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Risikomanagement (Subject) / Risikomanagement (Lesson)
Risikomanagement
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- Definition: Risiko Risiko resultiert ursachenbezogen aus der Unsicherheit zukünftiger Ereignisse und Handlungsfolgen auf der Basis unvollständiger Informationen und schlägt sich wirkungsbezogen in einer negativen Abweichung von einer festgelegten Zielgröße nieder.
- Definition: Risikomaß Value at Risk (VaR) Die negative Wertänderung einer Vermögensposition, die in Abhängigkeit von einer unterstellten Verteilungsannahme mit einer bestimmten vorgegebenen Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten vorgegebenen Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten Periode maximal eintreten kann. Das VaR stellt daher einen in Geldeinheiten ausgedrückten Schwellenwert dar, den die tatsächlichen Verluste mit der vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschreiten.
- Analytische Modelle Unterstellt die theoretisch fundierte Verteilungsannahme (i.d.R. Die Normalverteilung) für die Risikofaktoren und schließt daraus auf die Wertentwicklung der hiervon beeinflussten Faktoren bzw. Vermögenspositionen.
- Simulationen-Modelle Ableitung der möglichen Entwicklungen der Vermögenspositionen unter Zuhilfenahme bekannter Vergangenheitsdaten oder anderer repräsentativer simulierter Szenarien über die Risikofaktoren. Vorteile = einfache Struktur, einfach Umsetzbarkeit, nicht lineare Zusammenhänge werden berücksichtigt, Korrelation zwischen unterschiedlichen Risikofaktoren werden berücksichtigt Nachteile = es wird auf Grundlage der Vergangenheit auf die Zukunft geschlossen, berücksichtigt nur die vergangenen Veränderungen der Risikofaktoren, Bezugszeitraum ist nicht genau festgelegt und kann zu Fehler- und manipulationsfähigen Umständen führen.
- Die Normalverteilung Standardabweichung 3 Standardabweichung = µ -/+ 3 abgedeckte Fläche ∝ = 99,74% nicht abgedeckte Fläche (1-∝) = 0,26% Unterschreitungswahrscheinlichkeit (1-∝):2 = 0,13% Konfidenzniveau 1-[ (1-∝) :2] = 99,87%
- Die Normalverteilung Standardabweichung 2,33 Standardabweichung = µ -/+ 2,33σ abgedeckte Fläche ∝ = 98,00% nicht abgedeckte Fläche (1-∝) = 2,00% Unterschreitungswahrscheinlichkeit (1-∝):2 = 1,00% Konfidenzniveau 1- [ (1-∝):2] = 99,00%
- Die Normalverteilung Standardabweichung 2 Standardabweichung = µ -/+ 2 abgedeckte Fläche ∝ = 95,44% nicht abgedeckte Fläche (1-∝) = 4,56% Unterschreitungswahrscheinlichkeit (1-∝) :2 = 2,28% Konfidenzniveau 1- [ (1-∝) : 2] = 97,72%
- Die Normalverteilung Standardabweichung 1,65 Standardabweichung = µ -/+ 1,65 abgedeckte Fläche ∝ = 90,00% nicht abgedeckte Fläche (1-∝) = 10,00% Unterschreitungswahrscheinlichkeit (1-∝) : 2 = 5,00% Konfidenzniveau 1 - [(1-∝):2] = 95,00%
- Die Normalverteilung Standardabweichung 1 Standardabweichung = µ -/+ 1 abgedeckte Fläche ∝ = 68,26% nicht abgedeckte Fläche (1-∝) = 31,74% Unterschreitungswahrscheinlichkeit (1-∝):2 = 15,87% Konfidenzniveau 1-[(1-∝):2] = 84,13%
- Wie ermittel sich die Standardabweichung? Formel: √ 1:n x ∑ (xi- E)2 ∑ = Summe aus den Zufallsvariablen zu dem Erwartungswert Beispielrechnung: 110 - 100 = 102 = 100 Die Ergebnisse summiert macht insgesamt 1.900 80 - 100 = - 202 = 400 1.900 x (1:5) = 380 90 - 100 = - 102 = 100 √ 380 = 19,49 70 - 100 = - 302 = 900 Standardabweichung = 19,49 120 - 100 = 202 = 400
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- Die Monte-Carlo Simulation - unterstellt eine funktionale Abhängigkeit zwischen Vermögenspositionen und Risikofaktoren - für die denkbaren Ausprägungen legt sie aber per Zufallsgenerator erzeugte Verteilungen zugrunde Vorteile = Verzichbarkeit normal verteilter Zusammenhänge und historischer Datenbestände Nachteile = Annahmen des Zufallsexperiments ist nicht weniger problematisch nachzuweisen als die Historie, hohe Rechen- und vorallem Überzeugungsaufwand
- Risikopolitik Zur Beurteilung der Tragfähigkeit von Risiken bzw. Risikopotenzialen ist es zwingend erforderlich eine Gegenüberstellung der Risiken zu den bestehenden Risikoträgern vorzunehmen. Das Verhältnis von Risiken zur vorhandenen Risikodeckung bestimmt die gesamtinstitutsbezogene Risikoposition eines KI. Risikopolitik ist daher umfassend auf die Risikoposition des Gesamt-KI ausgerichtet. Risikopolitik / Risk Management umfasst sämtliche Maßnahmen zur planmßigen und zielgerichteten Analyse, Beeinflussung (Steuerung) und Kontrolle der Risikopositionen.
