Behaviorismus
Lernen aufgrund von Reiz-Reaktionsverknüpfungen, Nur overtes Handeln kann Gegenstand von wissenachaftlicher Psychologie sein, S-R-K Schema, Black Box: keine Aussagen über innerkörperliche und innerpsychische Prozesse
Extinktion/ Löschung
Löschung einer CR, wenn dem CS kein US mehr folgt. Kein reines Löschen/Verlernen, sondern Erlernen einer neuen Assoziation, die mit der ursprünglichen konkurriert.
Spontanerholung
Wird nach einer Reihe von Extinktionsdurchgängen eine Pause eingelegt, so tritt danach bei der ersten Darbietung des CS die CR mit einem Teil der urspr. Intensität wieder auf (Organismus prüft, ob der Vorhersagewert des CS wieder vorhanden ist, der während der Löschungsphase unterdrückt wurde).
Kontiguität
Ereignisse werden assoziiert, wenn sie in raum-zeitlicher Nähe stattfinden. Pro: oft ist Konditionierung bei kurzem CS-Intervall optimal Contra: mitunter erfolgt Konditionierung auch bei sehr langen CS-US-Intervallen --> nicht sinnvoll, Assoziationen zw. allen simultan auftretenden Reizen, die man wahrnimmt, zu erlernen!
Latentes Lernen
= Wahrnehmungslernen, Perzeptives Lernen Mere-Exposure-Effekt: Das Gelernte zeigt sich erst dann, wenn der Mensch genötigt ist, zu handeln. Vorher: Lernen ohne damit einhergehende Verhaltensänderung
Reizgeneralisierung
Ein dem CS ähnlicher Reiz löst die CR aus (Übertragung auf andere Objekte, z.B. Summton statt Glockenton als CS). Stärke der CR hängt hierbei von der Ähnlichkeit der Reize ab.
Reizgeneralisierung
Ein dem CS ähnlicher Reiz löst die CR aus (Übertragung auf andere Objekte, z.B. Summton statt Glockenton als CS). Stärke der CR hängt hierbei von der Ähnlichkeit der Reize ab.
Reizdiskrimination
Die gelernte Fähigkeit, den konditionierten Reiz von anderen Reizen zu unterscheiden, die keinen unkonditionierten Reiz ankündigen.
Synaptische Plastizität
Eigenschaft der Synapsen, sich aufgrund von Erfahrung zu verändern. Führt zu Abschwächung oder Stärkung der Verbindungen zw. Neuronen.
Episodisches Gedächtnis
Besitzt autobiographische Inhalte, enthält Informationen zu Ort und Zeit der Erinnerung. Das episodische Gedächtnis lässt nach, wenn man sich immer wieder ähnlichen Situationen aussetzt.
Semantisches Gedächtnis
Erinnerungen für Fakten und Allgemeinwissen. Wird durch Wiederholungen gestärkt, basiert auf gelernten Informationen.
Retrograde Amnesie
=rückwirkende Amnesie, Gedächtnisverlust bezieht sich auf Ereignisse vor dem Zeitpunkt der Hirnschädigung.
Transiente globale Amnesie
Vorübergehende Störung des gesamten Gedächtnisses (kann plötzlich auftreten, über mehrere Stunden bestehen bleiben und sich dann wieder auflösen).
Anterograde Amnesie
Massiv reduzierte Merkfähigkeit für neue Bewusstseinsinhalte. Dadurch kommt es zu einem Erinnerungsverlust für Ereignisse, die nach dem Beginn der ursächlichen Erkrankung bzw. des ursächlichen Traumas auftreten. Bsp.: Alzheimer
Dissoziative Amnesie
Temporäre Amnesie, die durch ein psychisches Trauma ausgelöst werden kann.
Infantile Amesie
Fehlen episodischer Erinnerungen der ersten Lebensjahre, wahrscheinlich zurückzuführen auf Unreife der Hirnstrukturen sowie Fehlen eines Ich-Bewusstseins und von Sprachkenntnissen.
Habituation
Abnahme der Intensität oder Häufigkeit eines Verhaltens nach wiederholter Darbietung eines Reizes, der dieses Verhalten auslöst. --> Erlernen des Nichtbeachtens Habituation ist reizspezifisch und unterliegt genetischbedingten Einschränkungen (constraints).
