16
Diff (Subject) / Paradigmen III (Lesson)
Advertisement
- Evolutionspsychologisches Paradigma - Kernannahme heutiges menschliches Erleben und Verhalten lässt sich als Resultat der genetischen Anpassungen von Lebewesen an die jeweils vorherrschenden Umweltbedingungen verstehen
- Evo - Risiken schlechte empirische Testbarkeit der Annahmen und Interpretationen Neurtrale oder nichtadaptive P-Varianten geben evolutionspsychologisch wenig her --> Gefahr der Scheinerklärung
- Evo - Ultimate Erklärungen beruhen auf Überlegungen zum Selektionsdruck und beschreiben, wie sich Individuen unter den angenommenen Umweltbedingungen der evolutionären Vergangenheit hätten verhalten sollen evolutionsbiologische Erklärung --> Nützlichkeit für die ganze Art?
- Evo - Proximate Erklärungen Mechanismen für das tatsächliche Verhalten die unmittelbaren Gründe für Verhalten
- Evo - Begriff des evolvierten psychologischen Mechanismus (EPM) bereichsspezifischer proximater Mechanismus, der ultimat verständlich ist und von dem angenommen wird, dass er genetisch vererbt wird
- Evo - Erklärungsversuche Schlangenangst Versuch für bekannte Mechanismen eine besondere Fitness unter den vermuteten Umweltbedingungen unserer Vorfahren nachzuweisen EPM: leichtes Erlernen von Schlangenangst (Umwelt mit vielen Giftschlangen, Mitglieder einer Gruppe machen negative Erfahrungen --> Bildung von Angst bei Beobachtern) Kein leichtes erlernen: nicht günstig, da ich öfter von Schlangen gebissen werde Fest verdrahtete Schlangenangst: adaptiv wo viele Giftschlangen sind, aber da wo Schlangen essbar sind schlecht Erklärt nur das Vorhandensein aber nicht die Unterschiede
- Evo - Erklärungsversuch Unterstützung durch Verwandte Überlegung zu möglichen EPMs, die adaptive Probleme in der Vergangenheit vermutlich gut lösen können Verwandten der Mutter müssten mehr in Nachwuchs investieren als die Verwandten vom Vater Befunde bestätigen die Hypothese
- Evo - Konditionale Entwicklungsstrategien je nach Umwelt wird ein genetisch bedingter Entwicklungsverlauf eingeschalgen z.B. Fötus checkt vor Geburt, dass die Mutter in einer Umwelt mit Nahrungsdeprivation gibt, also wird der Metabolismus daran angepasst --> Überlebensvorteil nach Geburt Wenn das Kind nach der Geburt in eine Umwelt kommt, wo es Nahrungsüberfluss gibt dann wird er fett z.B. Auch Fürsorge des Vaters und Reproduktionsverhalten der Töchter
- Molekulargenetisches Paradigma - Quantitative Genetik Zwillings, Adoptions und Familienstudien messen Heritabilität --> Anteil der beobachteten varianz, der auf genetische Einflüsse zurückzuführen ist Schätzen den kumulativen Einfluss genetischer Faktoren unabhängig von der Anzahl beteiligter Gene d.h. Genotyp-Phänotyp Zusammenhänge werden nicht auf der Ebene spezifischer Genomischer Varianten untersucht
- Molekular - Molekulare Verhaltensgenetik Assoziation zwischen DNA-Sequenz Variabilität und Phänotyp Frage nach dem relativen Einfluss von einzelnen Genen auf Krankheitsvulnerabilität Interindividuelle Unterschiede in komplexen Verhalten oder Persönlichkeitseigenschaften Anfälligkeit für psychische Erkrankungen, etc.
- Advertisement
- Molekular - genetische Variabilität Human Genome Project --> 10 Jahre Dauer um das gesamte Genom zu erfassen liefert nicht nur Information über die genaue Sequenz sondern auch Information über Unterschiede zwischen den Genomen einzelner Individuen DNA-Sequenz verschiedener Individuen ist zu ca. 99% identisch
- Molekular - Welche Arten von genetischer Variabilität gibt es? Polymorphismus: wenn in einer Population multiple funktionelle Allele vorkommen, die alternativen Aktivitäten darstellen und nicht den Gewinn oder Verlust einer Funktion Häufigkeit von mehr als 1% in der Population Strukturelle Variation, Z.B. DNA-Abschnitt geht verloren, wird eingebaut, Abfolge kehrt sich um oder wiederholt sich SNP: single nucleotid polymorphism
- Molekular - was bringt uns die Info aus dem HGP? Erlaubt die Abschätzung des Einflusses einzelner DNA-Polymorphismen auf die Anfälligkeit für neuropsychiatrische Erkrankungen Bietet die Möglichkeit, die genetische Basis individueller Unterschiede von Persönlichkeitseigenschaften zu untersuchen
- Molekular - Kandidatengen Assoziationsstudie Hypothesengeleitet: direkter Test einer Assoziation zwischen einer potentiell funktional relevanten Variante und einem Merkmal Kandidatengen aussuchen Auf Varainten prüfen (ausreichende Häufigkeit?) Unterschiede in der Häufigkeit des Vorhandenseins des Gens? - Neurotizismus niedrig 25%, hoch 50%
- Molekular - Assoziationsstudie Bewertung Pro nützliche Methode zur Identifizierung oder Verifizierung von Neurotransmittersystemen die mit P-Eigenschaften oder neuropsychiatrischen Erkrankungen etc. assoziiert sind Contra wir wissen viel zu wenig über die zu Grunde liegende Neurobiologie psychiatrischer Erkrankungen/komplexen Verhaltens um die richtigen Kandidatengene auszusuchen
- Molekular - Genome Wide Association Study (GWAS) nicht hypothesengeleitet: indirekter Test einer Assoziation zwischen einer (möglichst) großen Zahl von Varianten und einem Merkmal Alles was über einem gewissen Grenzwert ist --> statistisch robuster Zusammenhang