- Arten der Risikoneigung Risikoneutralität = Entscheidung aufgrund der Renditeerwartung ohne Berücksichtigung des Risikos (auch Risikoignoranz) Auf einer Skala mit der Renditeerwartung auf der y-Achse und Risiko auf der x-Achse ist die Risikoneutralität eine Linie, die parallel zur x-Achse verläuft. Risikofreudiges Verhalten = eine unsichere Alternative wird aufgrund der mit ihr verbundenen Chance einer sicheren Alternative mit gleicher Renditeerwartung vorgezogen. Auf der Skala verläuft die Linie zunächst parallel zu X-Achse fällt dann nach unten ab. Risikoscheues Verhalten = Die sichere Alternative wird der in puncto Renditeerwartung gleichen, aber unsicheren Alternative vorgezogen. Auf de Skala läuft die Linie zunächst parallel zur x-Achse und steigt dann nach oben. Man nennt dies auch Risikoaversion = noch mehr Risiko nur bei entsprechende Rendite.
- Maßnahmen gegen das Risiko Risikovermeidung = bestimmte risikobehaftete Geschäfte werden nicht durchgeführt. Risikoverminderung = ursachenorientierte Verringerung der Eintrittwahrscheinlichkeiten und / oder wirkungsbezogene Begrenzung des Schadensausmaßes (zB: Stellung von Sicherheiten) Risikoüberwälzung = Übertragung des Risikos auf Dritte (zB: durch Devisentermingeschäfte) Risikodiversifikation = bewusste Ausnutzung der Risikosteuung, d.h. Risiken in einem Teilbereich sollen durch Chancen in anderen Bereichen ausgeglichen werden (zB: korrelationen von Aktienkursverläufen). Risikoübernahme = bewusstes Eingehen bestimmter Risikopotenziale vor dem Hintergrund einer entsprechenden Risikotragfähigkeit. Diese kann zum einen aus der Risikovorsorge früherer Perioden (zB: Bildung von EWB/PWB) oder aus der laufenden Geschäftstätigkeit (zB. Kalkulation von Risikoprämien) resultieren.
- Strategische Risiken Es gibt Eigentümer- und Managementrisiken Organisatorische Risiken , Systemrisiken , Geschäftsfeldrisiko , Betriebsgrößenrisiko , Bereitstellungsrisiken , Technologie Risiken Diese Risiken wirken Existenzbedrohend !!!!!
- Operative Risiken Werden unterteilt in den Finanzbereich und den Betriebsbereich. Ausfallrisiken (Kredite, Großkredite, Länderrisiko), Preisrisiken (ZÄR, Wechselkurs), Operationelle Risiken (Personell, technisch), Betriebskostenrisken (Kostenabbaurisiko,Kostenerhöhungsrisiko) Wirken auf die Ergebnisse im laufenden Geschäftsjahr.
- Zusammenfassung strategisches und operatives Risiko Eine eindeutige Trennung ist nicht möglich, da die Grenzen fließend sind und alle strategischen Risiken sich letztlich im Jahresergebnis und somit auf operativer Ebene niederschlagen.
