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Allgemeine Psychologie (Subject) / Denken und Schlussfolgern (Lesson)
- Was ist Expertise? Wie kann man sie überprüfen? Und wie unterscheiden sich Experten von Nicht-Experten? Expertise erreicht man, in dem man Jahre damit verbringt sich Wissen oder Fertigkeiten anzueignen. Am Ende des Lernens steht die Expertise (higher skilled competent performance in one or more task domains). Man eignet sich dabei Fähigkeiten durch Übung an und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Ziel schneller erreicht (Arzt – kann schneller Diagnose stellen). Beim Schachspielen bspw. sagt man, dass man 10 Jahre intensiv üben muss um ein Schachexperte zu werden (10 Jahres Regel). Man braucht also mehrere Jahre Übung und Training um Expertise zu erreichen, dadurch kann auf diese auch schneller zugegriffen werden. Experten können schneller auf Wissen/Fertigkeiten zugreifen als Nicht-Experten, sie nutzen einen automatischen Zugriff. Außerdem können Experten flexibler ein analytisches oder strategie- basiertes Wissen anwenden. Schachexperten bspw. haben detaillierte Informationen über Schachpositionen im LZG gespeichert und dadurch können sie das aktuelle Spiel besser in Verbindung mit anderen vergangenen Spielen betrachten. Des Weiteren geht man davon aus, dass sie nicht nur Schachpositionen, sondern auch strategische Prozessstrategien (Angriff oder Verteidigung?) gesichert haben. Auch Ärzte weisen Expertise auf: Bei Experten und Neulingen auf dem Gebiet der Medizin unterscheiden sich die Schlussfolgerungen. Medizinische Experten nutzen implizite Schlussfolgerungen (schnell, automatisch und unbewusst), Neulinge nutzen eher explizites Schlussfolgern (langsam, absichtlich, bewusst). Man kann also sagen, dass sich das Schlussfolgern bei medizinischer Expertise vom expliziten zum impliziten transformiert hat. Experten bspw. entdecken Krebs schneller und können Dinge auf Diabilder schneller entdecken, sie benutzen eher eine automatische exemplarbasierte Strategie bei der sie im LZG nach ähnlichen gespeicherten Fällen suchen. Nicht-Experten nutzen eher ein analytisch regelbasierte Strategie, bei der zuerst alle klinischen Merkmale betrachtet werden, bevor sie eine Diagnose stellen. Sie nutzen also eher automatische Prozesse und sind schneller beim Informationsabruf. Außerdem haben sie viel mehr Informationen gespeichert und können diese dazu benutzen um die aktuelle Situation zu vergleichen. Das alles resultiert aus jahrelanger Übung.
- Was ist die Theorie zum General Problem Solver? Es wurde ein Computerprogramm von Newell und Simon erschaffen um das menschliche Problemlösen zu simulieren. Die Startannahmen des Modells waren: - dass der Informationsverarbeitungsprozess seriell ist (ein Prozess nach dem anderen) - dass Menschen eine limitierte KZG Speicherkapazität haben und - dass Menschen relevante Informationen aus dem LZG abrufen können. Personen sollten dabei während des Problemlösens laut nachdenken. Danach wurden diese verbalen Berichte verwendet um zu entscheiden, welche Strategie für welches Problem verwendet wird. Probleme werden beim General Problem Solver als Problemraum präsentiert. Das ist eine abstrakte Beschreibung von allen möglichen Zuständen, die beim Lösen eines Problems auftreten können. Dieser beinhaltet den anfänglichen Zustand, des Zielzustand und alle möglichen mentalen Operationen. Die Prozesse beim Problemlösen involvieren eine Sequenz von verschiedenen Wissenszuständen. Die Wissenszustände greifen auf den anfänglichen Zustand und den Zielzustand zu und produzieren mit Hilfe der mentalen Operationen einen Shift von einem Wissenszustand zum nächsten. Ein Bsp. dafür ist der Turm von Hanoi. Menschen haben eine limitierte Verarbeitungskapazität und bilden deshalb Heuristiken (einfache Faustregeln). Das sind erfahrungsgeleitete Strategien, die nicht in jedem Fall zu einer Lösung führen, die eher häufig den Lösungsweg abkürzen. Die zwei wichtigsten sind die - means ends Heuristik (Differenz zwischen Problemstatus und Zielstatus wird analysiert, Distanz wird versucht durch Zwischenschritt zu verringern (Subgoal), mentale Strategie wird ausgewählt, die sicherstellt das Subgoal erreicht wir) und die hill climbing Heuristik (momentanen Problemstatus ändern, sodass er dem Ziel oder der Problemlösung näher ist – der Weg ist das Ziel, es gibt dabei keine subgoals)
- Welche Formen des Denkens kennen Sie? 1. Problemlösen - ist die kogn. Aktivität die die Schritte vom Erkennen eines Problems zu dessen Lösung involviert. Die meisten anderen Formen des Denkens involvieren Problemlösen 2. Entscheidungen - Eine von mehreren möglichen Optionen wählen, die persönliche Konsequenzen hat 3. Urteile- Eine Komponente von „Entscheiden“, diese involviert die Berechnung einer Wahrscheinlichkeit für viele Mögliche Ereignisse, die Betonung liegt auf der Akkuranz. 4. Deduktives Denken- Die Deduktion (vom lat. deducere = herabführen) ist eine Art der Schlussfolgerung, die vom Allgemeinen auf das Besondere schließt. Es werden Einzelerkenntnisse bzw. Hypothesen aus allgemeinen Theorien abgeleitet. Entscheidung welche Konsequenzen notwendigerweise aus mind. 2 wahren Aussagen folgen => keine neue Information 5. Induktives Denken- Als Induktion (vom lat. inductio = hineinführen) bezeichnet man eine Art des Schlussfolgerns, die vom Besonderen auf das Allgemeine schließt. Es werden allgemeine Erkenntnisse bzw. Theorien aus der Verallgemeinerung bzw. Abstraktion von Einzelphänomenen gewonnen. Entscheidung ob eine Hypothese richtig ist auf der Basis von verfügbarer Information. Wird von Wissenschaftlern verwendet => keine Garantie für valide Schlussfolgerung (Rotkehlchen, Amsel kann fliegen -> alle Vögel können fliegen! Nicht valide, Pinguine nicht)