienz im Resourcen verbrauch (z.B. Arbeit,Rohstoffe) durch Informations- und Anreizmängel "Laissez-faire"-Politik: Wirtschaftsprozess wird nur durch freiwillige Vereinbarungen , den Markt(Angebot und Nachfrage) gelenkt führt zu Vermachtung von Märkten (durch einzelne politische Gruppen oder private) und dadurchh ebenfalls zu Ineffizienz
- Marktwirtschaftliche Wettbewerbsordung nach Walter Eucken? Wirtschaftsordnung, welche die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens gestaltet, den Wirtschaftsakteuren aber freie Hand im Prozess lässt Überwiegende Marktform: Vollständige Konkurrenz Konstituierende und regulierende Prinzipien als Regelwerk Machtkonzentrationen auf dem Arbeitsmarkt sollen vermieden werden bei Arbeitnehmer und Arbeitgebern "funktionierende Märkte schaffen" Erfolg wird belohnt, Misserfolg entsprechend bestraft - Wettbewerb als Anreizinstrument Zentral hierfür ist Preismechanismus als Lenkungsinstrument
- Welche Rolle spielen eine stabile Währung und stabiles Preisniveau in einer marktwirtschaftlichen Wettbewerbsordnung ? Preise als Lenkungsinstrument: Allokation: Information und dezentrale Koordination, Lenkung in produktivste Verwendungsmöglichkeiten Distribution: Verteilung der Markteinkommen nach Marktleistung Selektion: lässt unproduktive/nicht innovative Teilnehmer aus Markt ausscheiden Geldfunktionen: (nach Eucken muss stab. Währung gegeben sein!) Tauschmittel: Senken der Transaktionskosten Wertaufbewahrung: intertemporale Konsumentscheidung und Investitionen Recheneinheit: als Bilanzierungs- und Vergleichsmaßstab zwischen verschiedenen Wirtschaftssubjekten u. über längeren Zeitraum Instabile Währung(Inflation; Deflation) setzt Preissystem außer Kraft und gefährdet damit Lenkungsinstrument der Wettbewersordnung.
- Wieso sollen die konstituierende Prinzipien durch regulierende Prinzipien ergänzt werden? Konstituierende Prinzipien: allgemeine Spielregeln der Wirtschaftsakteure wichtig für die Funktionstüchtigkeit einer rechtsstaatlichen Gemeinschaft dienen dem Aufbau der Wettbewerbsordnung Regulierende Prinzipien: sichern die Ordnung schränken die individuelle Freiheit ein um Freiheit anderer zu sichern (Vgl. Rechtsstaat) dienen dem erhalt der Wettbewerbsordnung → konstit. Prinzipien setzen die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens fest → reg. Prinzipien greifen ein, wenn das Wirtschaften des Einzelnen anderen Individuen schadet
- Konstitutive Prinzipien + Regulierende Prinzipien Konstitutive Prinzipien: private Eigentums- und Verfügungsrechte Geldwertstabilität Vertrags- und Gewerbefreiheit Kompetenz und Haftung Konstanz der Wipo Regulierende Prinzipien: staatliche Monopolkontrolle staatliche Umverteilungspolitik soziale Mindestsicherung Korrektur von Marktversagen → konstituierende Prinzipien setzen die Rahmenbedingungnen des Wirtschaftens fest →regulierende Prinzipien greifen ein, wenn das Wirtschaften des Einzelnen anderen Individuen schadet