- Risikoverminderung und Diversifikation AR = Aufallrisiko / GKR = Großkreditrisiko / ZÄR / WKR = Wechselkursrisiko / hEK = haftendes EK AR+GKR+ZÄR+WKR größer / gleich hEK Durch die additive Verknüpfung kann ein höherer Anrechnungsbetrag beim Risiko A durch ein niedrigeres Risiko bei Risiko B ausgeglichen werden ohne das das Gesamtrisko die gesetzte Begrenzung überschreitet. Basel III anrechenbare Eigenmittel : Ausfallrisiko-gerichtete Aktiva (12,5 x Anrechnungsbeträge für Markt-und operationelle Risiken)
- Der Korrelationskoeffizient - 1 = vollständig gegenläufige Risikoentwicklung 0 = neutral + 1 = Risikoentwicklung im völligen Gleichlauf
- Anteile der Risikoarten am gesamten ökonimischen Kapitalbedarf und die Risikotragfähigkeitsbetrachtung Ökonomischer Kapitalbedarf für einzelne Risikoarten Risikotragfähigkeit Kleiner / gleich Risikodeckungspotenzial Kreditrisko (20-90%),Marktrisiko (5-35%), Diversifikationseffekte * EK, Risikoprämien, Gewinne, operationelle Risiken (5-25%), Ökonomischer Kapitalbedarf Rückstellungen, stille Reserven Geschäftsrisiko (0-25%) und sonstige Risiken auf Gesamtbankebene * Diversifikationseffekte sind nur in den einzelnen Risikoarten möglich Ökonomisches Kapital = Das muss ich haben um meine Risiken zu decken!!!!
- Einteilung der Risikoträger Primäres Risikodeckungspotenzial = Puffer für die operativen Risiken Vereinnahmte Risikoprämien, Risikodispositiver Überschuss, freiwillige stille Reserven (§340f HGB) Sekundäres Risikodeckungspotenzial = "Zwischenpuffer", wenn die Risiken nicht mehr aus den laufenden Geschäften getragen werden können. Struktureller Mindestgewinn, nach SolvV gebundene freiwillige Stille Reserven, stille Zwangsreserven Tertiäres Risikodeckungspotenzial = Das wichtigste RDP. Es bildet die Substanz für die strategischen Risiken. Verbundhilfe (BVR), EK (Fonds für allg.Bankrisiken, offene Rücklagen, Einlagenkapital, Hafteinlagen Stiller Gesellschafter), EK-Surrogate (freies Vermögen Persönlich haftender Gesellschafter, Haftsummenzuschläge, nachrangige Verbindlichkeiten, Genussrechtskapital.
- Der Risikodispositiver Überschuss Überschuss inklusive Risikoprämien - Risikoprämien - Struktureller Mindestgewinn * ____________________________________ = Risikodispositiver Mindestgewinn * Mindestgewinn = Mindestverzinsung aus der wertorientierten Steuerung Wenn der Mindestgewinn nicht erreicht wird, dann wird der Risikodispositive Überschuss negativ, bzw. es gibt keinen Risikodispositiven Überschuss. Das ist sehr schlecht für die Bank.
- Risikomatrix Ein Limitsystem sollte nicht auf traditionelle Volumenslimite abzielen (2 Kreditvorfälle i.H.v. 2Mio können dennoch unterschiedliche Risiken tragen). Es sollten Risikolimite verwendet werden, die das Risiko bereits gewichtet in Geldeinheiten ausdrückt. Value at Risk Ansätze bieten solche Möglichkeiten !! Sind die Risikolimite in Teilbereichen leicht überschritten (zB: Auslandsfilialen und Treasury) so kann in anderen Bereichen das Limit noch weit unterschritten sein. (Temporäre Akzeptanz für solche Geschäftsvorfälle) Die Risiken auf Gesamtbankebene bleiben dann noch im Rahmen.
- Diversifikationseffekte Je besser diese umgesetzt werden, umso niedriger ist das Gesamtrisiko und damit auch das hierfür vorzuhaltende haftende EK. Umgekehrt können die vorhandenen Eigenmittel umso mehr renditeträchtige Einzelrisiken übernehmen.
