17
Sozialpsychologie (Subject) / Prosoziales Verhalten (Lesson)
Advertisement
- Prosoziales Verhalten Prosoziales Verhalten meint jede Handlung mit dem Ziel, einem anderen Menschen Vorteile zu verschaffen.
- Altruismus Altruismus ist der Drang, einem anderen Menschen zu helfen, selbst wenn es dem Helfenden einen Nachteil bringt.
- Evolutionspsychologie Verwandtenselektion Reziprozitätsnorm
- Verwandtenselektion Verwandtenselektion meint das Konzept, dass Verhaltensweisen, die einem genetischen Verwandten nutzen, von der natürlichen Selektion gefördert werden. → Befunde: Laut Befragungen und Fallgeschichten wird eher biologischen Verwandten geholfen (kultur- und geschlechtsübergreifend), wenn lebensbedrohlich (wird keine Unterschiede gemacht bei nicht lebensbedrohlichen Situationen)
- Reziprozitätsnorm Die Reziprozitätsnorm ist die Erwartung, dass man durch Hilfe für andere Menschen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass diese einem in der Zukunft ihrerseits helfen werden. → Grundvorstellung: Kooperation überlebenswichtig, einseitige Kooperation wiederum ungünstig → Norm: „Ich helfe dir jetzt – unter der Bedingung, dass du mir hilfst, wenn ich selbst Hilfe brauche.“ → für jeden Einzelnen von Vorteil, soziale Normen von anderen Mitgliedern der Gesellschaft zu lernen (z.B. Wissen über Nahrung, Vermittlung von Fertigkeiten)
- Kritik am evolutionspsychologischen Ansatz Hilfe zwischen völlig Fremden (kein gemeinsames genetisches Material) wird nicht erklärt Verlust eines geliebten Menschen schwerer erträglich (d.h. genetische Verwandtschaft nicht relevant) allgemeines Problem: Status von post-hoc-Erklärungen
- Sozialer Austausch Wunsch, den eigenen Nutzen zu maximieren und die Kosten zu minimieren (im Ggs. zur Evolutionspsychologie keine Annahme über genet.Verankerung) d.h. menschliche Beziehungen wie Wirtschaftsbeziehungen Möglichkeiten der Nutzenmaximierung durch Helfen:- Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass einem später ebenfalls geholfen wird- persönlichen Distress (negative Gefühle, wenn man jmd. leiden sieht) minimieren- soziale Achtung, gesteigertes Selbstwertgefühl als Belohnung Rolle der Kosten: umso weniger Hilfeverhalten, je höher die Kosten (physische Gefahr, Schmerzen, Peinlichkeit, Zeit…) kein wahrer Altruismus: Nutzen muss Kosten übersteigen
- Empathie Empathie ist die Fähigkeit, sich selbst an die Stelle einer anderen Person zu versetzen und Ereignisse und Emotionen (wie etwa Freude und Trauer) aus deren Perspektive zu erleben.
- Empathie-Altruismus-Hypothese Empathie-Altruismus-Hypothese meint die Vorstellung, dass man einem Menschen aus rein altruistischen Gründen hilft, gleichgültig, was man dabei selbst zu gewinnen hat, wenn man Empathie für ihn empfindet.
- altruistische Persönlichkeit Eine altruistische Persönlichkeit kennzeichnet die Eigenschaft, die einen Menschen in vielfältigen Situationen zur Hilfe für andere veranlasst. → keine Persönlichkeitseigenschaft in engerem Sinne
- Advertisement
- Auswirkungen positiver Stimmung „Fühl-dich-gut-und-du-tust-Gutes“-Effekt ("Feel good, do good") Menschen helfen mit größerer Wahrscheinlichkeit, wenn sie in guter Stimmung sind vermutlich drei Gründe: 1. positivere Sichtweise (auf Leben, Menschen) 2. Methode, um gute Stimmungslage zu verlängern 3. Selbstaufmerksamkeit wird erhöht (damit Wahrscheinlichkeit, den eigenen Werten und Überzeugungen entsprechend zu handeln)
- Auswirkung negativer Stimmung ("Fühl dich schlecht und tu Gutes"; "Feel bad, do good") Schuldgefühle (eine Art schlechter Stimmung) führt zu verstärkter Hilfsbereitschaft mit guten Taten böse Taten ausgleichen (z.B. mehr Spenden vor als nach Beichte; Harris et al., 1975) schlechte Stimmung erhöht die Hilfsbereitschaft, wenn Hilfsbereitschaft eine Belohnung bringt, die Stimmung verbessert
- „Negative-State-Relief“-Hypothese Die „Negative-State-Relief“-Hypothese meint die Vorstellung, dass Menschen helfen, um ihre eigene Traurigkeit und ihr eigenes Leid zu lindern.
- „Urban-Overload“-Hypothese Die „Urban-Overload“-Hypothese ist die Theorie, dass Großstädter ständig mit Reizen überflutet werden und sich daher in sich selbst zurückziehen, um nicht von ihnen überwältigt zu werden. → gestützt durch Experimente, dass die Bevölkerungsdichte mehr Auswirkung hat als die -Zahl
- „Bystander (Zuschauer)“-Effekt Als „Bystander (Zuschauer)“-Effekt wird das Phänomen bezeichnet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dem Opfer bei einem Notfall geholfen wird, umso geringer ist, je größer die Anzahl der Zuschauer ist.
- Pluralistische Ignoranz Pluralistische Ignoranz meint die Annahme von Zuschauern, dass alles in Ordnung sei, weil niemand sonst besorgt wirkt. informationaler sozialer Einfluss: ausdrucksloser Gesichtsausdruck der Anderen in Notsituation insb. in uneindeutigen Situationen (z.B. Notfälle) Latané & Darley (1970): "Rauch" während Fragebogenuntersuchung; je mehr Teilnehmer/innen, desto späteres Eingreifen
- Verantwortungsdiffusion Verantwortungsdiffusion ist das Phänomen, dass in Notfällen das Gefühl, für die Hilfe verantwortlich zu sein, bei jedem Zuschauer umso stärker abnimmt, je mehr die Zahl der Zuschauer zunimmt.