65
Kuwi Hagen Literatur (Subject) / Rhetorik (Lesson)
Advertisement
- Allegorie Rhetorische Figur, bei der ein abstrakter Begriff aufgrund einer konventionalisierten Zuordnung druch ein Konkretum substituiert, in sprachliche oder visuelle Bildzeichen verschlüsselt wird. Z. Bsp. Justitia als Frauengestalt mit Waage, Augenbinde und Schwert.
- Allegorese Auch hermeneutische Allegorie: ein in der Antike entwickeltes Verfahren zur Textauslegung, das darauf abzielt, einen über den Wortsinn hinausweisenden, tieferen, im Wort zeichenhaft verborgenen Sinn zu entschlüsseln.
- Antonomasie Tropus 1. der Umschreibung eines Eigennamens durch besondere, meist stereotyp zugeordnete Kennzeichen. Z. Bsp. "der Dichterfürst" für Goethe Tropus 2. der Ersetzug einer Gattungsbezeichnung durch einen typisierenden Eigennamen. Z. Bsp.: "Judas" für Verräter
- Aposiopese Rhetorische Figur des bewussten Abbrechens der Rede vor der entscheidenden Aussage, die der Hörer oder Leser aber ergänzen kann. Bsp.: Was? Ich? Ich hätt ihn-? Unter meinen Hunden-?
- Apostrophe Rhetorische Figur der Ansprache oder Hinwendung des Rhetors zum Publikum oder zu anderen, meist abwesenden (auch toten) Personen. Bsp. "Oh, ihr Musen".
- Asyndeton Rhetorische Figur der Reihung gleichgeordneter Wörter, Satzteile oder Sätze ohne verbindende Konjunktion. Bsp. Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
- Trope Bezeichnung für sprachliche Ausdrucksmittel der uneigentlichen Rede. Im Unterschied zu den rhetorischen Figuren wird hier das Bildfeld gewechselt.
- Zeugma Rhetorische Figur der Zuordnung eines Satzgliedes zu zwei syntaktisch oder auch semantisch inkongruenten Satzteilen. Bsp.: Josefine ging ins Kloster und dort zu weit....
- Tautologie Rhetorische Wiedergabe eines Begriffs durch zwei oder mehr Worte gleicher Bedeutung. Bsp." ganz und gar"
- Synekdoché Tropus der Ersetzung eines Ausdrucks durch einen anderen, der innerhalb desselben Begriffsfeldes bleibt. Z. Bsp. Dach für Haus.
- Advertisement
- Symbol Real vorhandenes Sinnbild für einen gemeinten Bereich, das in einem naturhaften oder kulturell vermittelten Verweisungsverhältnis zum Gemeinten steht. Das Symbol ist polyvalent und kann individuell gesetzt werden. Bsp. Es war die Nachtigall und nicht die Lerche....statt: es ist noch Liebesnacht, nicht schon morgen....
- Schriftsinn, mehrfacher Mittelalterliche Tradition der Exegese biblischer Schriften, die den Text nach ihrem wörtlichen Sinn (sensus litteralis) dem allegorischen Sinn (sensus allegoricus) dem moralischen Sinn (sensus tropologicus/moralis) dem anagogischen Sinn (sensus anagogicus) auslegt.
- Rhetorische Figuren Bezeichnung für sprachliche Schemata oder Stilfiguren, die durch syntaktische Besonderheiten zur Veranschaulichung und Verdeutlichung einer Aussage dienen. Im Unterschied zu den Tropen wird das Bildfeld nicht gewechselt.
- Anapher Rhetorische Figur der Übereinstimmung eines oder mehrerer Wörter an den Anfängen mindestens zweier Teilsätze, Sätze oder Absätze. Bsp: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.
- captatio benevolentiae Teil des exordiums; rhetorisches Mittel, mit deren Hilfe der Redner das Wohlwollen des Publikums erlangen will.