Priming
Vorangehende Darbietung eines Reizes fördert die Fähigkeit, diesen Reiz später wiederzuerkennen.
Dishabituation
Auslösung einer zuvor durch Habituation verminderten oder vollständig ausbleibenden Verhaltensreaktion, nachdem zusammen mit oder statt des habituierten Reizes ein anderer Reiz gesetzt wird, der normalerweise allein ebenfalls zur entsprechenden Reaktion führt. (Bsp.: Coolidge-Effekt)
Reifung
Genetisch angelegte Veränderungen des Nervensystems
Prägung
Etablierung von instinktivem Verhalten in kritischen Entwicklungsphasen (Konrad Lorenz' Graugänse)
Lernen
Prozesse, die dem erfahrungsabhängigen Erwerb von Wissen sowie der Veränderung von Verhaltensdispositionen zugrunde liegen
Gedächtnis
=Ergebnisse des Lernens
Sensibilisierung
Gegenteil von Habituation; bezeichnet einen Prozess, bei dem der Organismus lernt, eine Reaktion auf einen Reiz zu intensivieren, wenn diesem ein bedrohlicher oder schmerzhafter Reiz folgt.
Perzeptives Lernen
Erworbene Fähigkeit, feine Unterschiede zw. sehr ähnlichen Reizen zu erkennen. --> Mere-Exposure-Lernen (latentes Lernen)
Zwei-Prozess-Theorie
Prozesse: Habituation und Sensibilisierung Beide Prozesse finden parallel, aber in voneinander unabhängigen Schaltkreisen statt. Resultierende Reaktion ist ein Produkt beider Prozesse
Kontingenz
Zwei Eregnisse werden assoziiert, wenn das eine das andere Ereignis vorhersagt
Blocking-effect
Wird versucht, einen konditionierten Reiz A und einen weiteren Reiz B als bedingten Reiz zu konditionieren, kann danach Reiz B allein die bedingte Reaktion nicht auslösen. Die in Lernphase 1 erworbene Assoziation zwischen Reiz A und unbedingter Reaktion „blockiert“ in Lernphase 2 das Ausbilden einer Assoziation zwischen Reiz B und dem unbedingten Reiz. Dass nach Phase 2 die bedingte Reaktion von der Reizkombination A + B ausgelöst wird, liegt offenbar an Reiz A alleine. Der blocking effect widerlegt die Annahme, dass Kontiguität das entscheidende Kriterium zur Ausbildung einer Assoziation zwischen zwei Reizen ist, denn die Kontiguität zwischen Reiz B und dem unbedingten Reiz war in Lernphase 2 perfekt gegeben. Diese Entdeckung führte zur Entwicklung des Rescorla-Wagner-Modells, welches besagt, dass der Neuigkeitswert und die Wahrnehmbarkeit des bedingten Reizes darüber entscheiden, wie stark er das Verhalten beeinflusst.
Rescorla-Wagner-Modell
Besagt, dass der Neuigkeitswert und die Wahrnehmbarkeit eines bedingten Reizes darüber entscheiden, wie stark dieser das Verhalten beeinflusst. -->Je unerwarteter das eingetretene Ereignis, desto besser wird gelernt δV = α*(λ-V)
Response-Prevention-Paradigma
Während der Konditionierungsphase wird trotz Paarung von US und CS die Reaktion, zB. durch lähmende Substanzen, blockiert. In der Testphase wird dann trotzdem die CR gezeigt --> spricht für SS-Lernen
Sensorische Präkonditionierung
Zwei neutrale Stimuli werden gleichzeitig dargeboten (Licht, Ton). Danach wird einer der beiden Stimuli (Licht) mit einem unbedingten Stimulus (Schock) gepaart und löst dadurch eine konditionierte Reaktion (Angst) aus. Wird nun der andere Anfangsreiz dargeboten (Ton), löst dieser eine Antizipation des ersten CS (Licht) und somit aufgrund der vorherigen Konditionierung eine Antizipation des US (Schock) aus. --> spricht für SS-Lernen, da CS2 nie mit US gepaart wurde
Aversionstherapie (Gegenkonditionierung)
Positiver Stimulus, der unerwünschtes Verhalten auslöst, wird mit negativem Stimulus gepaart, um die positive Valenz des Reizes zu verringern (Rauchen).