- Welche Bedeutung haben die konst. Prinz. des Privateigentums , Vertragsfreiheit und des Haftungsprinzips in einer marktwirtschaftlichen Wettbewerbsordnung? Privateigentum: Verfügungs- und Entscheidungsgewalt über Privateigentum setzt Anreize, dieses möglichst effizient und eigenverantwortlich im Marktprozess einzusetzen zentrale Lenkung hat hier nicht genug Informationen Aber Privateigentum in monopolistischer Form ebenfalls schädlich, Kontrolle durch Konkurrenz deshalb nötig Vertragsfreiheit: Nötig, damit Wirtschaftssubjekte eigenständig ihre Pläne verfolgen können, ermöglicht damit erst Marktwirtschaft und auch Konkurrenz Wird aber auch genutzt, um Konkurrenz einzuschränken oder zu beseitigen. Daher auch regulierende staatliche Eingriffe in die Vertragsfreiheit notwendig Haftung: Wer Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen Nur so Selektion bei Fehlleistungen durch Unternehmen bzw. Manager möglich Dadurch auch risikobewusster Einsatz des Kapitals gefördert
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- Beschreiben Sie am Beispiel der tatsächlichen Wipo Verstöße gegen konstituierende ordnungspolitische Grundregeln. gemeinsamen Agrarpolitik(GAP) der Europäischen Union (Preissubventionen für Agrarprodukte welche innerhalb der EU angebaut werden)--> Verstößt gegen das Prinzio der freien Preisbildung auf den Wettbewerbsmärkten Bankenrettung im Zuge der Finanzkrise-->Verstoß gegen das Prinzip der Kompetenz und Haftung Enteignung von Immobilien --> Verstoß gegen Eigentumsrechte Mindestlohn--> Verstoß gegen das Prinzip der Vetragsfreiheit und der freien Preisbildung
- Typen von Zielbeziehungen? Ziele der Wipo? Wie stehen Ziele zueinander? Identisch: Ziele unterscheiden sich nicht Antinomisch: Ziele schließen sich gegenseitig aus Konfligierend: Realisierung eines Zieles beeinträchtigt ein anderes Ziel Neutral: Ziele sind unabhängig von einander Komplementär: Realisierung eines Zieles begünstigt ein anderes Ziel Mögliche Ziele der Wipo: materielle Freiheit Sicherheit sozialer Status soziale Gerechtigkeit Umweltqualität(Nachhaltigkeit)
- Bedeutung des Assignment und damit verbunder Tibergen-REgel gemäß Tinbergen(1952) muss es für jedes unabhängige Ziel min. ein Mittel geben, welches für kein anderes Ziel benötigt wird. Begründung: Zielkonflikte BSP:Geldpolitik darüber hinaus muss jedem Ziel eine federführende Institution zugeordnet sein Begründung:Kompetenzgerangel, Unklarheit der Verantwortung, effektive Arbeitsteilung Neoklassisches Assignment ("ideale Welt"): Zentralbank → Geldmenge → Preisniveau Tarifparteien → Reallohnsatz → Beschäftigungsgrad Staat → Ordnungsrahmen;Fiskalpolitik →Behebung Marktversagen↑
- Für und gegen Wirtschaftswachstum als Oberziel der WIpo Argumente pro Wachstum: Vollbeschäftigung trotz arbeitssparendem technischen Fortschritt bessere Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen erleichtert gesellschaftliche Umverteilung erleichtert Investitionen in soziale und geselschaftliche Sicherheit Argumente gegen Wachstum: übermäßiger Verbrauch an Ressourcen Umweltverschmutzung Ausbeutung von Arbeitskräften Wirtschaftswachstum als Selbstzweck steht im Konflikt mit anderen gesellschaftlichen Zielen der Verteilungsgerechtigkeit
- Wipo Ziele die im Stabilitätsgesetz von 1967 festgelegt wurden und wie lassen sich die Zielbeziehungen charakterisieren? Magisches Viereck = Stabilitätsgesetz 1967: Hoher Beschäftigungsstand(Vollbeschäftigung) Stabilität des Preisniveaus Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum Außenwirtschaftliches Gleichgewicht (Schutz der natürlichen Umwelt + Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung) Grundlage: Gesetz über die Bidung eines Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftl. Entwicklung (1963) und das Gesetz zur Förderung der Stabilität u des Wachstums der Wirtschaft(1967)
