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Berufliche Rehabilitation (Subject) / Gender (Lesson)
- 34. Die Arzt-Patient Kommunikation ist im Stil, inhaltlich und auch bezüglich der Erwartungen geprägt vom Geschlechtsfaktoren. Können Sie diese kurz beschreiben? Kommunikation zw. Arzt u. Patient = elementarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung Frauen sind in Vergleich zu Männern in Interaktionen: - Expressiver, geben mehr Informationen über sich selbst preis, ermutigen Gegenüber mehr zum Gespräch, lächeln mehr, sind empfänglicher für non-verbale Zeichen - Sind aufmerksamer u. genauer bei der Einschätzung der Gefühle ihres Gegenüber - Werden als egalitärer, kooperativer, fürsorglicher, aber auch hilfsbedürftiger und weniger kompetent wahrgenommen als Männer - Ihr Gesprächsstil wird insgesamt als freundlicher, emotionaler und wärmer empfunden 4 Beziehungsarten: Geschlecht von Ärzten auf deren Kommunikation Ärztinnen: • vermehrt psychosoziale Themen, angenehmere Gesprächsatmosphäre, beziehen Patienten mehr ein in die Entscheidungsprozesse, partnerschaftliches Klima, nehmen sich mehr (etwa 2min) • nonverbal: lächeln mehr, sind körperlich entspannter, freundlichere Stimme • = patientenzentrierter Kommunikationsstil Geschlecht von Patienten auf deren Kommunikation • Patientinnen beteiligen sich aktiver, interessierter und emotionaler am Arzt-Patient-Gespräch • geben mehr Auskunft über sich selbst, stellen mehr Fragen, mehr psychosoziale Themen besprochen => bekommen so auch mehr Info • höherer Zusammenhang zwischen Schmerzbewertung und Mimik Geschlecht der Patienten auf das Kommunikationsverhalten der Ärzte • interaktiver bei Patientinnen, mehr Infoaustausch, partnerschaftlicher; Patientinnen sind zufriedener, wenn emotionale und psychosoziale Themen in der Konsultation besprochen werden Geschlecht von Ärzten auf das Kommunikationsverhalten von Patienten • Patienten (m/w) geben mehr psychosoziale u. medizinische Informationen preis bei Ärztinnen • Patienten mögen ihre Ärztinnen mehr als ihre Ärzte • Ärztinnen werden häufiger unterbrochen und mit einem partnerschaftlicher Kommunikationsstil adressiert (könnte mit dem weniger dominanten Kommunikationsstil von Ärztinnen zusammen hängen) gleichgeschlechtliche Arzt-Patient Dyaden verlaufen einfacher und beinhalten mehr gegenseitige Sympathie bzw. gegenseitiges Interesse gemischt-geschlechtliche Dyaden sind besonders schwierig zwischen einer jüngeren Ärztin und einem Patienten (weil beide Interaktionspartner um die Führung in der Kommunikationssituation ringen?? Autoritätsproblem?) Patientenerwartungen: „Arzt“ mehr „männliche“ Merkmale: kompetent, dominant, aufgabenorientiert bei Ärztin: partnerschaftlicher emotionaler Stil erwartet
- 35. Beschreiben Sie 3 der 5 Aspekte bzgl. der Unterschiede zwischen Frauen und Männern in subjektiven Bedarf? · 1 Männer profitieren von: problemorientierte, Frauen emotionsorientierte Lösungsstrategien · 2 Frauen längerfristig eine günstigere Emotionsbewältigung (haben in den ersten 1-2 Jahren nach einem Herzinfarkt ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Angst und Depressivität, welches im Verlauf von 2-5 Jahren abschwächt ó Männer zeigen dies bezüglich gegenteilige Effekte. Sie berichten Anfangs keine depressiven Effekte, welche nach 1-2Jahren jedoch signifikant ansteigen) · 3 Geschlechtsspezifische Barrieren für Inanspruchnahme von Reha-Maßnahmen: Männer: arbeitsplatzbezogene Sorgen+finanzielle Motive vs. Frauen: familiäre und partnerschaftliche Sorgen (Rollenbild) · 4 In med. Reha profitieren Männer von faktischen Infos/Verhaltensvorschlägen; Frauen: Zuhören/unterstützende Intervention hins. Belastung Familie/Haushalt · 5 Unterschiede in Erwartungen und Motivation: Frauen bevorzugen stationäre (stärkere Entlastung vom Allta), Männer ambulante Reha-Angebote; Männer erwarten z.B. schnellere Genesung Kardiologische Patienten: · Frauen sehen genetische Aspekte als Ursache für koronare Herzerkrankung und sind gegenüber medizinischer Vorsorge und Lebensstiländerung pessimistischer (beziehen Familie weniger in die Erkrankung mit ein, führt zu einer höheren Belastung für die ganze Familie à Frauen investieren noch mehr Energie in den Haushalt, während Männer sich kurzfristig aus dem Haushalt zurück halten) Orthopädische Rehabilitation:- Frauen erwarten Erholung und Abstand von Alltagsverpflichtungen- Männer erwarten berufsbezogene RehabilitationOnkologische Erkrankungen:- Frauen erwarten häufiger als Männer eine Besserung der vitalen Erschöpfung, sowie der Muskel-und Gelenkschmerzen- Frauen bevorzugen stationäre statt ambulante Rehabilitationsangebote (stärkere Alltagsentlastung)Kardiologische Erkrankungen:- Frauen wünschen sich mehr emotionale sowie soziale Unterstützung vom Partner- Frauen erwarten häufiger als Männer eine Optimierung der Medikation, sowie der Gewichtsreduktion- Männer erwarten häufiger als Frauen eine schnellere Genesung, Erhöhung der Lebenserwartung, sowie Verbesserung der körperlichen Aktivität und Ausdauer
- 36. Wie unterscheidet sich das Gesundheitsverhalten von Männern und Frauen? Männer: • ernähren sich ungünstiger als Frauen • machen eher Gebrauch von illegalen sowie legalen Drogen • Nehmen weniger Anspruch zu Vorsorgeuntersuchungen • Treiben mehr Sport als Frauen; während und nach medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen scheint es schwieriger zu sein, das Bewegungsverhalten von Frauen wirksam dauerhaft zu verändern (mögliche Gründe für die geringere Sportaktivität bei Frauen: Geringe körperliche Belastbarkeit, Vermehrte Komorbidität, klimakterische Beschwerden, in älteren Generationen Hemmungen sowie geringe Sporterfahrung in (gemischt) geschlechtlichen Gruppen) • Effekte von Partnerschaft: Ehe führt bei nur Männern zu einer besseren Gesundheit+längere Lebenserwartung, soziale Unterstützung vermehrt bei Männern