- Liquiditätsrisiko objektbezogen = Gefahr der eingeschränkte Liquidierbarkeit von Assets. subjektbezogen = Gefahr, das eine Person oder eine Institution fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Kassenbestand + Einzahlung müssen größer / gleich Auszahlungen sein.
- Arten von Liquiditätsrisiken Refinanzierungsrisiko = AnschlussRefiRisiken aus positiver Fristentransformation (= Geld ist länger ausgeliehen als es refinanziert wurde) Terminrisiko = zB. Rückzahlungsverzögerungen im Kreditgeschäft (es fließt kein Zins und keine Tilgung, auch nicht am Ende der LZ) Abrufrisiken = unerwarteter Abzug von Einlagen, unerwartete Inanspruchnahme von Kreditzusagen
- Kennziffern zum Liquiditätsrisiko Aus dem Soll-Ist-Vergleich wird der Handlungsbedarf abgeleitet. Liqui 1 = Zahlungsmittel : kurzfristige Verbindlichkeiten Liqui 2 = (Zahlungsmittel + kurzfr.Forderungen) : kurzfristige Verbindlichkeiten Liqui 3 = Umlaufvermögen : kurfristige Verbindlichkeiten Sie sollen über das Verhältnis der Risiken zu den Risikoträgern Auskunft geben.
- Die goldene Bankregel = möglichst weitgehende Kongruenz von Aktiv-und Passivpositionen. Altmodisch ! Abstellen auf vereinbarte Fälligkeiten, Ausblendung nicht bilanzwirksamer Geschäfte und Verzicht auf die Chancen der Fristentransformation
- Die goldene Bilanzregel Verlangt wird die Entsprechung von fristengemäß unterschiedenen Blöcken auf Aktiva und Passiva, wonach insbesondere langfristige gebundene Mittel (Anlagevermögen) auf Basis langfristiger Vereinbarungen (EK+langfristiges FK) beschafft werden sollen.
- Bodensatzüberlegungen auch juristisch kurzfristige Passiva (zB: Spareinlagen) stehen ökonomisch langfristig zur Verfügung. Folgerichtig muss nur der Nicht Bodensatz in liquiden Mitteln vorgehalten werden, während der Bodensatz in (nicht zu langfristige) Investitionen fließen kann. Auch für jederzeit abzugsgefährdete Nichtbodensätze kommt nicht nur die Vorhaltung in der Kasse, sondern in allen Anlageformen in Frage, die sich durch transaktionskosten-bzw. verlutlose Liquidierbarkeit ausweisen.
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- Liquiditätskoeffizienten Von einer ausreichenden Liquidität wird regelmäßig ausgegangen, wenn die in den nächsten 30 Tagen zur Verfügung stehenden Liquidität (Zahlungsmittel) die während dieses Zeitraumes erwarteten Liquiditätsabflüsse (Zahlungsverpflichtungen) mindestens decken, d.h. Wenn die zu ermittelnde Liquiditätskennzahl den Wert 1 nicht unterschreitet (Laufzeitband 1). Auch die 3 weiteren Laufzeitbänder = Beobachtungskennzahlen müssen ermittelt werden. aufsichtsrechtlich verbindlich ist ausschließlich der Minimumwert von 1 im LZB 1.