Konditionierte kompensatorische Reaktion
Hunden wurde zu versch. Gelegenheiten Adrenalin injiziert. Die Herzfrequenz erhöhte sich nach jeder Injektion weniger (Toleranz), bei Gabe eines Placebo nahm sie ab! Grund: Hinweise, die eine Adrenalininjektion ankündigten, lösten eine konditionierte kompensatorische Reaktion aus. Daher:Toleranzeffekte unter Einfluss von Dogen, aber auch im umgekehrten Fall Entzugserscheinungen, wenn keine Drogen genommen werden! --> cravings
Homöostase
Gleichgewicht physiologischer Körperfunktionen Eine Abweichung vom Gleichgewicht führt zu einer kompensatorischen Reaktion, wodurch die Störung neutralisiert wird.
Geschmacks-Aversions-Lernen
(Vgl. Ratten mit Injektion, die Übelkeit verursacht) -ist evolutionär betrachtet adaptiv -vergiftete Nahrung führt erst nach längerer Zeit zu Übelkeit -Lebewesen, die auch nach längerer Zeit die Übelkeit mit der Nahrung assoziieren, haben höhere Überlebenschancen
Preparedness
Beliebige CS können mit beliebigen US assoziiert werden. Aber: Wie leicht ein CS mit einem US assoziiert wird, hängt von angeborenen Lernbereitschaften ab, die durch nat. Selektion entstanden sind. Bsp.: Spinnen sind häufiger Auslöser von Phobien als Autos
Premack-Prinzip
Eine bevorzugte Aktivität führt, wenn sie kontingent nach einer weniger geschätzten Aktivität ausgeführt werden darf, zu einer größeren Häufigkeit der weniger geschätzten Verhaltensweise, die sie verstärkt.
Dorsales Striatum
Zuständig für das S-R-Lernen (Hebeldruck -> Futter) Bei Läsionen des dorsalen Striatums kommt es zu Problemen beim operanten K.!
Ventrales Striatum
Belohnungsvorhersagefehler
Anhedonie-Hypothese
Mesolimbisches Dopaminsystem vermittelt positive Gefühle, die mit Belohnung einhergehen --> Aber: auch nach Läsion des DA-Systems zeigten Ratten Anzeichen des "Mögens", wenn sie eine Belohnung bekamen
Anreizhervorhebungs-Hypothese
Rolle des Dopaminsystems hat weniger damit zu tun, wie sehr man einen Reiz "mag", sondern eher, wie sehr man ihn "will" -> DA vermittelt Motivation
Belohnungserwartungs-Hypothese
Dopamin-Neuron feuert bei Erwartung der Belohung mehr als bei Belohnung
Echte Imitation (true imitation)
Ausführen neuer Handlungen, die zum beobachteten Ergebnis der Handlung des Modells führen --> im Gegensatz zu Nacheifern (emulation)
Zwei-Handlungen-Test
2 Tiere wurden zunächst darauf trainiert, versch. Verhaltensweisen auszuführen, die zum selben Ergebnis führen. Untrainierte Tiere imitieren diejenige Handlung, die sie beobachtet hatten --> Hinweis für Nachahmung!
Die Prozesse des sozialen Lernens
1. Aufmerksamkeitsprozesse 2. Gedächtnisprozesse 3. Motorische Reproduktionsprozesse 4. Motivierungsprozesse
Die zwei Phasen des Imitationslernens
1. Akquisition/ Aneignungsphase (Beobachtung und Speicherung der spezifischen Reaktionen des Modells) -->Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse2. Performanz/ Ausführungsphase (Verhalten wird gezeigt, wenn das Modell belohnt wurde/ das Verhalten positiv bewertet wird/ der Beobachter Erfolg erwartet) --> motorische Reproduktions- und Motivierungsprozesse
Ansteckung
Angeborene Neigung, emotional auf visuelle oder akustische Reize zu reagieren, die eine emotionale Reaktion anderer Mitglieder der eigenen Spezies signalisieren --> Unkonditioniert, Beispiel: Gähnen
Beobachtungskonditionierung
Lenkung der Aufmerksamkeit eines Organismus auf bestimmte Objekte, Ereignisse oder Orte in der Umgebung als Ergebnis der Verhaltensweise eines anderen Organismus (Reizverstärkung)
Lernen durch Einsicht
1. Auftauchen des Problems 2. Probierverhalten 3. Umstrukturierung 4. Einsicht und Lösung 5. Anwendung 6. Übertragung