- Kurz- und langfristige Zielbeziehung zwischen "Niedriger Arbeitslosenquote" und Preisniveaustabilität. Grundlagen: Ursprüngliche Ph.-Kurve(Phillips, 1958): Beschäftigungssituation determiniert die Nominallohnentwicklung(sinkende ALQ --> steigende Löhne u vice versa Modifizierte Ph.-Kurve(Samuelson, Solow,1960): Arbeitslosenquote determiniert die Inflationsrate(konstante Produktivitätsentwicklung vorausgesetzt) Infl. steigt dann steigt auch der Preis und W/p (Reallohn) sinkt Um Erwartungen erweiterte Ph.-Kurve: Zum Zeitpunkt der Lohnfestsetzung ist tatsächliche Inflation nicht bekannt --> erwartete Inflationsrate relevant Kritik: Ursprünglich unterstellte Kausalität: ALQ bestimmt INflation Festgestellter Zusammenhang aus Zeiten mit stabiler Inflation --> erwartete u. tatsächliche Inflation waren hier nahezu gleich Lucas-Kritik: statistischer Zusammenhang kann nicht dauerhaft ausgenutzt werden, Modelle verlieren ihre Wirkungen(Erwartungsänderungen müssen einfließen) Samuelson/Solow erklären, dass dieser Zusammenhang nur kurzfristig stabil ist Friedman/Phelps weisen darauf hin, dass der Zusammenhang (ursprüngliche Ph-Kurve) nur für die Reallöhne, nicht für die Nominallöhne gelten kann
- Angenommen, eine VW verzeichnet über einen längeren Zeitraum einen hohen Leistungsbilanzüberschuss in Relation zum BIP! Welchen Sachverhalt aus Der VGR beschreibt dies? Zahlungsbilanz: besteht aus Kapital- und Leistungsbilanz Wenn gilt Ex>Im, dann Leistungsbilanzüberschuss; Wenn Im>Ex, dann Defizit Wenn gilt Ex>Im, dann Kapitalexporte>Kapitalimporte(Kapitalbilanzdefit) Daraus folgt zwingend: einem Leistungsbilanzüberschuss steht ein(fast) gleich großes Kapitalbilanzdefizit gegenüber und vice versa Leistungsbilanzdefizite bedingen demnach eine Kreditaufnahme bzw. Vermögensabbau im Ausland Leistungsbilanzüberschüsse(Exportweltmeister) bedingen eine Kreditvergabe an bzw. Vermögesnaufbau im Ausland S-I=Ex-Im --> wenn Ex>Im, dann muss auch S>I sein
- Angenommen, eine VW verzeichnet über einen längeren Zeitraum einen hohen Leistungsbilanzüberschuss in Relation zum BIP! Ist dies in jedem Fall eine nachhaltige Situation und welche möglichen Auswirkungen hat dies auf die Wachstumsdynamik im Inland? Nachhaltigkeit: Fall 1: dauerhafte Leistungsbilanzdefizite es wird(wertmäßig) weniger produziert als im Inland insgesamt konsumiert & investiert wird Differenz: Verschuldung der heimischen Wirtschaft/Staates Dadurch Abhängigkeit von Finanzierung durch ausl. Kreditgeber Problem: Änderung in Kreditvergabebereitschaft: schockartiger Stopp der Finazierung - Zahlungsbilanzkrise Fall 2: dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse: es wird(wertmäßig) mehr produziert als im Inland insgesamt konsumiert & investiert wird Dadurch Kapitalbilanzdefizit: Aufbau von Forderungen an das Ausland; Land liefert damit "auf Kredit" Problem 1: reale Rückzahlungshöhe abhängig von Verwendung im Ausland(Konsum vs. Investition) und evtl. Wechselkursrisiken Problem 2: Leistungsbilanzüberschuss Ergebnis der individuellen Präferenzen --> wird mehr exportiert als, importiert, weil: a) Individuen viel sparen, wenig konsumieren(geringes erwartetes Einkommen in Zukunft, bspw. Unsicherheit der Sozialkassen und Rentenversicherung) b) Unternehmen ihre Ertragsaussichten bei Investitionen im Inland tendenziell schlecht bewerten( dadurch geringe Investitionen)