- Einlagenkonzentration ∑ Ei x gi Summe aus dem Anteil der Einlagen in Größenklassen mal der Gewichtung in den Größenklassen Je höher der Anteil der Einlagen in den oberen Größenklassen ist, desto näher liegt der sich ergebende Wert an 1 und umso höher ist die Einlagenkonzentration und damit auch das Risiko von (Groß-) Einlagenabzügen. Beispielrechnung: Einlagevolumen / in % = 600 Mio / 25% 480 Mio / 20% Gewicht = 0,4 (Größenklassen 2) 1,0 (Größenklasse 4) Produkt (Gewicht x Anteil) = 0,4 x 25 % = 0,1 1,0 x 20% = 0,2 Größenklassen = 1: bis 1 Mio, 2: 1-10 Mio, 3: 10-15 Mio, 4: über 50 Mio
- Liquidity Value at Risk größtmögliche Liquiditätslücke, die in Abhängigkeit von der unterstellten Verteilung in einer bestimmten Periode mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. = der maximal erwartete Verlust
- Liquiditätsreserven als Risikoträger Primärliquidität = Bankaktiva, die bereits unmittelbar zu Zahlungszwecken zur Verfügung stehen (zB: Kasse, LZB Guthaben). Sekundärliquidität = Bankaktiva, die sich jederzeit auf Initiative der Bank und in der Regel ohne Verlust liquidieren lassen. Tertiärliquidität = eher mit Liquiditätsverlusten
- Aufgabe: Wie hoch muss die LiquiR sein? LiquiR= 100 Mio, zu 3% Tagesgeldzins Einlagenbestände betragen im Durchschnitt 800 Mio, Volatilität gemessen an der Standardabweichung i.H.v. 40 Mio Der Vorstand will ein Sicherheitsniveau von 95%. Alternative Kapitalanlagen können zu 5% angelegt werden. 95% = das 1,65 fache an Standardabweichung 1,65 x 40 Mio = 66. -66 ------------- σ ---------------- + 66 90 % Liquiditäts-Value at Risk = 66 Mio Bleiben also 5 % Restunsicherheit (10% : 2) Bei den Vorgaben des Vorstandes würde eine LiquiR von 66 Mio ausreichen (95%), die Restunsicherheit von 5% müsste im schlimmsten Falle über GKM finanziert werden. 100 Mio LiquiR - 66 Mio = 34 Mio freie Liqui, die alternativ zu 5% angelegt werden kann. Ergibt einen Zusatzertrag von (5%-3%=2%) 34 Mio x 2% = 680.000
- Das Ausfallrisiko Einzelgeschäftsbezogen = Kreditrisiko inkl. Emittentenrisiko, Ausfallrisiko bei Derivaten, Sonstige (negative Folgen aus der Nichterfüllung von sonstigen Verträgen, wie zB. Mietvertrag) Gesamtgeschäftsbezogen = Großkreditrisiko, Branchenrisiko, Regionale Risiken = Konzentrationsrisiko = entsteht durch unzureichende Diversifikation
- Länderrisiko (als spezielles Ausfallrisiko) fehlende Fähigkeit oder Bereitschaft eines Landes, Devisen zur Zahlung von Zins- und Tilgungsleistungen bereitzustellen. Die Bonität des Kreditnehmers ist genauso zu überprüfen, wie bei allen anderen Kreditnehmern auch. Unterschied ist, dass die Bonität des Kreditnehmers und dessen Zahlungssmöglichkeiten entscheiden auch von der politischen und wirtschaftlichen Situation des Landes abhängen, in dem er sich befindet. Dementsprechend muss auch die Bonität des Landes überprüft werden. Denn selbst wenn ein Schuldner in einem Land in der jeweiligen Landeswährung zahlungsfähig und zahlungswillig ist, kann es durchaus sein, dass das Land aufgrund wirtschaftlicher Schwäche und daraus resultierenden Devisenmangel sämtliche Devisenzahlungen an das Ausland einschränkt oder gar einstellt (Transferrisiko). Dies gilt insbesondere für Länder mit Devisenbewirtschaftung, etwa in Form einer Devisenzwangswirtschaft. Darüber hinaus können politische Entwicklungen, wie Revolutionen, Kriege, Verbote bzw. Beschlagnahmen von Einfuhren, dazu führen, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann (politisches Risiko).
- Methoden zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit verbal-qualitativ (hoher Subjektivitätsgrad) = Kreditbericht, Kreditprotokoll auf Basis traditioneller Bilanzanalyse quantitativ (sowohl subjektiv als auch objektive Einflüsse) = UN-Rating, in der Regel als Scoring Modell mathematisch-statistisch (höher Objektivitätsgrad, dadurch immer die gleiche Kreditentscheiung) = Diskriminanzanalyse auf Basis von Jahresabschlussdaten
- Einflussfaktoren des Ausfallrisikos (Inanspruchnahme) (Insolvenzquote) (Rating / Klassifikation) (Limit / Kreditart ). (Art der Sicherheit und Wert) Erwarteter Verlust = Ausfallwahrscheinlichkeit % X Erwartete Inanspruchnahme X Erwartete Verlustquote % Expected Loss = Probability of Default X Exposure at Default X Loss given Default
- Zinsdeckungsgrad / Investitionsdeckung / Dynamischer Verschuldungsgrad = FORMELN Zinsdeckungsgrad = (Jahresüberschuss+Zinsaufwand+einkommensabhängige Steuern) : Zinsaufwand Investitionsdeckung = Cashflow : Nettoinvestitionen in Anlagevermögen Dynamischer Verschuldungsgrad = Netto-Finanzschulden : Cashflow
- Scoring Modelle Punktbewertungsverfahren, mit deren Hilfen komplexe Entscheidungen in einzelne überschaubare Teilentscheidungen zerlegt und anschließend wieder zu einem Gesamtergebnis aggregiert werden. Für die einzelnen Teilentscheidungen werden Kriterien definiert, denen dann je nach Ausprägung Punkte zugeordnet werden. Über unterschiedliche Gewichtungen werden diese Punkte schließlich zu einem Wert aufsummiert. Die komplexe Entscheidung wird letztlich auf einen einzigen Punktwertung reduziert.
- Rating Scale Standard and Poors AAA BB+ AA+ BB AA Investment Grade BB- Speculative Grade BBB+ Hier wird mit einer ausreichenden B+ Deutliche höhere Ungewissheit bezüglich BBB Hohen Wahrscheinlichkeit von einer B Der vertragsgemäßen Verzinsung und Tilgung BBB- Vertragsmäßigen Rückzahlung ausgegangen. B- CCC
- Cashflows Cashflow I Betriebsergebnis + Normalabschreibungen + Zuführungen zu Pensionsrückstellungen Cashflow II Cashflow I - Betriebssteuern +/- Bestandsveränderungen - andere aktivierte Eigenleistungen + finanzwirksame außerordentliche Erträge - finanzwirksame außerordentliche Aufwendungen
- Arten des Länderrisikos Transferrisiko = hoheitliche Zahlungsbeschränkungen bzw. - verbote aufgrund fehlender Devisen. Politisches Risiko = Politische Ereignisse oder Maßnahmen verhindern die Vertragserfüllung (zB: Kriege).
- Bonität / Länderrisko. Das Länderrisiko überlagert insofern die Bonität des ausländischen Kreditnehmers, die deshalb nicht besser sein kann als die Bonität seines Sitzlandes.
- Einflussfaktoren in der Bewertung eines Landes internationale (externe) Faktoren = Weltmarktpreise, Wechselkurs, Welthandel, Zölle, Handelshemmnisse Für die Beurteilung spielt in diesen Zusammenhang insbesondere der Grad der Exportdiversifizierung, also ob ein Land sehr stark vom Export eines einzelnen weltmarktfähigen Produkts oder einer Vielzahl von Sachgütern und Dienstleistungen abhängig ist, eine große Rolle. Nationale (interne) Faktoren = können unterteilt werden in quantitativ (Finanzkraft) und in qualitativ (Management) Analysen. Sie ist vergleichbar mit der Analyse der Ertrags-, Vermögens-, Liquiditätssituation von UN. Ertrags- und Wirtschaftlichkeitssituation eines Landes: - Kapital - und Arbeitsproduktivität = BIP pro Kopf - Außenbeitrag und Netto Auslandsaktiva = Pendant zur EK-Rentabilität - Liquiditätssituation = Verhältnis von Währungsreserven zu Importen
- Zins - Export - Rate Zinsen für Auslandsverbindlichkeiten : Deviseneinnahmen aus Exporten
- Schuldendienstquote / Debt-Service-Ratio Zins- und Tilgung für Auslandsverbindlichkeiten : Deviseneinnahmen aus Exporten
- Verschuldungsgrad eines Landes Verhältnis von Auslandsverbindlichkeiten zu Netto-Auslandsaktiva
- Bewertung von qualitativen Faktoren eines Landes öffentliches Management = Zentralbankleitung, Effizienz der Verwaltung auf verschiedenen förderalen Ebenen sowie das Ausmaß der Rechtsicherheit. privates Management = Qualifikationsniveau auf den verschiedenen Ebenen sowie der Innovationskraft und -freude der UN eines Landes. Politische Stabilität = Betrachtung der Regierungsform, des Wirtschaftssystem, der Einkommens- und Vermögensverteilung sowie der Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Ebenso der Einfluss religiöser Gruppen, Volksstämme und politische Oppositionen.